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27. März 2020 5 27 /03 /März /2020 23:04
Wichtige, umfassende, ausgewogenene Inputs in die oft emotionale und einseitige Coronavirus-Diskussion
Meine Gedanken zu Covid-19

Covid-19, der aktuell grassierende Corona-Virus-Stamm führt derzeit zu Konsequenzen, die diejenigen der alljährlichen Grippe-Wellen um mehrere Quantensprünge übersteigen.

Es gibt ja sehr viel, sehr erschreckende und sehr unterschiedliche Meinungen zu verschiedensten Aspekten der so genannten Coronakrise.

Ich persönlich sehe sowohl zwischen den meisten, wichtigen Akteuren untereinander als auch zwischen diesen und mir viel Konsens und wenige, aber entscheidende Dissens.

 

Deshalb sehe ich mich innerlich geradezu gezwungen, meine Position zu veröffentlichen und konstruktive Lösungen der Krise zu thematisieren.

Und genau das mache ich mit diesem Blog-Artikel, sowie mit der großen Covid-19 Link- und Info-Sammlung.

Wo ich Konsens sehe

Voll auf Herdenimmunität setzen funktioniert nicht, aus gesundheitlichen Gründen.

Boris Johnson hat diese Strategie ja für Großbritannien propagiert – und diese Position genau 1 Tag durch gehalten, bevor er zurückrudern hat müssen.

Längerfristig ist aber eine Herdenimmunität natürlich ein erstrebenswerter Ziel.

 

Voll auf Shutdown bzw. Lockdown zu setzen funktioniert ebenso nicht, aus wirtschaftlichen Gründen.

Daher gibt es auch bei uns in Österreich zumindest keine Sperren aller Wirtschafts-Betriebe und auch keine echten Ausgangssperren.

 

Covid-19 ist auch gefährlicher als Influenza – zumindest in bestimmten Konstellation.

Und Covid-19 ist auch weniger gefährlich als z.B. SARS, MERS oder die Pest.

 

Den Ausbruch der aktuellen Coronavirus-Epidemie verlangsamen und deren Höhepunkt auf einen späteren Zeitpunkt verlagern zu wollen bringt den Vorteile, dass dann die Grippewelle schon vorbei ist und mehr Kapazitäten im Gesundheitswesen zur Verfügung stehen, sowie die Chance, dass der Virus sich bei höheren Temperaturen schlechter vermehrt.

 

Und Tests kombiniert mit Isolation von Erkrankten sind ein wichtiges Element bei der erfolgreichen Bekämpfung dieser Epidemie.

 

Nicht alle, aber fast alle Menschen stimmen diesen Aussagen zu, auch die österreichische Bundesregierung, fast alle weiteren Politiker – zumindest in Österreich – und eben auch ich selbst.

 

Wo ich Dissens sehe

Während es sehr breiten Konsens gibt, dass eine harte Strategie, voll auf eine schnelle Herdenimmunität zu setzen, auf Grund der hohen Kollateralschäden in Form vieler Toter und einer Überlastung des Gesundheitssystems nicht tragbar ist.

 

Was aber aus meiner Sicht massiv unterschätzter wird sind die Folgen, die eine so umfangreicher Shutdown für unsere Volkswirtschaft hat und welche massiven wirtschaftlichen, aber auch sozialen und gesellschaftlichen Kollateralschäden dieser verursacht.

Auch wenn es derzeit nur in ganz geringem Umfang thematisiert wird, weil es unter dem jetzigen, rein auf gesundheitliche Aspekte fokussierten Massenmedien-Berichterstattung auch gar nicht anders möglich ist, so gibt es einen breiten Konsens, dass wir in Österreich – und genauso in anderen Ländern – einen so umfassenden Shutdown nicht lange durchhalten.

 

Auch ist ganz besonders bei den Wissenschaftlern stark umstritten, welchen Sinn dieser Shutdown und so umfassende Ausgangsbeschränkungen auf die Ausbreitung von Covid-19 haben.

Zahlreiche von diesen fordern statt dessen, andere Maßnahmen stärker zu forcieren:

Massive Testungen, Quarantäne von getestet Infizierten und Abschottung der Risikogruppen.

Immerhin nähert sich jetzt auch Österreich, vor allem mit wesentlich mehr Testungen, diesem Kurs an.

 

Im Zusammenhang mit dem damit würde ich die Strategie der Isolation mittels Shutdown und Ausgangsbeschränkungen statt umfangreicher Tests im doppelten Sinn als eine Wette mit Risiken bezeichnen:

Denn nicht nur, dass wir damit wirtschaftliche hohe Risiken eingehen, so gibt es auch das gesundheitliche Risiko, dass eine Durchseuchung in dem Umfang, dass eine Herdenimmunität erreicht wird, viele Monate, durchaus auch ein ½ Jahr oder länger, dauern kann.

Das würde die wirtschaftlichen Möglichkeiten eines Shutdown deutlich übersteigen und dann aber trotzdem das Risiko einer Überlastung unserer Intensivkapazitäten mit sich bringen.

 

Ich finde es auch vermessen:

  1. So umfangreich und detailliert, gleichzeitig aber auch undifferenziert über Covid-19-Infizierte und Tote zu berichten, über Tote aus anderen Gründen aber nicht

  2. weder zwischen Infizierten und Erkrankten zu unterscheiden, noch genau zu hinterfragen, warum die Todesraten in unterschiedlichen Ländern so verschieden sind.

Und als leidenschaftlicher Datenschutz-, Privatsphäre und allgemein Bürgerrechts-Aktivist finde ich es unerträglich, wie da so etliche das Coronavirus als Gelegenheit missbrauchen, um Massenüberwachung ausbauen oder indirekt die Bargeld-Abschaffung vorantreiben wollen - natürlich alles im Namen der Gesundheit.

Wobei das zum Großteil außerhalb Österreichs so ist, allerdings österreichische Telekom-Anbieter Bewegungsdaten an die Bundesregierung übermittelt.

Was mir fehlt

Zuerst einmal großflächige Testungen, nach dem Vorbild von Südkorea. Das war eines der Elemente, warum Südkorea oder auch Singapur bei der Eindämmung einer Covid-19-Epidemie so erfolgreich waren – ohne allgemeine Ausgangsbeschränkungen zu verhängen.

 

Ebenfalls nach dem Vorbild von Südkorea eine konsequente, punktuelle Quarantäne von Infizierten. Diese sind nach der umfangreichen Testungen schnell ermittelt und bis zum Ende der Infektion isoliert worden.

 

Dann eine verstärkte Anwendung von Schutz-Quarantäne bzw. Selbstisolation der speziellen Risikogruppen, also alten Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen.

 

Weiters noch die Formulierung dass Menschen MIT und nicht AN einer Krankheit sterben. Denn so gut wie immer haben die Toten mehrere gesundheitliche Probleme und es ist schwierig – wenn überhaupt – möglich, genau zu sagen, an welchem dieser gesundheitlichen Probleme ein Mensch verschieden ist.

Etwas, das nicht nur für Covid-19, sondern auch für Influenza und andere Infektionen gilt.

 

In Zusammenhang damit auch mehr Seriosität bei der Kommunikation der Fallzahlen der Infizierten, der Unterscheidung zwischen Infizierten und Menschen mit Krankheitssymptomen – nicht jeder wird vom Virus krank.

 

Auch gehört unbedingt kommuniziert, dass eine seriöse Beurteilung der Krankheit erst NACH Ende der Epidemie möglich ist. Alle Zahlen, die bisher kommuniziert werden stellen natürlich unvollständige Zwischenergebnisse dar.

 

Die Untersuchung, wie sich bestimmte externe Faktoren auf den Verlauf von Covid-19 bei bestimmten Personen auswirken fehlt mir auch stark.

Die Unterschiede in der Sterberate zwischen unterschiedlichen Ländern sind sehr groß.

Gerade in Italien und China deuten starke Indizien darauf hin, dass unter anderem Umweltfaktoren, allen voran Luftverschmutzung, zu einem schweren Verlauf der Krankheit führen.

Und dass dieses Coronavirus im Zusammenspiel mit Umweltfaktoren die Gesundheit stärker angreift, als eine Influenza.

 

Was mir nicht fehlt sind großflächige Überwachungsmaßnahmen wie sie vor allem China oder Singapur eingesetzt haben.

 

Meine Forderungen

  • Wesentlich mehr Covid-Tests, vor allem aber nicht nur, von Gesundheitspersonal, nach südkoreanischen Vorbild.
    Immerhin hat die österreichische Bundesregierung ab Ende März 2020 deutlich mehr Tests verordnet als zuvor.

     

  • Eine Isolation von als infiziert getesteten Personen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu unterbinden.
     

  • Eine Beibehaltung des Lockdown bei Reisen bzw. Grenzübertritten von Personen, bei Großveranstaltungen und Ausbildungseinrichtungen auch über Ostern 2020 hinaus, bei Bedarf sogar bis Juni.
     

  • Ehest mögliches Herauffahren der Wirtschaftsbereiche, die im Zuge der Corona-Krise herunter gefahren worden sind.
     

  • Eingehende Untersuchung, wie sich externe Faktoren auf den Krankheitsverlauf von Covid-19 auswirken, speziell von anderen Erkrankungen und Umweltfaktoren (z.B. Luftverschmutzung, Mobilfunkstrahlung [v.a. 5G], sowie von Wirkstoffen in Medikamenten [v.a. Ibuprofen, Aspirin]).
     

  • Rücknahme aller Corona-spezifischer Freiheitseinschränkungs- und Überwachungsmaßnahmen, wie Ausgangsbeschränkungen und Erstellung von Mobilfunk-Bewegungsprofilen.
    Damit in Zusammenhang ein Ende der Diskreditierung von Bargeld im Namen der Gesundheit.

Persönliche Schlussworte und Fazit zu Covid-19

Gerade weil die Diskussionen rund um Covid-19 so polarisieren und sehr oft einseitig verlaufen, habe ich in diesem Artikel einen sehr nüchtern-sachlichen Ton angeschlagen.

Das Thema bewegt mich aber natürlich auch emotional.

Alleine schon deshalb, weil meine Mama 79 Jahre ist und damit definitiv auch schon zur Risikogruppe gehört.
Und gerade für ältere und vor erkrankte Menschen sehe ich schon erhebliche Gefahren, deshalb ist es für mich selbstverständlich, mich an die verordneten Kontakteinschränkungs-Regeln zu halten.

 

Ich sehe „SARS-CoV-2“, so die formale, wissenschaftliche Bezeichnung des Virus-Stamms, sehr wohl als insgesamt deutlich gefährliche als eine Influenza.

Und es bewegt mich auch, dass jeden Tag über 55 Mio. Menschen sterben – auch aber natürlich nicht nur diejenigen, die am aktuellen Coronavirus-Stamm sterben:

Genauso die – je nach Quelle – jährlich 290.000 bis 650.000 Toten, die mit Influenza sterben.

Genauso die jährlich 1,7 bis 2,0 Mio. (!) Toten, die mit Tuberkulose sterben.

Und ganz besonders bewegt es mit, dass rund 9 Mio. (!!!) Toten, die mit Hunger bzw. Unterernährung sterben, das sind über 24.000 jeden Tag!

 

Ich lasse mir mein eigenständiges Denken jedenfalls nicht durch massenmediale Dauerbeschallung vernebeln!

Auch nicht durch viele Mitmenschen, die die eine oder andere Extremposition in der Corona-Krise vertreten, sprich:

Die einen entweder noch mehr bzw. noch längere Lockdowns sowie massive Massenüberwachung fordern.

Oder die anderen, die sagen, dass Covid-19 rein ein Schnupfen ist und überhaupt keine Gegenmaßnahmen nötig sein.

Die Wahrheit liegt auch hier in der Mitte, Lockdowns/Shutdowns sehe ich ab grundsätzlich recht kritisch und vor allem in diesem Umfang vermessen.

 

Und abseits aller gesundheitlichen Aspekte sehe ich die große Gefahr, dass die jetzt einmal zur Anwendung gekommenen Ausgangsbeschränkungs- und vor allem Überwachungsmaßnahmen auch nach der so genannten Corona-Krise dauerhaft Bestand haben werden und zu einer Art „Gesundheits-Diktatur“ führen können.

 

Jeder, der sich also eigenständig eine Meinung bilden möchte, der hat mit diesem Artikel sowie der Linksammlung eine gute Gelegenheit dazu.

Ich hoffe, dass möglichst viele Menschen das tun und dass sie ihre Überzeugungen auch konstruktiv öffentlich Kund tun.

 

Bevor ich zum Schluss komme, möchte ich noch auf meine 2 weiteren Blog-Artikel zum Themenfeld Coronavirus hinweisen:

  1. Große Link- und Infosammlung zu Covid-19
  2. Tipps und Alltagsratgeber zu Covid-19

 

Abschließend möchte ich einerseits fest halten, dass ich diese Position schon viele Wochen vertrete und auch stolz darauf bin, diese auch schon in einem frühen Stadium der Debatte auf sozialen Netzwerken öffentlich gemacht habe.

 

 

Andererseits möchte ich aber jetzt den Fokus auf die Zukunft bzw. auf deren konstruktive Gestaltung legen und daher auf dieses Video von Dirk Müller hinweisen.

 

 

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  • Ulrich Lintl, Jahrgang 1978, kritisch-konstruktiver Zeitgenosse, sehr an Nachhaltigkeit, Politik, Natur und Internet interessiert. Auch an Sport, Kabarett und gutem Essen. Ausserdem liegt mit regionale Kultur und Mundarten am Herzen.

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