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Kritisch-konstruktiv ist mein Blog, in dem ich über Gott und die Welt schreibe. Von Computer und Internet über Sport, Unterhaltung bis hin zu Politik und Nachhaltigkeit.

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Pegida – mit Vorsichtig zu genießen

Pegida-Collage-png Im Charlie-Hebdo-Artikel vorangekündigt, jetzt umgesetzt: Meine Meinung zu Pegida.

Pegida steht für patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes. Die Bewegung ist vor allem in Deutschland seit vielen Wochen in aller Munde. Heute Abend gibt es auch die 1. Pegida-Demonstration bei uns in Österreich, in der Bundeshauptstadt Wien.

 

Inhaltlich sehe ich bei Pegida Licht und Schatten:

Kritik an islamistischen, sehr konservativen und natürlich fundamentalistischen Strömungen des Islams halte nicht nur für sinnvoll sondern sogar für notwendig.

Pauschalkritik am Islam, welche auch gemäßigt Gläubige oder weltlich orientierte Menschen Moslems, mit einschließt, ist nicht nur objektiv falsch, es ist auch höchst unfair gegenüber diesen.

 

 

Diese Feinheiten in der Argumentation sind für die Beurteilung von Pegida absolut entscheidend. Sie sind es nämlich, die einen breiten gesellschaftlichen Konsens gegen den radikalen Islam verhindern und einen Spaltkeil in die Gesellschaft treiben.

Denn auch wenn das Positionspapier sauber formuliert ist – unabhängig, ob man dessen Inhalte nun befürwortet oder ablehnt – so agieren manche der Aktivisten punkto Differenzierung zweifelhaft.

 

Es gibt darüber hinaus noch weitere Auffälligkeiten, die einen unguten Nachgeschmack hinterlassen, wie zum Beispiel:

  • Über Pegida ist sehr früh sehr intensiv in den Massenmedien berichtet worden. Und zwar in der Form, dass diese Bewegung als großes Feindbild einer liberalen Gesellschaft aufgebaut worden ist.
    Die Montagsdemos der neuen Friedensbewegung sind im Mainstream dagegen nahezu tot geschwiegen worden.
  • Die in einem Naheverhältnis zum US-Establishment stehenden Online-Kampanisierer Avaaz & Change.org haben die Polarisierung durch Anti-Pegida-Kampagnen weiter angeheizt.
    Es gibt prononcierte Stimmen (z.B. Gerhard Wisnewski), die der Überzeugung sind, dass die USA ein Interesse haben, anderen, für sie nachteiligeren Bewegungen durch die Fokussierung auf das Thema "Pegida" das Wasser abzugraben.
  • Pegida hat es sogar geschafft, einen Keil in die, sonst durch ihre Establishment-Kritik geeinten Querdenker zu treiben.
    Die Mehrheit von diesen spricht sich gegen Pegida aus, allen voran Jürgen Todenhöfer, Dirk Müller oder Ken Jebsen. Jürgen Elsässer dagegen ist ein Befürworter dieser Bewegung.

Auch wenn Pegida in manchen Punkten absolut berechtigte Kritik äußert, so ist bei dieser Bewegung vor allem auf Grund der angeführten Auffälligkeiten große Vorsicht angebracht.

Insgesamt sehe ich die Pegida-Bewegung daher kontraproduktiv. Engagierte Menschen, die sich gerne engagieren wollen, sollten das aus meiner Sicht besser in Organisationen tun, die konsensorientierter sind und nicht den Geruch der "Forcierung-von-Außen" an sich tragen.

 

Ebenso kritisch stehe ich aber auch Anti-Pegida-Fanatikern gegenüber. Sie sollten sich einmal ernsthaft inhaltlich mit der von Pegida geäußerten Kritik auseinandersetzen und dieser auch den einen oder anderen berechtigten Aspekt abgewinnen!

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