Kritisch-konstruktiv ist mein Blog, in dem ich über Gott und die Welt schreibe. Von Computer und Internet über Sport, Unterhaltung bis hin zu Politik und Nachhaltigkeit.
Ich bin Skisprung-Fan. Und ich bin Österreicher.
Somit war auch die Saison 2011/2012 spannend und erfreulich.
Doch ich denke, der abgelaufene Skisprung-Winter war auch für Nicht-Österreicher und nicht ganz so eingefleischte Fans sehr interessant und abwechslungsreich.
Die 3 Saisonhöhepunkte haben 3 verschiedene Sieger aus 3 verschiedenen Ländern gebracht:
Es haben sich auch sehr interessante Trends gezeigt:
Österreich ist nach wie vor die dominierende Nation im Skispringen.
Überlegener Sieg im Nationen-Cup, Dreifach-Sieg bei der Vierschanzentournee, Sieg bei der Teamtour, 2 Medaillen bei der Skiflug-WM und 2 Springer unter den Top-3 im Gesamtweltcup sprechen für sich.
Neben dem fast immer starken Gregor Schlierenzauer, der heuer zum 1. Mal die Vierschanzen-Tournee gewonnen hat, sind beim stärksten Skisprung-Team der Welt Martin Koch und Andreas Kofler hervorgestochen. Beide haben besonders beim Skifliegen überzeugt.
Schade, dass mein persönlicher Favorit Andi Kofler nicht den Gesamtweltcup gewonnen hat. Dass er sich in Planica aber noch gegen Daiki Ito Platz 3 im Gesamtweltcup und damit seinen ersten Podiums-Platz in dieser Wertung gesichert hat, freut mich sehr.
Andere Nationen haben stark aufgeholt. Vor allem Norwegen, aber auch Deutschland sind schon nahe an den Austro-Adlern dran. Slowenien, Japan und Polen haben sich auch deutlich verbessert.
Punkto Breite sind sie aber alle noch um mindestens 1 Stufe hinter Österreich. Für diese Nationen haben Einzelkönner wie Robert Kranjec, Daiki Ito und Kamil Stoch für Erfolge gesorgt.
Anders Bardal ist der älteste Skisprung-Gesamtweltcupsieger der Geschichte, Robert Kranjec der älteste Skiflug-Weltmeister. Kranjec hat sich darüber hinaus auch den Skiflug-Weltcup gesichert.
Kein einziger Teenager hat heuer die Weltspitze aufgemischt. Der einzige Unter-20-Jährige, der 2011/2012 positiv aufgefallen ist, war der 19-jährige Slowene Peter Prevc.
Unter den Top-Ten des Gesamtweltcups sind mit Ausnahme von Richard Freitag ausschließlich Athleten, die allesamt schon mehrere Weltcup-Saisonen hinter sich haben.
Anders Bardal für den Sieg im Gesamt-Weltcup hat vor der Saison wahrscheinlich niemand auf der Rechnung gehabt. Über die gesamte Saison gesehen ist sein Sieg aber völlig verdient.
Alex Stöckl, der neue österreichische Trainer der Norweger, hat sehr gut gearbeitet. Das zeigt auch der Vize-Weltmeistertitel von Rune Velta bei der Heim-Skiflug-WM in Vikersund.
Sowohl in der Absteiger-, als auch in der Verlierer-Wertung sind die Finnen ganz vorne. Sie haben auf ganzer Linie enttäuscht und nicht einen einzigen Podest-Platz geschafft.
Die Lage der Finnen und Parallelen zum Williams Formel-1 Team habe ich ja schon ausführlich abgehandelt http://kritisch-konstruktiv.over-blog.de/article-finnischer-skisprung-und-williams-in-der-krise-101500187.html.
Auch für Wolfgang Loitzl ist es einfach nur schlecht gelaufen. Platz 13 als bestes Saison-Ergebnis sind viel zu wenig für einen, der schon Weltmeister und Vierschanzentournee-Sieger war.
Für Thomas Morgenstern und Simon Ammann ist der letzte Winter ebenso höchst durchwachsen verlaufen.
Und zu guter Letzt haben auch die Russen weniger erreicht, als man ihnen zutrauen hat dürfen.
Auch die Saison 2011/2012 war sehr spannend und macht Lust auf mehr im nächsten Winter.
Man darf allerdings bei aller Begeisterung für den Sport eines nicht vergessen:
In der Welt sind höchst dramatische Entwicklungen im Gange. Wenn der so genannte ESM (= Europäischer Stabilitätsmechanismus) wirklich vom Establishment durchgepeitscht wird, dann wird sich unsere wirtschaftliche Lage dramatisch verschlechtern.
Und solche Entwicklungen würden sich auch auf den Skisprungsport deutlich negativ auswirken.
Ich persönlich werde mich jedenfalls dafür einsetzen, dass der ESM abgewendet wird. Schließlich möchte ich mich auch nächstes Jahr noch am Skispringen erfreuen und nicht mit Massenprotesten, wie in Griechenland, konfrontiert sein.