Kritisch-konstruktiv ist mein Blog, in dem ich über Gott und die Welt schreibe. Von Computer und Internet über Sport, Unterhaltung bis hin zu Politik und Nachhaltigkeit.
Ergänzend zu meiner konkreten Kaufberatung liefere ich, wie versprochen, Hintergrundinfos zum Grafikkartenmarkt im Herbst 2012.
Am Grafikkarten-Massenmarkt gibt es ja seit nun rund 10 Jahren nur mehr 2 Anbieter, die eine Rolle spielen: Nvidia und AMD (bis 2006 ATI).
Ich kann auch gleich vorweg nehmen, dass beide Anbieter hochwertige Produkte anbieten und man beim Kauf eine gute Karte bekommt.
Im Laufe des Jahres 2012 haben beide Hersteller ihre neuen Grafikchips im 28nm Verfahren vorgestellt, welche weniger Strom verbrauchen als ihre Vorgänger im 40nm Verfahren.
Auch über den moderneren Fertigungs-Prozess hinaus haben sowohl AMD als auch Nvidia ihre aktuellen Grafikchips deutlich mehr auf Energie-Effizienz getrimmt – was ich sehr erfreulich finde!
Weiters setzen beide Hersteller nun auch Hardware-Video-Enkoder ein, welche die Video-Bearbeitung deutlich beschleunigen können. Bei AMD wird das als VCE bezeichnet, bei Nvidia als NVEnc
Abgesehen von der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit von Grafikkarten unterschiedlicher Klassen so gibt es aber dennoch einige, wichtige Unterschiede zwischen AMD und Nvidia:
Neulinge werden wahrscheinlich noch nicht wissen, dass AMD und Nvidia die Chips für Grafikkarten herstellen, die meisten Grafikkarten aber von Dritt-Herstellern stammen.
Diese variieren die Referenz-Designs der Chip-Hersteller und bauen sehr vielfältige Varianten von ein und derselben Grund-Grafikkarte.
Die häufigsten Änderungen erfolgen bei einer Erhöhung der Taktfrequenz von Grafik-Chip und Speicher, bei der Verwendung anderer (leistungsfähigerer oder leiserer) Lüfterräder oder auch beim Einsatz von passiven (statt aktiven) Kühlungen.
Im engen Zusammenhang mit den Kühlsystem steht auch das Lautstärke-Niveau von Grafikkarten. Da es einfach zu viele Dritt-Hersteller und Lüfter-Systeme gibt, so gehe ich darauf in meiner Abhandlung nicht ein. Es gibt hier aber sehr große Unterschiede und jeder, der eine leise Grafikkarte möchte, sollte sich damit intensiv beschäftigen.
Dritthersteller, die sowohl AMD als auch Nvidia Chips verarbeiten sind z.B. Asus, Club 3D, Gigabyte oder MSI. Hersteller, die nur Chips von 1 Anbieter verbauen, gibt es noch wesentlich mehr.
Das ist vor allem bei Spielen wesentlich, hier daher eine kurze Übersicht:
1600p heißt eine Bildschirm-Auflösung im 1600er Pixel-Bereich, z.B. 1680x1050 Pixel.
Ein allgemeiner Markt-Trend ist das langsame Auslaufen von Einsteiger-Grafikkarten.
Für die AMD Radeon HD 6450 und die Nvidia GT 430 gibt es keine Nachfolger-Chips – allerdings hat Nvidia alten Chips als Radeon GT 610, 620 und 630 ein neues Etikett aufgeklebt.
Diese sind bei Neuanschaffungen auch gar nicht mehr notwendig. Denn die in Prozessoren von Intel und AMD integrierten Grafikeinheiten verfügen schon jetzt über eine vergleichbare oder sogar höhere Rechenleistung als diese Einsteiger-Produkte.
Ich schätze daher, dass Einsteiger-Karten in den nächsten 2 Jahren vom Markt weitgehend verschwinden werden.
Anfang 2013 plant AMD bereits den Start der Radeon HD 8000er Serie.
Nvidia wird etwas später seine GT/GTX 700er Serie vorstellen.
Beide Hersteller werden ihre Chips wieder in 28nm Bauweise fertigen, auch bei der Chip-Architektur ist ein evolutionäres Vorgehen zu erwarten.
Wir dürfen gespannt sein auf die nächste Runde im engen Langzeit-Duell der Grafikkarten-Hersteller.