Kritisch-konstruktiv ist mein Blog, in dem ich über Gott und die Welt schreibe. Von Computer und Internet über Sport, Unterhaltung bis hin zu Politik und Nachhaltigkeit.
In „AMD am Sand“ habe ich eine kritische Analyse des Status Quo von AMD Anfang 2012 gemacht. Heute möchte ich aufzeigen, wie AMD aus dem Schlamassel wieder herauskommen kann. Konkret konzentriere ich mich dabei auf die Prozessor-Sparte von AMD, bei den Grafik-Chips sind sie ohnehin recht gut unterwegs.
Bei den Einsteiger-APUs der C- und E-Serie ist AMD auf Schiene. Zwar ist die Einführung der 2. Generation im 28nm-Prozess im Frühjahr 2012 auf Grund technischer Probleme abgesagt worden. Die aktuelle Produktgeneration ist aber nach wie vor mit den Atom-Prozessoren von Intel voll konkurrenzfähig und verkauft sich gut.
Auch die Mittelklasse-APUs der A-Serie haben nicht nur überwiegend positive Kritiken der Fachpresse erhalten, sondern finden auch bei den Käufern großen Zuspruch. Angesichts der Fertigungsprobleme von AMD schon zu viel Zuspruch.
Selbst die FX-Prozessoren sind bei den AMD-Fans gut angekommen. Die Verkaufszahlen stimmen. Leistungsmäßig jedoch schneiden sie äußerst durchwachsen ab.
Ihre Architektur ist komplett neu und schon voll auf das wahrscheinlich im Herbst 2012 erscheinende Windows 8 ausgelegt. Das nächste Windows wird jedoch erst 2013 eine nennenswerte Verbreitung haben.
Bis da hin gilt es noch 1 Jahr zu überbrücken.
Und diese Überbrückung kann AMD mit 2 Produkten schaffen:
1. Einer weiteren Ausbaustufe der Llano APUs
2. Der Einführung von Phenom III Prozessoren, auf Llano-Basis
Bei der Leistung unter Windows 7 schlagen sich die A-Serie APUs und die alten Phenom II Prozessoren nach wie vor sehr respektabel. Was liegt also näher, als diese Architektur als entscheidende Brückentechnologie 2012 weiter zu forcieren?
Die Llano sind ja vereinfacht gesagt von 45nm auf 32nm verkleinerte Phenom II Prozessoren, die statt eines L3-Cache eine integrierte Grafikeinheit haben.
Bei den Llanos gibt es Probleme in der Fertigung. Dadurch ist deren Ausbeute bescheiden und AMD hat es bisher nicht geschafft, diese entscheidend zu verbessern.
Der Hauptgrund dafür soll darin liegen, dass es Probleme gibt, die Grafik-Einheit in den Prozessor einzubinden (http://ht4u.net/news/24272_bereite_amds_llano-gpu_probleme_bei_der_fertigung/).
Doch eine leichte Taktsteigerung samt Einführung eines Turbo-Modus in die Llano Modelle der 100-Watt-Klasse, wie dem A8-3870K und dem A6-3670 muss möglich sein.
Als neues Topmodell sollte AMD einen A8-3950K mit zumindest 3,1, besser 3,2 GHz Grundtakt und einem 300 MHz höheren Turbo-Modus (also 3,4 bis 3,5 GHz) einführen.
Ein solcher Prozessor wäre schon fast auf dem Niveau der schnellsten 4-Kern Phenom II CPUs, die 2011 ausgelaufen sind. Eine leistungsstarke Grafikeinheit hätten sie auch noch.
Und besonders für Spieler braucht AMD unbedingt einen Phenom III.
Der Phenom III wäre im Prinzip ein Llano, wobei statt der integrierten Grafikeinheit eine 8-MB großen L3-Cache in den Prozessor integriert ist.
Bis Ende 2011 haben zahlreiche Vergleichstests gezeigt, dass die schnellsten Spiele- Prozessoren von AMD die Phenom II mit 4-Prozessor-Kernen sind.
Der schnellste 4-Kerner, der Phenom II X4 980, schlägt dabei meistens sowohl den FX-8150 mit 8-Kernen als auch den Phenom II X6 1100 mit 6-Kernen.
Der Phenom II X4 980 hat eben 4 Prozessor-Kerne und eine Taktfrequenz von 3,7 GHz.
Ein Phenom III X4 1000 mit 4 Kernen und einer Taktfrequenz von 4,0 GHz, eventuell auch ein Phenom III X4 975 mit 3,6 GHz wären die perfekte Ergänzung der AMD Produktpalette.
Ein Phenom III X4 würde sich bei so ziemlich allen Spielen zum gegenwärtig schnellsten AMD-Prozessor krönen und auch mit den Intel CPUs noch gut mithalten können.
Bei Multi-Threading Anwendungen, wie z.B. Datenkomprimierung oder Video-Bearbeitung sind die FX-Prozessoren ohnehin stark unterwegs.
Ich fürchte allerdings, dass AMD die Idee eines Phenom III nicht aufgreifen wird. Hier sind schon alle Weichen Richtung weiterer FX-Modelle gestellt.
Für eine 3. Ausbaustufe des Llano habe ich aber noch Hoffnung. Ein solcher wäre ganz wichtig, damit AMD gut über das Jahr 2012 kommt.
AMD braucht jedenfalls dringendst Verkaufserfolge.
Schließlich möchte ich auch weiterhin Computer mit Prozessoren der sympathischen Kalifornier einsetzen.