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26. November 2015 4 26 /11 /November /2015 18:00

Terror-in-Paris-wiegt-mehr-als-in-Afrika-und-AsienWas ich grundsätzlich über die Attentate in Paris denke

Vor genau 1 Woche, am 13.11.2015, haben in Paris mehrere, schreckliche Attentate durch den IS/ISIS (islamischen Staat) gleichzeitig statt gefunden. Die Folge davon waren 129 Tote und hunderte Verletzte. Ich möchte ganz klar mein Bedauern ausdrücken und den Hinterbliebenen der Opfer herzlich kondolieren.

 

Ich habe mich Anfang 2015 ja bereits mit dem ganz ähnlich gelagerten Attentat auf die Charlie-Hebdo-Redaktion beschäftigt. Damals habe ich das auf eine sachliche und ziemlich "handzahme" Art getan. Dieses Mal ziehe ich allerdings die Samthandschuhe aus und spreche Klartext!

 

Ich verstehe bis zu einem bestimmten Grad, dass einen solch schrecklichen Gewalttaten in einer EU-Metropole schockieren. Dennoch finde ich die Art, wie die Paris-Attentate medial hochstilisiert werden und wie viele Bürger bei dieser Hochstilisierung mitmachen völlig verfehlt.

 

Konkret kritisiere ich vor allem 2 Punkte:

  1. Das fast totale Konzentrieren auf die Paris-Attentate bei gleichzeitigem, fast totalem Ignorieren von anderen, ähnlichen Gewalttaten an anderen Plätzen auf unserer Welt.

  2. Den Abbau von Bürgerrechten und den noch stärkeren Ausbau des Überwachungsstaates seitens der Regierungen in der EU.

 

Mein Blog-Eintrag ist dieses Mal wirklich lang geworden. Wer nicht alles lesen möchte, der sollte daher gleich zu den Lösungsansätzen oder sogar zum Fazit gehen.

 

Paris-Attentate zählen fast alles und andere Attentate fast nichts

Ja, diese Überschrift hört sich zynisch ist – und sie ist es auch. Das ist allerdings die traurige Realität. Denn so schlimm es auch ist, dass in Paris 129 Menschen zu Opfern des Terrorismus geworden sind, so ist das etwas, was anderswo auf der Welt regelmäßig passiert.

 

Nur einige Beispiel zu Terror-Attacken aus der jüngsten Vergangenheit:

 

Einzig über das Attentat auf ein Hotel in Mali am 20.11.2015 ist von "unseren" großen Medien nennenswert berichtet worden. Meiner Meinung nach aber nur deshalb, weil Mali mit Frankreich eng verbunden ist.

Wie sehr die Wahrnehmung aber sogar zwischen den Anschlägen in Paris und in Mali verzerrt ist, zeigt das Beispiel, des französischen Polizeihundes, über den es 70000 Tweets gibt – während über den Mali-Terror zumindest nur sehr wenige twittern.

 

Und in der Zwischenzeit hat es ja in der belgischen Hauptstadt Brüssel zwar kein Attentat, aber einen ähnlichen Ausnahmezustand und eine ähnliche Angstmache vor Terror gegeben wie in Paris.

 

Die erdrückende Welle der Anteilnahme und die mediale Hysterie rund um den aktuellen Paris-Terror können also nicht mit der Anzahl der toten zusammen hängen. Und wenn man sich vergegenwärtig, dass es 2005 alleine in Frankreich 5318 Verkehrstote gegeben hat, kann es auch nicht an einer hohe Todes-Wahrscheinlichkeit durch Terror liegen.


Ein triftiger Grund ist mit Sicherheit, dass der Terror einmal nicht in Afrika oder Asien wütet, sondern nach Europa gekommen ist. Und Gewaltverbrechen sind auch eine ebenso hässliche wie unnötige Art zu sterben.

 

Doch ob das als einziger Grund reicht, dass seitens der Medien eine derartige Kampagne der Betroffenheit und Angst geführt wird – da habe ich meine Zweifel. Fakt ist allerdings, dass sich kein Mensch, der Medien konsumiert (und das tun wir nahezu alle), der medialen Paris-Terror-Kampagne entziehen kann. Alleine Anfang letzter Woche ist man im österreichischen Fernsehen mit diesem Thema aus verschiedenen Blickwinkeln regelrecht Gehirn-gewaschen worden:

Von Wien-Heute, über die ATV-Nachrichten und die Zeit im Bild bin hin zum ORF-Kurz-Sport und "Sport und Talk im Hangar 7" auf Servus-TV – überall waren die Attentate von Paris ein Thema.

Am nächsten Tag ist es im Morgen-Radio damit weiter gegangen, da hat aber Roland Düringer sehr klug agiert, den medialen Hype rund um dieses Thema angesprochen, vor einer gesellschaftlichen Spaltung gewarnt und zur Besonnenheit geraten.

 

Korrekterweise gehört auch erwähnt, dass es selbst in den Massen-Medien wenige, positive Berichte gibt, die auch andere Terror-Anschläge erwähnen und somit auch Paris richtig einzuordnen helfen.

 

Mein nüchternes Fazit über die Paris-Berichterstattung der großen Medien: Propaganda wirkt.

Und leider lassen sich die meisten Menschen von faktischen Medien-Kampagnen sehr bereitwillig irgendwo hineinpropagandieren.

Alternativ-Medien nutzen dagegen leider noch wenige Bürger. Diese legen zwar auch einen großen Schwerpunkt auf den Paris-Terror, berichten aber wirklich viel ausgewogener und geben auch anderen Themen mehr Raum.

 

Ruf nach Überwachungsstaat trotz Geheimdienst-Versagens

Und noch bevor das Blut der Terror-Toten von Paris trocken war, ist vom Polit-Establishment neben Kriegs-Rhetorik vor allem eine Forderung getrommelt worden: Der Ausbau des Überwachungsstaates.

 

Gerade das Beispiel Frankreich zeigt, wie widersinnig, ja sogar pervers diese Forderung ist: In Frankreich gilt seit 2006 eine durchgängige Vorratsdatenspeicherung, bei der Behörden ohne richterlichen Beschluss (!) Menschen überwachen dürfen.
Und die Anschläge haben auf bittere Weise das bestätigt, was Überwachungs-Kritiker schon seit Jahren sagen: Massen-Überwachung trifft nicht Terroristen, weil diese meist zu clever sind, um davon erfasst zu werden. Sie trifft vor allem unbedarfte Bürger, die meinen, nichts zur verbergen haben.

 

Vielmehr haben wir uns alle die Frage zu stellen: Warum schaffen es die Geheimdienste nicht, solche schrecklichen Terror-Angriffe zu verhindern?

Noch dazu, wo bei so ziemlich allen großen Attentaten in Europa und den USA der letzten 15 Jahre die Täter bereits "auf dem Radar" der Dienste waren:

 

Und diese beschämende Entwicklung setzt sich bei den jüngsten Paris-Attentaten nahtlos fort. Denn auch dieses Mal waren manche Terroristen bereits "auf dem Radar" der französischen Behörden. Ein Killer ist – nach erfolgter U-Haft und Freilassung – nach Syrien geflohen und hat – trotz internationalen Haftbefehles (!) – problemlos wieder nach Belgien und in weiterer Folge nach Frankreich einreisen können.

 

Und welche Schlüsse zieht das Establishment, allen voran die Regierungen in der EU?

So wie in Österreich wollen sie den Überwachungsstaat ausbauen, Bürgerrechte einschränken, auf Verschlüsselungs-Software zugreifen, innovative Krypto-Währungen beschränken und die Sicherheitskräfte mit aufwändiger, neuer Ausrüstung für physische Auseinandersetzungen hoch rüsten.

 

Sie geben alles und jedem, der sich für Freiheit und Bürgerrechte einsetzt, Schuld für den Paris-Terror: Von Edward Snowden bis hin zur PS4 (Play Station). Nur bei ihnen selbst, den Behörden und Geheimdiensten, finden sie nichts schuldhaftes.

 

Bei dieser Kombination aus fachlichem Versagen und "Sich-vor-der-Verantwortung-drücken" drängt sich die Frage auf:

Sind die Geheimdienste unfassbar inkompetent, so dass sie Anschläge, trotzdem ihnen Verdächtige bekannt sind, nicht zu verhindern vermögen?

Oder liegen als Verschwörungstheorien geltende Überlegungen nicht näher an der Realität, als dieses Wort es glauben machen möchte?

 

In jedem Fall wäre es völlig verfehlt, diese Organisationen auch noch mit mehr Kompetenzen und mehr Ressourcen für ihr Versagen zu belohnen!

 

Lösungsansätze zur erfolgreichen Terror-Bekämpfung

Für echte Lösungen haben wir Antworten zu finden, welche zumindest folgende 4 Punkte berücksichtigen:

  1. Freiheit für Sicherheit zu opfern funktioniert nicht nur inhaltlich nicht, es würde auch unser freiheitlich-demokratisches Gesellschafts-System zu einem totalitären Überwachungs-Staat ändern.

  2. Ein absolutes Hauptproblem des Versagens von Ermittlungs-Behörden ist das "Ertrinken in Daten". Durch die Massenüberwachung aller Menschen ist der Fokus auf wirkliche Kriminelle verloren gegangen.

  3. Ideologismus verhindert das Erkennen der Realität und das Finden von echten Lösungen.
    So müssen wir, auch es wenn bisher ideologisch höchst polarisierend und spaltend ist, beispielsweise auch Grenzkontrollen anders, als das bisher geschehen ist, nämlich sachlich, thematisieren.

  4. Die wahren Ursachen von Terrorismus liegen besonders in einem ausbeuterischen Weltwirtschafts-System begründet. Ungeachtet aller kurzfristig notwendiger Symptom-Bekämpfung, so werden wir dieses Problem nur dann nachhaltig lösen, wenn wir diese Ur-Ursache abstellen können.

 

Dass Massen-Überwachung keine Terror-Anschläge verhindert habe ich ja, denke ich, schon klar dar gelegt. Schon Benjamin Franklin hat gewusst: "Wer wesentliche Freiheit aufgeben kann um eine geringfügige bloß jeweilige Sicherheit zu bewirken, verdient weder Freiheit, noch Sicherheit."

Und wenn ein Staat seine Bürger möglichst flächendeckend überwacht und dadurch faktisch eine Schuldvermutung ihnen gegenüber erhebt, dann ist das ein Verhalten, wie wir es von totalitären Diktaturen kennen.

 

Massen-Überwachung ist für die Verbrechensbekämpfung sachlich kontraproduktiv und darüber hinaus auf unvereinbar mit einem demokratischen Rechtsstaat. Ich bin mir aber sicher, dass es in unserer Gesellschaft einen nahezu hundertprozentigen Konsens gibt, dass Verdächtige, ganz besonders potentielle Terroristen, nach richterlichem Beschluss sehr wohl intensiv von Behörden überwacht werden.

Die Behörden haben einfach im Rahmen von demokratischen Möglichkeiten einen sauberen Job zu machen. Und wenn sie sich auf die wirklich Verdächtigen konzentrieren, dann würde sie nicht mehr in Daten ertrinken, sondern könnten sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Es ist daher auch aus diesem Gesichtspunkt sehr sinnvoll, die pauschale Massen-Überwachung nicht auszubauen, sondern zu beenden!

 

Das "heißeste" Thema dieses Jahres ist die Flüchtlings-Frage. Und damit ist 2015 das Thema ganz oben auf die Agenda gekommen, dass schon seit Jahrzehnten idelogisch polarisiert, wie kein zweites.

Und die Ideologisten auf beiden Seiten dominieren die Berichterstattung – und liefern beide Positionen, die in der Realität nur scheitern können und Richtung Abgrund führen. In der Ideologie der Linken sind alle Flüchtlinge, arme hilfbedürftige Opfer, in der der Rechten potentielle Terroristen.

Die Ideologie bestimmt die Realität. Und widerspricht dieser der Realität, dann gehört sie "der Ideologie passend gemacht"

 

Ohne mich an dieser Stelle in diesen Aspekt weiter zu vertiefen, so spielt er einfach auch bei der Frage entscheidend mit, inwieweit Flüchtlinge mit Terror-Angriffen zu tun haben und inwieweit Grenzkontrollen uns vor Terror schützen.

Ich habe dazu eine klare Meinung:

  1. Ich bin davon überzeugt, dass es auch Terroristen in den Flüchtlings-Strömen aus der islamischen Welt gibt. Ich bin aber ebenso davon überzeugt, dass diese eine kleine Minderheit sind.

  2. Grenzkontrollen halte ich nicht nur für sinnvoll, sondern sogar für notwendig. Den häufig propagierten, starken Zusammenhang zwischen Grenzkontrollen, Flüchtlingen und Terror sehe ich so aber nicht.

    1. Grenzkontrollen stellen einen wichtigen Filter und eine Kontrollmöglichkeit dar. Durch sie wird klar, wer ins Land kommt bzw. welche Dinge jemand ins Land bringt.

    2. Ich glaube, dass wir bei Kontrollen feststellen werden, dass fast alle Migranten in Ordnung sind. Glauben ist aber nicht wissen. Und eventuelle Terroristen von der vermutlich großen, korrekten Masse kann man nur trennen, wenn man nachschaut.

    3. Sowohl bei den Terror-Verdächtigen, als auch bei den Waffenschmuggler handelt es sich ja überwiegend um hier lebende Personen. Und egal ob bereits in Europa leben oder noch nicht: Fälle, wie jener aus Montenegro stammende Mann, der versucht hat, mit einem Kofferraum voller Waffen nach Deutschland einzureisen, können durch Grenzkontrollen verhindert werden.

 

Die Quintessenz ist die: Dadurch dass derzeit keine Grenzkontrollen statt finden, werden potentielle Flüchtlinge von vielen Bürgern unter Generalverdacht gestellt. Mit Grenzkontrollen würde das solcherart "vergiftete", gesellschaftliche Klima entspannt werden.

Die DWN haben es auf den Punkt gebracht: "Offene Grenzen sind das Problem, nicht die Flüchtlinge."

 

Doch alle diese Maßnahmen packen keine wirklichen Ursachen an und lösen daher im Grunde genommen gar nichts! Solange es mächtige, überwiegend westliche Staaten gibt, die das heutige Weltwirtschafts-System, bei dem die meisten Staaten und Menschen gnadenlos ausgebeutet werden, fortsetzen wollen, so lange gibt es auch einen Nährboden für den Terrorismus. Ebenso schlimm wie entscheidend für den derzeitigen Terror sind die Rohstoff-Kriege im nahen und mittleren Osten:

Ob Afghanistan, Irak, Libyen oder Syrien – überall dort geht es um die Förderung oder den Transport (Pipelines) von Erdöl und Erdgas. Und überall dort gibt es "prächtige" Brutstätten für den Terrorismus.

 

Es gibt auch weitere Faktoren, durch die dem Terror der Nährboden entzogen werden kann. Das Contra-Magazin hat 7 Punkte aufgelistet. Neben einem gerechten Wirtschaftssystem besonders wichtig wäre es auch, den Drohnenkrieg zu beenden.

 

Fazit

Die Anschläge in Paris sind schrecklich, leider aber in unserer Welt etwas gängiges. Nicht nur, dass ähnliche Terror-Anschläge in Afrika und Asien regelmäßig passieren, so ist Terrorismus in Europa auch gemessen an der Zahl der Toten eine kleines Problem – und viel kleineres als früher.

Das alleinige Herausheben von Paris und Hochstilisieren ist daher bei aller Schrecklichkeit vermessen.

 

Das Versagen von Geheimdiensten und anderen Sicherheitsbehörden in Bezug auf die Verhinderung von Terror-Angriffen ist gewaltig! Das Belohnen dieses Versagens mit noch mehr Kompetenzen und Ressourcen für diese Organisationen wäre völlig daneben. Statt dessen haben diese im Rahmen von demokratischen Möglichkeiten saubere Ermittlungsarbeit zu leisten.
Das Beenden der Massenüberwachung kann diese Behörden dahin gehend unterstützen, dass sie sich dann auf die wirklichen Verbrecher und damit auf das Wesentliche konzentrieren können.

 

Lösen können wir das Terror-Problem nur dann, wenn wir ruhig bleiben und uns auf unseren demokratischen Rechtsstaat besinnen. Unter anderem gehört dazu neben klassischer, sauberer Ermittlungsarbeit auch, dass wir ganz sachlich Grenzkontrollen auf die Agenda setzen, um unsere Grenzen und die Flüchtlinge vor Vorurteilen zu schützen. Grenzkontrollen zählen allerdings zur Symptom-Bekämpfung.

Für eine echte Lösung gehören die Ursachen gelöst. Von diesen gibt es mehrere, die mit Abstand wichtigste ist allerdings, dass wir für eine gerechtes Weltwirtschaftssystem eintreten müssen.

Rohstoff-Kriege und Drohnen-Angriffe sind die entscheidenden Verbindungsglieder zwischen der Wirtschafts- und der Terror-Problematik.

 

Generell und ganz speziell hier ist es auch von absolut entscheidender Bedeutung, dass wir umfassende und ausgewogene Informationen erhalten. Einzig das Bild, das die großen, etablierten Medien zeichnen, ist dafür ungeeignet. Erst mit Alternativ-Medien ist es möglich, das "Puzzle zusammen zu setzen" und ein umfassendes Bild der Dinge zu bekommen.

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20. November 2015 5 20 /11 /November /2015 18:00

Dieses Wochenende startet im deutschen Klingenthal die neue Weltcup-Saison im Skispringen.

Einen Saisonrückblick auf die letzte oder eine Vorschau auf die neue Saison schreibe ich heuer nicht. Ist mir ehrlich gesagt zu viel Arbeit und es gibt viele andere Dinge zu tun.
Als große Skisprung-Fan freue ich mich aber schon sehr auf die neue Saison.


Wird spannend zu sehen, wer vorne ist und wer den Anschluss verloren hat. Ich glaube und hoffe, dass unsere österreichischen Springer wieder ganz vorne mit dabei sein. Gregor Schlierenzauer, Stefan Kraft, Michael Hayböck, Andreas Kofler und vielleicht auch noch weiteren sind immer Top-Leistungen zuzutrauen.


Und die anderen Länder arbeiten natürlich auch mit Volldampf.


Es freut mich auch, dass wir nicht nur bei den Herren, sondern auch bei den Damen gut aufgestellt sind. Neben "Leitwölfin" Daniela Iraschko haben auch schon Jacqueline Seifriedsberger, Eva Pinkelnig und Chiara Hölzl in der Vergangenheit für Österreich Top-Platzierungen erzielt und werden das hoffentlich auch die kommende Saison wieder tun.


Also, ich sehe es entspannt, aber mit viel Freude. Auf eine tolle, neue Saison und viele spannende Springen!

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26. Juni 2015 5 26 /06 /Juni /2015 15:30

Nachdem AMD letzte Woche die überarbeiteten Grafikkarten der R3x0-Serie und diese Woche die völlig neue, mit revolutionären Komponenten ausgestattete FuryX-Grafikkarte vorgestellt hat, so ist das 2015er-Lineup fast komplett. Und nachdem die aktuellen AMD-Grafikkarten in der Hardware-Szene für viel Wirbel gesorgt haben, zu welchem ich schon vor der Veröffentlichung kurz Stellung genommen habe, so mache ich an dieser Stelle eine Kurzeinschätzung zu diesen.

Kommen wir gleich zum Inhalt:

Kurzzusammenfassung zum AMD Radeon R3x0-Lineup

  • Im Vorfeld der Veröffentlichung hat es heftige Diskussionen gegeben, ob es sich bei den R300-Radeons um einen „Rebrand“ (= eine reine Umbenennung, im konkreten Fall der R200-Chip) oder einen „Refresh“ (kleine Änderungen an den Chips) handelt.
    Ich gehe darauf genauer unten ein, meiner Einschätzung nach ist es so etwas wie der kleinst mögliche Refresh.

  • Das Chip-Design ist grundsätzlich identisch zu den Vorgängern, die neuen Karten sind aber eine Spur schneller und tendenziell Energie-effizienter.

  • Weiters haben einige Drittanbieter die Gelegenheit genutzt, um die Platinen und vor allem die Kühllösungen zu verbessern.

  • Die technischen Unterschiede zu den Vorgängern sind aber generell gering.
    Die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Nvidia ist leicht verbessert, aber grundsätzlich die selbe:

    • Nvidia punktet mit der tendenziell etwas höheren Rechenleistung und ganz besonders mit Energieeffizienz.

    • AMD besonders mit niedrigeren Preisen und der größeren Anzahl von Karten in unterschiedlichen Leistungssegmenten.

Insgesamt macht AMD ein leicht besseres Angebot als vorher. Die Verbesserungen sind allerdings nur gering, sodass ein Aufrüsten von den R200-Vorgängermodellen nur in Ausnahmefällen Sinn macht.

Die neue AMD Radeon-Fury-Familie

Ein besonders von AMD-Fans sehnlichst erwartetes Highlight sind die neuen Grafikkarten-Top-Modelle „Fury“. Diese sind als Gegenstück zu den Nvidia-Topmodellen „Titan“ und Geforce-980(Ti) gedacht.

 

Nach Auswertung der bisherigen Test- und Erfahrungsberichte würde ich der Fury-X die Note 2 geben (in Österreich 1=Sehr-gut, 5=Nicht-genügend).

Sie schneidet in den Tests gut, aber nicht überragend ab, setzt sich in den meisten Spiele-Benchmarks zwischen Nvidias „normale“ 980er und das Ti-Modell, meist aber näher beim Ti-Modell.

 

Besonders bemerkenswert sind die Furys aber als zukunftsweisender Technologieträger:
Sie sind die 1. Grafikkarten, die den revolutionären, extrem schnellen HBM-Speicher einsetzen. Das Topmodell Fury-X verfügt zudem über eine Wasserkühlung. Luftgekühlte Varianten werden mit der „normalen“ Fury und der besonders kompakten Fury-Nano folgen.

AMDs Änderungen an der Radeon-R300-Serie im Detail

Ein ganz heißes Thema der letzten Wochen war die Frage, was an den R3x0 GPUs anders als an ihren Vorgängern ist. Diese Frage ist selbst nach dem Launch noch umstritten und es hat mich einige Recherchearbeit gekostet, um das zu klären. Die beste Aufstellung der Änderungen liefert golem.de:

  • Ein verbesserter Herstellungsprozess

  • Micro-Code-Updates

  • Ein überarbeitetes Power-Management

  • Die Unterstützung neuerer, besserer Speicherchips.

So werden jetzt tatsächlich neue, sehr effiziente GDDR5-Chips von Hynix unterstützt, welche selbst bei niedrigen 1,35V Versorgungsspannung Übertragungsraten von 6-GBs ermöglichen.

 

Darüber hinaus haben manche Dritthersteller auch noch ihre Platinen und Kühllösungen verbessert.

 

Gerade angesicht der heißen Debatten ist es allerdings unverständlich, warum hier AMD selbst nicht umfassende und klare Informationen über die Verbesserungen der 300-Serie kommuniziert.

3DCenter.org schätzt, dass AMDs Verbesserungen abseits von höherem Chip- und Speicher-Takt 1-3% Mehrleistung bewirken. Also wirklich ein sehr kleines Plus – aber nichts desto trotz ein Plus.

Mein Fazit zu AMDs R3x0-Radeon

Normalerweise beschäftige ich mich nur dann so detailliert mit Produkten, wenn ich mir selbst welche kaufe – was ich hier allerdings nicht tue. Nachdem ich mich aber mit AMD im Rahmen meiner Marketing-Studie, von welcher ich vor Kurzem auch eine englische Kurzfassung veröffentlicht habe, ohnehin schon sehr intensiv beschäftigt habe, so fällt diese „Launch-Einschätzung“ der neuen Radeons quasi als Nebenprodukt an.

Und gerade aus der Gesamtbetrachtung heraus kann ich AMDs Strategie von einem nur kleinem Update der Baureihe – die Fury gehören ja nominell nicht zur 300er-Serie – verstehen.

 

Sicher werden viele User enttäuscht über die geringen Fortschritte sein. Allerdings hätten komplett neue Chips auf Basis der aktuellen GCN-1.2/1.3 Architektur auch nicht viel besser abgeschnitten. Somit macht die kleine und billige Lösung derzeit durchaus Sinn.

 

Im Endeffekt bekommt bekommt der User ein kleines Update der Produkte, welche bei gleichen Preisen definitiv interessanter als ihre Vorgänger sind. Doch auch Nvidia macht wirklich gute Grafikkarten und so bin ich mir jetzt schon sicher, dass sich Karten beider Hersteller in meiner nächsten Grafikkarten-Kaufberatung wieder finden.

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12. Juni 2015 5 12 /06 /Juni /2015 23:55

Die Vorstellung der neuen AMD-Grafikkarten der R300-Serie steht kurz bevor. Genau soll diese am 16. Juni 2015 erfolgen.

 

Nachdem es klar zu sein scheint, dass es mit Ausnahme der neuen und mit revolutionärem HBM-Speicher ausgestatteten Fury-Topmodelle keine komplett neuen Chips geben wird, so ist im Netz ein kleiner Shitstorm über die R300-Generation herein gebrochen: Viele User sind enttäuscht, weil die neuen Grafikkarten scheinbar nur „alte“ Chips verwenden, die einfach umbenannt worden sind.

 

Also Leute, ich bin auch ein Hardware-Fan und mich interessiert natürlich auch, was sich da Neues tut. Aber ganz abgesehen davon, dass es im Leben viel wichtigere Dinge gibt, z.B. das 2-Jahres-Jubiläum der unfassbaren Enthüllungen von Edward Snowden, gilt es zur R300-Serie von meiner Seite folgendes zu sagen:

Ich halte es für höchst voreilig, wenn Benutzer und teilweise leider auch die Fachpresse die neuen Karten beurteilen, obwohl diese noch gar nicht vorgestellt worden sind.

Wie sinnvoll ist es, seine Meinung auf Basis von Gerüchten oder bestenfalls von Informationsfragmenten zu bilden? Solle man nicht warten, bis es umfassende Informationen gibt und dann erst urteilen?

 

Ich finde aber auch, dass hier besonders manche Medien eine Mitschuld haben: Etliche von ihnen gehen wirklich äußerst schlampig mit den Begriffen „Rebrand(ing)“ und „Refresh“ um, verwenden beide gleichbedeutend.

Fakt ist aber, dass nur eine „Rebrand“ die selben Chips unverändert unter neuem Namen einsetzt.

Ein „Refresh“ dagegen verwendet die selbe technische Basis, welche allerdings Verbesserungen aufweist.

 

Und es gibt Hinweise, dass die bereits existierenden Chips für den Einsatz in der R300-Serie etwas überarbeitet worden sind.

Schrauben, an denen AMD etwas drehen kann sind auch meiner Sicht z.B.:

  • Ein neues Chip-Stepping, bei dem die Chips etwas sparsamer bzw. höher getaktet sind.
  • Der Einsatz von neuem, energieeffizienterem GDDR5-Speicher.
  • Weitere Änderungen nicht am Grafik-Chip, sondern am Unterbau der Karte.

Allerdings bin ich auch schon sehr gespannt, was AMD tatsächlich abliefert. Einen reinen Rebrand würde ich natürlich auch sehr negativ sehen. Wenn es aber mit der bestehenden Grund-Technik eine etwas höhere Rechenleistung und/oder einen etwas niedrigeren Stromverbrauch gibt, dann würde ich die neuer Generation als durchaus positiv sehen.

 

Ach ja, noch ein Hinweis von mir als Marketing-Menschen:
AMD sollte hier unbedingt die unangenehme Debatte um das von Usern befürchtete reine Rebranding der R300-Karten dadurch entschärfen, dass das Unternehmen nicht erst bei der offiziellen Vorstellung, sondern schnellst möglich klar stellt, ob es sich nun um ein „Rebranding“ oder um einen „Refresh“ handelt.
Und auf die detaillierten Chip-Spezifikationen können die User ruhig noch ein paar Tage warten!

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6. Juni 2015 6 06 /06 /Juni /2015 00:00

Grafik von Ulrich Lintl, basierend auf Vorlage von Wikimedia / The Wikileaks ChannelAm 6. Juni 2013 sind die Enthüllungen von Edward Snowden über die elektronische Massenüberwachung veröffentlicht worden – und haben die Welt verändert. Sowohl die Person Snowden, als auch seine Enthüllungen waren schon 2013 höchst umstritten – und sind es heute immer noch.

Warum Edward Snowden für mich ein Held ist

Für mich persönlich ist Snowden, ebenso wie andere, wichtige "Whistleblower" (Informanten), wie Bradley (bzw. Chelsea) Manning oder Julian Assange (Wikileaks) ein Held. Er hat mit seinem unbedingten Willen, für Bürgerrechte und für die Freiheit der Menschen einzutreten, die Welt zum Guten verändert. Selbst muss er aber einen hohen Preis zahlen, kann derzeit nicht in die USA zurück, da ihm dort hohe Strafen drohen und muss im russischen Asyl leben. Dort scheint es ihm aber immerhin recht gut zu gehen.

Dass die US-amerikanische NSA mit "PRISM" und ihr britisches Gegenstück GCHQ mit "Tempora" den weltweiten (!) Datenverkehr überwachen – im Zusammenspiel primär mit US IT-Konzernen und vielen westlichen Staaten – hat vor den Snowden-Enthüllungen als "Verschwörungstheorie" gegolten. Und zwar meist als "krude, rechte" Verschwörungstheorie.

Wichtige Konsequenz der Snowden-Enthüllungen

Seitdem hat sich vieles verändert und das meiste davon zum Positiven:

  • Nachdem anonyme Suchmaschinen wie Ixquick oder Duckduckgo schon 2012, nach der Verschärfung der Datennutzungsrichtlinien bei Google, einen kleinen Boom erlebt haben, so sind ab Mitte 2013 ihre Nutzerzahlen noch stärker nach oben "geschnalzt".
  • Staaten außerhalb des westlichen Blocks sind bezüglich der Überwachungsgefahren durch USA & Co. aufgewacht und unternehmen große Anstrengungen, um sich von westliche Hard- und Software möglichst unabhängig zu machen.
    Vor allem Russland verfolgt ambitionierte Eigenprojekte in fast allen Teilbereichen der IT: Eigene Linux-Distribution, eigene Prozessoren, eigene Smartphone-Betriebssystem-Distribution inkl. passender Apps.
  • Behörden und Politiker sind massiv unter Druck geraten, weil sie zumindest im Verdacht stehen, die Massenüberwachung betrieben oder zumindest geduldet zu haben. Durch Überwachungsenthüllungen am meisten in die Enge getrieben worden ist dabei die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr politischer Anhang. Ihr wird nicht nur vorgeworfen, gegen besseres Wissen ein "No-Spy-Abkommen" mit den USA versprochen zu haben, sondern sie wird auch der Mitwisserschaft von Datenweitergabe des deutschen BND an die USA verdächtigt.
  • Die jüngste, sehr positive Entwicklung ist das Ersetzen des sehr restriktiven Überwachungsgesetzes "Patriot Act", durch den – zumindest für US-Bürger – deutlich entschärften "Freedom Act".
    Trotz hartnäckiger Bemühungen von Hardlinern, die Massenüberwachung weiter zu führen, so haben die verantwortungsbewussten Kräfte – nicht zuletzt durch das Wirken von Edward Snowden – einen Erfolg errungen und zumindest einen 1. Schritt in die richtige Richtung gesetzt.
  • Große Anerkennung hat auch der Film "Citizenfour" gefunden, der primär die entscheidenden Interviews von Edward Snowden mit Glenn Greenwald, Laura Poitras und anderen über die Überwachungsmachenschaften der USA und ihrer Verbündeter in einem Hongkonger Hotelzimmer zeigt.
    Citizenfour ist 2015 als bester Dokumentarfilm mit einem Oscar ausgezeichnet worden.

Weitere Chancen & Risken für die Freiheit

Trotz aller positiver Entwicklungen, so gibt es auch noch große Gefahren und starke Kräfte des Establishments, die die Freiheit weiterhin massiv einschränken wollen – in der Informationstechnologie und darüber hinaus.

Das Scheitern der Patriot-Act-Verlängerung war doch knapp. Und Propagandisten des Establishments in den großen Medien sehen ohne Massenüberwachung das "Ende der Zivilisation" herauf ziehen.

Manche Menschen werden sie damit auch erreichen, aber immer mehr Menschen sehen ihre persönliche Freiheit ebenso eingeschränkt, wie die Glaubwürdigkeit der großen Medien. Viel Kredit haben diese ja auch schon mit ihrer in hohem Maße einseitigen, Russland-feindlichen Ukraine-Berichterstattung verspielt.

Das aber ist eine Chance für alternative Medien, welche sich immer stärker steigender Beliebtheit erfreuen.

Und dass unter anderem mit Bernie Sanders und Rand Paul 2 ausgesprochene Überwachungsgegner für das US-Präsidentenamt kandidieren wollen, ist auf jeden Fall auch erfreulich.

Leider kommen auch von mancher Seite, vor allem von Seite Linker, immer wieder auch Spaltungs-Aktion der politisch kritischen Kräfte, die eine Einheitsfront ALLER Kritiker gegen Massenüberwachung und für Bürgerrechte bislang untergraben.

Schlussworte

Danke Edward Snowden!

Wir können seinem Opfer aber nur dann gerecht werden, wenn wir uns sowohl auf der politischen Ebene einbringen, als auch unsere persönlichen Gewohnheiten ändern.

So sollten wir ausschließlich solche Parteien wählen, die für Bürgerrechte eintreten.

Und statt kommerziellen IT-Diensten sollten wir anonyme Suchmaschinen und Open-Source-Systeme verwenden.

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30. April 2015 4 30 /04 /April /2015 01:00

Eigenbearbeitung auf Basis von Wikipedia-Bild, hoch geladen von Benutzer "We hope"Mit "Starsky & Hutch" hat heute vor genau 40 Jahren, am 30. April 1975 eine ebenso harte, wie hochwertige und vor allem prägende Krimi-Serie ihre Premiere im US-Fernsehen gefeiert.

Obwohl ich die zwischen 1975 und 1979 entstandene Serie schon während meiner Kindheit & Jugend, also in den 1980er und 1990er Jahren, gekannt habe, so habe ich sie mir zum damaligen Zeitpunkt nie angeschaut.

Selbst den Revival-Kinofilm von 2004, mit Ben Stiller und Owen Wilson, habe ich links liegen gelassen.

Ein paar persönliche Gedanken

Für mich ist es erst Ende der 2000er Jahre mit "Starsky & Hutch" los gegangen: Der Sender "Das Vierte" hat in dieser Zeit erfolgreich zahlreiche Retro-Serien "ausgegraben" und so habe ich mich 2007 & 2008 so richtig mit den 2 ungewöhnlichen Polizisten beschäftigt.

Mein Kurzresümee: Eine für damalige Verhältnisse recht ungewöhnliche Serie, die ihrer Zeit weit voraus war und selbst 30 Jahre nach ihrer Erstausstrahlung – zumindest teilweise – immer noch zeitgemäß war.

Die beiden ungleichen Polizisten Dave Starsky und Ken "Hutch" Hutchinson sind Detectives bei der Polizei der fiktiven US-Metropole Bay-City. Dort werden sie vor allem auf ungewöhnliche und schwierige Fälle angesetzt. Sie arbeiten oft als verdeckte Ermittler und ebenso oft mit Informanten aus der Halbwelt zusammen, bei denen sie im Gegenzug "ein Auge zudrücken".

Unterstützt werden die beiden vor allem von ihrem Chef Captain Harold Dobey, sowie vom Kleinkriminellen & Hauptinformanten Huggy Bear. Besonders Huggy war auch immer ein Garant für viel Spaß.

 

Der rot-weiße Ford Grand Torino war das Markenzeichen der Serie

Für die damalige Zeit ebenso auffällig wie konzeptionell neuartig war das Auto, das sie als Polizisten gefahren haben: Starskys aufgemotzter, rot-weißer Ford Gran Torino. Dieser ist nicht nur zu einem Markenzeichen der Serie geworden, sondern zumindest zu einem der bekanntesten Film- und Fernseh-Autos der 70er-Jahre.

 


Was Starsky & Hutch zu etwas Besonderem macht

Maßstäbe hat die Serie für mich aber in 2 Punkten gesetzt:

  1. Durch ihre harte, ungeschönte Darstellung von Kriminalität und darüber hinaus von sozialen Problemen
  2. Durch ihre Grundkonzeption & ihr Storytelling.

Harte, klare Art der Darstellung:

  • Die Serie ist zu ihrer Zeit vielfach für ihre Brutalität kritisiert worden, sie war Teil des "dreckigen Dutzend", der 12 damals als am brutalsten geltenden US-Serien.
    Es mag sogar sein, dass die Produzenten die harte Darstellung von Gewalt auch mit Blick auf die Quote gemacht haben.
    Die Kritik ist für mich aber dahin gehend ungerechtfertigt, da "Starsky & Hutch" zu den ersten Serien gezählt hat, die die Realität nicht durch die "rosarote Brille" dargestellt haben, sondern auch die hässlichen Seiten der Gesellschaft schonungslos gezeigt haben.
  • Weiters hat es mich absolut beeindruckt, wie realistisch und umfassend sie soziale Probleme behandelt hat:
    Von Korruption & Polizeigewalt über illegale Einwanderung bin hin zu Kindesmissbrauch oder dem Verharmlosen psychischer Erkrankungen. Ja sogar große, gesellschaftliche Verschwörung & geistige Manipulation a la "Manchurian Candidate" sind eine Thema.
  • Und auch die beiden Hauptprotagonisten sind nicht nur die strahlenden Helden, sie haben auch grundlegende Schwächen:
    Beide sind Singles, haben gescheiterte Beziehungen hinter sich bzw. sind nicht in der Lage, ernsthafte Beziehungen aufzubauen. Und beide machen ab und zu auch Fehler.

Zukunftsweisendes Storytelling:

  • Neben viel Realismus punkto Gewalt & sozialer Probleme punktet die Serie mit sympathischen Charakteren und auch viel Humor.
    Während man bis in die 70er Jahre hinein Probleme teilweise tot geschwiegen oder verharmlost hat und in den 80er Jahren diese eher in Form von Action-Komödien behandelt hat, so hat sich der Mix aus Realismus & Spaß erst ab Mitte der 90er Jahre im Fernsehen durch gesetzt.
  • Das Grundrezept, Action, harter Realismus, Charaktere auch mit Schwächen und Humor zeichnet auch heute noch erfolgreiche Serien aus, allen voran "Navy CIS".

Fazit

"Starsky & Hutch" ist für mich die wahrscheinlich Bahn brechendste Serie der 1970er Jahre, die ihrer Zeit weit voraus war. Sie hat es wie kein anderes Stück Fernsehen ihrer Zeit verstanden, Realismus, Action & Spaß zu einem überzeugenden Gesamtprodukt zu kombinieren.

Das Grundrezept ihres Storytellings ist auch bei erfolgreichen Serien des 21. Jahrhunderts noch immer das selbe.

Sie hat mich unterhalten und mich zum Nachdenken gebracht. Es war mir vorher z.B. nicht bewusst, was für ein großes Probleme illegale Einwanderung und schmutzige Geschäfte mit dieser schon in den 70er Jahren waren.

Die Serie hat sich daher eine große Würdigung redlichst verdient!

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20. März 2015 5 20 /03 /März /2015 22:00

Wie letzte Woche schon angeklungen, so habe ich jetzt eine Youtube-Playlist meiner persönlichen Top-100 der Nuller-Jahre gemacht.

Hoffe, ihr habt an der 00er-Jahre-Musik so viel Spaß wie ich - oder sogar noch mehr :-)

 

https://www.youtube.com/playlist?list=PLyQdxA7DJfwb2A-iCK0cQyAOpkuaw1iJK

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13. März 2015 5 13 /03 /März /2015 22:05

Uli-2000er-Lieder-jpg.jpgEiner meiner bevorzugten Radiosender bei uns in Österreich, "88,6 Der Musiksender" macht regelmäßig Publikumsabstimmungen zu den Lieblingsliedern der Hörer zu einer bestimmten Zeit, einem bestimmten Künstler oder einem bestimmten Thema.

Dieses Mal geht es um die beliebtesten Lieder der 2000er Jahre.

 

War ja auch klar, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es die 1. Revival-Welle der Nuller-Jahre gibt. Jetzt ist es eben soweit.

Und ich kann damit wirklich auch sehr gut leben. Denn die Nuller-Jahre, ganz besonders die Zeit von 2000-2002 war für mich persönlich eine musikalisch extrem prägende. In diesen Jahren habe ich mich erst so richtig für Musik interessiert und habe einen eigenen Geschmack ausgebildet.

 

Und dieser Geschmack ist offen für prinzipiell alle Richtungen, jedoch sehr Rock-lastig, offen für Mundart und an Musik orientiert, die vermeintliche Widersprüche vereint.

 

Inspiert von der 88,6-Wahl und meines persönlichen Musikgeschmacks habe ich meine eigenen Charts der 2000er Jahre gemacht.

Diese bieten ein breites Spektrum an Liedern, neben verschiedensten Varianten von Rock auch Pop, Hip-Hop, elektronische und andere Musik.

Ein besonderes Herzensthema für mich ist auch gute Mundart-Musik, welche moderne Musik mit mindestens halbwegs originalen Mundart-Texten vereint.

 

Uli's Top 100 der 2000er Jahre 

         
Nr. Interpret Titel Jahr Genre
         
1 Red Hot Chilli Peppers Otherside 2000 Alternative Pop-Rock
2 Linkin Park Numb 2004 Nu Metal
3 Kelly Clarkson Behind these hazel eyes 2004 Pop-Rock
4 Billy Talent Red flag 2006 Alternative Rock
5 Gsindl I mecht leben 2000 Mundart-Rock
6 Machinae Supremacy Soundtrack to the Rebellion 2004 Synth-Metal
7 System of a Down Chop Suey 2001 Alternative Metal
8 Nickleback How you remind me 2000 Rock
9 Threshold Light and Space 2001 Metal
10 Russell Simmins Comfortable Place 2000 Gitarren-Pop
11 Avril Lavigne Together 2004 Pop-Rock
12 Ausseer Hardbradler Weihnacht is neama weit 2003 Mundart-Pop
13 Papa Roach Last Resort 2000 Nu Metal
14 Sportfreunde Stiller Frühling 2004 Deutscher Alternative-Rock
15 TATU All the things she said 2002 Synth-Pop-Rock
16 Three Days Grace Wake up 2003 Alternative Nu-Metal
17 Anastacia I'm outta love 2000 Soul
18 Gavin Rossdale Adrenaline 2002 Alternative Rock
19 Juli Geile Zeit 2004 Deutschpop
20 H-Blockx Vs. Dr. Ring-Ding Ring of fire 2000 Punkrock-Crossover
21 Staind Believe 2008 Alternative Rock
22 Mando Diao Down in the past 2005 Alternative Rock
23 Stoahoat & Bazwoach Wann alls weg is 2002 Mundart-Gitarren-Pop
24 Muse Hysteria 2003 Alternative Rock
25 Jimmy Eat World Pain 2004 Alternative Rock hart
26 Silbermond Das Beste 2006 Deutschpop
27 Vanilla Ninja Don't go too fast 2004 Pop-Rock
28 Nelly Furtado The grass is green 2003 RnB-Pop
29 Evanescence Haunted 2004 Alternative-Metal
30 Reamonn Supergirl 2000 Pop-Rock
31 Greenday Boulevard of broken dreams 2005 Pop-Punkrock
32 Garbage Why do you love me 2005 Pop-Rock
33 Querschläger Season Lover Bua 2003 Mundart-Musik
34 Gorillaz Feel Good Inc. 2005 Pop-Hip-Hop-Elektro-Crossover
35 Coldplay Speed of Sound 2005 Alternative Pop
36 Kosheen Catch you 2000 Jungle-Pop
37 HIM Poison Girl 2000 Emo-Rock
38 Pink Who knew 2006 Pop
39 3 Doors Down Kryptonite 2000 Alternative Rock
40 Eminem feat. Dido Stan 2000 Rap
41 Kings of the Leon Red morning light 2003 Blues-Rock
42 Robbie Williams Feel 2002 Pop
43 Britney Spears Toxic 2004 Pop-Rock
44 Zweckinger Gschafft 2009 Mundart-Rock
45 Amy Winehouse Valerie 2007 Soul-Pop
46 Linkin Park New divide 2009 Nu Metal
47 Shakira Whenever, Wherever 2002 Pop
48 Lady Gaga Bad Romance 2009 Dance
49 Pussycat Dolls Don't cha 2005 RnB
50 Incubus Love hurts 2008 Alternative Rock
51 Billy Talent Try honesty 2003 Alternative Rock
52 Natasha Bedingfield Soulmate 2007 Pop
53 The Offspring I want you bad 2000 Punk-Rock
54 Sportfreunde Stiller Ein Kompliment 2002 Deutscher Alternative-Rock
55 Christoph Martin Scho wieder so a Wixa 2007 Mundart-Reggae
56 The Sounds Fire 2002 Synth-Rock
57 Fuel Million Miles 2004 Alternative Rock
58 Courtney Love Hold on to me 2004 Alternative Rock
59 Fettes Brot Emanuela 2004 Hip-Hop-Pop-Crossover
60 Millenkolin Kemp 2000 Alternative Metal
61 Strata When it's all burning 2003 Alternative Rock
62 Christina Aguilera Fighter 2003 Pop-Rock
63 Placebo The bitter End 2003 Alternative Rock
64 Bluesbrauser Mit Dir 2004 Mundart-Blues
65 Linkin Park In the end 2001 Nu Metal
66 Christl Stürmer Scherbenmeer 2007 Deutschpop
67 Beatsteaks Hand In Hand 2004 Alternative Rock
68 The Strokes Last Nite 2001 Indie-Rock
69 Funkalicious Rawgreen 2000 Heavy Funk
70 Crazytown Butterfly 2000 Nu Metal
71 Rastafahnda Hoslnusssteckn 2001 Mundart-Reggae
72 Alien Ant Farm Smooth Criminal 2001 Nu Metal
73 Good Charlotte I just wanna live 2005 Punkrock-Crossover
74 Jet Rollover DJ 2003 Indie-Rock
75 Peaches Talk to me 2006 Indie-Synthpop
76 White Stripes Fell in love with a girl 2002 Indie-Rock
77 Limp Bizkit Behind blue eyes 2003 Nur Metal Crossover
78 Horst Biewald Chiemgau Reggae 2008 Mundart-Reggae
79 Sunrise Avenue Fairytale gone bad 2006 Pop-Rock
80 Keane Somewhere Only We Know 2004 Alternative Pop
81 Kaiser Chiefs Oh my god 2004 Alternative Pop-Rock
82 Menlo Park Miles 2002 Indie-Pop
83 Supergrass Rush hour soul 2002 Alternative Pop-Rock
84 Kaga Zeit 2003 Mundart-Pop
85 Outkast Ms. Jackson 2000 Hip-Hop
86 Melanie C featuring Lisa "Left Eye" Lopes Never be the same again 2000 Pop-Rap-Crossover
87 The Killers Somebody told me 2004 Alternative Rock
88 Sammy Deluxe Zurück 2004 Hip-Hop
89 Bush The people that we love (Speed kills) 2000 Alternative Rock
90 Wilt Distortion 2002 Indie-Rock
91 Katy Perry Hot 'N Cold 2008 Pop
92 Angie Stone Wish I didn't miss you 2001 Soul
93 Underdog Project Summer Jam 2000 Pop
94 Tweet feat. Missy Eliott Oops oh my! 2002 RnB
95 Maroon 5 Harder to breathe 2002 Alternative Pop-Rock
96 Sertab Erener Every way that I can 2003 Pop
97 Nova International One decision 2002 Synth-Rock
98 The Rasmus In the shadows 2003 Pop-Rock
99 Die toten Hosen Steh auf, wenn du am Boden bist 2002 Stimmungs-Deutschrock
100 Modjo Lady 2000 House

 

Hoffe, dass euch meine Auswahl gefällt, (schöne) Erinnerungen in euch wach ruft, euch auch Neues kennen lernen lässt und generell vor allem euer Herz anspricht!

 

P.S.: Als besonderen Service habe ich noch eine Youtube-Playliste meiner Nuller-Jahre Top-100 erstellt. Ein Video ist eben noch anschaulicher, als eine Text-Tabelle.

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2. Februar 2015 1 02 /02 /Februar /2015 18:30

Pegida-Collage-png Im Charlie-Hebdo-Artikel vorangekündigt, jetzt umgesetzt: Meine Meinung zu Pegida.

Pegida steht für patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes. Die Bewegung ist vor allem in Deutschland seit vielen Wochen in aller Munde. Heute Abend gibt es auch die 1. Pegida-Demonstration bei uns in Österreich, in der Bundeshauptstadt Wien.

 

Inhaltlich sehe ich bei Pegida Licht und Schatten:

Kritik an islamistischen, sehr konservativen und natürlich fundamentalistischen Strömungen des Islams halte nicht nur für sinnvoll sondern sogar für notwendig.

Pauschalkritik am Islam, welche auch gemäßigt Gläubige oder weltlich orientierte Menschen Moslems, mit einschließt, ist nicht nur objektiv falsch, es ist auch höchst unfair gegenüber diesen.

 

 

Diese Feinheiten in der Argumentation sind für die Beurteilung von Pegida absolut entscheidend. Sie sind es nämlich, die einen breiten gesellschaftlichen Konsens gegen den radikalen Islam verhindern und einen Spaltkeil in die Gesellschaft treiben.

Denn auch wenn das Positionspapier sauber formuliert ist – unabhängig, ob man dessen Inhalte nun befürwortet oder ablehnt – so agieren manche der Aktivisten punkto Differenzierung zweifelhaft.

 

Es gibt darüber hinaus noch weitere Auffälligkeiten, die einen unguten Nachgeschmack hinterlassen, wie zum Beispiel:

  • Über Pegida ist sehr früh sehr intensiv in den Massenmedien berichtet worden. Und zwar in der Form, dass diese Bewegung als großes Feindbild einer liberalen Gesellschaft aufgebaut worden ist.
    Die Montagsdemos der neuen Friedensbewegung sind im Mainstream dagegen nahezu tot geschwiegen worden.
  • Die in einem Naheverhältnis zum US-Establishment stehenden Online-Kampanisierer Avaaz & Change.org haben die Polarisierung durch Anti-Pegida-Kampagnen weiter angeheizt.
    Es gibt prononcierte Stimmen (z.B. Gerhard Wisnewski), die der Überzeugung sind, dass die USA ein Interesse haben, anderen, für sie nachteiligeren Bewegungen durch die Fokussierung auf das Thema "Pegida" das Wasser abzugraben.
  • Pegida hat es sogar geschafft, einen Keil in die, sonst durch ihre Establishment-Kritik geeinten Querdenker zu treiben.
    Die Mehrheit von diesen spricht sich gegen Pegida aus, allen voran Jürgen Todenhöfer, Dirk Müller oder Ken Jebsen. Jürgen Elsässer dagegen ist ein Befürworter dieser Bewegung.

Auch wenn Pegida in manchen Punkten absolut berechtigte Kritik äußert, so ist bei dieser Bewegung vor allem auf Grund der angeführten Auffälligkeiten große Vorsicht angebracht.

Insgesamt sehe ich die Pegida-Bewegung daher kontraproduktiv. Engagierte Menschen, die sich gerne engagieren wollen, sollten das aus meiner Sicht besser in Organisationen tun, die konsensorientierter sind und nicht den Geruch der "Forcierung-von-Außen" an sich tragen.

 

Ebenso kritisch stehe ich aber auch Anti-Pegida-Fanatikern gegenüber. Sie sollten sich einmal ernsthaft inhaltlich mit der von Pegida geäußerten Kritik auseinandersetzen und dieser auch den einen oder anderen berechtigten Aspekt abgewinnen!

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16. Januar 2015 5 16 /01 /Januar /2015 00:05

Voyager-20-Jahre-png.pngWürdigungen für wichtige Science-Fiction-Serien haben bei mir schon Tradition.

Nach den beiden Star Trek Serien "Next Generation" (TNG) und "Deep Space Nine" (DS9), sowie "Babylon 5" und dessen Ableger "Crusade" so feiert nun Voyager (VOY) ein großes Jubiläum, das ich natürlich ebenfalls begehe:

Vor genau 20 Jahren am 16. Jänner 1995 ist sie in den USA zum 1. Mal auf den Fernsehschirmen geflogen.

 

Anders als bei "Deep Space Nine" oder "Babylon 5" war ich damals richtig scharf darauf, mehr Star Trek zu sehen und den viel erwarteten Nachfolger des neuen Raumschiffs Enterprise, das ab 1994 nur mehr im Kino geflogen ist, kennen zu lernen.

Voyager gehört sicher nicht zu den allerbesten aber sie gehört sicher zu den wirklich guten Science-Fiction-Serien. Sie hat den Höhepunkt von Star Trek 1996 mit eingeleitet hat, allerdings auch den starken Abschwung ab der Jahrtausendwende.

 

Voyager spielt im selben Universum und zur selben Zeit wie TNG & DS9. Allerdings nicht am selben Ort, das Schiff wird ebenso wie ein Raumjäger des Maquis von einem sehr mächtigen Wesen, dem Fürsorger, in den Delta-Quadranten gebracht. Dort ist die Voyager auf sich alleine gestellt und selbst bei Höchstgeschwindigkeit rund 75 Jahre von der Heimat entfernt.

 

Dieses Szenario, wo die Serie abseits der Heimat und weitgehend ohne den Rest der Föderation spielt, unterscheidet Voyager von allen anderen Star Trek Serien.

Und der Umgang mit dieser neuen, schwierigen Situation, wo Selbstverständlichkeiten nicht mehr gegeben sind und man in der Fremde ums Überleben kämpfen muss, machen besonders die 1. Staffel für mich sehr interessant.

 

Trotz des eigenständigen Szenarios ist sie eine richtige Star Trek Serie, die nicht nur Spannung, Spaß und Action bietet, sondern die auch hohen Wert auf Toleranz und moralische Integrität legt.

 

Die Voyager ist auch wieder viel heller als Deep Space Nine, erinnert optisch an die Enterprise-D.

Die Charakter-Zusammensetzung ist – unabhängig von der Frage, ob man diese politisch höchst korrekt gestalten hätte müssen – sehr gelungen.

Janeway, der erste weibliche Star Trek Captain, der indianische Ex-Maquis-Aufständische und 1. Offizier Chakotay, der vulkanische Sicherheitschef Tuvok, die halb-klingonische Ex-Maquis-Chef-Ingenieurin Torres, der holografische Doktor, später auch die Ex-Borg "Seven of Nine" und all die anderen ergeben eine Mischung, die für viele Spannung, Humor und Abwechslung sorgt.

 

Damit kommen wir aber auch zu mehreren Kritikpunkten:

  • Der Charakter von Captain Janeway hat sehr große Diskrepanzen, ganz besonders bezüglich ihrer eigener Werte. Bei vielen Gelegenheiten stilisiert sie die Werte und Ideale der Föderation in den Himmel hoch und fordert von der Crew vehement deren Einhaltung. Gleichzeitig ist es sie selbst, die Entscheidungen trifft, welche moralisch fragwürdig sind (z.B. die Wieder-Aufspaltung von Tuvix, dem Hybrid-Wesen aus Tuvok und Neelix) oder sogar dem Föderationsrecht widersprechen (wie ihre persönliche Jagd auf die USS Equinox).
  • Im Gegensatz zu ihren 2 Vorgängern steigt die Qualität nicht ab der 3. Staffel, sondern sie fällt in der 2. Staffel stark ab und ist danach zwar wieder erheblich besser, aber schwankend.
  • Der Charakter des stellvertretenden Chefingenieurs Joe Carey, der in der 1. Staffel immer in spannenden Episoden mitwirkt, wird später nahezu irrelevant. Das missfällt mir, da dadurch Spannungspotential verschenkt worden ist und sich sogar einige absurde Situationen ergeben (z.B. vertritt "Seven of Nine" Torres als Chefingenieurin, obwohl Carey auf dem Schiff wäre).
  • Im Gegensatz zu TNG & DS9 gibt es eine starke Diskrepanz zwischen dem Anfang und dem Ende der Serie, welche sie inhomogen macht. Während der Fürsorger & seine Gefährtin den Anfang von Voyager prägen, so spielen am Ende der Serie die Borg die entscheidende Rolle. Die Borg sind in der 3. Staffel aus Quotengründen in die Serie eingeführt worden.
    Auch das macht Voyager etwas "unrund".
    seven-of-nine-vector-Kopie-1.jpg

Der durch den Borg-Handlungsbogen eingeführte Charakter "Seven of Nine" hat allerdings wesentlich mehr zu bieten, als eine große und gut sichtbar zur Schau gestellte Oberweite. Sie ist einer der am besten ausgearbeiteten Charaktere des gesamten Star Trek Universums. Die "Mensch-Werdung" dieser Borg kann sich sogar mit dem "Nach-Menschlichkeit-Streben" Datas leicht messen.

 

Fazit:

Voyager ist eine wirklich gute Science-Fiction-Serie, die mir sowohl bei ihrem Erscheinen, als auch jetzt noch gut gefällt. Trotz nennenswerter Schwächen möchte ich sie nicht missen und sehe sie auch heute noch als bereichernd. Wenn sie sich nicht an ihren 2 herausragenden Vorgängern "Next Generation" und "Deep Space Nine" messen lassen müsste, dann wäre sie sogar ein bemerkenswertes Stück Fernsehen.

In diesem Sinne noch einmal herzliche Gratulation zum Jubiläum!

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