Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog
16. Januar 2015 5 16 /01 /Januar /2015 00:05

Voyager-20-Jahre-png.pngWürdigungen für wichtige Science-Fiction-Serien haben bei mir schon Tradition.

Nach den beiden Star Trek Serien "Next Generation" (TNG) und "Deep Space Nine" (DS9), sowie "Babylon 5" und dessen Ableger "Crusade" so feiert nun Voyager (VOY) ein großes Jubiläum, das ich natürlich ebenfalls begehe:

Vor genau 20 Jahren am 16. Jänner 1995 ist sie in den USA zum 1. Mal auf den Fernsehschirmen geflogen.

 

Anders als bei "Deep Space Nine" oder "Babylon 5" war ich damals richtig scharf darauf, mehr Star Trek zu sehen und den viel erwarteten Nachfolger des neuen Raumschiffs Enterprise, das ab 1994 nur mehr im Kino geflogen ist, kennen zu lernen.

Voyager gehört sicher nicht zu den allerbesten aber sie gehört sicher zu den wirklich guten Science-Fiction-Serien. Sie hat den Höhepunkt von Star Trek 1996 mit eingeleitet hat, allerdings auch den starken Abschwung ab der Jahrtausendwende.

 

Voyager spielt im selben Universum und zur selben Zeit wie TNG & DS9. Allerdings nicht am selben Ort, das Schiff wird ebenso wie ein Raumjäger des Maquis von einem sehr mächtigen Wesen, dem Fürsorger, in den Delta-Quadranten gebracht. Dort ist die Voyager auf sich alleine gestellt und selbst bei Höchstgeschwindigkeit rund 75 Jahre von der Heimat entfernt.

 

Dieses Szenario, wo die Serie abseits der Heimat und weitgehend ohne den Rest der Föderation spielt, unterscheidet Voyager von allen anderen Star Trek Serien.

Und der Umgang mit dieser neuen, schwierigen Situation, wo Selbstverständlichkeiten nicht mehr gegeben sind und man in der Fremde ums Überleben kämpfen muss, machen besonders die 1. Staffel für mich sehr interessant.

 

Trotz des eigenständigen Szenarios ist sie eine richtige Star Trek Serie, die nicht nur Spannung, Spaß und Action bietet, sondern die auch hohen Wert auf Toleranz und moralische Integrität legt.

 

Die Voyager ist auch wieder viel heller als Deep Space Nine, erinnert optisch an die Enterprise-D.

Die Charakter-Zusammensetzung ist – unabhängig von der Frage, ob man diese politisch höchst korrekt gestalten hätte müssen – sehr gelungen.

Janeway, der erste weibliche Star Trek Captain, der indianische Ex-Maquis-Aufständische und 1. Offizier Chakotay, der vulkanische Sicherheitschef Tuvok, die halb-klingonische Ex-Maquis-Chef-Ingenieurin Torres, der holografische Doktor, später auch die Ex-Borg "Seven of Nine" und all die anderen ergeben eine Mischung, die für viele Spannung, Humor und Abwechslung sorgt.

 

Damit kommen wir aber auch zu mehreren Kritikpunkten:

  • Der Charakter von Captain Janeway hat sehr große Diskrepanzen, ganz besonders bezüglich ihrer eigener Werte. Bei vielen Gelegenheiten stilisiert sie die Werte und Ideale der Föderation in den Himmel hoch und fordert von der Crew vehement deren Einhaltung. Gleichzeitig ist es sie selbst, die Entscheidungen trifft, welche moralisch fragwürdig sind (z.B. die Wieder-Aufspaltung von Tuvix, dem Hybrid-Wesen aus Tuvok und Neelix) oder sogar dem Föderationsrecht widersprechen (wie ihre persönliche Jagd auf die USS Equinox).
  • Im Gegensatz zu ihren 2 Vorgängern steigt die Qualität nicht ab der 3. Staffel, sondern sie fällt in der 2. Staffel stark ab und ist danach zwar wieder erheblich besser, aber schwankend.
  • Der Charakter des stellvertretenden Chefingenieurs Joe Carey, der in der 1. Staffel immer in spannenden Episoden mitwirkt, wird später nahezu irrelevant. Das missfällt mir, da dadurch Spannungspotential verschenkt worden ist und sich sogar einige absurde Situationen ergeben (z.B. vertritt "Seven of Nine" Torres als Chefingenieurin, obwohl Carey auf dem Schiff wäre).
  • Im Gegensatz zu TNG & DS9 gibt es eine starke Diskrepanz zwischen dem Anfang und dem Ende der Serie, welche sie inhomogen macht. Während der Fürsorger & seine Gefährtin den Anfang von Voyager prägen, so spielen am Ende der Serie die Borg die entscheidende Rolle. Die Borg sind in der 3. Staffel aus Quotengründen in die Serie eingeführt worden.
    Auch das macht Voyager etwas "unrund".
    seven-of-nine-vector-Kopie-1.jpg

Der durch den Borg-Handlungsbogen eingeführte Charakter "Seven of Nine" hat allerdings wesentlich mehr zu bieten, als eine große und gut sichtbar zur Schau gestellte Oberweite. Sie ist einer der am besten ausgearbeiteten Charaktere des gesamten Star Trek Universums. Die "Mensch-Werdung" dieser Borg kann sich sogar mit dem "Nach-Menschlichkeit-Streben" Datas leicht messen.

 

Fazit:

Voyager ist eine wirklich gute Science-Fiction-Serie, die mir sowohl bei ihrem Erscheinen, als auch jetzt noch gut gefällt. Trotz nennenswerter Schwächen möchte ich sie nicht missen und sehe sie auch heute noch als bereichernd. Wenn sie sich nicht an ihren 2 herausragenden Vorgängern "Next Generation" und "Deep Space Nine" messen lassen müsste, dann wäre sie sogar ein bemerkenswertes Stück Fernsehen.

In diesem Sinne noch einmal herzliche Gratulation zum Jubiläum!

Diesen Post teilen

Repost 0
Published by kritisch-konstruktiv - in Unterhaltung star-trek
Kommentiere diesen Post

Kommentare

Über Diesen Blog

  • : Blog von kritisch-konstruktiv
  • Blog von kritisch-konstruktiv
  • : Kritisch-konstruktiv ist mein Blog, in dem ich über Gott und die Welt schreibe. Von Computer und Internet über Sport, Unterhaltung bis hin zu Politik und Nachhaltigkeit.
  • Kontakt

  • kritisch-konstruktiv
  • Ulrich Lintl, Jahrgang 1978, kritisch-konstruktiver Zeitgenosse, sehr an Nachhaltigkeit, Politik, Natur und Internet interessiert. Auch an Sport, Kabarett und gutem Essen. Ausserdem liegt mit regionale Kultur und Mundarten am Herzen.

Letzte Artikel

  • Mein Facebook-Rückzug
    Facebook und ich – das war sehr oft eine schwierige Beziehung. Jetzt ist sie vorbei – und wird das aus heutiger Sicht auch bleiben.Meine Gründe dafür gehen aber weit über dieses soziale Netzwerk hinaus. Später Einstieg und Erfolge Es liegt in meiner Natur,...
  • Google – Teil 3: Die Markt-Gefahr
    In Teil 1 meiner Blog-Reihe zu Google habe ich die unzähligen Tätigkeitsbereiche und den damit verbundenen, riesigen Einfluss auf unser aller Leben näher beleuchtet. Im 2. Teil habe ich mir Gedanken zur völlig unterschiedlichen Wahrnehmung von Google,...
  • 3 Jahre „Die Anstalt“ und transatlantische Netzwerke
    Genau 3 Jahre ist es her, am 29. April 2014 ist die für mich denkwürdigste und aufschlussreichste Ausgabe der politischen Kabarett-Sendung „Die Anstalt“ im ZDF ausgestrahlt worden. Wie Max Uthoff und Claus von Wagner damals die transatlantischen, NATO-nahen...
  • Jonathan und Charlotte – CD-Kritik „Together“
    Vor rund 4 Jahren, 2013, bin ich über das junge, britische Popera-Duo „Jonathan & Charlotte“ (das sind Jonathan Antoine und Charlotte Jaconelli) gestolpert. Kurz darauf habe ich einen Blog-Eintrag über sie geschrieben. 1 Jahr später, 2014, hat sich das...
  • Weltfrieden statt 3. Weltkrieg, Herr Trump!
    Ein offener Brief an den Präsidenten der USA, Donald Trump: Sehr geehrter Herr Präsident Trump! Frühmorgens am 7. April haben Sie als US-Präsident den Befehl gegeben, einen Luftwaffenstützpunkt der syrischen Armee mit Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk...
  • Eine tolles Sportwochenende für Österreich und die Welt
    Das Wochenende am 29. und 30. Jänner 2017 war ein tolles Wochende für den Sport, speziell für den österreichischen. Daher ist das ein super Anlass, um nach langer Zeit auch wieder einmal einen Sportbeitrag im Blog zu schreiben. Highlight aus österreichischer...
  • GetSimple – das einfachste CMS der Welt mit unsicherer Zukunft
    Content-Management-Systeme (CMS) gibt es viele. Zu den bekanntesten gehören Wordpress, Joomla und Typo3. Diese verlangen aber allesamt nach einer MySQL-Datenbank am Server. Und vor allem ist die Einrichtung und die Anpassung der Systeme an die eigenen...
  • Volksbegehren gegen TTIP, CETA und TISA in Österreich
    Heute am 20. Jänner 2017 ist in Österreich das Volksbegehren „Gegen TTIP, CETA und TISA“ gestartet. Die 3 transatlantischen „Freihandelsabkommen“, stehen schon seit 2-3 Jahren massiv in der Kritik eine Unzahl von kritischen Gruppierungen – und das für...
  • Der gemeine SF-Fan-Lemming – Science-Fiction & Wirklichkeit, Teil 2
    Vor knapp über 2 Jahren habe ich – inspiriert von einem zwischenzeit gelöschten (aber jetzt wieder verfügbarem) Artikel bei „Tichyseinblick“ – einen Blog-Eintrag über die moralische Autorität von Jean-Luc Picard geschrieben. Das war der 1. Teil meiner...
  • Trump, Clinton, Third-Parties & mehr – Rückschau US-Wahl 2016
    Die US-Präsidenten-Wahlen 2016 liegen zwar nun schon einige Wochen zurück, gerade durch die damit verbundene Entemotionalisierung ist aber jetzt schon ein nüchterner Blick auf deren Ergebnis möglich. Meines und das Kurz-Resümee von Dirk Müller gleich...

Kategorien

Links