Kritisch-konstruktiv ist mein Blog, in dem ich über Gott und die Welt schreibe. Von Computer und Internet über Sport, Unterhaltung bis hin zu Politik und Nachhaltigkeit.
Heute packe ich ein sehr heißes Eisen an: Den Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris und Ereignisse danach.
Vorgestern, am 07.01.2015 haben 2 Männer die Redaktion der französischen Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" überfallen und mit automatischen Waffen 12 Menschen erschossen. Bei den Attentätern handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um mit der Al-Quaida in Verbindung stehende, islamische Fundamentalisten.
Den Anschlag und die Ermordung der Menschen verurteile ich auf das Schärfste!
Allen Angehörigen der Opfer spreche ich mein herzliches Beileid aus.
Obwohl ich wahrscheinlich keine so polarisierenden Karikaturen gezeichnet hätte, so ist völlig klar, dass in europäischen Staaten Meinungs- und Presse-Freiheit zu den höchsten Gütern zählen und diese jetzt erst recht weiter geführt gehören.
Und diese Position vertreten alle wichtigen, mir bekannten gesellschaftlichen Kräfte Europas.
Es ist zu fürchten, dass das Pariser Attentat negative Folgen für die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt der Gesellschaften in Europa bringen wird. Das geht – implizit oder explizit – aus den meisten Reaktionen hervor. Aber es gibt auch Chancen.
Ob westliche Geheimdienste beim Pariser Attentat ihre Finger mit im Spiel gehabt haben – so wie es der polarisierende aber geistreiche Jürgen Elsässer auch selbst gesagt hat – ist Spekulation.
Fakt ist, dass – wie Dirk Müller wieder großartig analysiert hat – es der Westen, primär die USA, war, der seit ca. 1980 radikale, gewaltbereite Islamisten geradezu herangezüchtet hat. Angefangen vom Kampf gegen die Sowjets in Afghanistan bis zu den ISIS-Extremisten in Syrien (gegen Assad) und im Irak. Sie alle sind erst durch Initiativen westlicher Mächte oder deren Verbündeter groß geworden.
Erfreulich ist, dass es auch etliche sehr konstruktive Stimmen gibt:
Das Resultat der jüngsten Entwicklungen rund um das Pariser Attentat birgt viele potentielle Gefahren in sich. Allen voran eine gesellschaftliche Polarisierung, die Kreisen in die Hände spielt, die ganz verwerfliche Interessen vertreten. Denn gerade die westlichen Eliten waren treibende Kräfte am Aufbau der Terror-Islamisten.
Die jüngsten Ereignisse und drohende Eskalationsstufen dienen diesen als perfekter Vorwand zum Ausbau des Überwachungsstaates und zur noch weiteren Beschneidung von Demokratie und Bürgerrechten.
Es stecken aber auch Chancen in den jüngsten Entwicklungen.
Ganz besonders die Chance, durch eine differenzierte Haltung gegenüber dem Islam, der großen Mehrheit an redlichen Muslimen die Hand zu reichen, jedoch auch endlich eine kompromisslose Position gegenüber fundamentalistischen und gewaltbereiten Strömungen einzunehmen.
Dadurch könnten wir nicht nur den aktuellen Konflikt lösen sondern hoffentlich auch Bewusstsein dafür schaffen, zukünftig keinen – aus welcher ideologischen Richtung auch immer kommenden – "Rattenfängern" auf den Leim zu gehen, die uns in Konflikte hinein treiben wollen, die zu unser aller Schaden sind.