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10. Januar 2015 6 10 /01 /Januar /2015 15:15

Wolfgang-Loitzl-End.jpgNur gut 3 Monate nach Thomas Morgenstern ist heute am 10.01.2015 auch Wolfgang Loitzl (Spitzname "Wuff"), der Sieger der Vierschanzentournee 2008/2009 und Normalschanzen-Weltmeister von 2009,  zurück getreten. Die Ära der Superadler ist damit endgültig beendet, auch wenn mit Gregor Schlierenzauer und Andreas Kofler zwei von ihnen noch aktiv sind.

 

Wolfgang Loitzl war mir schon immer sympathisch. Ein ruhiger, fast schon trockener Typ, der sich auf seine Arbeit konzentriert, freundlich ist, aber auch sehr hart und entschlossen in der Sache sein kann.

Er war ein großer Stilist, der es als einer von ganz wenigen Skispringern geschafft hat, 5 Mal die Höchstnote 20 von den Wertungsrichtern zu bekommen.

Loitzl war gemeinsam mit Martin Koch einer der Athleten, die schon deutlich vor der Pointer-Ära (2005-2014) im Weltcup debütiert und sogar schon Erfolge gefeiert haben.

Anfänge & Stagnation

Nach seinem Junioren-Weltmeister-Titel 1998 und der Saison 2000/2001 mit mehreren Weltcup-Einzel-Podest-Platzierungen und als Krönung dem Mannschafts-WM-Titel von der Normalschanze in Lahti hat alles auf seinen großen Durchbruch hin gedeutet.

 

Doch nach seiner rückblickend dritterfolgreichsten Saison ist seine Karriere die nächsten 5 Saisonen etwas ins Stocken geraten:

Die folgenden Jahre war er im Einzel ein solider Top-20-Platzspringer, der in Mannschaftsbewerben seinen Mann gestanden hat und für Österreich 2004 Mannschaftsbronze im Skifliegen und 2005 2 Mal Mannschaftsgold von Normal- und Groß-Schanze geholt hat.

Fast jedes Mal, wenn der Wolfgang in dieser Zeit die Top-10 verpasst hat, hat Armin Kogler als Co-Kommentator gesagt, dass er aus seiner Sicht großes Potential hat, welches er nicht ausschöpft, und eigentlich um die Spitzenplätze mitmischen müsste.

 

Der Tiefpunkt seiner Karriere war 2006 bei den olympischen Spielen in Turin erreicht: Nach einer für seine damaligen Verhältnisse "normalen" Saison war er bei Olympia Ersatzmann, der nicht zum Einsatz gekommen ist und die Saison enttäuscht vorzeitig beendet hat.

Aufstieg, Hochblüte & Ende

Doch gleichzeitig hat diese schmerzliche Erfahrung 2006 auch den Grundstein für seine größten Erfolge gelegt: Ab der Saison darauf hat er härter und besser gearbeitet und es haben sich sogleich die ersten Erfolge eingestellt:

  • 2006/2007 ist er zum regelmäßigen Top-10-Springer geworden, im Gesamtweltcup mit Platz 13 in die Top-15 zurück gekehrt und ist mit der Mannschaft in Sapporo wieder Weltmeister geworden.
  • 2007/2008 hat er sich noch einmal verbessert gezeigt, 2 Weltcup-Podest-Plätze im Einzel errungen (seine ersten seit 7 Jahren) und ist in der Gesamtwertung 10. geworden.
  • 2008/2009 war mit Abstand die erfolgreichste Saison für ihn:
    -) Vierschanzentournee-Sieger
    -) Einzel-Weltmeister von der Normalschanze & Mannschafts-Weltmeister
    -) 4 Weltcup-Siege und zahlreiche Podiums-Plätze
    -) Zum ersten und einzigen Mal als Dritter in den Top-3 im Gesamt-Weltcup
  • Bei den Rückblicken ziemlich unter den Tisch gefallen ist seine zweiterfolgreichste Saison 2009/2010:
    -) Platz 3 bei der Vierschanzen-Tournee
    -) 2 Podiums-Plätze in Einzel-Weltcup-Springen und Rang 6 in der Gesamtwertung
    -) Mit der Mannschaft seine erste und einzige Olympia-Medaille, sogar in Gold,

Seine beiden erfolgreichsten Saisonen ist er mit Atomic-Skis gesprungen.

Der Rückzug Atomics und die damit zusammen hängende Material-Umstellung war ein wichtiger Grund, dass die darauf folgenden Saisonen nicht mehr so erfolgreich für den Ober-Steirer waren.

 

Die letzten, erwähnenswerten Highlights hat er in der Saison 2012/2013 gesetzt:

  • Sein letzter Mannschafts-WM-Titel in Predazzo
  • 1 Weltcup-Einzel-Podium, zahlreiche Top-10-Plätze
  • Der unbelohnte 4. Platz im Einzel-WM-Springen

Meine persönlichen Schlussworte

Lieber Wolfgang, vielen Dank für deine großartigen Leistungen als Skispringer über die vielen Jahre, vielen Dank für die Erfolge, die du nicht nur für dich sondern auch für uns Fans errungen und uns jede Menge Freunde beschert hast.

 

Du warst ein zentraler Bestandteil der "Super-Adler", des österreichischen Skisprung-Wunder-Teams in der 2. Hälfte der 2000er Jahre.

Und du hast durch deinen Vierschanzen-Tournee-Sieg nach Überwindung einer 9-jährigen Durststrecke einen einmaligen, bisher 7-jährigen Erfolgslauf für Österreich eingeleitet.

 

Alles Gute für dich & für deine Familie, hoffentlich sehen wir dich in irgendeiner konstruktiven Funktion wieder, egal ob im Skisprung-Sport oder wo anders.

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  • Ulrich Lintl, Jahrgang 1978, kritisch-konstruktiver Zeitgenosse, sehr an Nachhaltigkeit, Politik, Natur und Internet interessiert. Auch an Sport, Kabarett und gutem Essen. Ausserdem liegt mit regionale Kultur und Mundarten am Herzen.

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