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9. Januar 2015 5 09 /01 /Januar /2015 22:25

charlie-hebdo-end.jpgHeute packe ich ein sehr heißes Eisen an: Den Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris und Ereignisse danach.

Ausgangslage

Vorgestern, am 07.01.2015 haben 2 Männer die Redaktion der französischen Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" überfallen und mit automatischen Waffen 12 Menschen erschossen. Bei den Attentätern handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um mit der Al-Quaida in Verbindung stehende, islamische Fundamentalisten.

 

Den Anschlag und die Ermordung der Menschen verurteile ich auf das Schärfste!

Allen Angehörigen der Opfer spreche ich mein herzliches Beileid aus.

Obwohl ich wahrscheinlich keine so polarisierenden Karikaturen gezeichnet hätte, so ist völlig klar, dass in europäischen Staaten Meinungs- und Presse-Freiheit zu den höchsten Gütern zählen und diese jetzt erst recht weiter geführt gehören.

Und diese Position vertreten alle wichtigen, mir bekannten gesellschaftlichen Kräfte Europas.

Aktueller Status & unmittelbare Reaktionen

Analysen von anderen

Es ist zu fürchten, dass das Pariser Attentat negative Folgen für die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt der Gesellschaften in Europa bringen wird. Das geht – implizit oder explizit – aus den meisten Reaktionen hervor. Aber es gibt auch Chancen.

 

Ob westliche Geheimdienste beim Pariser Attentat ihre Finger mit im Spiel gehabt haben – so wie es der polarisierende aber geistreiche Jürgen Elsässer auch selbst gesagt hat – ist Spekulation.

Fakt ist, dass – wie Dirk Müller wieder großartig analysiert hat – es der Westen, primär die USA, war, der seit ca. 1980 radikale, gewaltbereite Islamisten geradezu herangezüchtet hat. Angefangen vom Kampf gegen die Sowjets in Afghanistan bis zu den ISIS-Extremisten in Syrien (gegen Assad) und im Irak. Sie alle sind erst durch Initiativen westlicher Mächte oder deren Verbündeter groß geworden.

 

Erfreulich ist, dass es auch etliche sehr konstruktive Stimmen gibt:

Meine Einschätzung

Das Resultat der jüngsten Entwicklungen rund um das Pariser Attentat birgt viele potentielle Gefahren in sich. Allen voran eine gesellschaftliche Polarisierung, die Kreisen in die Hände spielt, die ganz verwerfliche Interessen vertreten. Denn gerade die westlichen Eliten waren treibende Kräfte am Aufbau der Terror-Islamisten.

Die jüngsten Ereignisse und drohende Eskalationsstufen dienen diesen als perfekter Vorwand zum Ausbau des Überwachungsstaates und zur noch weiteren Beschneidung von Demokratie und Bürgerrechten.

Es stecken aber auch Chancen in den jüngsten Entwicklungen.
Ganz besonders die Chance, durch eine differenzierte Haltung gegenüber dem Islam, der großen Mehrheit an redlichen Muslimen die Hand zu reichen, jedoch auch endlich eine kompromisslose Position gegenüber fundamentalistischen und gewaltbereiten Strömungen einzunehmen.
Dadurch könnten wir nicht nur den aktuellen Konflikt lösen sondern hoffentlich auch Bewusstsein dafür schaffen, zukünftig keinen – aus welcher ideologischen Richtung auch immer kommenden – "Rattenfängern" auf den Leim zu gehen, die uns in Konflikte hinein treiben wollen, die zu unser aller Schaden sind.

 

 


 

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2. Januar 2015 5 02 /01 /Januar /2015 16:50

Falls jemand im Rahmen des 2. Blogger Kommentiertages auch auf meinem Blog kommentieren möchte:

Das ist möglich :-)

 

Bei Over-Blog ist das aber leider sehr umständlich bzw. gut versteckt.

Unter den Einträgen gibt es nach den Social-Media-Symbolen einen Trennstrich und unter diesem dann den Link "Kommentar hinzufügen".

 

Würde mich natürlich sehr über Kommentar freuen!

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2. Januar 2015 5 02 /01 /Januar /2015 00:30

jl-picard-vector.jpgVor rund 20 Jahren habe ich mit einem Schulkollegen über das neue Raumschiff Enterprise (Star Trek: The next generation) gesprochen. Wir haben diese Science-Fiction-Serie schon zu dieser Zeit sehr gemocht.

Er hat damals etwas auf den Punkt gebracht, das auch ich unbewusst so gesehen, aber nicht formalisiert habe: Dass für ihn Captain Picard eine moralische Autorität ist.

 

Wenn jetzt jemand sagt, dass es sich absurd anhört, einen fiktiven Charakter aus einer Fernsehserie als eine solche zu bezeichnen, dann kann ich das grundsätzlich voll verstehen.

Doch wer sich mit Picard genauer beschäftigt, der wird diese Ansicht wahrscheinlich revidieren.

 

Jean-Luc Picard ist ein hoch intelligenter, vor allem aber moralisch in höchstem Maße integerer und reflektierter Humanist. Gleichzeitig ist er aber auch ein nötigenfalls entschlossener und harter Offizier.

Und: Er hat trotz allem auch einige Schwächen, die ihn nicht zum Übermenschen entwachsen lassen, sondern zum großartigen Menschen machen.

 

Und dieser Umstand ist nicht nur mir und meinem damaligem Schulkollegen aufgefallen, erst vor wenigen Tagen, Ende 2014 habe ich eine Hommage an die moralische Autorität Picard entdeckt, wo sein positiv leitender Einfluss auf Menschen, besonders auf heranwachsende, gewürdigt wird.

Dort wird der Schwerpunkt auf die wahrscheinlich beste Episode gelegt, wo seine Moral als Leitstern über allem thront: "Das Standgericht".

Dabei tritt Picard ebenso entschlossen wie überzeugend gegen eine "Hexenverfolgung" und für Bürgerrechte und Meinungsfreiheit ein.

 

Die Gefahr, auf die der Blog-Eintrag anspielt, hängt im konkreten Falle wohl mit Pegida zusammen. Mit Pegida werde ich mich in Kürze ebenfalls genauer auseinandersetzten – selbstverständlich nicht platt, sondern differenziert – es gibt wie überall auch bei Pegida Licht und Schatten.

 

Klar ist aber, dass der Versuch, die Welt in ein primitives Gut-und-Böse-Schema zu unterteilen, generell Schwarz-Weiß-Bilder zu zeichnen, völlig an der Realität vorbei geht – jedoch die Menschen tief spaltet.

Und, dass gegenüber allen Kräften, die Schwarz-Weiß-Bilder zeichnen und vorgeben, die Seite des Guten zu repräsentierten, aller höchste Vorsicht geboten ist.

 

Paradebeispiel dafür ist das an die Wand Malen eines diktatorischen Feinbildes und die Selbstdarstellung als große Demokraten und Befreier, wie das der westliche Block gegenüber dem Irak, Libyen, Syrien gemacht hat und jetzt gegenüber Russland macht.

 

Und zahlreiche Science-Fiction-Fans sollten endlich einmal aus ihrer passiven Konsum-Rolle heraus gehen und sich auch in der realen Welt konstruktiv-kritisch engagieren – zumindest aber die Informationen aus den Medien kritisch hinterfragen.

 

Zitat Picard:

"Schurken, die ihre Schnurrbärte zwirbeln sind leicht zu erkennen, aber diejenigen, die sich in gute Taten kleiden, sind hervorragend getarnt. Wachsamkeit Mr. Worf, das ist der Preis den wir kontinuierlich für unsere Freiheit zahlen müssen."

 

Ja, die Weisheit, die moralische Integrität und die intelligente Toleranz, über die ein Jean-Luc Picard verfügt, ist in unserer, im Umbruch befindlichen Welt wirklich höchst nötig.

 

P.S.:

Wer Picards Moral in Aktion erleben möchte, dem empfehle ich die besonders folgenden Episoden von "Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert":

Update 01.12.2017

Am 28.09.2017 hat Star Trek: The next Generation das 30 jährige Jubiläum gefeiert. Auch heute zählt die Serie noch zu den 3 besten Science-Fiction-Serien aller Zeiten. Einen wichtigen Anteil daran hat natürlich auch Captain Picard.
Das große 30er-Jubiläum war für mich auch ein willkommener Anlass für eine große Hommage an TNG.

Die Serie läuft im deutschsprachigen Fernsehen oft, aber nicht immer auf Tele5.
Ob und, wenn ja, wo sie aktuell immer läuft, das seht ihr auf fernsehserien.de.

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26. Dezember 2014 5 26 /12 /Dezember /2014 15:45

vierschanzen-tournee-jpg.jpgNachdem Blog-Einträge, die auf aktuelle Ereignisse bezogen sind, fast immer nur für kurze Zeit ein Thema sind, so halte ich diesen Eintrag auch kurz.
Aber nichtsdestotrotz muss ich als Skisprung-Fan eine persönliche Vorschau auf das 1. Saison-Highlight machen.

Bei der Tournee springen zwar fast immer einige der Favoriten ganz vorne mit. Allerdings kommen auch fast jedes Jahr Außenseiter dazu oder es finden arrivierte Athleten just zur Tournee ihre Form, auch wenn sie die Springen zuvor nicht so überzeugt haben.

Die 3 formalen Top-Favoriten sind sicher die Athleten, die das Siegerpodest beim 2. Engelberg-Springen gebildet haben: Roman Koudelka, Simon Ammann und Michael Hayböck.
Auch die Namen Severin Freund und Anders Fannemel fallen beim Tournee-Favoritenkreis regelmäßig.

Ich persönlich sehe Simon Ammann als Topfavoriten.
Er ist nicht nur voll in Form und auch ziemlich konstant, er ist schon oft um den Tournee-Sieg mitgesprungen und hat auch schon Einzelspringen gewonnen. Der Schweizer ist für einen Gesamtsieg überfällig und würde damit den letzten ihm noch fehlenden Titel gewinnen.
Nr. 2 auf meiner persönlichen Favoritenliste ist Gregor Schlierenzauer. Er springt zwar nach seiner Technik-Umstellung bisher unkonstant, aber teilweise auch schon richtig gut. Er weiß genau, wie man sowohl Einzelspringen als auch die Gesamtwertung auf den vier Schanzen gewinnt und könnte der arrivierte Springer sein, der zur Tournee seine Topform findet.

Vor allem Koudelka, Hayböck, Fannemel und Freund, aber auch der Slowene Petr Prevc gehören zu den weiteren Favoriten.

Außenseiter-Chancen - zumindest auf einen Top-3-Platz in der Gesamtwertung - billige ich dem Slowenen Jernej Damjan, den Japanern Noriaki Kasai & Daiki Ito, dem deutschen Richard Freitag sowie dem norwegischen Routinier Anders Bardal zu.
Die größte Unbekannte und im Falle eines Erfolges Mega-Sensation betrifft den Polen Kamil Stoch, der ja nach einer Verletzung bei der Tournee sein diesjähriges Weltcup-Debüt feiert.

Ausschließen traue ich mir - aus österreichischer Sicht leider - eine Titelverteidigung durch Thomas Diethart. Er ist für mich derzeit zu weit von seiner Bestform entfernt, um heuer eine Rolle zu spielen.

Wie auch immer:
Ich freue mich auch dieses Jahr wieder auf die Vierschanzen-Tournee!

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2. Dezember 2014 2 02 /12 /Dezember /2014 23:50

Sonntag-offen-Gross-Wirtschaft-png.pngSeit 2014 hat die Wirtschaftkammer Wien unter dem neuen Präsident Walter Ruck einen radikalen Schwenk bezüglich der Sonntagsöffnung gemacht:

Von einer, vor allem von Ex-Handels-Sparten-Obmann Fritz Aichinger betriebenen, klaren Ablehnung des Sonntagsverkaufs ist nichts mehr zu sehen. Statt dessen soll den Unternehmern eingeredet werden, dass offene Geschäfte gut sind.

Als "Einstiegsdroge" natürlich einmal nur in Tourismuszonen - vorerst jedenfalls.

 

Dass offene Geschäfte an Sonntagen überwiegend großen Strukturen nützen, also großen Handels-Unternehmen sowie großen Einkaufszentren und Einkaufsstraßen, habe ich ja schon in meinem Blog-Eintrag vom Frühjahr 2013 heraus gearbeitet.

Und während Lugner, Kath & Co ihr Stück vom Kuchen am Sonntag vergrößern würden, so würde das Stück der vielen kleinen und mittleren Handels-Unternehmen schrumpfen.

 

Daher ist für mich die Entscheidung als Bürger wie als Unternehmer klar:

Ein ganz klares NEIN zu Tourismuszonen und generell jeglichen versteckten oder offenen Vorstößen für den Sonntagsverkauf.

Was wir brauchen wären im Gegenteil viel strengere Kartellverfahren bei Großstrukturen im Handel (und nicht nur dort) sowie ein restriktiver Umgang mit vor allem großen Einkaufszentren, die den kleinen, gewachsenen Strukturen mehr und mehr die Luft zum Atmen nehmen!

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20. November 2014 4 20 /11 /November /2014 23:15

sprung-ski-2014-2015-HiRes-jpg2Nach der abgelaufenen Skisprung-Saison habe ich es leider nicht geschafft, einen Rückblick zu machen. Aber ich finde, vor der neuen Saison ist dafür auch ein sehr guter Zeitpunkt.

Herren

Bester Skispringer der Saison 13/14 ist für mich ganz klar Kamil Stoch.

Doppel-Olympiasieger in Sotschi & Weltcup-Gesamtsieg sprechen eine klare Sprache.

Der Pole hat fast die ganze Saison starke Leistungen gebracht und sich diese Erfolge verdient.

 

Nr. 2 des letzten Winter ist für mich Severin Freund. Sonnenklar unter den Top-3, aber mit vergleichbar starken Leistung wie Petr Prevc.

Skiflugweltmeister & Weltcup-Gesamt-Dritter im Einzel, dazu noch Olympia-Mannschaftsgold mit Deutschland.

 

Drittbester Springer ist aus meiner Sicht Petr Prevc aus Slowenien.

Gewonnen hat er den Skiflug-Weltcup.

Zusätzlich hat er den 2. Platz im Gesamtweltcup, die Bronze-Medaille bei der Skiflug-WM in Harrachov, sowie je 1 Silber- und Bronze-Medaille bei den olympischen Spielen geschafft.

 

Meine persönliche Nr. 4 ist dann mit Thomas Diethart endlich auch ein Österreicher.

Der Vierschanzen-Tournee-Sieger hat in Sotschi noch Mannschaftssilber geholt, es im Gesamt-Weltcup unter die Top-10 geschafft und aus sonst zahlreiche, gute Leistungen erbracht.

 

Und Nr. 5 ist ein absolutes Skisprung-Urgestein: Noriaki Kasai.

Der mittlerweile 42-jährige Japaner hat in Sotschi Einzel-Silber auf der Großschanze und Mannschafts-Bronze geholt und ist im Skiflug-Weltcup auf Platz 2 geflogen.

 

Mein größter Respekt gilt aber Thomas Morgenstern. Er ist 1x schwer und 1x sehr schwer gestürzt – hat aber dennoch Platz 2 bei der Vierschanzen-Tournee und Olympia-Silber mit der österreichischen Mannschaft errungen.

Dass er danach die Gesundheit höher als den sportlichen Erfolg eingestuft hat und zurück getreten ist, ist sehr schade, aber völlig verständlich.

Damen

Bei den Damen gibt es für mich keine wirklich klare Nummer 1. Aber letztlich habe ich doch eine klare Reihung mit 3 heraus ragenden Springerinnen gefunden:

  • Die Deutsche Carina Vogt wiederum ist durch ihren Olympia-Sieg sehr hoch einzuschätzen. Doch erst gemeinsam mit Platz 2 im Gesamtweltcup ist sie für mich die beste Springerin der abgelaufenen Saison.
  • Die Japanerin Sara Takanashi hat 15 von 18 Weltcup-Bewerbe gewonnen und damit überlegen den Gesamtweltcup gewonnen. Bei den olympischen Spielen dagegen ist sie mit Platz 4 leer ausgegangen. Ergibt in meiner Reihung Platz 2.
  • Meine Nr. 3 Daniela Iraschko hat in ihrer Comeback-Saison nach der schweren Verletzung aus der Vorsaison ihre Leistung auch bei den olympischen Spielen gebracht und in Sotschi Silber gewonnen. Im Gesamtweltcup war sie lange auf Platz 2 – bevor sie von einer neuerlichen Verletzung nach Olympia zurückgeworfen worden ist.
  • Aufsteigerin der Saison ist definitiv die Russin Irina Amakumowa, die ihren ersten Saisonsieg gefeiert und Platz 4 im Gesamtweltcup belegt hat.

Aus österreichischer Sicht hat alle 3 Top-Springerin das Verletzungspech aber wirklich extrem an den Skischuhen gepickt:

Unsere in der Zwischenzeit schon Co-Nummer-1 Jacqueline Seifriedsberger hat sich schon kurz nach Saisonstart schwer verletzt und den gesamten Winter aussetzen müssen.

Ende des Winters hat es, nach einer sehr soliden Saison, auch noch unsere Nr. 3 Chiara Hölzl erwischt.

Schlussworte

Mannschaftlich gesehen haben bei den Skisprung-Herren in der Saison 2013/2014 Österreich und Norwegen an Boden verloren, vor allem Polen, Deutschland und Slowenien an Boden gewonnen.

In der kommenden Weltcup-Saison 2014/2015 wird die Leistungsdichte im Skispringen wahrscheinlich noch höher. Gemeinsam mit Japan, Finnland und dem Schweizer Simon-Ammann rechne ich, dass Springer aus mindestens 8 Nationen Siegchancen haben.

Genauere Prognosen traue ich mir aber erst vor der Vierschanzen-Tournee machen – wie das schon zu einer persönlichen Tradition geworden ist.

 

Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf den Saisonstart in Klingenthal und werde mir auch heuer sicher wieder viele Bewerbe einer meiner Lieblingssportarten anschauen :-)

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12. November 2014 3 12 /11 /November /2014 08:15

Regelmäßige Blog-Besucher haben sich vielleicht gefragt, warum es auf meinem Blog die letzten Wochen so ruhig war.

Das liegt daran, dass ich an einer großen, zweiteiligen Abhandlung über AMD arbeite.

 

Dabei handelt es sich einerseits eben um eine Marketings-Studie mit einer Analyse und Verbesserungsmöglichkeiten für meinen derzeitigen Lieblings-Prozessor-Hersteller. Desweiteren auch eine etwas kleinere Abhandlung, die sich speziell mit dem Thema "Vishera 2.0" CPUs beschäftigt, welche ich 2015 für ein absolutes Schlüsselprodukt halte.

 

Die Dokumente werden voraussichtlich nächste Woche veröffentlicht.

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13. Oktober 2014 1 13 /10 /Oktober /2014 21:00

amd-nvidia-collage-2014-PNG.pngMit meiner 3. Kaufberatung für Grafikkarten schaffe ich es weiter, den Jahreszyklus einzuhalten.

Das ist in der schnelllebigen IT-Welt auch ganz sicher nicht zu kurz.

 

In der Tat hat es seit meiner letzten Beratung vor rund 1 Jahr viele Änderungen gegeben:

Am wichtigsten dabei ist, dass ich heuer nur mehr 1 einzige 2012er Karte empfehle – auch wenn noch etliche 2012er Chips auf den aktuell empfohlenen Karten verbaut werden.

 

Besonders Nvidia hat mit seinen aktuellen Modellen (Codename: Maxwell) 750, 750 TI, 970 und 980 den Markt stark aufgemischt.

Bei AMD sind dagegen die letztes Jahr eingeführten Produkte nun auch preislich attraktiv geworden.

 

Ursprünglich wollte ich mit meiner Kaufempfehlung noch das Erscheinen der Nvidia GTX 960 abwarten, welche für diesen Oktober angekündigt war. Nachdem diese aber nun auf 2015 verschieben worden sein dürfte, so gibt es keinen Grund, noch länger zuzuwarten.

 

Bevor es gleich mit der nach Anwendungs-Kategorien strukturierten Kaufberatung los geht, noch einmal 2 wichtige Hinweise:

  1. Ich empfehle keine Grafikkarten der verschiedenen Dritt-Hersteller, sondern ausschließlich die auf diesen verbauten Chips
  2. Alle hier enthaltenen Daten sind auf den österreichischen Markt mit Stand 12.10.2014 bezogen.

Einsteigerklasse

1) AMD R7 240 (128 Bit)

    (ca. 55,- €)

2) Nvidia GT 730 (GK-208)

    (ca. 50,- €)

 

Wer ein solche Karte nimmt, der braucht wahrscheinlich nur ein Bildausgabegerät für den Monitor, wenn der Hauptprozessor über keine integrierte Grafikeinheit verfügt.

Die Leistungsansprüche sind hier minimalst. Trotzdem schadet es nicht, wenn man eine Karte nimmt, wo man den besten Gegenwert für sein Geld bekommt.

 

Die Unterschiede zwischen den beiden, von mir empfohlenen Karten sind minimal:

Die R7 240 von AMD ist tendenziell eine Spur schneller, die Nvidia GT 730 eine Spur sparsamer.

Die AMD-Karte hat aber die etwas modernere Architektur und unterstützt z.B. Direct-X 11.2 – die Nvidia dagegen nur Direct-X 11.0.

Dadurch ergibt sich für Einsteigerkarten die Reihenfolge AMD=1 und Nvidia=2

 

Unbedingt erwähnen möchte ich aber, dass User für relativ geringen Aufpreis (ca. 40,- €) auch schon viel leistungsfähigere Karten der unteren Mittelklasse bekommen, mit denen sie dann z.B. auch spielen oder die Karte zur Beschleunigung allgemeiner Rechenoperationen verwenden können.

Sub-Mittelklasse

 

 

 

Dieses Mal gibt es in dieser Karte keine Empfehlung. Die derzeitigen Karten dieser Kategorie befinden sich sowohl leistungsmäßig als auch preismäßig in einem Niemandsland, wodurch sie nicht empfehlenswert sind:

  • Leistungsmäßig liegen sie meist näher an den Karten der Einsteigerklasse
  • Punkto Energieverbrauch liegen sie näher an den schnelleren Karten der unteren Mittelklasse, sind also nicht gerade sparsam
  • Punkto moderner Ausstattungsmerkmale (z.B. Hardware-Video-Enkodierer, Direct-X 12, True Audio, ...) können sie dagegen wenig bieten

Die Preise für Karten dieser Klasse (R7 250, R7 250E und R7 250X von AMD & GT 740 und GTX 650 von Nvidia) bewegen sich ungefähr in einem Bereich zwischen 75,- und 90,- €.

 

Darum gilt:

  • Wer geringe Ansprüche hat, der kommt mit einer Einsteiger-Karte aus.
  • Wer mehr will, der sollte 20-30,- € drauf legen und dafür eine deutlich schnellere, besser ausgestattete und vielleicht sogar noch Strom sparendere Karte, der aktuellen, unteren Mittelklasse nehmen.

Untere Mittelklasse

1) Nvidia GTX 750

    (mit 1-GB ca. 100,- bzw.

    mit 2-GB ca. 110,- €)

2) Nvidia GTX 750 TI

     (ca. 130,- €)

3) AMD R7 260X

     (ca. 110,- €)

Diese Klasse ist die 1., wo Nvidia mit seinen neuen Grafikchips der "Maxwell"-Generation den Markt aufgemischt hat. Sie sind sehr Strom sparend und schonen damit nicht nur den Geldbeutel, sondern ermöglichen auch den Bau von sehr leisen bzw. kompakten Rechnern, da sie nur sehr klein dimensionierte Kühlungen brauchen.

 

Die "normale" GTX 750 ist aus meiner Sicht der beste Mittelweg zwischen guter Rechenleistung, niedrigem Preis, guter Ausstattung und toller Energieeffizienz. Punkto Rechenleistung liegt sie zwischen den AMD Modellen 260 und 260X (also gleichauf mit der alten Radeon HD 7790). Sie ist aber etwas moderner und viel sparsamer.

Preislich liegen die 1-GB Modelle gleichauf mit der normalen 260er von AMD, die 2-GB-Modelle gleichauf mit der 260X.

 

Wer es etwas schneller haben möchte, für den sind die TI-Modelle der 750er am besten geeignet. Sie sind gut 15% schneller als die "normalen" 750er Karten und ein Spur schneller als die AMD 260X.

Die 750-TI kostet aber auch 20,- € mehr als die anderen 2 Karten.

 

Die AMD R7 260X ist eine punkto Rechenleistung und Ausstattung wirklich gute Karte. Auch der Preis ist konkurrenzfähig.

Wer jedoch kein absoluter AMD-Fan ist bzw. spezifische Ausstattungsmerkmale dieser Karte (True Audio oder Mantle) benötigt, der bekommt momentan bei Nvidia die für mich besseren, da sparsameren Produkte.

 

Die normale R7 260 wird von mir deshalb nicht empfohlen, da gerade einmal 3 Karten in Österreich angeboten werden. Und in Zusammenhang mit dieser sehr geringen Auswahl stehen auch wenig überzeugende Preise.

Mittlere Mittelklasse

1) AMD Radeon R7 270

    (ca. 150,- €)

2) AMD Radeon R7 265

    (ca. 135,- €)

3) Nvidia GTX 660

    (ca. 165,- €)

 

Die 660er von Nvidia ist gemeinsam mit der "normalen" 270er (ohne X) von AMD die schnellste Karte dieser Kategorie, ist auch etwas Strom sparender und bietet minimal bessere GPGPU-Leistung als die AMD. Wie fast immer so ist Nvidia aber auch hier am teuersten.

AMD ist hier rund 15,- € billiger.

Und da man für ungefähr das selbe Geld wie für eine 660er auch schon eine 15% schnellere R9 270X von AMD bekommt, so ist die Nvidia-Karte wohl nur für Markenfans wirklich interessant.

 

Die R9 265 wiederum ist der Budget-Tipp. Ist zwar rund 10% langsamer als die 270er, kostet aber auch 15,- € weniger.

Obere Mittelklasse

1) AMD R9 280

    (ca. 190,- €)

2) AMD R9 270X

    (ca. 165,- €)

3) Nvidia GTX 760

    (ca. 200,- €)

 

Klare Nr.1 ist hier die AMD R9 280. Sie ist in dieser Klasse die schnellste Karte und liegt preislich in der Mitte dieses Trios.

Nr. 2 ist die 270X. Sie ist nur minimal langsamer als die Nvidia und in dieser Kategorie die mit Abstand billigste Karte, womit sie sich den Preistipp redlichst verdient!

 

Noch deutlicher als 1 Kategorie niedriger, so spricht auch hier wenig für Nvidia. Die GTX 760 kann gegenüber den beiden AMDs nur bei der Energieeffizienz überzeugen. Die Leistung liegt zwischen den beiden AMD-Karten, der Preis aber darüber. Auch sie ist daher eine Karte für Markenfans.

 

AMDs neue 285er Radeon wird interessant, wenn sie billiger wird. Technisch ist diese eine gleich schnelle Alternative zur 280er, bietet aber die umfangreichere und modernere Ausstattung (True-Audio, XDMA Crossfire).

Eine für 2015 angekündigte Nvidia GTX 960 kann hier später ebenfalls noch sehr interessant werden.

Gehobene Klasse

1)  Nvidia GTX 970

    (ca. 340,- €)

2)  AMD Radeon R9 280X

    (ca. 250,- €)

 

Hätte Nvidia keine neuen 900er Modelle der Maxwell-Generation eingeführt, so wäre AMD auch in dieser Kategorie die Nummer 1 gewesen.

 

Doch Nvidias neue 970er Karte überzeugt technisch auf ganzer Linie: Sie ist sehr schnell (in etwas gleich schnell wie AMDs Topmodell 290X), bietet sehr gute Ausstattung (Nvidia unterstützt jetzt auch DirectX 11.2, angeblich sogar 12.0), mit einer TDP von 145 Watt sehr energieeffizient (sogar eine Spur sparsamer als die faktisch 1 1/2 Klassen schwächere AMD 285) und dabei auch noch moderat gepreist.

Preislich liegt sie aktuell fast genau zwischen den AMD Modellen R9-290 und R9-290X.

Zum "Drüberstreuen" hat Nvidia bei dieser Karte auch die GPGPU-Leistung (wo die Grafikkarte für allgemeine Rechenoperationen als eine Art Co-Prozessor eingesetzt wird) deutlich verbessert.

Nicht billig, aber für dieses Geld ein bärenstarkes Angebot!

 

Leistungsmäßig aber auch preismäßig 1 ganze Klasse niedriger ist die AMD R9 280X angesiedelt. Technisch ist sie in wirklich allen Disziplinen schwächer als Nvidias zweitstärkstes Modell. Aber auch sie bietet immer noch richtig viel Rechenleistung, mit der man Spiele auch in Auflösungen über Full-HD (wobei ich so hohe Auflösung für unnötig halte) noch in hohen bis sehr hohen Detail- und Kantenglättungs-Stufen spielen kann.

Und ihr geringerer Preis macht sie für Leute mit geringerem Budget sehr interessant.

 

Oberklasse

Traditionen müssen gepflegt werden, deshalb gibt es auch heuer keine Empfehlung von mir im High-End Segment.

4K-Auflösungen mögen imposant aussehen. Doch mir als immer noch passioniertem Spieler von alten DOS-Spielen sind selbst 1600er Auflösungen in Spielen wie "Racedriver GRID" imposant genug. Für mich braucht mehr als Full-HD kein Mensch.

Wer diese Ansicht aber nicht teilt und Spiele auch in 2500er (oder noch höheren) Auflösungen  spielen möchte, für den gibt es noch die neue Nvidia GTX 980. Neben starker Rechenleistung ist diese, ebenso wie ihr kleineres Schwesternmodell 970, wirklich sehr energieeffizient.

 

Für Profis, die Spezialanwendungen wie Rendering, Simulationen oder anspruchsvolle CAD/CAM-Anwendungen fahren, gibt es noch die Profi-Grafikkarten-Serien "Quadro" von Nvidia und "Fire Pro" von AMD.

Schlussworte

Bei Neuanschaffungen können bescheidenere Naturen auf eine separate Grafikkarte verzichten. Moderne Prozessoren, vor allem die APUs von AMD, verfügen bereits über sehr solide, interne Grafikeinheiten.

Bei leistungsstärkeren Rechnern kommt man aber auch weiterhin nicht um eine eigene Grafikkarte herum, welche dann mindestens Mittelklasse-Niveau haben sollte.

 

Und da eine Grafikkarte ja nur 1 Komponente eines PCs ist, so sollte man sich auch gut informieren, welche anderen Komponenten – allen voran natürlich die CPU – für die eigenen Bedürfnisse am meisten Sinn machen.

Daher sollten Sie auch unbedingt meine CPU-Kaufberatung und meine PC-Kauftipps aufmerksam lesen.

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27. September 2014 6 27 /09 /September /2014 17:00

thomas-morgenstern-vector-PNGIch habe angekündigt, dass ich in nächster Zeit Follow-Up-Einträge zu früheren Blog-Einträgen mache, und auf gewisse Weise ist auch dieser einer. Endlich einmal wieder ein Eintrag über Sport, konkret über einen der größten Skispringer aller Zeiten.

 

Ich bin schon seit meiner Kindheit in den 1980er Jahren Skisprung-Fan, also schon seit Zeiten von Vettori, Felder, Nykänen und Weißflog, und verfolge seitdem das Skisprung-Geschehen sehr interessiert.

Nach dem Goldi-Boom Mitte der 1990er Jahre sind die Erfolge für Österreich rarer geworden. Ende der 1990er bis Anfang der 2000er habe haben unsere Skispringer leider  relativ wenig "gerissen" – und wenn, dann meist durch Andi Widhölzl und Martin Höllwarth. Einzige, große Ausnahme in dieser Zeit war der Mannschafts-WM-Titel 2001 (auch mit Wolfgang Loitzl, damit ich den auch nicht vergesse).

Ein Tiefpunkt im österreichischen Skispringen war dann nach den medaillenlosen Großereignissen 2002 (Olympia) und 2003 (WM) erreicht. In diese Zeit ist aber auch der Wendepunkt zur Goldenen Ära gefallen.

 

Denn in der Saison 2002/2003 haben vor allem 4 junge Österreicher mit Stockerl-Plätzen oder sogar Siegen aufgezeigt, die unter Trainer Hannu Lepistö ihr Weltcup-Debüt gefeiert haben:

Christian Nagiller (heute noch am ehesten durch seinen gewaltigen aber gestürzten 220m-Satz am Kulm in Erinnerung), Florian Liegl (heute Trainer), Andi Kofler (wohl jedem Skisprung-Fan bekannt) – und natürlich Thomas Morgenstern.

 

Er und Erfolgstrainer Alex Pointner haben für mich den mit Abstand größten Anteil daran, dass es von 2005 bis heute einen beispiellosen Erfolgslauf des österreichischen Skispringens gegeben hat. Thomas Morgenstern war bei allen Mannschaftsmedaillen dieser Ära – die meisten davon in Gold – dabei und hat wesentlich zum Erfolg beigetragen.

 

Dass er fast alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt, das ist ja schon von den Mainstream-Medien berichtet worden – von Olympia über WM und Weltcup bis hin zur Vierschanzentournee und dem Nordic-Tournament.

 

Was mich als Skisprung-Kenner aber sportlich am meisten beim "Morgi" beeindruckt ist die langjährige Konstanz auf hohem bis höchstem Niveau. Wenn man schaut, wie viele Podiums- und Top-Ten-Plätze über welch langen Zeitraum der Thomas errungen hat, dann sind seine Leistungen noch viel beeindruckender, als bei reiner Betrachtung der Siege. Und er hat seine gesamte Karriere über keinen einzigen großen "Hänger" gehabt, er war fast immer vorne dabei.

Eine derartige Dauer-Konstanz auf Top-Niveau kenne ich in diesem schnelllebigen Sport, bei dem Sieger meistens nur 1, 2, 3 Jahre oben bleiben, sonst nur von Jens Weißflog, Janne Ahonen, Gregor Schlierenzauer und vielleicht noch Simon Ammann.

Auf den Punkt gebracht: Von etlichen der größten Skispringer aller Zeiten. Und zu denen gehört Thomas Morgenstern definitiv auch!

 

Auch ein Top-Athlet ist dabei vor gewissen, menschlichen Schwächen nicht ganz gefeit. Völlig normal, wenn man einen Menschen nicht komplett in eine PR-Scheinwelt hinein inszeniert.

Nicht zuletzt negative Erfahrungen, wie die mediale Berichterstattung über Turbulenzen in seinem Privatleben, haben ihn die letzten Jahre nachdenklicher werden lassen.

Schwere Stürze, wie derjenige in Kuusamo 2003, haben ihn aber 10 Jahre lang ziemlich unberührt gelassen.

 

Vor allem nach dem 2. Sturz in der letzten Saison (2013/2014) am Kulm hat sich das aber geändert: Er hat darauf hin selbst seine weitere Karriere als Skispringer in Frage gestellt.

Gemeinsam mit dem Umstand, dass er Vater ist und nun nicht nur mehr für sich selbst Verantwortung trägt, hat das dazu geführt, dass er eine für mich logische Entscheidung getroffen hat, auch wenn sie schade ist: Er ist zurück getreten.

 

Dass er aber kurz nach den Ereignissen am Kulm noch einmal bei den olympischen Spielen in Sotschi angetreten ist und mit der Mannschaft Silber (und damit seine letzte Medaille) geholt hat, habe ich damals, so kurz nach einem ganz schweren Sturz, für ziemlich wahnwitzig gehalten. Heute finde ich es aber toll. Denn diese Medaille stellt einen würdigen Abschluss seiner große Karriere dar.

 

In diesem Sinne noch einmal herzlichen Dank für 12 tolle Jahre, in denen du mir wie allen Skisprung-Fans sehr viel Freude bereitet hast. Alles Gute für dein weiteres Leben mit Familie und was auch immer noch kommt!

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23. September 2014 2 23 /09 /September /2014 00:00

 

amd-intel-cpu-herbst-2014-PNG.pngNach ½ Jahr gibt es die nächste Ausgabe meiner Kaufberatungen für Desktop-PC Prozessoren.

In den letzten Monaten hat es gleich mehrere, ganz wichtige Neuerscheinungen gegeben:

  1. Die Haswell-E Oberklasse-Modelle von Intel, erstmals nicht nur mit 6 sondern sogar mit 8 Kernen
  2. Die 2. Serie der "normalen" Haswell-Modelle mit höheren Taktfrequenzen
  3. Neue Achtkern-FX-Modelle von AMD, erstmals auch in der 95-Watt-Leistungsklasse.

Und schon geht's direkt hinein in die Materie!

Bitte beachten Sie aber noch meine Hinweise am Ende der Kaufberatung.

Einsteiger

HTPC

 

Im Gegensatz zum Frühjahr empfehle ich wieder eine fix mit dem Motherboard (Hauptplatine) verlötete CPU. Eigentlich eine APU, da bereits mit integrierter Grafik.

Der zur Kabini-Familie gehörende 5000er von AMD ist stromsparend (15 Watt Klasse) und verfügt bereits über 4 Rechenkerne.

Als Prozessor, der primär für Subnotebooks & Co entwickelt worden ist, offeriert er natürlich nicht die überragende Rechenleistung, aber in seinem Segment ist er flott (vor allem die Grafikeinheit), energiesparend und günstig.

 

1) AMD A4-5000, ca. 80,- € (bereits inkl. Mainboard)

 

Einsteiger & sehr bescheidene Allrounder

 

So ein System wird für Office- und Internet-Anwendungen, einfachere Bildbearbeitung und mit leichten Abstrichen auch ältere Spiele verwendet.

Punkto Rechenleistung ist in diesem Segment der AMD A6-6400K die beste Wahl (der 6420er ist zwar minimal schneller aber noch zu teuer). Da die Ansprüche hier aber fast immer sehr gering sind, so kann man auch andere 1-Modul-APUs von AMD nehmen, wie den A4-6320 und derzeit noch mehr den 6300 (Preistipp) oder den A6-5400K (Mittelweg Preis-Leistung).

1) AMD A6-6400K,

    50-55,- €

2) AMD A4-6300,

    ca. 35,- €

3) AMD A4-6320,

    ca. 40,- €

4) AMD A6-5400K,

    ca. 45,- €

5) AMD A6-6420K,

    ca. 65,- €

 

 

Immer noch bescheidene Allrounder & Gelegenheits-Videobearbeiter

 

Wer ein paar "PS" mehr im Gehäuse haben will und vielleicht regelmäßig Videos  geringer bis mittlerer Auslösung bearbeitet, für den bietet sich ein Intel Haswell Core i3 an. Eine Quick-Sync-Einheit (für schnelle Video-Kodierung, allerdings mit leichten Abstrichen bei der Qualität) haben die Haswell i-Modelle alle. Um auf eine zusätzliche Grafikkarte verzichten zu können, rate ich zu den Modellen mit der etwas besseren, internen Grafikeinheit. 

Der 4330er hat dabei sicher noch das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis, das kann sich aber bei einer Preisreduktion der schnelleren Core i3 ändern.

 

1) Intel Core i3-4330, ca. 115,- €

2) Intel Core i3-4360, ca. 135,- €

 

Bescheidene Allrounder & bescheidene Gelegenheits-Spieler

 

Wer ebenfalls etwas mehr Rechenleistung als im absoluten Einsteiger-Segment möchte und statt regelmäßiger Video-Bearbeitung eher das eine andere ältere (mit größeren Abstrichen auch neuere) Spiel laufen lässt, für den bietet sich eine dieser 3 APUs von AMD an.

Jede von ihnen verfügt neben akzeptabler CPU-Rechenleistung auch bereits über eine ziemlich flotte, interne Grafikeinheit.

Die schnellste Grafikeinheit hat dabei der 7600er, gefolgt vom 5800er.

Der 7600er ist außerdem das mit Abstand stromsparendste Produkt (Leistungsklasse 65 Watt).

Der 6600K dagegen hat die minimal höchste CPU-Rechenleistung und kostet am wenigsten.

Wegen der besten Spiele-Leistung, der modernsten Befehlssätze und der höchsten Energieeffizienz ist für mich in dieser Klasse der 7600 1. Wahl.

 

1) AMD A8-7600,

    ca. 100,- €

2) AMD A8-6600K,

    ca. 85,- €

3) AMD A10-5800K,

    ca. 90,- €

 

Mittelklasse

Moderate Gelegenheits-Spieler

 

Wer immer wieder neuere Spiele mit größeren Abstrichen bei Auflösungen (max. 1920x1080), Details & Kantenglättung und ältere Spiele (2 Jahre oder älter) mit geringen oder keinen Abstrichen spielen möchte, für den ist eine dieser aktuellen Kaveri-APUs vom AMD sehr gut geeignet. Durch deren guten, internen Grafikeinheiten kann man sich für diesen Anwendungszweck eine zusätzliche Grafikkarte sparen.

Basis Anwendungen, wie z.B. Office und Bildbearbeitung laufen auf diesen Rechnern natürlich auch sehr gut, Video- und Audio-Bearbeitung ist auch schon solide möglich.

Der 7850er ist hier ganz klar 1. Wahl. Schnellste Grafikeinheit kombiniert mit schnellster CPU und einem offenen Multiplikator. Der offene Multi ist wichtig, um den Speicher übertakten zu können. Die interne Grafikeinheit ist so stark, dass sie auf jeden Fall 2400-MHz Dual-Rank DDR3-RAM benötigt, um ihr volles Leistungsvermögen auszuschöpfen.

Zwar etwas leistungsschwächer aber immer noch flott und nicht zuletzt auch in Bezug auf RAM (DDR3-2133 genügt) billiger ist der 7600er.

 

1) AMD A10-7850K, ca. 150,- €

2) AMD A8-7600, ca. 100,- €

 

Gehobenere Gelegenheits-Spieler

 

Wer eine Spur höhere Leistungsansprüche beim Spielen hat, auch auf höhere Details & Kantenglättung bis Full-HD-Auflösungen Wert legt, für den ist ein aktueller Core i3 von Intel mit passender Grafikkarte am besten geeignet. Bezüglich Preis-Leistungs-Verhältnis ist aktuell der 4150 für mich ganz klar 1. Wahl.

Ein solches System liefert sowohl auf der Prozessor- als auf der Grafikseite schon sehr solide Rechenleistung.

 

1) Intel Core i3-4150, ca. 105,- € (+ diskrete Grafikkarte der unteren Mittelklasse, z.B.  Nvidia GTX 750-TI)          

 

Moderate Allrounder

 

Für wen mittlere Rechenleistung bei Anwendungsprogrammen (wie Packprogrammen, Verschlüsselung, Video- und Audio-Bearbeitung) kombiniert mit akzeptablem Stromverbrauch zählt, aber vielleicht trotzdem auch das eine oder andere Spiel in Full-HD machen möchte, für den ist der AMD FX-6300 durch seine höhere CPU-Anwendungs-Leistung besser geeignet als ein Intel Core i3 – auch wenn die Intels punkto Spielleistung tendenziell etwas schneller sind als AMD.

Für diejenigen, die gar nicht spielen, dafür aber neben vernünftigem Stromverbrauch mehr Rechenleistung bei Anwendungen möchten, empfiehlt sich der neue und von der Anwendungsleistung her schnellere 8320E (ebenfalls 95-Watt-Klasse) welcher sicher noch im Preis fallen wird.

 

1) AMD FX-6300, ca. 90,- €

2) AMD FX-8320E, ca. 140,- €

(beide + diskrete Grafikkarte der unteren Mittelklasse, z.B. Nvidia GTX 750 [nicht TI])

 

Moderate Intensiv-Spieler

 

Benutzer, die oft spielen und dabei Spiele in Full-HD (1920x1080) Auflösung ohne oder mit kleinen Abstrichen punkto Details & Kantenglättung bzw. in noch höheren Auflösungen mit größeren Abstrichen genießen möchten, für die ist der 4460er von Intel derzeit das beste Produkt am Markt.

Er ist der schnellste der "kleinen" Haswell Core i5 (44X0) und kostet dabei gleich viel, wie seine minimal niedriger getakteten Brüder.

 

1) Intel Core i5-4460, 165-170,- € + diskrete Grafikkarte der oberen Mittelklasse (z.B. AMD Radeon R9 270X)

 

Anspruchsvollere Allrounder

 

Wer primär Anwendungen (Packprogramme, Verschlüsselung, Multimediabearbeitung, ...) macht, für diese "mehr Pferde" unter der Haube möchte und auch ab und zu spielen oder etwas höher aufgelöste Videos bearbeiten möchte, für den eignet sich momentan der FX-8320 am besten.

Zwar ist bei diesem der Energieverbrauch ziemlich hoch, doch eine vergleichbar hohe CPU-Rohleistung für einen so attraktiven Preis findet man aktuell weder bei einem anderen Prozessor von Intel noch von AMD.

 

1) AMD FX-8320, ca. 125,- € (+ für regelmäßige Spieler diskrete Grafikkarte der mittleren Mittelklasse, z.B. AMD Radeon R7 270 [ohne X])

 

Gehobene Klasse

Anspruchsvolle Intensiv-Spieler

 

Um auch moderne Spiele in hohen Auflösungen mit hohen bis sehr hohen Details & Kantenglättungen zu genießen, empfiehlt sich ein schneller Haswell Vierkerner von Intel.

Die 200 MHz Mehr-Takt des 4690 gegenüber dem 4590 machen das Kraut nicht sehr Fett. Nachdem sie aber auch sicher nicht schaden, so kann man die 20,- € Mehrpreis gerne investieren, wenn man will.

Wirklich schneller ist hier nur der 4790K. Neben ganzen 700 MHz (!!) Mehrtakt gegenüber dem 4590er verfügt er auch über Hyper-Threading (die Emulation der doppelten Kernanzahl), womit er auch bei CPU-intensiven Anwendungen viel schneller ist. Der Aufpreis von 140,- € ist aber natürlich happig.

 

1) Intel Core i5 4590,

    175-180,- €

2) Intel Core i5 4690,

    195-200,- €

3) Intel Core i5 4790K,

    ca. 315,- €

alle + diskrete Grafikkarte der gehobenen Klasse, z.B. Nvidia GTX 970

 

Regelmäßige Video-Bearbeiter

 

Wer die Bearbeitung von hoch auflösenden Videos als Intensiv-Hobby oder im Nebenberuf betreibt, für den macht ein Intel Core i7 der "normalen" Haswell-Serie am meisten Sinn. Diese verfügen über hohe Roh-Rechenleistung bei sehr moderatem Energiehunger.

Wer nicht auf maximale Bildqualität wert legt, der kann zusätzlich mit den Quick-Sync-Einheiten der Haswells Videos extrem schnell codieren.


Durch den deutlich höchsten Takt ist hier der 4790K die mit Abstand beste Wahl.

Der 4770er ist auf Grund seines deutlichen Mindertaktes schon ein ziemlich großer Kompromiss, den man wirklich nur dann eingehen sollte, wenn 40,- € Mehrpreis weh tun.

 

Klar leistungsschwächere (ca. auf dem Niveau des Core i5 4690 befindliche) und auch deutlich energiehungrigere, aber preislich dafür viel günstigere Alternative von AMD ist der FX-8350.

 

1) Intel Core i7 4790K,

    ca. 315,- €

2) Intel Core i7 4770,

    ca. 275-280,- €

 3) AMD FX-8350,

    ca. 160,- €

Intel CPUs optional, AMD unbedingt + diskrete Grafikkarte

 

Oberklasse & Profi-Segment

Profi-Video-Bearbeiter

 

Intensive Video-Bearbeiter, bei denen die Videos auch hohe Auflösungen haben und damit die zu bearbeitenden Datenmengen sehr hoch sind, benötigen für Top-Qualität auch sehr hohe bis extrem hohe Rechenleistung.

Daher muss es in diesem Bereich ein Sechs- oder Acht-Kern Haswell-E von Intel sein.

Auf Grund meiner Annahme, dass die meisten Benutzer bei der Videobearbeitung nicht bereit sind, für 20% Mehrleistung gut 2,5 Mal so viel Geld auszugeben, so ist meine Nummer 1 hier der 5820. Wer statt auf das Preis-Leistungs-Verhältnis auf absolute Höchstleistungen Wert legt, für den kommt aber nur der 5960er in Frage.

 

1) Intel Core i7 5820K, ca. 360,- €

2) Intel Core i7 5960X, ca. 950,- €

beide CPUs + diskrete Grafikkarte abhängig vom Aufgabenbereich

 

Rendering oder Simulationen im High-End-Bereich

 

In diesem Segment hat Intel schon seit vielen Jahren ein faktisches Monopol. Mehr noch: Seit heuer haben sie ihren Vorsprung auf AMD durch die Vorstellung des 1. "richtigen" Achtkern-Prozessors für Endkunden noch weiter vergrößert.

Vor allem dieses achtkernige Topmodell 5960X der im August 2014 eingeführten Haswell-E Prozessoren ist wirklich sehr teuer. Dafür bekommt man aber auch wirklich die höchst mögliche Rechenleistung.

Den besten Kompromiss aus sehr hoher Rechenleistung aber noch halbwegs moderatem Preis bietet jedoch der "kleinere" Sechskerner 5820K.

 

1) Intel Core i7 5960X, ca. 950,- €

2) Intel Core i7 5820K, ca. 360,- €

beide CPUs + diskrete Profi-Grafikkarte (Nvidia Quadro oder AMD Fire Pro)

Schlussworte

Zuerst möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf meine Kauftipps von Anfang des Jahres hinweisen. Diese gelten nach wie vor.

 

In den letzten 6-7 Monaten hat es sehr viele Änderungen bei den Kaufempfehlungen gegeben. Die neu vorgestellten Produkte sind einfach attraktiver als ihre Vorgänger: Punkto Rechenleistung, punkto Energieeffizienz oder punkto Preis-Leistungsverhältnis.

So bekommt keine einzige der höher getakteten Richland-A10-APUs von AMD mehr eine Kaufempfehlung und auch nur mehr 2 Modelle der 1. Haswell-Serie von Intel.

 

Ansonsten gilt das, was auch bisher schon gegolten hat:

  • Intel dominiert in den oberen Marktsegmenten, AMD in den unteren
  • In den mittleren Segmenten ist die Kaufentscheidung eine individuelle, die sowohl mit dem Anwendungszweck als auch den persönlichen Präferenzen zusammen hängt
  • Intel hat die höhere Rechenleistung / Kern und die bessere Energieeffizienz
  • AMD hat dafür die besseren, internen Grafik-Einheiten und das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis

Ganz wichtig ist es mir, auch noch einmal eines zu betonen:

Meine Kaufberatungen sollen helfen, sich bei einer Neuanschaffung den bestmöglichen Rechner zusammenzustellen.

Keinesfalls aber sollen sie dazu animieren, einen noch sehr brauchbaren Rechner in unnötig kurzen Intervallen (unter ca. 3 Jahren) auszutauschen, um Benchmark- oder Frame-Tests zu gewinnen.

Eine CPU (bzw. das Mainboard oder sogar den ganzen Computer) aus den letzten 3-4 Jahren sollte man nur austauschen, wenn man die Rechenleistung um mindestens 1 Leistungsklasse erhöhen oder den Stromverbrauch um 1 Klasse senken will.

Und ob man das als notwendig erachtet, hängt nicht nur mit einem objektiven Bedarf, sondern auch mit der eigenen Genügsamkeit zusammen.

 

Alle Preise auf dem Stand vom 22.09.2014 und auf den österreichischen Markt bezogen.

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