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23. Februar 2018 5 23 /02 /Februar /2018 23:27
Die bahnbrechende Science-Fiction-Serie Babylon-5 feiert ihr 25 jähriges Jubiläum
Babylon-5 ist 25 Jahre alt

Am 22.02.1993 hat die ebenso geschichtsträchtige wie weithin unbekannt Science-Fiction-Serie Babylon-5 (B5) ihr Debüt im US-Fernsesender PTEN gefeiert.
Leider habe ich es nicht mehr pünktlich zum Geburtstag geschafft, meine Jubiläums-Hommage zu schreiben. Aber jetzt schon: Hier ist sie, meine große 25-Jahres-Hommage.
Und die hat sich B5 absolut verdient! Denn die Serie hat nicht nur Science-Fiction, sondern allgemeine Fernseh-Geschichte geschrieben, ist trotzdem bis heute ein Geheimtipp für Insider geblieben.
Für mich unverdient reicht ihre Popularität weder an diejenige von Star-Wars oder Star-Trek und auch nicht an Stargate oder Kampfstern Galactica heran.

Eine Serie, die Geschichte geschrieben hat

Warum B5 Geschichte geschrieben hat:

  1. Es war die erste Serie, die von Haus aus mit einem durchgängigen, 5-jährigen Handlungsbogen geplant worden war.
    Bis dahin war es bei Fernsehserien üblich, dass jede Episode ihren eigenen, von anderen Episoden (weitgehend) isolierten Inhalt hat.
  2. Und es war die erste Serie, die keine realen, sondern rein Computer-animierte Modelle der Raumstation / des Raumschiffs verwendet hat.
    Bei früheren und sogar bei den zeitgleich mit Babylon-5 enstandenen Star-Trek-Serien hat es immer auch Real-Modelle gegeben, die gefilmt worden sind.

B5 hat damit schon 1992 Dinge eingeführt, die für heutige Serien – auch solche außerhalb des Science-Fiction-Genres – völlig üblich sind.

Auch heute eine der 3 besten Science-Fiction-Serien aller Zeiten

Dunkel, realistischer, gesellschaftskritisch und irgendwie unutopisch.
Ebenso visionär, zukunftsweisend und zum Nachdenken anregend.
Und natürlich auch humorvoll und einfach spannend.
All das sind Attribute, die Babylon-5 gut beschreiben.

 

Gerade die Dunkelheit und die ziemlich zeitlosen Probleme der Menschheit, die in der Serie beschreiben werden, haben mich schon bei der Erstausstrahlung der Serie sehr zum Nachdenken gebracht.
Und nach den Ereignissen des 11. September 2001 und des damit ausgerufenen Kriegs gegen den Terrorismus samt immer stärker ausaufernden Massenüberwachung haben sie eine gewaltige Brisanz bekommen.
Doch ist die Serie eben auch einfach spannend und – trotz teilweise sichtbarer, begrenzter Produktions-Budgets – wirklich gut ausgedacht und umgesetzt.

 

In einem völlig anderen Serien-Universum spielend so ist B5 nur mehr mit den für mich beiden besten Star-Trek-Serien "The next Generation" (TNG) und ganz besonders "Deep Space Nine" (DS9) vergleichbar.
Alle 3 sind für mich bis heute die besten Science-Fiction-Serien aller Zeiten. Und noch dazu feiern alle 3 binnen knapp 5 Monate große Jubiläen, TNG ist im September 2017 30 Jahre alt geworden, DS9 Anfang Jänner 2018 ebenfalls 25.

Babylon-5 und Star Trek

B5 war stets der „kleine Bruder“ von Star-Trek – und auch stets mit geringeren Ressourcen ausgestattet, was teilweise auch in einem „billigeren“ optischen Eindruck der Kulissen sichtbar wurde.
Gleichzeitig hat die Serie aber eben auch vor allem mit so manchen digitalen Effekten auch für Meilensteine gesorgt.

 

Vor allem aber hat es eine gemeinsame Hintergrund-Geschichte gegeben:
J. Michael Straczinsky, der geniale Erfinder von Babylon-5, hat 1991 dem Star-Trek-Rechteinhaber Paramount sein Konzept über eine auf einer Raumstation spielende Sci-Fi-Serie angeboten – was Paramount aber abgelehnt hat.
1993 hat Paramount dann Star Trek: Deep Space Nine gestartet und Warner Bros. Babylon-5.
Und beide Serien weisen ja zahlreiche Parallelen auf – allerdings zur selben Zeit auch zahlreiche Unterschiede.

 

Und gerade angesichts gewisser Konflikte der Fans wegen dieser Hintergrund-Geschichte, hat es eine ganz wunderbare Geste von Majel Barret-Roddenberry, der Witwe von Star-Trek-Erfinder Gene Roddenberry, gegeben:
Sie hat einen Gastauftritt in Babylon-5 übernommen und darin als Centauri-Wahrsagerin dabei auch noch wichtige Elemente über die Entwicklung des Centauri Londo-Mollari voraus gesehen.

3 Babylon-5 Schauspieler, die ich besonders hervor heben möchte

Ich möchte bei dieser Hommage ein bisschen andere Wege gehe als sowohl bei meinen beiden aktuellen Star-Trek-Hommagen, als auch bei meiner B5-Hommage vor 5 Jahren. Und ich möchte einen Bezug zu notwendiger Gesellschaftskritik und positiven Entwicklungsmöglichkeiten in der realen Welt schaffen.
Darum habe ich mir 3 Darsteller heraus geholt, wo jeder für ganz besondere Dinge steht.

 

Jerry Doyle

Jerry Doyle war zuerst Pilot und dann Börsenmakler ehe er die Entscheidung getroffen hat, Schauspieler werden zu wollen.
Die Rolle als Sicherheits-Chef Michael Garibaldi auf der Raumstation Babylon-5 war dann auch seine erste und einzige große Rolle. Diese hat er aber definitiv sehr glaubwürdig und sympathisch verkörpert und viele Sympathien gewonnen.
Nach dem Ende der Serie hat er noch einige Nebenrollen (u.a. in Stargate) verkörpert, dann jedoch auch die Schauspielerei an den Nagel gehängt.
Nachdem er sich ziemlich erfolglos in der Politik versucht hat, hat der bekennende Libertäre mit "The Jerry Doyle Show" seine eigene, politische Radio-Sendung gestartet – und das bis knapp vor seinem Tod 2016 auch ziemlich erfolgreich.
Trotz seiner eigenen Position als Libertärer hat er in seiner Sendung auch anderen Meinungen Raum gegeben – wofür er von verschiedener Seite gelobt worden ist.

 

Mira Furlan

Die Kroatin Mira Furlan ist gemeinsam mit ihrem serbischen Ehemann 1991 aus Angst vor und Protest gegen die Kriege im zerfallenden Jugoslawien emigriert und in die USA gegangen.
Die Rolle als Botschafterin Delenn, der außerirdischen Minbari, war dann auch ihre 1. große Rolle in Hollywood.
Nach Babylon-5 hat sie in der ähnlich legendären und für die Entwicklung von Fernseh-Serien insgesamt ähnlich wichtigen Serie "Lost" eine wiederkehrende Rolle übernommen.
Neben zahlreichen Gastauftritten in mehr oder weniger bekannten US-Produktionen spielt sie seit rund 10 Jahren auch immer wieder einmal in Produktionen aus den Balkan-Ländern und internationalen Produktionen mit.

 

Bill Mumy

Bill Mumy war bei der Übernahme der Rolle als Minarbi Lennier bereits ein Science-Fiction-Veteran. Denn schon in den 1960er-Jahren hat er als Kinderstar in der vor allem in den USA bekannten Serie "Lost in Space" (Verschollen zwischen fremden Welten) mitgespielt.
Mumy ist seit dem Ende von B5 bis heute als Schauspieler aktiv und ist primär im Rahmen von Gastauftritten in größeren und kleineren Produktionen zu sehen.
Besonders hervor haben möchte ich Mumy's Ansatz, dass Fans sich nicht in den Weiten von fiktiven Welten, wie eben auch derjenigen von Babylon-5, verlieren. Bei Conventions appelliert er statt dessen regelmäßig, dass sich jeder von uns über Mutter Erde Gedanken und einen Beitrag leisten sollte, damit es sie auch weiter gibt und wir unseren Kindern noch eine lebensfähige Welt hinterlassen.

Babylon-5 und mein persönliches Fazit

Bevor ich mit dem eigentlich Fazit beginne, noch 2 wichtige Hinweise:

  1. Zum vollständigen Verständnis meiner Sicht der Dinge über Babylon-5 und natürlich auch wegen der kurzweiligen Gedanken bitte unbedingt auch meiner 20-Jahres-Hommage an die Serie von 2013 lesen.
  2. Obwohl schon damals erwähnt, noch 1 wichtiger Punkt über die Serie:
    Es ist erschreckend, wie viele Schauspieler der Serie schon verstorben sind.
    Von 2013 bis heute sind zu dieser ebenso traurigen wie erschreckenden Liste 2016 noch Jerry Doyle (Sicherheitschef Michael Garibaldi) und 2017 Stephen Furst (der Centauri "Vir") hinzu gekommen.

Ich bin ein vielschichtiger Mensch, der sich für intellektuell anspruchsvolle und "dunkle" Geschehnisse ebenso interessiert, wie für eher Seichtes und die schönen Dinge des Lebens. Und ich bin auch gut darin, mit begrenzten Mitteln ansprechende Ergebnisse zu schaffen.
Schon alleine dadurch passt B5 perfekt zu mir!

 

Und wenn Vizepräsident Clark seinen Vorgänger Santiago tötet und dann unter dem Vorwand einer Bedrohung von außen einen Diktatur errichtet, dann sehe ich darin historische Anspielungen an das Kennedy-Attentat und vorweg genommene Anspielungen an 9/11.
Ebenso mag ich die Schrägheit, die Charaktere und den Humor der Serie – Dinge, die es in dieser Form heutzutage schlichtweg nicht mehr gibt. Besonders die sarkastische Art von Commander Ivanova macht Laune!

 

Babylon-5 hat es es sicher bei seiner Erstausstrahlung verdient, mehr als ein Geheimtipp zu sein und tut das heute immer noch. Ich kann euch daher dieses stark verkannte Stück Fernseh-Geschichte jetzt und die nächsten 25 Jahre auch dann wärmstens empfehlen, wenn ihr keine eingefleischten Science-Fiction-Fans seid.

Hoffentlich gibt es dafür im großen Jubiläums-Jahr der Serie Gelegenheit, diese wieder zu sehen. Im deutschsprachigen Fernsehen ist sie ja seit Ende 2016 nicht mehr ausgestrahlt worden.

 

Und ich kann mich dem Appell von Bill Mumy anschließen: Genießt die Serie, aber macht euch auch Gedanken über Mutter Erde.
Im kleinen – z.B. durch ethisches Konsumverhalten.
Und im großen durch politisch-gesellschaftliches Engagment für Frieden, Freiheit und Umwelt – nicht zuletzt auch durch Toleranz gegenüber politisch Andersdenkenden wie von Jerry Doyle.

 

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3. Januar 2018 3 03 /01 /Januar /2018 01:22
Mit Star Trek: Deep Space Nine ist für mich eine der 3 besten Science-Fiction-Serien aller Zeiten 25 Jahre geworden
25 Jahre Star Trek: Deep Space Nine

Heute können wir das 2. von 3 Jubiläen großer Science-Fiction-Serien binnen 5 Monaten feiern: Am 03. Jänner 1993 hat Star Trek: Deep Space Nine im US-amerikanischen Fernsehen seine Premiere gefeiert.
DS9, wie die Serie abgekürzt wird, war die 3. Star-Trek Real-Serie und direkter Nachfolger von Star Trek: The next Generation (TNG).

 

Und so wie bei TNG so habe ich auch schon bei DS9 vor 5 Jahren bereits 1 Mal eine große Jubiläums-Hommage gemacht – und stehe heute wieder vor der Aufgabe, ähnlich wie ein Priester bei der Sonntagspredigt, etwas neues über diese großartige Serie zu schreiben.

Ist DS9 nicht die beste Star-Trek-Serie?

Von der Art wie sie ihre Geschichten erzählt und von der produktions-technischen Machart ist DS9 für mich schon die beste ST-Serie. Man merkt ihr an, dass sie ein paar Jahre moderner ist und das Produktions-Team mehr Erfahrung hat, als bei TNG.

 

Andererseits funktioniert Star Trek aber einfach am besten auf dem Flaggschiff der Föderation – und das war und ist eine Enterprise. Zudem fehlt Deep-Space-Nine die moralische Autorität Picard.

 

Generell hat mit Sisko & Co ein Trend eingesetzt, dass die Moral bei Star-Trek seit der Next-Generation immer weiter abnimmt. Diese Entwicklung hat sich mit Voyager weiter fort gesetzt und bei Enterprise – die ja unmittelbar nach 9/11 entstanden ist – ihren Höhepunkt erreicht.

 

Was macht aber speziell DS9 aus? Einige für mich essentielle Aspekte:

  • Die Serie ist ab Staffel 3 nicht nur wirklich gut, sondern wird immer besser. Das ist mir so  allerdings erst in den letzten 3-4 Jahren aufgefallen.
    Bis Staffel 7 spielt sie sich in einen wahren (wenn auch sehr Kriegs-lastigen) Spielrausch, der in einem 10-teiligen Handlungsstrang gipfelt, mit dem die Serie abgeschlossen wird.
  • Generell gibt es in keiner anderen Star-Trek-Serie so komplexe, lange und eng verwobene Handlungsstränge, wie in DS9.
    Die Serie war damit ihrer Zeit weit voraus und ich als echter Fan finde das super. Natürlich macht das aber Gelegenheits-Zuschauern die Sache schwerer.
  • Ebenso wie bei TNG schließt sich mit Anfang und Ende ein Kreis.
    Die Propheten der Bajoraner, Aliens, die das für die Serie zentrale Wurmloch besiedeln und große Kontrolle über die Zeit haben, bilden den Anfangs- und den End-Punkt.
    Eine sehr positive Parallele zur Next-Generation, wo die Serie mit Q beginnt und endet.
    Im Gegensatz dazu hängen Serien-Anfang und Ende bei Voyager und Enterprise nicht wirklich zusammen.
  • In keiner anderen Star-Trek-Serie ist Religion (der Bajoraner) so wichtig. Damit direkt zusammen hängt, dass die von ihnen verehrten Propheten eben auch mächtige Außerirdische sind und der Föderations-Kommandant der Raumstation deren Abgesandter ist.

Und obwohl schon 2013 erwähnt:
Deep-Space-Nine ist nicht nur im Star-Trek-Universum führend bei den Nebencharakteren.
Es gibt kaum irgendeine andere Fernseh-Serie, die so viele, so gut ausgearbeitete und so oft wieder kehrende Figuren einsetzt. Das verstärkt den Eindruck, dass die Serie nicht gespielt, sondern echt ist. Großartig!

Krieg mit (Un-)Ethik

1 Aspekt, der Deep-Space-Nine einzigartig im Star-Trek-Universum macht: Krieg.
In allen anderen Serien wird nur über vergangene Kriege gesprochen oder es bleibt überhaupt nur bei einer Kriegs-Gefahr. Hier wird er das erste und bisher einzige Mal im Star-Trek-Universum gezeigt.

 

Doch es kommt keinesfalls Kriegsgeilheit auf, sondern ganz im Gegenteil ist bei den Episoden viel Skepsis oder sogar offene Kritik an Krieg zu sehen. Es gibt sogar einige großartige Anti-Kriegs-Episoden wie "Die Schlacht um Ajilon Prime", "Die Belagerung von AR-558" oder "Leben in der Holosuite".

 

Die Föderation an sich spielt bei DS9 allerdings immer wieder eine mehr als zwielichtige Rolle:
Die in dieser Serie eingeführt "Sektion 31", eine geheime, autonome und extrem skrupellose Unter-Einheit des Sternenflotten-Geheimdienstes, ist sogar bereit, zur Verhinderung oder zum Sieg eines Krieges gegen das Dominion, einen Völkermord an deren Herrschern zu begehen.
Und selbst Captain Sisko muss eine blutige Intrige anwenden, um die Romulaner an der Seite der Föderation in den Krieg zu treiben – um damit selbst nicht unterzugehen.

 

Dennoch überwiegt in der Serie fast immer eine hohes Maß an Moral, der Völkermord an den Gründern des Dominions wird z.B. durch die Haupt-Figuren verhindert – was letztendlich sogar die Chance auf eine friedliche Koexistenz mit dem bisher tödlichsten Erzfeind, dem Dominion, eröffnet.

Mein persönliches Fazit zu DS9, Appell und Schlussworte

Deep-Space-Nine ist definitiv die dunkelste aller Star-Trek-Serien. Einerseits ist das dem Charakter der Serie geschuldet, anderseits dient es einfach zur optischen Unterscheidbarkeit zu den zeitgleich ausgestrahlten Schwester-Serien "The Next Generation" (TNG) und "Voyager" (VOY), die beide viel heller sind.
Gemeinsam mit der hohen Komplexität der Serie baut das eine gewissen Hürde für die Seher auf.

 

Wer sich aber auf DS9 einlässt, bekommt selbst Ende der 2010er Jahre noch ein fantastisches und nach wie vor aktuelles Stück Science-Fiction und allgemein Fernseh-Geschichte. Für mich eben nach wie vor gemeinsam mit Next-Generation und der – in einem völlig anderen aber doch irgendwie ziemlich ähnlichen Serien-Universum angesiedelten – Serie "Babylon-5" (B5) eine der 3 besten Sci-Fi-Serien aller Zeiten!
Und alle 3 feiern ja eben sogar innerhalb von weniger als 5 Monaten große Jubiläen – TNG ist Ende September 2017 30 Jahre geworden, B5 wird Ende Feber 2018 ebenfalls 25.

 

Was mich bedrückt und mit Unverständnis erfüllt, ich aber leider schon gewohnt bin:
Das Unverständnis so vieler Star-Trek-Fans, die sich in eine Art Konsumgeilheit und Schein-Welt rund um die Serien und Filme flüchten, ohne sich dessen bewusst zu sein, wie sehr Star-Trek – und ganz besonders Deep-Space-Nine – vor Gefahren im Hier und Jetzt warnt.

 

Besonders die Doppel-Folge "Die Front" / "Das verlorene Paradies" zeigt, wie skrupellose Macht-Menschen Krisen dazu zu benutzen, um im Namen von Sicherheit und Rechtschaffenheit die Krise massiv zu verschärfen, um selbst an die Macht gelangen – um den Preis der Abschaffung von Demokratie und Freiheit.
Die frappanten Parallelen zur Wirklichkeit, wo zuerst die Länder des nahen und mittleren Ostens im Namen des Kampfes gegen den Terrorismus zerbombt, dann extremistische Muslime bei uns im Westen regelmäßig Terror-Anschläge durchführen und als Reaktion westliche Regierungen  Massenüberwachung beschließen und dann Bürgerrechte massiv einschränken, sind fast allen Star-Trek-Fans egal.

 

Gerade ich als großer Querdenker, dessen eigene Ansichten sowohl verschiedenste Themen-Bereiche, als auch verschiedenste weltanschauliche Richtungen, vereinen, wünsche mir, dass sich das ändert!
Jedem selbst denkenden Menschen sollte die Handlung von so mancher Star-Trek-Episode Warnung und Handlungs-Motivation genug sein.

 

In jedem Fall aber kann ich DS9 auch heute, schier unfassbare 25 Jahre nach ihrem Debüt, allen Science-Fiction und Serien-Fans nach wie vor wärmstens empfehlen. Und so wie beim 30er der Next-Generation hoffe ich, dass auch Deep-Space-Nine noch die nächsten 25 Jahre neue Fans gewinnt, gut unterhält und die Menschen hoffentlich auch zu einem konstruktiv-kritischen Nachdenken über die Zustände in der heutigen, realen Welt animiert.

 

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29. Dezember 2017 5 29 /12 /Dezember /2017 09:43
Zum 40. Jubiläum hat sich Star Wars einen Blog-Eintrag von mir verdient!
Star Wars ist 2017 40 Jahre alt geworden

Ich muss zugeben: Ich bin nicht der ganz große Fan von Star-Wars, bin eher bei Star-Trek zu Hause. Dennoch mag ich die Krieg-der-Sterne-Filmreihe. Und ich fühle es ihr schuldig, ihr gerade im großen Jubiläumsjahr einen Blog-Eintrag zu widmen.

Es ist mir auch wichtig festzuhalten, dass ich diesen wegen des 40ers schreibe – und nicht wegen des vor 2 Wochen in den Kinos angelaufenen „Die letzten Jedi“.

Lob an Star-Wars

Die mit „Krieg der Sterne“ am 25. Mai 1977 angelaufene Film-Reihe ist ein einzigartiges Phänomen in der Unterhaltungs-Branche. Und ich finde auch zu Recht

 

Alle Star-Wars Filme sind handwerklich und Effekt-technisch großartig. Sie bieten aber viel mehr als das, wie zum Beispiel:
•    Eine großartig konzipierte, futuristische Neu-Interpretation des Kampfes Gut-gegen-Böse.
•    Interessante, exzellent ausgearbeitete, vielschichtige Charaktere.
•    Allgemein ein hohes Maß an Vielschichtigkeit, auch punkto Handlung, Zusammenhängen, Technik oder Schauplätzen.

Diese Vielschichtigkeit macht die Filme höchst spannend, auch bei x-maligen Anschauen.

 

Zudem ist das von George Lucas geschaffene, fiktive Universum ein Parade-Beispiel, was Marketing und Merchandising betrifft: Filme, Serien, Comics, Bücher und natürlich Computerspiele. Zudem gibt es noch Spin-Offs wie z.B. die Filme und Serien über die Ewoks.
Beim Convention- und Fan-Event-Wesen gehört Star Wars auch zu den allerbesten. Und seine Dauerpräsenz – besonders natürlich rund um die Film-Premieren – ist erdrückend.

Tadel an Star-Wars

Und mit der erdrückenden Marketing- und Merchandising-Präsenz sind wir dann auch schon bei den Schattenseiten:

 

Ich finde es wirklich schlimm, dass es rund um die Film-Premieren faktisch unmöglich ist, Star-Wars zu entkommen – es sei denn, man lebt wirklich als Eremit in der Einöde.
Angefangen von Werbe-Flächen über Fernsehen, diverseste Internet-Seiten, soziale Netzwerke, Print-Medien bis hin zu Restaurants, Super-Märkten und anderen Geschäften.

 

Noch schlimmer finde ich aber den fanatischen Kult der Hardcore-Fans, für die Star-Wars schon so etwas wie eine Ersatz-Religion ist. Sie spielen oder leben sogar in den Filme vorkommende oder selbst erfundene Situationen der Star-Wars-Figuren nach. Im Extremfall flüchten sie aus dem echten Leben in eine fiktive Scheinwelt. Wobei mit dieser Flucht hohe finanzielle Aufwände für Merchandising-Material verbunden sind, um auch wirklich standesgemäß Jedi und Stormtrooper spielen zu können.

 

Wobei das ja noch grundsätzlich legitim ist, sofern es im Rahmen bleibt.

 

Am allerschlimmsten aber finde ich aber, dass gerade die ganz fanatische Star-Wars-Fans völlig verkennen, dass sich die gesamte Serie ja darum dreht, dass die Menschheit in eine schreckliche Diktatur gerät und sich daraus mühsam und blutig befreien muss.
Gerade in den Episoden 2 und 3 können wir alle sehen, wie eine Republik zu einem Imperium wird und der Kanzler durch bösartigste Intrigen zum diktatorischen Imperator wird.

 

Die Parallelen vor allem dieser Geschichte zu Gegenwart in der echten Welt sind dabei ebenso frappant wie schlimm:
Auch bei uns werden heute Freiheiten Stück für Stück abgeschafft und eine Diktatur Stück für Stück aufgebaut.
Stichworte: Terror-Gesetze, Überwachungsstaat, Einschränkung der Meinungsfreiheit.

Konsequenz und Schlussworte zu 40 Jahre Star-Wars

Kriege der Sterne und seine Nachfolger sind wirklich fantastische Filme, es macht mir großen Spaß, sie auch mehrfach anzuschauen. Denn sie unterhalten nicht nur gut und bieten eine tolle Optik, sie beinhalten viele, interessante Aspekte. Für mich vor allem die Warnung vor einer Diktatur bzw. das Szenario, wie sich die Menschheit aus eine totalen Diktatur wieder heraus kämpfen muss.

 

Doch so tolle Geschichten der Kampf gegen eine totalitäre Diktatur in einem fiktiven Epos ermöglicht, so sehr kann ich auf einen solchen in der realen Welt verzichten!

 

Ich beschäftige mich aber schon lange genug sowohl mit großen Science-Fiction-Jubiläen, als auch der großen Ignoranz von Hardcore-Fans gegenüber Gefahren in der Wirklichkeit.
Meiner Einschätzung haben diese einen Tunnel-Blick, wenn nicht sogar ein Sucht-Verhalten gegenüber dem Fan-Universum, das vergleichbar mit Spielsucht ist.

 

Bei den moderate Fans und Nicht-Fans hoffe ich allerdings, dass endlich einmal der Groschen fällt und sie sich unbedingt einem so tollen Unterhaltungs-Produkte (und genau das ist Star-Wars) widmen sollen.
Gleichzeitig sollten sie diese Filmreihe aber auch als Mahnung vor und als einen Aufruf zur Verhinderung einer Diktatur in der Wirklichkeiten sehen.

 

Lasst und doch gegen Überwachung und Terror-Gesetze und für Freiheit und Bürgerrechte eintreten. Lasst uns kritisch gegenüber den Herrschenden und den hinter ihnen stehenden, mächtigen Lobbies sein und uns Bürger und Aktivisten von der Basis quer durch alle möglichen Themen, Organisationsformen und Ideologien kooperieren – und ganz besonders diese unsägliche Links-Rechts-Spalterei überwinden!

 

Star-Wars ist ein super Unterhaltungs-Produkt, mich regt es aber darüber hinaus zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Entwicklungen in der Wirklichkeit an und dem Wunsch, diese anders zu gestalten, als in den Filmen.
Leider scheine ich bisher damit so ziemlich der einzige zu sein. Höchste Zeit, dass sich das ändert!

 

Weitere Links zum Thema:

Der gemeine SF-Lemming – Science-Fiction & Wirklichkeit, Teil 2
http://kritisch-konstruktiv.over-blog.de/2017/01/der-gemeine-sf-fan-lemming-science-fiction-wirklichkeit-teil-2.html

 

Die moralische Autorität Captain Picard – Science-Fiction & Wirklichkeit, Teil 1
http://kritisch-konstruktiv.over-blog.de/article-die-moralische-autoritat-jean-luc-picard-science-fiction-wirklichkeit-teil-1-125309234.html

 

Star-Wars, Schizophrenie und ich
http://kritisch-konstruktiv.over-blog.de/2015/12/star-wars-schizophrenie-und-ich.html

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11. Dezember 2017 1 11 /12 /Dezember /2017 19:49
2017 hat erstmals seit 7 Jahren wieder einen großen Leistungssprung gebracht, 2018 steht der nächste bevor
2017 wie 2018 gibt es große Leistungssprünge bei CPUs

Die PC-CPU-Leistungs-Entwicklung 2017:

In den letzen 7 Jahren hat es bei PC-Prozessoren wenig Bewegung gegeben: Intel war punkto Rechenleistung und Effizienz meilenweit vor AMD und hat alljährlich immer nur kleine Updates seiner bestehenden CPU-Architekturen heraus gebracht.

2017 hat sich das geändert.

 

Denn AMD hat im Frühjahr 2017 eine Prozessor-Familie mit einer neuen Architektur heraus gebracht, die wirklich voll eingeschlagen hat.

Die Ryzen-CPUs, Code-Name: "Summit-Ridge", sind leistungsstark, energieeffizient und preislich attraktiv.

 

Und dementsprechend lassen sie nicht nur das Herz von allen AMD-Fans und Preis-Leistungs-Käufern schlagen, sie verkaufen sich auch richtig gut.

Erstmals seit 10 Jahren ist der ewige Konkurrent Intel damit in die Defensive geraten.

 

Intel hat im Herbst zum Gegenschlag angesetzt und mit seinen neuen Prozessor-Familie, Code-Name: "Coffe-Lake", erstmals auch im Mainstream-Segment CPUs mit 6 Rechenkernen eingeführt.

Coffe-Lake-Prozessoren schlagen sich gegen AMDs Ryzen auch gut – sie kosten aber deutlich mehr und vor allem sind sie derzeit noch schlecht verfügbar.

Vorschau auf PC-CPUs 2018:

2018 wird ein mindestens ebenso interessantes Jahr wie heuer:

Da bringt AMD nämlich nochmals verbesserte CPUs, Code-Name: "Pinnacle-Ridge" heraus.

 

Und Intel wird nicht nur Verfügbarkeit und Preise seiner Coffe-Lake-Prozessoren verbessern, sondern höchst wahrscheinlich auf noch eine Version mit 8-Kernen im Mainstream heraus bringen – etwas, das vor 3 Jahren dem absoluten High-End-Segment vorbehalten war.

 

Zudem wird Intel – mit gut 1 ½ jähriger Verspätung – auch endlich beginnen, seine ersten Prozessoren in fortschrittlicher 10nm-Struktur-Größe, Code-Name: "Cannon-Lake", in den Markt einführen. Cannon-Lake kommt allerdings nur für extrem stromsparende Notebooks oder Convertible-Geräte zum Einsatz.

Fazit und Rat:

Wer kurzfristig einen neuen PC braucht, dem würde ich derzeit in den meisten Fällen ein Gerät mit Ryzen-CPU von AMD empfehlen. Besonders die 6-Kerner, wie z.B. der Ryzen-5-1600 bietet hohe Rechenleistung bei noch akzeptablem Preis.

 

Wer noch nicht ganz dringend einen neuen Rechner braucht, der sollte noch auf die Pinnacle-Ridge von AMD bzw. auf noch attraktivere Coffe-Lake-CPUs von Intel 2018 warten.

 

Und im Notebook-Bereich hat AMD vor kurzem ebenfalls Ryzen-basierte Mobil-Prozessoren, Code-Name "Raven-Ridge" vorgestellt, welche ebenfalls 2018 in den Markt eingeführt werden.

 

Auf Grund der 2017 schon erfolgten und 2018 noch bevor stehenden großen Umwälzungen eine super Gelegenheit für mich, um in diesem Blog nach langer Zeit wieder etwas zu PC-Hardware zu schreiben!

 

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28. November 2017 2 28 /11 /November /2017 00:29

Dieser Artikel wurde von "Tanneneck" gereposted.

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23. November 2017 4 23 /11 /November /2017 15:43
Bürgerrechte versus Massenüberwachung mittels Bundestrojaner - will die FPÖ das wirklich in der Regierung?
Viele reden über HC Strache, nur wenige mit ihm

Ich gehöre wohl zu den wenigen, die nicht über FPÖ-Bundes-Obmann Heinz-Christian Strache sprechen, sondern mit ihm. Hier mein offener Brieg für Prinzipientreue in der nächsten, österreichischen Bundesregierung.


Sehr geehrter Herr Strache!

 

Ich bin ja schon seit Jahrzehnten an Politik interessiert. Und zwar an Sachpolitik, quer über alle Grenzen von Parteien und Ideologien hinweg.
Dementsprechend stehe ich allen Parteien pragmatisch gegenüber, auch der FPÖ.
Evtl. können Sie oder Ihre Mitarbeiter sich ja auch noch erinnern, ich habe schon etliche Parteienvergleiche zu mehreren Wahlen gemacht, welche Position Parteien zu bestimmten Sachfragen haben, da war ich auch mit der FPÖ schon desöfteren in Kontakt.
Ich gestehe auch offen, dass ich Sie dieses Mal nicht gewählt habe. Aber die FPÖ war bei den NR-Wahlen 2017 im Pool der für mich wählbaren Parteien. (http://kritisch-konstruktiv.over-blog.de/2017/10/wen-ich-bei-den-nationalratswahlen-2017-wahlbar-halte-und-wen-nicht.html)

 

Heute kontaktiere ich Sie bzgl. eines Themas, das ja in den laufenden Koalitionsverhandlungen mit der FPÖ für mich besonders hohe Brisanz hat:
Die Vorratsdatenspeicherung bzw. das gesamte Themenfeld (Massen-)Überwachung und Bürgerrechte.
Anlass ist ein Bericht des Standards (https://derstandard.at/2000068029284/BundestrojanerOeVP-und-FPOe-verhandeln-ueber), dass ÖVP und FPÖ über die Einführung eines Bundestrojaners verhandeln sollen.

 

Das erfüllt mich mit großer Sorge.
Denn Bürgerrechte und Freiheit sind das höchste Gut, das Demokratie ausmacht. Und deshalb bin ich gegen jegliche Massenüberwachung!
Noch dazu auch deshalb, da noch niemand den Beweis erbracht hat, dass systematische Massenüberwachung Terrorismus verhindert - im Gegenteil:
Frankreich ist eines der westlichen Ländern mit massiver Massenüberwachung, z.B. einer seit 2006 bestehenden Vorratsdatenspeicherung.
Und hat diese Terroranschläge verhindert? Nein, ganz im Gegenteil! Frankreich ist wohl das europäische Land mit den meisten Terroranschlägen!

 

Und nicht nur das:
Bei allen großen Terroranschlägen in der westlichen Welt seit 2001 waren den Behörden zumindest manche Schlüssel-Terroristen bekannt oder sogar unter Überwachung. Dennoch haben sie ihr Terror-Machwerk vollendet.

 

Für mich stellt sich da eine andere Frage: Sind die Sicherheitsbehörden extrem unfähig oder sind sie sogar in die Terrorakte verstrickt?
Egal, wie man diese Frage beantwortet, in keinem Fall dürfen diese Sicherheitsbehörden auch noch mehr Überwachungs-Mitteln in die Hand bekommen und unsere Demokratie zu einer Diktatur "entwickeln".

 

Ich habe mich genau mit diesem Themen-Komplex anlässlich von Paris-Anschlägen ausführlich beschäftigt.
http://kritisch-konstruktiv.over-blog.de/2015/11/paris-terror-doppelmoral-uberwachungsstaat.html

 

Auch sind Trojaner "digitale Angriffswaffen". Abgesehen davon, dass es sich um eine Methode handelt, die primär von Kriminellen eingesetzt wird und den Staat damit ich ein ganz bedenkliches Eck rückt, so stellen diese digitalen Angriffswaffen eine sehr große Gefahr dar, wenn sie in falsche Hände geraten - so wie das auch der NSA schon mehrfach passiert ist.

 

Über das Thema Überwachung hinaus:
Es gibt Themenbereiche, wo ich in einer schwarz-blauen Koalition Chancen sehe, und solche, wo ich Risken sehen.
Bei einer restriktiveren Zuwanderungs-/Asyl-Politik sehe ich eine Chance. Und ich hoffe, dass die FPÖ auch weiterhin bei ihren Positionen bzgl. Gentechnikfreiheit und direkter Demokratie bleibt.
Gefahren dagegen sehe ich in der Wirtschafts- & Steuerpolitik, sowie in der Sozialpolitik.

  • Konkret fürchte ich, dass Sie in der Wirtschaftspolitik einige "Beruhigungspillen" an KMUs verteilen, jedoch dennoch weiterhin unterm Strich die Großwirtschaft massiv begünstigen.
  • Das kategorische Ablehnen jedweder, vermögensbezogener Steuern stört mich ebenfalls, gerade die Menschen mit viel Kapital haben seit der Wirtschaftskrise 2008 am meisten profitiert.
  • Und in der Sozialpolitik sehe ich die Gefahr, dass Sie im Zuge von Leistungskürzungen für Menschen aus dem Ausland dasselbe auch für Menschen im Inland tun.

Zudem habe ich heute einen Profil-Artikel entdeckt, wonach die FPÖ den so genannten "Konzern-Schiedsgerichten" der transatlantischen Freihandelsabkommen zustimmt:
https://www.profil.at/shortlist/wirtschaft/fpoe-parlament-ttip-ceta-beschluss-8443689
Und einen Artikel, nachdem die FPÖ auch ihren Widerstand gegen Glyphosat aufgeben soll:
http://www.aktivist4you.at/wordpress/2017/10/27/nach-der-wahl-oevp-fpoe-ja-ok-zu-glyphosat-am-acker-auf-dem-teller-im-menschen-die-iv-raiffeisen-neue-oevp-agiert-fuer-raiffeisen-und-deren-abhaengigen-bauern/

Gerade dem Profil sollte man natürlich nie so ganz trauen. Dennoch ein sehr beunruhigendes Zeichen, dass die FPÖ fundamentale Prinzipien, wie das Eintreten gegen die Konzern-Herrschaft und für Bürger und KMUs, auf dem Koalitionsaltar opfern könnte.

 

Herr Strache:
Ich appelliere an Sie, dass Sie zu den Prinzipien und Inhalten stehen, die Sie bisher in der Opposition vertreten haben - und für die Sie auch gewählt worden sind!
Ganz besonders für die Wahrung von Bürgerrechten, denn der Überwachungsstaat verhindert keine Verbrechen, schafft aber letztendlich Demokratie und Freiheit ab.

 

Wenn die FPÖ solche so wichtigen, hier von mir beschriebenen, aber wohl noch darüber hinaus gehenden, Inhalten in einer Regierung nicht umsetzen kann, dann sollte sie auch nicht in eine Regierung gehen.
Es würde dem Volk nicht nützen und natürlich auch der FPÖ schaden, wenn sie einfach zu einer weiteren Erfüllungsgehilfen der unsäglichen, globalistischen Politik wird.
Und es wäre nicht nur keine Schande, in diesem Fall weiter in Opposition zu bleiben, es würde der Sache nutzen, da Sie und andere Gruppen aus der Opposition heraus mehr für die Sache bewirken könnten.

 

In diesem Sinne hoffe ich auf Ihre Prinzipientreue und verbleibe mit freundlichen, demokratischen Grüßen,
Ulrich Lintl

 

P.S.: Diesen offenen Brief werde ich auch in Kürze auf meinem Blog veröffentlichen, gerne auch Ihre Antwort.


Weiter führende Infos zu den in diesem offenen Brief behandelten Themen:

Weitere Verschärfung von Sicherheitsgesetzen in Frankreich 2015 - dennoch 2016 und 2017 mehrere Terror-Anschläge:

Artikel, die die Frage von Verstrickungen von Behörden in Terroranschläge in Deutschland aufwerfen:

Gefahren durch Malware von NSA und Co in den falschen Händen:

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29. Oktober 2017 7 29 /10 /Oktober /2017 02:23
Die Nationalratswahlen 2017 lösen bei mir einiges Unverständnis aus
Was ich zur Nationalratswahl 2017 zu sagen habe

Nach den Nationalratswahlen 2017 fehlen mir Kleinparteien im Parlament
Was ich zur Nationalratswahl 2017 zu sagen habe

Die Nationalratswahlen 2017 sind geschlagen.
Die großen Sieger sind ÖVP und FPÖ, die großen Verlierer die Grünen und die außerparlamentarischen Listen.
Und auf den Kleinparteien liegt auch der Schwerpunkt meines Kommentars.

 

Die großen 3 (SPÖ, ÖVP, FPÖ) haben es durch hervorragende Inszenierung, vor allem durch das Propagieren, bestimmte Koalitionsvarianten mit einer Stimme für sie zu verhindern, geschafft, ihren Stimmenanteil zu erhöhen.
Die kleinen Parlamentsfraktionen und noch mehr die außerparlamentarischen Listen sind dadurch unter die Räder gekommen.

 

Ich verstehe hier die Normalbürger wirklich überhaupt nicht:
Sie lassen sich von den Herrschenden in künstliche Schein-Konflikte „hinein theatern“ und sehen es als scheinbar lebenswichtig an, Parteien wegen „Regierungs-Farbenspielen“ zu wählen – wobei diese taktischen Farbenspiele oft sogar noch schief gehen. Denn Schwarz-Blau kommt ja trotzdem und die Grünen sind aus dem Nationalrat geflogen.

 

Außen vor bleiben dabei neue und kritische Inhalte, welche von Kleinparteien in den politischen Diskurs eingebracht werden.
Nachdem diese Strategie allerdings so gut funktioniert können wir uns alle sicher sein dass Schwarz, Rot und Blau bei zukünftigen Wahlen ähnliche Inszenierungen betreiben werden.

 

Selbst die kleinen, ohnehin nur mäßig kritischen, Parlamentsfraktionen sind keinesfalls sakrosankt und könnten bei zukünftigen Wahlen aus dem Parlament fliegen.
Die außerparlamentarischen Gruppierungen liegen allesamt jeweils unter 1% der Stimmen. 2 von ihnen haben sogar trotz bundesweiten Antretens nicht einmal genug Stimmen für 1 Mandat (also ca. 0,55% der Stimmen) erreicht.

 

Ich bin ein kritisch-konstruktiver Geist, der sich auch bei alternativen Medien informiert und sich eigenständige Gedanken macht. Daher bin ich ein großer Freund der Kleinparteien bzw. der von ihnen vertretenen Inhalte.
Von da her finde ich es besonders schade, dass die Kleingruppen 2017 noch schlechter abgeschnitten haben, als das bei früheren Wahlen der Fall war. Besonders wichtige strukturelle Inhalte wie direkte Demokratie, ein faires Wahlrecht, substantielle Kritik an der EU, Freihandelsabkommen oder dem hochgradig unfairen Weltwirtschaftssystem bleiben damit auch zukünftig im politischen Diskurs weitgehend außen vor.

 

Die Rahmenbedingungen sind für außerparlamentarische Gruppen katastrophal, Stichworte: Keine öffentliche Parteienfinanzierung, nahezu Totschweigen in den großen Medien, formale Antrittshürden.
Dennoch haben sie auch selbst Fehler gemacht und müssen sich selbst gründlich hinterfragen – von ihren Inhalten angefangen bis hin zu den Mitteln ihres Agierens.

 

Folgende Thesen stelle ich auf, welche Kleinparteien beherzigen sollten:

  • Strukturelle Themen ziehen nicht. Ob direkte Demokratie oder EU-Kritik, ja selbst die Freihandelsabkommen TTIP und CETA waren nicht die großen „Bringer“ bei dieser Wahl.
    Themen mit unmittelbarer Auswirkung auf das Leben der Bürger, wie Migration, Bildung oder Pensionen, waren inhaltlich für die Wähler dominierend.
    Kleinparteien haben sich dem anzupassen und zugkräftige Positionen in diesen Themenfeldern zu finden und öffentlich in den Fokus ihrer Aktivitäten zu rücken.

     
  • Alleine von den Rahmenbedingungen bei Nationalrats- und Landtagswahlen ist derzeit ein Überspringen der Mindesthürden für den Einzug in diese Volksvertretungen für Kleingruppen faktisch aussichtslos. Und der Aufwand alleine für eine Kandidatur hoch oder noch höher.
    Von da her sollten sich diese einen Wahlantritt auf diesen Ebenen mindestens 3 Mal überlegen – ich würde auf absehbare Zeit wegen faktischer Aussichtslosigkeit nicht auf überregionaler Ebene antreten.
    Viel realistischer sind Wahl-Erfolge auf der kommunalen Ebene. Und vor allem in den Landeshauptstädten wird Politik gemacht, welche eine Wirkung auch über die rein kommunale Ebene hinaus entfaltet. Deshalb rate ich Kleinparteien ganz klar, in absehbarer Zeit ihren Fokus bezüglich Wahlen auf Gemeinderatswahlen zu verlegen.

     
  • Und dann gibt es für Kleingruppen ja auch noch die Möglichkeit, sich abseits der „klassischen Politik“ zu engagieren und dort etwas zu bewegen, ähnlich wie NGOs.
    Die KPÖ macht das ja in Graz mit ihrem Mieter-Ombudsdienst schon seit 20 Jahren beispielhaft vor.

Obwohl ich allen etablierten Parteien kritisch gegenüber stehe, finde ich, dass jede einzelne Gruppe, die bei dieser Wahl kandidiert hat, auch positive Seiten hat. Und ich finde, dass sich die nächste Regierung (wahrscheinlich ja Schwarz-Blau) eine Chance verdient hat.

 

Dennoch fehlen heute wesentliche Inhalte im politischen Diskurs. Und die einzigen Gruppen, die diese realistischerweise einbringen, sind Kleinparteien.
Ich hoffe daher, dass gerade die politischen Kleingruppen ihre Lehren aus dieser Wahl ziehen, konstruktive Verbesserungsvorschläge annehmen und zukünftig mit realistischeren Methoden weiter machen. Unsere Land und unsere Demokratie braucht sie!

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29. Oktober 2017 7 29 /10 /Oktober /2017 01:49
Vor allem für Kleinparteien waren die Nationalratswahlen 2017 ganz schwierig
Die Nationalratswahl 2017 bringt viele Erkenntnisse

2 Wochen liegt der Wahltag der diesjährigen Nationalrats-Wahlen zurück, ein für mich ausgezeichneter Zeitpunkt für eine Sach-Analyse.

 

Einen Mangel an Wahlanalysen gibt es auch dieses Mal nicht, meine Gedanken sind aber immer insofern interessant, da anders: Ich lege meine Fokus traditionell auf Aspekte, die die anderen so nicht beleuchten. Unter anderem thematisiere ich auch immer Klein- und Kleinst-Parteien.

Inszenierte "Farbenspiele"

ÖVP, SPÖ und FPÖ haben bei dieser Wahl sehr erfolgreich "Farbenspiele" inszeniert.

Damit meine ich, dass sie es geschafft haben, dass primär das Verhindern bestimmter Koalitions-Konstellation für viele Wähler ein entscheidendes Wahlmotiv war, einer dieser 3 Parteien ihre Stimme zu geben.

 

Und nachdem so viele Menschen in Österreich auf diese inszenierten Tricksereien einsteigen, können wir uns sicher sein, dass bei den kommenden Wahlen ganz ähnliche "Farbenspiel-Inszenierungen" folgen.

Die großen Drei

Mein Kurz-Resümee: Wenn sich 3 streiten, dann zahlen alle anderen drauf.

Die Inszenierung um oder viel mehr gegen die nächste Regierungs-Koaltion hat sich für alle 3 großen Parteien positiv ausgewirkt, sie alle haben zugelegt.

 

Das Rezept der ÖVP mit jungem, feschem Spitzenkandidaten und Umfärbe-Aktion ist voll auf gegangen, sie hat fast 7,5% zugelegt, ist klar stärkste Nationalrats-Fraktion und hat sogar eine Verfassungs-Sperrminorität.

 

Die FPÖ hat die zweit meisten Stimmen hinzu gewonnen, Platz 3 beibehalten und mit knapp 26% das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte erzielt – und das mit einem für ihre Verhältnisse sehr sanftem, regierungskompatiblem Wahlkampf.

 

Und der SPÖ hat die Affäre Silberstein zumindest nur wenig geschadet. Sie hat im Vergleich zur letzten Wahl mit einer schwarzen Null abgeschnitten und ist zweitstärkste Partei.

Allerdings hat sie mit Abstand die meisten Stimmen von den Grünen "abgesaugt" und ist damit ein Hauptfaktor für deren Rausfliegen aus dem Nationalrat.

Die Parteien dazwischen

Die Neos haben sich behauptet und haben, ähnlich wie die SPÖ, die 2017er Wahl mit einer schwarzen Null geschlagen. Das ist zwar weit weg von ausgegebenen Ziel der Zweistelligkeit (welches sie aber wohl sowieso nur taktisch zwecks Mobilisierung propagiert haben), allerdings wegen der extrem schwierigen Rahmenbedingungen definitiv ein Erfolg.

 

Die Liste Pilz hat knapp aber doch den Einzug in den Nationalrat geschafft. Das ist zwar definitiv keine Überraschung, aber dennoch eine starke Leistung. Peter Pilz ist aus meiner Sicht eine ähnliche, neue Protestbewegung Mitte-Links, so wie sie bei der letzten Wahl das Team-Stronach oder die Neos im wirtschaftsliberalen Bereich waren.

Und er hat viele ehemalige Grüne überzeugt, dass er die bessere Grün-Bewegung der Gegenwart ist – nicht zuletzt wohl auch wegen seiner kritischen Haltung zum politischen Islam.

 

Die Grünen haben wirklich voll "abgebissen" und sind knapp aber dennoch klar aus dem Parlament raus geflogen. Und das meiner Meinung auch hoch verdient.

Obwohl dafür die Ereignisse des heurigen Jahres (Konflikt mit Jungen Grünen, Glawischnig-Rücktritt, Missachtung des Heumarkt-Basis-Iniative und natürlich Aspaltung von Peter Pilz) verantwortlich waren, so gehen die Wurzeln dieses Desasters für mich über 20 Jahre zurück:

  • Nach Aufgabe von EU-Kritik hat Alexander van der Bellen aus den Grünen eine Establishment-Partei gemacht, die als treuer Verfassungsmehrheits-Beschaffer für Rot-Schwarz selbst die grauslichsten Demokratie-Abbau/Verhinderungsgesetze (5 jährige Legislaturperiode, Verhinderung direkter Demokratie 2013) und von EU-Verträgen (wie Lissabon-Vertrag oder ESM) fungiert haben.
    Das hat dazu geführt, dass die Grünen schon lange ihre systemkritische, stabile Kernwählerschicht verloren haben.

  • Und zumindest an Mobbing grenzende Verdrängung von langjährigen, verdienten Mandateren hat schon lange vor Peter Pilz große Tradition bei den Grünen:
    Bereits 2010 hat es eine große "Entfernungs-Welle" langjähriger Grün-Mandatare in Wien gegeben, die gleich zu 3 neuen Abspaltungen (Echt Grün Mariahilf, Echt Josefstadt & Initiative Bürgerinnen für Stammersdorf) geführt hat.

Die Kleinparteien

Kleinparteien sind für mich, im Gegensatz zu den kleinen Parlaments-Parteien, nur die außerparlamentarischen Gruppen.

 

Kurz zusammengefasst:
KPÖ & GILT haben schlecht, alle anderen Kleinparteien katastrophal abgeschnitten.

 

Hauptgründe dafür:

  1. Allgemeine Rahmenbedingungen für Wahlantritte
    Von hohen, bürokratischen Hürden für eine Kandidatur über die nicht vorhandenen Parteien-Förderungen von außerparlamentarischen Gruppen durch die öffentliche Hand bis hin zu nur einen Bruchteil an medialer Berichterstattung.
    Und sieht man sich den Erfolg der Liste Pilz an, dann war mediale Berichterstattung bei dieser Wahl ein absolut entscheidener Faktor.

     

  2. Spezielle Situation bei dieser Wahl
    Die 3 größten Parteien haben eine nahezu perfekte Inzenierung im Kampf um die zukünftige Regierungs-Koalition inzeniert – von dem sie alle profitiert haben, besonders natürlich ÖVP und FPÖ.
    Alle anderen Listen sind dabei an den Rand gedrängt worden, mit Abstand am meisten die kandidierenden Kleinst-Gruppen.

     

  3. Strukturelle statt Bürger-Themen
    Eines hat diese Wahl eindrücklich gezeigt: Dass man mit "strukturellen Themen" wie Direkter Demokratie oder der EU niemandem hinter dem Ofen hervor holt.
    Denn für die meisten Wähler waren Themen wie Pensionen, Bildung, Arbeit und mit Abstand am meisten Zuwanderung, Asyl und innere Sicherheit bei ihrer Wahlentscheidung ausschlaggebend.

Den Vogel abgeschossen mit so gut wie nicht vorhandenen Themen haben die Weißen, die ja jede einzelne ihrer Positionen erst im Rahmen einer internen, Basis-demokratischen Entscheidung festlegen wollen.

 

Zudem haben sich ja auch gleich mehrere direkte-Demokratie-Listen (GILT, FLÖ, Weiße, EU-AUS, tw. sogar FPÖ) gegenseitig konkurrenziert.

 

Besonders katastrophal ist das Abschneiden der FLÖ, welche mit 400.000 € Wahlkampf-Budget gerade einmal 0,17% der Stimmen gewonnen hat.

 

Wenn die Kleinst-Gruppe bei zukünftigen Wahlen doch auch einmal Erfolge feiern wollen, dann müssen sie sich jedenfalls grundsätzlich hinterfragen und vieles besser machen!

Statistisches

Statistiken gibt es bei den Analysen zur Nationalratswahl 2017 schon jede Menge. Allerdings bin ich mir sicher, dass ich Aspekte beleuchte, die bisher im Dunkeln gelegen sind.
Alleine schon deshalb, weil ich mich auch intensiv den Nicht-Parlamentsparteien widme.

Vor allem interessiert mich das Verhältnis des Stimmenanteils der 3 großen Parteien, der weiteren Parlamentsfraktionen und der Listen außerhalb des Parlaments.
 

Stimmenanteil der Nicht-Nationalrats-Listen:

  • 2017:      5,82%

  • 2013:      5,58%

  • 2008:      6,09%

Stärkste, bundesweit kandidierende Liste unterhalb der 4% Schwelle:

  • 2017:      Grüne (3,80%)

  • 2013:      BZÖ (3,53%)

  • 2008:      LiF (2,09%)

Von reinen Stimmenanteil der Nicht-Nationalrats-Listen könnten man jetzt sagen: Alles OK, leichte Schwankungen, aber der Anteil liegt hier relativ stabil zwischen 5,5% und gut 6%.

Doch schon bei Betrachtung der stärksten Liste, die an der (undemokratischen) 4%-Hürde gescheitert ist, sieht man, dass die meisten Stimmen der Nicht-Parlamentsparteien bei den letzten 2 Wahlen von jeweils nur 1 Gruppierung beigesteuert werden.
 

Stimmenanteil der 3 stärksten Parteien (SPÖ, ÖVP, FPÖ):

  • 2017:      84,30%
  • 2013:      71,32%

  • 2008:      72,78%

Stimmenanteil der 2-3 schwächsten Parteien im Nationalrat:

  • 2017:       9,71% (Neos, Liste Pilz)

  • 2013:      23,11% (Grüne, Team Stronach, Neos)

  • 2008:      21,13% (BZÖ, Grüne)

Schwächste, bundesweit kandidierende Liste:

  • 2017:      FLÖ (0,17%)

  • 2013:      Piraten (0,77%)

  • 2008:      Die Christen (0,63%)

In Summe haben die 3 großen Parteien ihren Stimmenanteil dieses Mal um sage und schreibe 13% erhöht – zu Lasten der kleinen Parlamentsparteien und der außerparlamentarischen Gruppierungen.

 

Die kleinen Nationalrats-Fraktionen (dazu zähle ich auf Grund seiner Bekanntheit und guten, medialen Präsenz auch Peter Pilz) haben mittelstark bis stark, die außerparlamentarischen Kleinparteien sehr stark bis extrem stark darunter gelitten.

 

Während 2008 – ohne undemokratischer Mindesthürde – jede bundesweite kandiderende Liste auch zumindest 1 Mandat errungen hätte, so waren 2017 selbst manche bundesweit kandiderenden Listen von der Mandats-Schwelle (knapp 0,55%) kilometerweit entfernt!


 

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10. Oktober 2017 2 10 /10 /Oktober /2017 23:10

Wie schon 2013 habe ich auch bei dieser Nationalratswahl wieder eine Sammlung mit interessanten Vergleichsinfos über die kandidierenden Listen zusammen gestellt.

Diese ist natürlich unvollständig und erhebt auch keinen Anspruch auf Repräsentativität aller wahlentscheidenden Themenbereiche.

 

Dennoch verschafft sie abseits aller persönlichen Emotionen und Wahl-Traditionen die Möglichkeit, die eigene Wahlentscheidung an Hand konkreter Sachinformationen zu treffen bzw. eine getroffene Entscheidung zu überprüfen.

 

Hier die Auswahl.

Hoffentlich viele, spannende Infos und hoffentlich natürlich auch mehr Klarheit bezüglich eurer Wahlentscheidung bei den NR-Wahlen 2017!

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9. Oktober 2017 1 09 /10 /Oktober /2017 22:43
Die kandidierenden Listen bei der österreichischen Nationalratswahl 2017
10 Listen kandidieren bundesweit, 16 insgesamt

Die Nationalratswahl 2017 steht unmittelbar bevor. 10 Listen kandidieren bei dieser bundesweit, 6 weiter in einzelnen Bundesländern.
Ich bin ja ein politischer Mensch, auch wenn ich Partei-unabhängig bin.
Und: Ich gehe definitiv bei allen Wahlen wählen.

 

Da ich mir viele Gedanken über die Politik insgesamt und über die einzelnen Gruppierungen gemacht habe, halte ich es für fair und sinnvoll, meine Überlegungen dieses Mal auch öffentlich zu machen.

 

Ich habe die Listen dieser Wahl in 3 Kategorien gruppiert:

  1. Die Blacklist, diejenigen Listen, die ich für unwählbar halte.
  2. Die Whitelist, diejenigen Listen, die ich für wählbar halte.
  3. Die Greylist, diejenigen Listen, wo meine Einschätzung uneindeutig ist.

Zum Abschluss gibt es noch eine Fazit mit meiner „Short-List“, derjenigen Gruppen, aus der dann meine definitive Wahlentscheidung folgt.

Blacklist:

  • ÖVP
  • SPÖ
  • Grüne
  • Neos

Alle 4 nicht nur voll pro EU als das Europa der Konzerne und der Generäle, sondern für noch mehr EU bis hin zum europäischen Zentralstaat.
Alle 4 gegen direkte Demokratie und für die Zementierung des unfairen Wahlrechts und der sehr einseitigen Berichterstattung von Massenmedien fast nur über Parlamentsparteien.
Alle 4 letztendlich für weitere Schritte Richtung Konzern-Herrschaft. Besonders das Durchpeitschen von TTIP, CETA & Co ist zu befürchten, wenn nur 1 dieser Parteien in der Regierung sitzt.
Und auch bei vielen ganz konkreten Sachfragen (z.B. Registrierkassenpflicht, Glühbirnenverbot) diametral meinen Positionen entgegen gesetzt.

 

--> Das alleine sind genug Negativpunkte, sodass diese Parteien für mich unwählbar sind!

Greylist:

  • FPÖ
  • KPÖ Plus
  • Gilt!
  • Liste Pilz

Wer systemkritisch wählen und seinem Willen nach konstruktiver Veränderung Kund tun will, für den ist die Wahlentscheidung meist schwierig.
Obwohl von meinem Ideal weit entfernt, sind bei vielen Wahlen FPÖ und KPÖ das einzige, was sonst noch kandidiert.
Dieses Mal ist das anders, dieses Mal kandidieren noch etliche, weitere Listen.

FPÖ:

  • Pluspunkte bei der FPÖ sind ihr Eintreten für direkte Demokratie und auch ihr oft durchaus gerechtfertigte Kritik im Themenfeld Zuwanderung & Asyl. Zudem ist sie auch für Gentechnik-Freiheit und für die Wiederlegalisierung der Glühbirne.
  • Minuspunkte sind ihre Wirtschafts- und Steuerpolitik, welche hochgradig neoliberal und bereits „regierungskompatibel“ für Schwarz-Blau ist. Und im EU-Bereich war sie bis Mitte 2016 sehr EU-kritisch, hat aber nach der 1. Bundespräsidenten-Stichwahl einen Positionsschwenk hingelegt der ihr – unabhängig von der jeweiligen Wähler-Position zur EU – viel Glaubwürdigkeit gekostet hat.

KPÖ Plus:

  • Für die KPÖ spricht das Thematisieren vieler, meistens berechtigter sozialpolitischer Themen und das Eintreten für Bürgerrechte, vor allem im Bereich Daten- und Privatsphäreschutz.
    Auch, was des Themenfeld „öffentliches Eigentum“ betrifft, ist die KPÖ die einzige Kraft bei dieser Wahl, die das thematisiert (wenn auch nicht ganz so, wie ich es gerne hätte).
    Zudem ist die KPÖ jedenfalls teilweise EU-kritisch, teilweise pro direkter Demokratie und gegen Agro-Gentechnik.
  • Negativ ist für mich ganz klar ihre Positionierung für grenzenloses Asyl. Grenzenloses Asylrecht ist nicht nur Symptom- statt Ursachen-Bekämpfung, es schafft und vertieft Konflikte in unserer Gesellschaft und treibt Wähler in die Hände von Rechtsparteien.

GILT

  • Was mir an der von Roland Düringer initiierten Liste gefällt ist ganz besonders ihr starkes Eintreten für direkte Demokratie. Auch, dass einfache Bürger auf der Liste stehen, ist ein sehr positives und notwendiges Zeichen gegen das von Beamten dominierte Berufspolitikertum.
  • Negativ ist das weit gehende Fehlen von Sach-Inhalten der Bewegung und natürlich das oft kasperlhafte Auftreten.
    Seriöse Politik sieht anders auch, offensichtlich will Düringer eine solche aber auch gar nicht machen, sondern mit Aktionismus Zeichen setzen.

Liste Pilz

  • Pluspunkte bei der Liste sind die kritische Position eine Gruppe links der Mitte zum politischen Islam, samt Wertschätzung gegenüber dem Begriff „Heimat“.
    Zudem ist Peter Pilz ein strikter Verfechter von Privatsphäre und Datenschutz.
    Und dass er federführend bei zahllosen Untersuchungsausschüssen war, ist auch weithin bekannt.
  • Minuspunkte bei der Liste Pilz sind vor allem das Abstimmungsverhalten der ehemaligen Grün-Mandatare Pilz, Zinggl und Rossmann zu ganz negativen EU-Verträgen (Lissabon-Vertrag, ESM) und Demokratie-Gesetzen (5-jährige NR-Legislaturperioden, Ablehnung Direkte-Demokratie-Initiative von 2013). Hier haben sie klar Position pro Establishment und contra Bürger bezogen.
  • Am interessantesten bei der Liste Pilz finde ich den strategischen Aspekt, dass sie die „besseren Grünen“ sind. Alleine schon, um den alten Grünen zu zeigen, dass ihre Verfehlungen der letzten, mindestens 15 Jahre inakzeptabel sind, ist es interessant, die Liste Pilz zu wählen.


Whitelist:

  • Die Weissen
  • FLÖ

Die Weissen

  • Die Weissen haben sich ganz klar 1 Thema auf ihre Fahnen geschrieben:
    Direkte Demokratie. Das finde ich natürlich einmal sehr gut.
    Auch die Themen, die Spitzenkandidatin Isabella Heydarfadai im ORF-Interview genannt hat, finde ich gut – Ernährungssouveränität, Sicherheit und Bargeld.
  • Was mir überhaupt nicht an den Weissen gefällt ist deren „Programmlosigkeit“.
    Das Konzept, jegliche Inhaltliche Positionen als Einzelfallentscheidungen von der Basis abstimmen zu lassen, ist nicht nur nicht zu Ende gedacht, es ist sogar gefährlich. Denn niemand weiß, wofür eine solche Gruppe steht.
  • Dennoch ist die direkte Demokratie ein absolut entscheidender Hebel, der in unserem heutigen politischen System fehlt, der aber viele positive Entwicklungen bewirken kann.

FLÖ

  • Nicht nur mit den Inhalten direkte Demokratie, Zuwanderungsstopp und massiver EU-Kritik positioniert sich die FPÖ-Abspaltung FLÖ ganz klar als freiheitliche Partei. Auch die Personen kommen großteils von den Blauen.
    Die vertretenen Themen finde ich auch grundsätzlich für gut.
  • Was ich nicht gut finde sind die Dinge, die mich an allen Rechtsparteien stören:
    Grenzen hoch löst ja nicht die Probleme, die den Migrationsdruck in der 3. Welt erst schaffen, allen voran die hochgradig ungerechte Weltwirtschaftsordnung.
  • Dennoch gibt es bei der FLÖ Pluspunkte und man weiß auch, worauf man einlässt – wenn man sich eben auf eine Rechtspartei einlassen möchte.

Sonderfälle:

•    Männerpartei
•    CPÖ
•    Obdachlose in der Politik
•    Für Österreich

 

Männerpartei, CPÖ, EU-Austrittspartei (welche hinter der Liste „Für Österreich“) steht, sowie die KPÖ kenne ich persönlich von meinem Engagement im Rahmen der IG Faires Wahlrecht.
Zu Vertretern dieser 3 Parteien habe ich von da her auch eine persönliche Beziehung.

 

Die Männerpartei kandidiert nur in Vorarlberg und legt ihren Hauptfokus auf das Familienrecht. Z.B. bei der Sicherstellung des Lebensunterhalts von Alleinerziehern setzt sie einen Kontrapunkt zu den Parlamentsparteien und fordert gleichwertige Elternschaft nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer.

 

Die CPÖ kandidiert ebenfalls nur in Vorarlberg und setzt primär auf christlich-konservative Themen und Werte.
CPÖ-Generalsekretär und Spitzenkandidat Rudolph Gehring ist aber auch sehr engagiert bezüglich eines faireren Wahlrechts und bezüglich des Volksbegehrens für die Abschaffung der ORF-Pflichtgebühr.

 

Obdachlose in der Politik sind in Wien am Stimmzettel stehen natürlich für mehr Rechte von Obdachlosen.
Konkrete Punkte, die sie vertreten, sind unter anderem die Rettung des psychisch-therapeutischen Spitals auf der Wiener Baumgartner Höhe und mehr Hühner für Wien.

 

Ebenfalls in Wien tritt die Liste „Für Österreich“ an, hinter der die EU-Austrittspartei steht.
Die Punkte Grenzkontrollen, Sozialleistungen nur für Österreicher, direkte Demokratie und EU-Austritt sind natürlich ähnlich wie diejenigen der beiden freiheitlichen Listen.
Einzigartig ist die zentrale und dezidierte Forderung nach einem EU-Austritt.

Fazit zu Nationalratswahl 2017 und meine Wahlentscheidung

Eines möchte ich zu Beginn meines Fazits gleich vorweg schätzen:
Ich bin nicht nur gesellschaftlich interessiert und engagiert, sondern auch in der Wirtschaft.
Und 1 Schlüsselthema für die Lösung der größten Probleme unserer Zeit ist ein faires Weltwirtschaftssystem – nicht zuletzt auch für die Flüchtlingspolitik.
Leider thematisiert keine Liste bei dieser Wahl dieses so entscheidende Thema, ein faires Weltwirtschaftssystem bleibt im Diskurs außen vor.

 

Dennoch gilt es eine Entscheidung zu treffen – und die treffe ich auch!

Meine endgültige Wahlentscheidung wird dieses Mal zwischen der Liste Pilz, der FLÖ und den Weissen fallen.
FLÖ und Weisse sind inhaltlich für mich inhaltlich interessant, die Liste Pilz strategisch.
Vielleicht treffe ich meine End-Entscheidung sogar erst am Wahltag.

 

In jedem Fall hoffe ich, dass ich mit meinen Überlegungen möglichst viele andere Menschen angeregt habe, sich umfassend und tabulos mit den Listen dieser Wahl zu beschäftigen und sich individuell zu überlegen, welche Signale jeder von uns für die Entwicklung unseres Landes mit unserer Wahl senden möchte!

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  • Ulrich Lintl, Jahrgang 1978, kritisch-konstruktiver Zeitgenosse, sehr an Nachhaltigkeit, Politik, Natur und Internet interessiert. Auch an Sport, Kabarett und gutem Essen. Ausserdem liegt mit regionale Kultur und Mundarten am Herzen.

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