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13. März 2014 4 13 /03 /März /2014 01:15

ukraine-karte-end.jpgIch halte mich auf meinem Blog mit politischen Stellungnahmen ziemlich zurück, besonders mit solchen, welche "harte Probleme" thematisieren. Außerdem ist es durch einen sehr dichten Zeitplan aktuell nicht einfach, mein Blog zu pflegen.

 

1 Eintrag ist aber derart wichtig, dass ich ihn unabhängig von sonstigen Verpflichtungen unbedingt schreibe: Der Putsch und die dahinter liegenden Zusammenhänge in der Ukraine.

Putsch? Wenn ein gewählter Präsident – egal wie man zu diesem steht – von Aufständischen, unter maßgeblicher Beteiligung von Faschisten gewaltsam aus seinem Amt vertrieben wird: Was ist ein Putsch, wenn nicht das?

 

In praktisch allen westlichen Massenmedien dagegen wird die Situation in der Ukraine als erfolgreicher Aufstand, aufrechter Demokraten dargestellt, die dem bösen, mordlustigen, russlandhörigen Diktator das gerechte Schicksal beschert haben.

 

Und damit sind wir jetzt mitten in der Materie:

Es ist in kritisch-konstruktiven Medien abseits des Mainstream schon sehr viel und sehr gut über die Geschehnisse in der Ukraine berichtet worden. Und jeder Mensch, der sich ein eigenes Urteil bilden möchte, sollte diese Geschehnisse kennen:

  • Dass 1 Tag, nachdem ein Friedensplan zwischen der EU, Russland, der ukrainischen Opposition und Präsident Janukowitsch ausgehandelt worden war, Aufständische gewaltsam den Maidan-Platz stürmten. Aufständische unter Federführung von Faschisten, die u.a. mit der rechtsextremen, deutschen NPD alliiert sind – hakenkreuzähnliche Symbole und Hitlergruß inklusive.
    Ein ukrainischer Rabbi hat aus Furcht vor antisemitischen Übergriffen Juden bereits zum Verlassen von Kiew aufgefordert
  • Dass es klare Indizien gibt, dass die tödlichen Schüsse aus dem Hinterhalt auf Demonstranten und Sicherheitskräfte auf dem Maidan-Platz nicht von Janukowitsch-Soldaten sondern von anderen Kräften abgegeben wurden
  • Dass sich wirklich demokratische Kräfte, die weder einen Anschluss an Russland noch an die EU, sondern eine unabhängige Ukraine der Menschen möchten, bereits von den Putschisten distanziert haben.
    Herausragend dabei ist natürlich "Anonymous Ukraine". Anonymous ist diejenige Gruppe, die ja auch im Westen bei der Verhinderung des ACTA-Überwachungsabkommens und generell von unerlaubter Bürgerüberwachung durch den Staat in EU und USA sehr gute Arbeit geleistet hat

2 Aspekte kommen aber auch in der umfangreichen Berichterstattung der kritischen Medien noch zu kurz oder fehlen zu Gänze:

  1.  Der historische Aspekt
    Zumindest seit rund 100 Jahren gibt es einen tiefen Graben zwischen den ostslawischen Kernvölkern der Russen und Ukrainer.
    In den 1920er Jahren hat der – georgisch stämmige – sowjetische Diktator Josef Stalin eine große Hungersnot in der Ukraine betrieben, bei der Millionen von Menschen gestorben sind.
    Im 2. Weltkrieg haben dann ukrainische Nationalisten gegen die russisch dominierte Sowjetunion mit den Nazis paktiert.
    Nach dem Krieg haben dann in der Sowjet-Zeit natürlich wieder die Russen dominiert.
    Jetzt haben die ukrainischen Nationalisten wieder Morgenluft gewittert und sitzen unter großem Wohlwollen der EU und der USA in der Regierung.
    Dafür haben die Russen auf der Krim und in der Ostukraine große Ängste, dass sich die Geschehnisse des 2. Weltkriegs wiederholen
  2. Die einseitige, dafür aber auch einheitliche Front der westlichen Medien
    Für fast alle nationalen Fernsehsender und fast alle großen Printmedien im Westen ist es klar, dass die neue Regierung "die Guten", die alte Regierung und die Russen "die Bösen" sind. Punkt!
    Informationen, die in eine andere Richtung gehen
    , werden vom westlichen Mainstream so weit als möglich tot geschwiegen und – wenn das nicht mehr geht – verharmlost und klein geredet

Um es gleich von vornherein klar zu stellen: Ich finde nicht, dass irgendeine Seite gut und die andere böse ist. Beide Konfliktparteien haben meiner Meinung nach "Dreck am Stecken". Und ich betone nochmals, dass das meine persönliche Meinung ist.

 

Wie aber können Bürger zu einer Meinung kommen?

Dafür ist es notwendig, dass sie ALLE wichtigen Informationen kennen.

Und Informationen beziehen wir Bürger eben überwiegend aus Medien.

 

Menschen, die nur die Mainstreammedien konsumieren, denen fehlen absolut entscheidende Informationen, um eine Situation richtig beurteilen zu können.

Medien haben Verantwortung. Die Verantwortung, möglichst alle Informationen unverfälscht den Mediennutzern zur Verfügung zu stellen.

 

Als Blog-Leser frage ich Sie jetzt:

Falls es bei 1 Thema – in diesem Fall dem Umsturz in der Ukraine – so ist, dass den Bürgern in den westlichen Massenmedien wichtige Informationen vorenthalten werden: Wie ist das dann in anderen Themenbereichen?

 

Schlussbemerkung:

 

Ich habe mir eine Meinung gebildet. Ich glaube, dass wir nichts und niemandem vorbehaltlos trauen können. Aber ich glaube auch, dass es kleine, relativ unbekannte Medien gibt, die wichtige Informationen liefern, mit denen es möglich ist, dass wir eine Situation gut einschätzen können.

 

Und was denken Sie?

 

P.S.: Alternative Medien, in denen man sich über die Geschehnisse in der Ukraine und allgemein gut informieren kann, habe ich in diesem Blog-Eintrag aufgelistet.

 

 


 

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Published by kritisch-konstruktiv - in Politik Medien
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  • Ulrich Lintl, Jahrgang 1978, kritisch-konstruktiver Zeitgenosse, sehr an Nachhaltigkeit, Politik, Natur und Internet interessiert. Auch an Sport, Kabarett und gutem Essen. Ausserdem liegt mit regionale Kultur und Mundarten am Herzen.

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