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7. Mai 2013 2 07 /05 /Mai /2013 21:15

Aktualisierung 09.11.2014:

Die Informationen dieses Artikel sind in der Zwischenzeit stark veraltet.

Bitte beachten Sie meine aktuelle Kaufberatung vom Oktober 2014, um sich über den derzeitigen Letztstand am Grafikkarten-Markt zu informieren.

 

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Entgegen früherer Pläne bringen weder Nvidia noch AMD im 1. Halbjahr 2013 ihre neuen Grafikkarten-Generationen auf den Markt.

Während AMD den Marktstart seiner Radeon HD 8000er Serie im 4. Quartal 2013 anvisiert, so soll die GT/GTX 700er Serie von Nvidia Gerüchten zur Folge erst im 1. Quartal 2014 folgen.

 

Damit hat sich auch meine persönliche Marschroute geändert:

Mangels einer neuen Karten-Generation gibt es keine komplett neue Grafikkarten-Kaufberatung (wie zuletzt im Oktober 2012), sondern ein großes Update.


Denn trotzdem gibt es mehrere neue Desktop-Grafikkarten innerhalb der aktuellen Generation.

Sub-Mittelklasse

Mit der erst im April 2013 vorgestellten Radeon HD 7730 bringt AMD die erste Karte der aktuellen Generation heraus, deren Leistungsniveau knapp unterhalb der Mittelklasse angesiedelt ist.

 

Diese tritt die Nachfolge der Radeon HD 6670 (die auch als Radeon HD 7670 angeboten wird) an. Die 7730er soll laut ersten Benchmarks dabei rund 1/3 schneller sein als ihre Vorgängerin.

 

Nvidia bietet ja schon seit 2012 in diesem Segment die GT 640 auf, welche wohl auch leistungsmäßig mit AMDs neuem Modell auf Augenhöhe ist.

 

Als Zielgruppe für Karten dieser Klasse sehe ich vor allem Kunden, die zwar bescheidene Anforderungen an die Grafikleistung haben, jedoch mehr Leistung benötigen, als von den aktuellen, Prozessor-internen Grafikeinheiten geliefert wird.

Auch für Kunden, die eine alte Grafikkarte tauschen möchten, machen sie Sinn.

 

Bei der Einschätzung vor allem der Radeon HD 7730 ist noch Vorsicht geboten, da sie noch nicht im Handel ist und es daher noch keine Preise oder Testergebnisse gibt.
Persönlich bin ich mir sicher, dass Nvidia und AMD auch hier in der selben Liga spielen.

 

Nvidias 640er bekommt man ab knapp 70,- €, AMDs 7730er ist in derselben Preisregion zu erwarten.

Mittelklasse

Die für mich spannendste Entwicklung gibt es in der Mittelklasse. Dort haben sowohl AMD als auch Nvidia jeweils 1 neues Modell vorgestellt. Und zwar je 1 Modell auf Basis der bestehenden, jedoch verfeinerten Technik.

 

AMD hat die zwischen den Radeon-HD-Modellen 7770 und 7850 positionierte 7790 vorgestellt.

Nvidia die zwischen der GTX 650-TI und GTX 660 positionierte GTX 650-TI-Speed.

 

Beide Modelle bieten einen ganz starken Kompromiss zwischen guter Rechenleistung, moderatem Energieverbrauch und vernünftigem Anschaffungspreis. Sowohl die AMD- als auch die Nvidia-Karte sind für Mainstream-Nutzer daher sehr zu empfehlen!

 

Leistungsmäßig bleiben das Kräfteverhältnis sowie die gesamten Stärken und Schwächen dieser beiden Modelle dieselben, wie bei den anderen Karten der aktuellen Generation:

 

Nvidia bietet die höhere Rechenleistung, vor allem bei Spielen, verlangt aber auch mehr Geld dafür.

AMD bietet weniger Spiele-Leistung, ist jedoch etwas billiger und bietet eine etwas höhere GPGPU-Rechenleistung (wenn die Grafikkarte allgemeine Rechenoperationen übernimmt).

 

Spieler, welche 20-25,- € Mehrpreis und auch ca. 30 Watt höheren Stromverbrauch unter Last in Kauf nehmen, bekommen mit der GTX 650-TI-Speed rund ¼ mehr Rechenleistung.

 

Allrounder, werden sich die 20-25,- € eher sparen und zur Radeon HD 7790 greifen.

 

Zu kaufen gibt es die 7790er ab ca. 120,- €, die 650-TI-Speed ab ca. 140,- €.

Oberklasse & High-End

Am meisten hat sich heuer in der oberen Oberklasse und im High-End-Segment getan. Ich finde allerdings – und das sage ich nicht zum 1. Mal – dass diese Leistungsklasse selbst für die meisten Power-User überdimensioniert ist.

 

Nachdem Nvidia sich 2012 mit der GTX 690 ein De-facto-Monopol bei den Dual-GPU-Grafikkarten (also mit 2 Grafikprozessoren) gesichert hat, hat AMD heuer – sehr spät – mit der Radeon HD 7990 gekontert.

 

Diese bietet eine leicht höhere Rechenleistung als ihr Nvidia-Gegenstück, wobei bei Spielen eher Gleichstand herrscht, bei GPGPU-Anwendungen die AMD-Karte klar voran ist. Allerdings ist der Energieverbrauch der Radeon HD 7990 klar höher als derjenige der GTX 690, welche auch noch ein bisschen billiger ist.

Auch in der oberen Oberklasse gilt daher: Die individuelle Kaufentscheidung hängt von den persönlichen Präferenz ab.

 

Preise: AMDs 7990er ab ca. 950,- €, Nvidia 690er ab ca. 900,- €.

 

Mangels Alternativen keine Frage der Präferenz wäre die Wahl der Nvidia GTX-Titan.

Die Titan ist die mit Abstand leistungsfähigste, für Endkunden gedachte Single-GPU-Grafikkarte (also mit 1 Grafikprozessor auf der Karte) am Markt.

Sie ist eine absolute High-End-Karte für Generalisten (und nicht für Spiele-Spezialisten). Vor allem bei GPGPU-Anwendungen (wo die Grafikkarte allgemeine Rechenaufgaben übernimmt) schlägt sie alle anderen Endkunden-Grafikkarten am Markt deutlich.

 

Erhältlich ist die GTX Titan ab ca. 950,- €.

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27. April 2013 6 27 /04 /April /2013 03:00

sonntagsoeffnung-2013

In den letzten Wochen hat das Schlecker-Nachfolge-Unternehmen „dayli“ in Österreich mit seinen Sonntagsöffnungs-Plänen für große Aufregung gesorgt:

„dayli“ hat durch einen Bistro-Betrieb seiner Drogerie-Greisslereien das Sonntagsöffnungsverbot aushebeln und sich so einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern herausschinden wollen.

 

Abseits der gewohnt harten und klaren Kritik der Gewerkschaft an diesen Plänen erscheint es auf den 1. Blick überraschend, dass auch die Wirtschaftskammer ebenso strikt dagegen ist und beide Sozialpartner erfolgreich bei der Bundesregierung für ein Schließen der vorhandenen Schlupflöcher interveniert haben. SPÖ und ÖVP haben im Nationalrat einen von allen Fraktionen unterstützten Gesetzesantrag eingebracht, der vorsieht, dass hinkünftig nur mehr echte Gastronomiebetriebe Alltagsprodukte am Sonntag verkaufen dürfen.

 

Nachdem vor allem Rot, Schwarz und Orange, teilweise aber auch Blau jahrelang vehemente Verfechter einer massiven Ausweitung der Ladenöffnungszeiten gewesen sind, so – ich formuliere es betont vorsichtig – scheint sich ein Schwenk im politischen Mainstream Österreichs vollzogen zu haben.

Auf einmal kommen seitens der Regierung Argumente, die bislang hauptsächlich von der, von Kirchen und Gewerkschaften initiierten, „Allianz für den freien Sonntag“ öffentlich vertreten worden sind.

 

Und diese Argumente stimmen einfach:

Abgesehen davon, dass eine umfangreiche Sonntagsöffnung (und darüber hinaus generell noch weiter ausgedehnte Ladenöffnungszeiten) die gemeinsam zu verbringende Zeit der Menschen noch weiter reduzieren, so sind erweiterte Öffnungszeiten auch gesamtwirtschaftlich widersinnig.

Umsätze kann man nicht einfach so steigern, ohne höhere verfügbare Einkommen bei den Menschen können diese schlichtweg auch nicht mehr ausgeben.

 

Was sich allerdings bei offenen Geschäften am Sonntag ändern würde, das wäre die Verteilung der Umsätze:

Großunternehmen würden davon deutlich profitieren, kleine und mittlere Unternehmen verlieren.

Die Gründe, warum dem so ist, sind es wert, einmal in einem separaten Blog-Eintrag behandelt zu werden. Der Punkt ist jedoch, dass Großunternehmen mit ihren wesentlich größeren Ressourcen sowohl den – bei mehr offenen Tagen – höheren Personalbedarf leichter stemmen als auch die Bewerbung dieser Zeiten wesentlich besser bewerkstelligen können.

 

Somit wird klar, warum Großunternehmer wie Richard Lugner, Janet Kath (Interio) oder jetzt eben „dayli“ so vehement auch an Sonntagen aufsperren möchten.

Und somit verwundert es nicht, dass laut Fritz Aichinger, dem Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Wien, in Umfragen der Kammer sich regelmäßig rund 90 % der Unternehmer (und das sind natürlich vorwiegend KMUs) gegen eine Sonntagsöffnung aussprechen.

 

Selbstverständlich bin auch ich persönlich nicht nur als Kleinunternehmer, sondern auch als ein gegen Konsumwahn und für Nachhaltigkeit eingestellter Bürger ein leidenschaftlicher Befürworter der Beibehaltung und vielleicht sogar Reduzierung der bestehenden Ladenöffnungszeiten!

 

Das Beispiel des Abschmetterns der von „dayli“ versuchten Sonntagsöffnung durch die Hintertür zeigt, dass selbst Großwirtschafts-Lobby-getriebene Politiker auf wichtige Interessen der Menschen dieses Landes zumindest manchmal Rücksicht nehmen müssen.

 

Wichtig wäre dementsprechend, dass noch viel mehr Menschen so viel Druck für ihre berechtigten Anliegen machen, dass auch ihnen die Politik Gehör schenken muss. Damit bestünde dann die Chance, auf echte Demokratie und Nachhaltigkeit!

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20. April 2013 6 20 /04 /April /2013 21:15

Am 8. April 2013 ist die 1. und bisher einzige britische Premierministerin Margaret Thatcher im Alter von 87 Jahren gestorben.

thatcher-uli-png.png 

Thatcher hat schon während ihrer Amtszeit extrem polarisiert. Dass sie das aber selbst nach Ihrem Tot noch tut ist historisch wohl einmalig.

 

Margaret Thatcher ist 1975 Vorsitzende der britischen Konservativen geworden und, nachdem diese die Unterhauswahlen 1979 gewonnen haben, erster weiblicher Premierminister geworden.

 

In Erinnerung ihrer Regierungszeit sind dabei vor allem eine radikale, umfassende Privatisierungswelle besonders von öffentlichen Dienstleistungen, eine knallharte Haltung gegenüber Gewerkschaften und der von ihr geführte Falklandkrieg mit Argentinien geblieben.

Die Wirtschaft ist in ihrer Ära ebenso deutlich gewachsen wie die Arbeitslosigkeit gestiegen ist. Das Schlagwort der 2/3-Gesellschaft (sprich: Zweidrittel-Gesellschaft) ist entstanden, wo 2/3 der Bevölkerung aktiv am Wirtschaftsleben teilnehmen und profitieren, während des restliche 1/3 existieren darf.

 

Ein britischer Blogger hat es so formuliert, dass Thatcher dafür verantwortlich ist, dass er in unpünktlichen, unsauberen und unsicheren Zügen fährt.

 

Bei aller berechtigten Kritik an einer polarisierenden Person so sind allerdings persönliche Untergriffe, wie sie nach Thatchers Tod zahlreich passiert sind, striktest abzulehnen. Ganz besonders dann, wenn diese weit unter der Gürtellinie angesetzt sind und noch dazu wirklich sehr heftig ausfallen.

 

Thatcher hat Satan mit Beelzebub ausgetrieben. Es ist wahrscheinlich, dass der Beelzebub des privatomanischen Wirtschaftsliberalismus der größere Teufel als der Satan des bürokratischen Staatssozialismus gewesen ist.

Aber auch wenn die Gegenrezepte schlecht waren, so muss man ganz klar festhalten,  dass es so wie in den 1970er Jahren, mit einem sehr großen und sehr ineffektivem staatlichen Sektor, nicht weiter gegangen wäre.

 

Das sei auch heute allen denjenigen Verfechtern von staatlicher Dominanz bei den zentralen, öffentlichen Dienstleistungen ins Stammbuch geschrieben – zu denen auch ich mich zähle:

Auch öffentliche Dienste müssen klar definiert und wirtschaftlich effizient sein – und natürlich dem Zugriff der Parteipolitik entzogen.

 

Und man muss unbedingt erwähnen, dass besonders seit der Machtübernahme Tony Blairs in den 1990er Jahren auch die Labour Party voll auf den neoliberalen Zug aufgesprungen ist – die Finanzeliten-freundliche Politik allerdings als Arbeiter-freundlich verkauft.

 

Insofern kann ich mich, als jemand, der Thatchers Politik ebenfalls sehr kritisch gegenüber steht, voll der Einschätzung der KPÖ-Steiermark anschließen, dass „mit Margaret Thatcher eine aus heutiger Sicht ungewohnt aufrechte Vertreterin der Interessen von Banken und Konzernen verstorben ist“.

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19. April 2013 5 19 /04 /April /2013 22:45

Nicht nur höchste Zeit für einen neuen Blog-Eintrag, sondern auch für meinen ersten, ursprünglich auf Englisch geschrieben Eintrag überhaupt (das ist eine Übersetzung aus dem Englischen)!

 

Vor ungefähr 1 ½ Wochen habe ich auf Youtube Musik-Video-Clips durchgesurft. Ich weiß gar nicht mehr, welchen Clip ich mir angesehen habe, aber ich weiß noch ganz genau den Titel eines der empfohlenen Youtube-Videos auf der rechten Leiste:

Shy Boy and his Friend Shock the Audience” (= schüchterner Bub und seine Freundin schockieren das Publikum).

 

Obwohl noch nie selbst gesehen, weil in Österreich nicht ausgestrahlt, so habe ich “Britain’s got talent” und Simon Cowell bereits gekannt. Auch deutsprachige TV-Sender haben schon über seine Rüden Manieren gegenüber Kandidaten berichtet.

 

Seit der 1. Staffel von “Big Brother” im Jahr 2000 kann ich jegliche “Reality-TV” Sendungen nicht leiden. Und auch Casting-Shows zähle ich zu Reality-TV.

 

Trotzdem habe ich mir das Video angesehen und es hat mich aus den Socken gehaut!

2 britische Teenager, der stark übergewichtige Jonathan und seine Freundin Charlotte, haben ein modern-klassisches Lied dargeboten – und das auf eine absolut unglaubliche Art und Weise.

 

Vor allem Jonathans Stimme ist herausragend, ich zähle ihn bereits jetzt weltweit zu den Top-5 Tenören. Beide zusammen haben das Publikum in einen Zustand der Ekstase gesungen – frenetische, stehende Ovationen des ganzen Saales inklusive.

 

Ehrlicherweise muss man sagen, dass Charlottes 1. Darbietung nicht restlos überzeugend war und Simon Cowell – mürrisch wie gewohnt – hat Jonathan geraten, sie abzuservieren. Jonathan hat das verweigert.

 

Seit der 2. Darbietung im Halbfinale ist auch Charlotte absolut großartig! Und die Tatsache, dass Simon Jonathans Entscheidung, zu Charlotte zu stehen, als beste Entscheidung, die er jemals gemacht hat, bezeichnet hat, hat die Popularität des Duos massiv gesteigert.

 

Es ist ersichtlich, dass ich mir nach dem 1. Video noch weitere angeschaut habe – viele weitere. Die jungen Sänger und ihre Geschichte haben mich sofort voll fasziniert und tun das immer noch.

Jonathan und Charlotte sind nicht nur großartige Sänger und auch nicht nur gute und treue Freunde. In allen ihren Aussagen und Taten erscheinen sie mir sehr sympathische und bodenständige Menschen zu sein – etwas, das ich sehr schätze.

 

Sehr schade für mich:

Die jungen Briten haben in meiner Heimatstadt Wien letzte Woche gesungen – ich bin aber leider zu dieser Veranstaltung nicht eingeladen worden und war daher auch nicht in der Lage, sie live zu erleben.

 

Ich werde mir ihre CD kaufen und muss mich für den Augenblick damit zufrieden geben, mir diese anzuhören.

 

Die Möglichkeit zu bekommen, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen ist fantastisch! Und hoffentlich bleiben die 2 dieselben sympathischen Personen, als die ich sie jetzt einschätze.

In jedem Fall wünsche ich ihnen von ganzem Herzen alles Gute.

 

Damit sich jeder einen eigenen Eindruck von Jonathan und Charlotte machen kann empfehle ich mein persönliches Lieblingslied „Caruso“.

 


 

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7. März 2013 4 07 /03 /März /2013 17:50

Am letzten Sonntag haben die Landtagswahlen 2013 in Niederösterreich und Kärnten statt gefunden.

Gebracht haben sie zum Ersten einen wiedergewählten ÖVP- und einen neu gewählten SPÖ-Landeshauptmann.

Gebracht haben sie zum Zweiten in beiden Bundesländern einen großen Wahlverlierer, die FPÖ, und einen großen Wahlsieger, das Team Stronach, welches in beiden Bundesländern in die Landesregierung einzieht.

 

Eine Wahlanalyse für Niederösterreich habe ich bei meinbezirk.at gemacht.

 

Was mich aber am meisten interessiert:

Gebracht haben sie leider wieder einmal ein enttäuschendes Abschneiden aller kleinen Parteien: Weder in Niederösterreich noch in Kärnten ist es einer von ihnen gelungen, auch nur die 1-Prozent-Marke zu erreichen.

Gründe

  1. Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht. Und was der Österreicher nicht kennt, das wählt er nicht.
    Frank Stronach ist zwar neu in der Politik, aber eine seit rund 20 Jahren in Österreich bundesweit bekannte Persönlichkeit. Dazu kommt, dass man mit seinen finanziellen Mitteln große Wahl-Kampagnen fahren kann.
    Allen anderen, neuen und kleinen Parteien fehlt das.
  2. Die kleinen Parteien haben eine zu geringe Verbreitung an der Basis, in den Gemeinden.
    Dort, wo sie – möglichst aktive – Ortsgruppen oder lokale Partner haben, dort können sie heute schon reüssieren. Dort wo das fehlt, dort fehlen auch die Stimmen.
    Der persönliche Kontakt im Rahmen der Basis-Arbeit ist unbedingt erforderlich, wenn einem die Medien-Power fehlt.
  3. Zu kurzfristige bzw. ungenügend vorbereitete Kandidaturen
    Wer 5 Monate vor der Wahl mit der Konstituierung der Gruppe beginnt, wie die Mutbürger, kann sich keine Wunder erwarten. Auch bei den anderen Klein-Gruppen habe ich den Eindruck, dass man sich vor dem Wahlkampf zu wenig am landespolitischen Diskurs beteiligt hat.

Lösungsansätze

Den kleinen Gruppen muss allen klar werden, dass man ein Haus nicht in die Luft bauen kann, sondern ein Fundament braucht. Egal ob man nun die KPÖ-Steiermark, die Liste Burgenland oder auch die 5-Sterne-Bewegung Beppo Grillos hernimmt: Sie alle haben mit ihrer politischen Arbeit auf der lokalen Ebene angefangen.
Und: Sie haben ihre Projekte langfristig aufgezogen.

 

Welche konkreten Punkte sind für den zukünftigen Erfolg kleiner Parteien notwendig:

  1. Kommunale Verankerung & Basis-Arbeit
    In den Gemeinden findet der direkte, persönliche Kontakt mit den Bürgern statt. Und dieser ist für Gruppierungen, die eben keine nennenswerte Präsenz in den großen Medien haben, die einzige Möglichkeit, um bei den Wählern zu punkten.
    Die Wahlergebnisse z.B. der Mutbürger oder der KPÖ in NÖ, wo es Ortsgruppen oder lokale Partner gegeben hat, sind weit über dem Landesdurchschnitt gelegen.
  2. Unbedingt notwendig sind auch Kooperationen.
    Wenn 12 Kleinparteien glauben, dass jeder für sich etwas reißt, dann kann das nur schief gehen. Davon abgesehen, dass man sich gegenseitig konkurrenziert so sind gerade die Österreicher sehr skeptisch gegenüber neuen Gruppen.
    Mehr als 2 Sammel-Bewegungen – je 1 eher bürgerliche und 1 eher linke – haben weder in den Köpfen noch in den Herzen der Bürger Platz.
  3. Langfristigkeit
    Kandidaturen, die maximal auf einen Zeitraum von 2 Jahren betrieben werden, sind sinnlos – außer man hat die Mittel und den Bekanntheitsgrad eines Frank Stronach.
    Ein weiterer Erfolgsfaktor der Listen, die in Volksvertretungen eingezogen sind, ist das langfristige Betreiben eines Projektes. Und das heißt für mindestens 2 Legislaturperioden.
    Und auch wenn dieser Faktor wohl erst langfristig wahlentscheidend sein wird: Präsenz in kleineren Medien, v.a. im Internet ist ganz wichtig. Der stete Tropfen höhlt den Stein.

Schlusssatz

Ich bin sehr gespannt, in wie weit die kritischen Kleingruppen lernfähig sind und sich diese Überlegungen endlich einmal zu Herzen nehmen und ob sie auch die Fähigkeit zur Umsetzung haben.

Zu wünschen wäre es sowohl ihnen selbst als auch der Demokratie!

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2. März 2013 6 02 /03 /März /2013 03:15

nordische-wm-2013-logo-3.jpg

Das ist meine letzte Vorschau für diese nordische Ski-WM, heute ist ja schon der vorletzte Tag.

Und zumindest beim Springen ist die Vorschau dieses Mal ziemlich einfach.

Kombination Team-Sprint

Im Team-Sprint der nordischen Kombinierer gibt es 4 Favoriten:

Deutschland, Österreich, Norwegen und Frankreich.

 

Die Deutschen (Frenzel & Edelmann), die Österreicher (Gruber & Denifl) und die Franzosen (Lamy-Chappuis & Lacroix) haben allesamt schon Medaillen bei dieser WM gewonnen. Die Norweger (Moan & Kokslien) noch nicht.

Am stärksten schätze ich persönlich die Deutschen ein. Frenzel ist super drauf, Edelmann hätte im Einzel-Bewerb von der Großschanze ohne seinen Sturz gute Medaillenchancen gehabt.

 

Gefährliche Außenseiter sind mit Sicherheit die Japaner, welche sowohl im Einzel als auch im Team bisher mit den Plätzen 4-6 knapp an einer Medaille vorbei geschrammt sind.

Auch die USA darf man im Team nicht vergessen. Die bisherigen Leistungen auf der Großschanze waren zwar bescheiden, aber im Kleinschanzen-Team-Bewerb haben sie in Val di Fiemme schon Bronze geholt.

 

Bemerkenswertes Detail:
Der Österreicher Mario Stecher hat auf einen Start im Team-Sprint von sich aus verzichtet. Wegen Schonung für sein Knie und dem Stärker-Einschätzen von Wilhelm Denifl hat er aktiv seinen Team-Kollegen Denifl empfohlen.

Herren-Team-Springen Großschanze

Auf Grund der bisherigen Leistungen im Weltcup, bei den Kleinschanzen-Bewerben und noch mehr beim Großschanzen Einzel-Springen hier bei der WM gibt es 3 große Favoriten, die höchstwahrscheinlich den Sieg unter sich ausmachen werden:

Österreich, Norwegen und Deutschland.

 

Obwohl meine Landsleute bisher ihr Potential auf der Schanze noch nicht richtig haben ausspielen können, so stehen die Chancen weiterhin jedes Team-Springen bei Großereignissen seit 2005 zu gewinnen gut.

Gregor Schlierenzauer, Thomas Morgenstern und Wolfgang Loitzl haben jeder individuelles Podest-Potential. Und Manuel Fettner ist ein solider 4. Mann.

 

Die Norweger haben mit Anders Bardal und Anders Jacobsen 2 Einzelmedaillen-Gewinner bei dieser WM. Die 2 weiteren Springer, ich rechne mit Tom Hilde und Andreas Stjernen, sind aber bisher nicht mehr als solide gewesen.

 

Die Deutschen wiederum haben die wahrscheinlich ausgeglichenste Mannschaft: Zwar keinen absoluten Siegspringer, dafür aber mit Richard Freitag, Severin Freund, Michael Neumayer und Andreas Wank 4 individuell Top-Ten taugliche Athleten.

 

Slowenien hat bei dieser WM einen sehr guten Peter Prevc, sonst aber sehr wenig.

Japan hat mit Daiki Ito und Taku Takeuchi 2 solide Springer – und sonst ebenfalls sehr wenig.

Und Polen hat einen auf der Großschanze überragenden Kamil Stoch mit bisher enttäuschenden Teamkollegen.

Diese 3 Nationen haben daher nur Aussenseiter-Chancen auf eine Medaille.

Schlussatz:

Alle Niederösterreicher und Kärntner neben dem Sport schauen auch daran denken, morgen wählen zu gehen. Wer noch Infos braucht: Ich habe meine persönlichen Informationsquellen hier im Blog zusammen getragen.

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28. Februar 2013 4 28 /02 /Februar /2013 16:10

3 Tage sind es noch bis zum entscheidenden Tag, dem Wahlsonntag:

Wie geht es in Kärnten und in Niederösterreich politisch weiter?

Regiert Erwin Pröll weiterhin absolut?

Oder schaffen die Oppositionsparteien einen Demokratisierungsschub?

Wie wird der neue Kärntner Landtag aussehen?

 

Ich habe in meinem Blog und auch auf meinbezirk.at ausführlich über die Wahl berichtet.

Mit diesem Eintrag schließe ich die Berichterstattung ab.

Dabei möchte ich hauptsächlich noch auf interessante Informationsquellen hinweisen.

 

Auf Facebook gibt es die Veranstaltung „Alternative Wahlberichterstattung NÖ Landtagswahl 2013“.

Dort werden aus jeder Menge hochwertiger Quellen Infos zur Wahl gebündelt.

Ein ganz heißer Tipp für alle Bürger, die an umfassenden Infos über alle kandidierenden Listen interessiert sind.

 

Weiters darf ich auch noch auf den Wahl-Kommentar des NFÖs verweisen.

Der Empfehlung, möglichst Kleinparteien zu wählen, kann ich mich voll anschließen.

 

Für alle Kärntner bietet Neuwal im Walallmanach  einen Überblick über die inhaltlichen Eckpunkte ALLER bei den Landtagswahlen in Kärnten kandidierenden Listen.

 

Wichtig ist – und das lege ich jedem niederösterreichischem als auch jedem kärntner Bürger dringendst ans Herz – ist, dass man am 03.03.2013 wählen geht.

 

In Niederösterreich plädiere ich aus demokratiepolitischen Gründen ganz klar für eine Oppositionspartei, wenn möglich eine neue, noch nicht im Landtag vertretene Partei, als 1. Wahl aus meiner Sicht die Mutbürger.

 

Ab jetzt blicke ich nur mehr mit größter Spannung auf den kommenden Sonntag.

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28. Februar 2013 4 28 /02 /Februar /2013 00:45

nordische-wm-2013-logo-2.jpg

Auf 2, besonders für die Österreicher wichtige, Bewerbe bei der nordischen Ski-WM 2013 in Val di Fiemme möchte ich eine kurze Vorschau machen:

Auf den Einzelbewerb der nordischen Kombinierer und auf den Einzelbewerb der Spezialspringer, jeweils von der Großschanze.

Kombination Einzel Großschanze

Hier kann man sagen, dass wohl wieder die üblichen Verdächtigen die Medaillen unter sich ausmachen werden.

 

Die 2 Top-Favoriten für mich sind dabei ganz klar der Deutsche Eric Frentzel und der Franzose Jason Lamy-Chappuis. Trotz seiner beiden Goldmedaillen schätze ich auf Grund der Trainingsleistungen Lamy auf der Großschanze eine Spur schwächer als den Deutschen ein. Frenztel dürfte – von den Trainingsleistungen her – mit der Großschanze besser zur Recht kommen.

 

Als Mitfavoriten schätze ich den Österreicher Bernhard Gruber, den Norweger Magnus Moan, sowie die beiden Japaner Akito Watabe und Taihei Kato ein. Sie alle springen und laufen sehr solide und sind im Training mit der großen Schanze in Predazzo gut zu Recht gekommen.

 

Aussenseiter-Chancen sehe ich einmal für Mario Stecher und für Wilhelm Denifl, welche auf Schanze und Loipe Qualität haben. Wenn sie sehr gute Sprungleistungen zeigen, dann können auch Christoph Bieler, Tino Edelmann, Marjan Jelenko und vielleicht sogar Haavard Klemetsen um die Medaillen laufen.

Herren-Einzel-Springen Großschanze

Top-Favorit ist auf der großen Schanze, noch mehr als auf der kleinen, Gregor Schlierenzauer. Die Form passt, seine Sprung-Technik kommt auf Großschanzen besser zur Geltung und Selbstvertrauen ist nach bereits 2 Silbermedaillen bei dieser WM mehr als genug da.

 

Weitere Favoriten sind für mich der Norweger Anders Jacobsen, der Pole Kamil Stoch, und der Schweizer Simon Ammann.

Jacobsen ist im Training sehr gut zu Recht gekommen, wenn er einmal 2 Sprünge voll erwischt, dann kann er jeden schlagen.

Das mit den 2 Sprüngen voll erwischen gilt auch für Stoch. Seine Form ist grundsätzlich auch gut und größere Schanzen liegen ihm – so wie Schlierenzauer – mehr.

Nach der Enttäuschung auf der Kleinschanze muss man Simon Amman auf der Großen, nach sehr guten Trainingsleistungen, auf der Rechnung haben. Er ist schon öfter wie der Phönix aus der Asche wiederauferstanden.

 

Nach guten bis sehr guten Leistungen in Training, Qualifikation oder auch bei den Wettkämpfen auf der Kleinschanze gebe ich Peter Prevc aus Slowenien, Richard Freitag aus Deutschland, Anders Bardal aus Norwegen (dem die große Schanze nicht ganz so gut zu liegen scheint), sowie Thomas Morgenstern und Wolfgang Loitzl aus Österreich zumindest auf eine Medaille Außenseiter-Chancen.

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24. Februar 2013 7 24 /02 /Februar /2013 17:55

Alle Wahlen wieder dasselbe Spiel:

In der Wahlberichterstattung der meisten großen Medien spielen neue und kleine Parteien fast keine Rolle.

Besonders negativ in dieser mehr als zweifelhaften Disziplin tut sich hier stets der ORF hervor.

 

Wenn man sich als unbedarfter Bürger alleine auf die Zeit im Bild verlassen würde, dann müsste man glauben, dass in Niederösterreich nur 5 Parteien zur Wahl antreten.

In der Sendung vom 23.02.2013 sind einzig die im Nationalrat vertretenen (!) Listen, die auch in NÖ kandidieren, erwähnt worden.

 

Besonders gegenüber den Mutbürgern und ganz besonders gegenüber der KPÖ, welche in 13 bzw. 19 Wahlkreisen die Kandidatur geschafft haben, ist das eine bodenlose Frechheit.

Doch auch CPÖ und Piraten sollten – gerade von einem öffentlich-rechtlichen Sender – erwähnt werden.

 

In Kärnten dasselbe Spiel in gelb-weiß-rot:

Abstruserweise dürfen auch hier nur die 6 im Nationalrat vertretenen Parteien in der TV-Elefantenrunde des Landes-ORF diskutieren. Und das, obwohl in Kärnten mit der LPÖ (Lebenswerte-Partei), der ASOK (Allianz soziales Kärnten) und den Piraten sogar 3 weitere Parteien die landesweite Kandidatur geschafft haben.

So ein Verhalten ist für jedes seriöse Medium, ganz besonders aber für ein öffentlich-rechtliches, unter jeder Kritik und völlig jenseitig!

 

Objektivitätspflicht bleibt eben ein reiner Papiertiger, wenn sich das größte Medium des Landes ebenso im Würgegriff der heutigen Parlamentsparteien befindet wie alle 3 Staatsgewalten (Exekutive, Legislative und Judikative).

Die ORF-Verantwortlichen müssen „spuren“, sonst bekommen sie mit den politisch Verantwortlichen Probleme.

 

Objektiverweise – ich nehme dieses journalistische Grundprinzip sehr ernst – muss man aber auch erwähnen, dass es selbst beim ORF Lichtblicke gibt: Gerade das Landesstudio Niederösterreich hat in seiner Berichterstattung auch immer wieder die kleinen Parteien erwähnt, wenn auch knapp bemessen.

 

Ein weiteres, positives Beispiel hat die Kleine Zeitung in Kärnten abgeliefert:

Sie hat eine Podiumsdiskussion von ALLEN 9 landesweit kandidierenden Listen veranstaltet.

Generell habe ich in der aktuellen Wahl-Berichterstattung Print-Medien (reine Online-Medien sowieso) als deutlich objektiver wahrgenommen als TV-Sender.

 

Grundsätzlich gilt die Faustregel: „Je kleiner das Medium, desto objektiver – und desto gleicher verteilte Aufmerksamkeit für alle politischen Gruppierungen“.

In Niederösterreich fallen mir hier zum Beispiel spontan Radio SOL, Tips (total regional) oder die Bezirksblätter (siehe hierzu auch meine Artikel auf meinbezirk.at) ein. Selbst die NÖN – sonst als Fast-ÖVP-Medium bekannt – haben ziemlich fair über alle Listen berichtet.

 

Außerdem möchte ich in Niederösterreich noch das Politikforum Baden erwähnen, das eine Podiumsdiskussion von 8 Jugendkandidaten der einzelnen Listen in NÖ veranstaltet hat.

 

Was kann und muss jeder einzelne tun, um diese heute unbefriedigende Situation zu verbessern:

  1. Medien oder andere Quellen lesen oder schauen, die möglichst objektiv über ALLE kandidierenden Listen bei einer Wahl berichten
  2. Aktiv recherchieren (Internet oder im Bekanntenkreis), welche Listen kandidieren und natürlich auch, welche Inhalte sie vertreten
  3. Informationen, gerade über kleine Listen, die von vielen Medien „geschnitten werden“, aktiv im Bekanntenkreis verbreiten
  4. Protest-Leserbriefe an Medien schreiben, die Informationen über bestimmten Gruppierungen oder bestimmte Inhalte unterdrücken – inkl. Weiterverbreitung dieser Infos in Facebook, Internet-Foren, Blogs,  per E-Mail oder mündlich
    Auch Lob bei guter Berichterstattung an die Medien verteilen und dem Bekanntenkreis mitteilen

Ich habe die Totschweige-Problematik kleiner Parteien schon seit Jahren auf meinem persönlichen Radar. Und jede Wahl, wo diese wieder auftritt motiviert mich umso mehr, noch entschiedener für eine Veränderung einzutreten.

Und wenn es gelingt, dass das mehr Menschen tun, dann ist es nur mehr eine Frage der Zeit, bis über alle politischen Gruppierungen ausreichend berichtet wird.

 

Einen ganz wichtigen Beitrag zu diesem Ziel leistet auch die IG Faires Wahlrecht (Interessensgemeinschaft für ein faires Wahlrecht in Österreich), in der sich aktuell 7 neue Initiativen zusammengeschlossen haben. In dieser sind sowohl Öneu (Initiative Österreich NEU), in welcher ich federführend tätig bin, als auch ich persönlich engagiert.

 

Abschließender Tipp:
Auf http://www.wahlinformation.at/ gibt es viele Info zu allen in Niederösterreich und Kärnten kandidierenden Listen und noch mehr.

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23. Februar 2013 6 23 /02 /Februar /2013 01:15

Nach den Jubiläen von "Star Trek: The Next Generation" (25 Jahre) und "Star Trek: Deep Space Nine" (20 Jahre) so gibt es nun in weniger als 5 Monaten bereits das 3. Jubiläum einer wichtigen Science-Fiction-Serie zu begehen:
Am 22.02.1993 ist "Babylon 5" in den USA zum 1. Mal auf Sendung gegangen.

Alle 3 Serien gemeinsam haben einen bisher noch nie da gewesenen Science-Fiction-Hype ausgelöst, der Mitte der 1990er Jahre seinen Höhepunkt erreicht hat.

Noch größer als bei „Deep Space Nine“ war meine anfängliche Unlust, mich mit B5, wie die Serie kurz genannt wird, auseinander zu setzen:
Denn Babylon 5 ist nicht einfach nur eine neue Raumstation, sondern ein komplett neues, eigenes Serien-Universum.
Letztendlich bin ich aber sehr froh, mir auch diese großartige Science-Fiction-Serie „gegeben zu haben“.

Grundthema von Babylon 5 ist der Kampf Gut gegen Böse.
Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen dabei, die Lichtwesen „Vorlonen“ sind nicht unbedingt gut und die Schattenwesen nicht unbedingt böse.

Eine Neuheit und – meiner Meinung nach – bis heute Besonderheit ist der sich über die gesamte Seriendauer von 5 Jahren erstreckende, zusammen hängende Handlungsbogen:
Charaktere entwickeln sich fundamental weiter und wechseln teilweise die Seiten. Die Entwicklungen sind dabei allesamt in sich höchst schlüssig und realistisch.

Der geniale Serien-Schöpfer J. Michael Straczynski (JMS) hat nicht nur ein großes, komplexes, konsistentes und wirklich faszinierendes Serien-Universum geschaffen. Er hat sogar unvorhergesehe Elemente, wie z.B. den Ausstieg des Stations-Commanders Sinclair aus der Serie, in einen faszinierenden Handlungsstrang der Zukunft gepackt. Sinclair wird dabei zu einer historischen Schlüsselfigur der außerirdischen „Minbari“.

B5 ist eine wirklich sehr düstere, pessimistische Serie, die vielleicht düsterste Serie überhaupt.
Genau diese Düsternis hat aber einen großen Reiz, man kann durchaus sagen eine Faszination.

Bei „Deep Space Nine“ wird eine an und für sich immer noch positive Zukunftsvision etwas „verdunkelt“, also auch mit Schattenseiten ausgestattet. Bei Babylon 5 dagegen handelt es sich um eine pessimistische Zukunftsvision mit optimistischen Ansätzen, vor allem auch mit einem recht optimistisch stimmenden Ende.

Höchst irdische Elemente, Geschichte, Realpolitik, menschliche Stärken und Schwächen, finden sich in weiter Zukunft, an einem weit entfernten Ort wieder. Und genau dadurch können sie wesentlich realistischer dargestellt werden, als in jeder im Hier und Heute angesiedelten Serie.

Eine große Auffälligkeit gibt es noch, die schockiert:
Bis heute sind die Darsteller von nicht weniger als 5 wichtigen Babylon-5-Charakteren gestorben: Richard Biggs, Andreas Katsulas, Jeff Conaway, Michael O’Hare und Tim Choate.

Der B5-Schöpfer JMS zieht in Diskussionen (real und online) selbst immer wieder Parallelen zwischen den Geschehnissen in der Serie und in Politik und Gesellschaft der realen Welt.

Das pessimistische Babylon-5-Universum gibt leider die Lage in unserer, von höchst destruktiven Kreisen beherrschten Welt von heute ziemlich gut wieder. Die dort vollzogene Einführung einer Diktatur auf der Erde unter dem Vorwand einer Bedrohung von außen, zeigt erschreckende Parallelen zum so genannten „Krieg gegen den Terror“ und dem damit verbundenen massiven Abbau von Bürgerrechten.

Ich kann daher nur das wiederholen, was ich schon zum Abschluss meiner DS9-Hommage geschrieben habe:
Jeder muss sich politisch und gesellschaftlich engagieren. Nur aktive, mündige und entschlossene Bürger können die existentielle Wende hin zu einer ökologischen, sozialen und vor allem demokratischen Welt schaffen.

 

 

Update 29.12.2014:

Habe die Ausstrahlung von Babylon 5 auf Tele 5 im 2. Halbjahr 2014 sehr genossen. Es war für mich erst das 2. Mal, dass ich die Serie gesehen habe. Finde sie nach wie vor toll und freue mich schon auf das Kino-Projekt 2015. Und hoffentlich wird dann nächstes Jahr auch endlich der B5-Ableger Crusade zum 1. Mal im deutschsprachigen Free-TV ausgestrahlt!

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