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26. September 2021 7 26 /09 /September /2021 00:30
Star Trek: Enterprise ist 20
20 Jahre Star Trek: Enterprise

Mein letzter Blog zu Star-Trek ist ja erst wenig Wochen alt, erfolgt zum 55. Jahr-Jubiläum der Urserie.
Meine letzte große Jubiläums-Würdigung ist aber schon einige Jahre her.
Und zur 4. Star-Trek-Realserie, Enterprise (ENT), habe ich bislang noch nie etwas geschrieben.
Jetzt ist es aber soweit.

 

Eckpunkte

Enterprise ist die Nachfolge-Serie von Voyager und ist von 2001 bis 2005 entstanden.
Sie ist die letzte Serie des 4 Star-Trek-Serien dauernden Zyklus von 1987-2005.
Anders als ihre 3 unmittelbaren Vorgänger „The next Generation“ (TNG), „Deep Space Nine“ (DS9) und eben Voyager (VOY) spielt sie nicht im 24. Jahrhundert, sondern im 22. Jahrhundert, also sogar rund 100 Jahre vor der im 23. Jahrhundert angesiedelten Ur-Serie.

 

Im Kern dreht sich Enterprise um den Aufbruch der Menschheit ins Weltall und in weiterer Folge mit dem Finden eines Platzes im Universum, der letztlich auf die Gründung der „Vereinigten Föderation der Planeten“ hinaus läuft.

 

ENT ist also ein Prequel innerhalb der Star-Trek-Universums. Hintergrund ist der, dass die Serienmacher  nach 3 jeweils über 170 Episoden umfassenden Serien im 24. Jahrhundert die Erzählmöglichkeiten für spannende Geschichten so ausgereizt gesehen haben, dass sie einen Zeitsprung machen wollten, wovon sie mehr neue Erzählstränge versprochen haben.

 

Was die Serie für mich auszeichnet

Den Aufbruch der Menschheit ins Weltall finde ich spannend. Und genau dieser ist das Herzstück von Staffel 1.
Dabei offenbaren sich große Parallelen zu Voyager, die ja ebenfalls in Staffel 1 in völlig unbekannten Gegenden des Weltraums unterwegs ist und Schiff samt Besatzung sich dort behaupten und ihren Platz finden müssen.

 

Generell sehe ich einige konkrete Elemente und Abläufe speziell zwischen Voyager und Enterprise ähnlich:
    • Der erwähnte Aufbruch ins Unbekannte und das Behaupten dort in Staffel 1
    • Staffel 2 als die jeweils schwächste beider Serien
    • Eine hohe und auf ähnlichem Niveau befindliche Qualität der Serien, die aber von beiden nicht ganz an TNG oder DS9 heran reicht, welche für mich allerdings gemeinsam mit Babylon-5 die3 besten Science-Fiction-Serien aller Zeiten sind.
    • Leider aber auch so einiges verschenkte Potential, dazu kommen wir aber später.

 

Gut gefallen hat mir in Enterprise die Vulkanierin T'Pol als 1. Offizier und Führerin der Menschen durch die unbekannten Weiten des Weltalls – die für Vulkanier eben deutlich weniger unbekannt sind.
Das war für die Crew bei sehr vielen Gelegenheiten hilfreich, bei einigen Gelegenheiten hat dann allerdings auch die Enterprise den Vulkaniern geholfen – was schon ein starker Fingerzeig in Gründung der Föderation war.

 

Was mir an und für sich überhaupt nicht gefallen hat und vor allem in Staffel 3 zu sehen war:
Folter.
Und zwar Folter durch den Captain der Enterprise eines Gefangenen, um von diesem Informationen zu bekommen.
Was mir aber dann wieder sehr gut gefallen hat war, dass gerade Archer in Staffel 4 sehr ernüchtert, kurzzeitig depressiv und letztlich selbst reflektiert in Bezug auf seine Taten ist.

 

Und:
Die Rettung der Menschheit in Staffel 3 war nur durch Kooperation mit dem damals angenommenen Erzfeind, den Xindi, möglich. Wobei Menschen wie Xindi für ihrer beiden Rettung einen hohen Preis bezahlt haben.

 

Die Staffel 3 von Enterprise ist sowieso ein Unikum, als dass es um 1 große Mission geht, die Rettung der Menschheit vor einem Feind, welche in einem weit entfernten Gebiet des Weltalls spielt.

 

Last but not least:
ENT hat einiges zur Schlüssigkeit und Kontinuität innerhalb des Star-Trek-Universums beigetragen:
Von wichtigen Entwicklungen bei den Vulkaniern bis hin zu den Gentech-Übermenschen und der menschlichen Optik der Klingonen im 23. Jahrhundert.

 

Was mir an der Serie missfällt

Enterprise ist die erste Post 9/11 Star-Trek-Serie. Und die Einflüsse vom 11. September und dem „Krieg gegen den Terror“ merkt man der Serie deutlich an.

 

Gerade in Staffel 3 wird dieser überdeutlich:
Die ganze Kriegs- und Rache-Rhetorik der Verantwortlichen gegenüber den Xindi, die Erde überfallen haben.
Folter eines Gefangenen, Kaperung wichtiger Ausrüstungsgegenstände anderer Schiffe – das sind sehr dunkle Handlungen, die vom Post-9-11-Geist geprägt sind und die man in früheren Star-Trek-Serien so noch nie gesehen hat.

 

Aber eben – wie oben beschrieben – ist das nur die 1 Seite, die andere Seite ist die der Selbstreflexion und Selbstkritik.
Und so etwas haben wir von den Verantwortlichen in der echten Welt zu den Post-9-11-Kriegen kaum gehört – wenn überhaupt.

 

Und die Vulkanier werden fast 3 Staffeln als eine Art Bösewichte, als Gegner und Störenfriede im eigenen Haus dargestellt.
Jetzt ist das etwas, das nicht uninteressant und auch nicht unlogisch. Denn im Hintergrund geht es um eine Schlüssel-Entwicklung bei diesen, welche eben erst gegen Ende der Serie erfolgt und vieles logisch erscheinen lässt – um in der Diktion der Vulkanier zu bleiben ;-)
Allerdings wird diese intellektuelle außerirdische Spezies dabei schon sehr platt und übertrieben dargestellt.
Das hätte man auch mit der feineren Klinge erzählen können – und sollen.

 

Und dann noch:
Noch mehr als Voyager hat auch Enterprise Möglichkeiten vergeben:

  • Staffel 2 ist ein Tiefpunkt der Serie und ihre Qualität in allen Star-Trek-Serien von 1987-2005 nur mehr von den Staffeln 1 & 2 von TNG unterboten.
    Remakes anderer Star-Trek-Episoden oder sogar Kinofilmen auf bescheidenen Niveau und ohne erkennbares Ziel für die Serie.

     
  • Kein Erzählen der Gründung der Föderation – das wäre doch gerade ein Hauptgrund gewesen, um die Serie in dieser Zeit spielen zu lassen.
     
  • Keine großen Innovationen im Story-Telling gegenüber den Vorgängern, sondern nur „More of the Same“.

Abgeschlossen wird mein Negativ-Kapitel noch mit der Schluss-Episode:
Diese macht nicht nur einen doch unvermittelten Zeitsprung von 10 Jahren, es gibt zudem auch einen völlig unnötigen Tod von Chefingenieur und bestem Freund des Captains Charles Trip Tucker.
Vor allem aber wird der Besatzung eine echte Enterprise-Abschlussepisode durch die Serienmacher verwehrt, indem diese als Holodock-Simulation der TNG-Figuren Commander Riker und Counsellor Troi dargestellt wird.

 

Mein Fazit zu Enterprise

ENT ist im Star-Trek-Zyklus von 1987-2005 die relativ gesehen schwächste Serie, aber dennoch wirklich gut.
Ich sehe sie in eben in mehrfacher Hinsicht „geclustert“ mit Voyager, gerade auch von der Qualität.
Wobei Voyager für mich von der Qualität die Nase leicht vorn hat.
Enterprise allerdings bietet für mich, vor allem in den Staffeln 3 und 4, die bessere Innovativität.

 

Es gibt Licht und Schatten, aber definitiv mehr Licht. Ich würde diese Serien jedenfalls nicht missen wollen.

 

Als tiefere Botschaft kann ich vielleicht interpretieren, dass man zwar nicht davor gefeit ist, dem Zeitgeist zu verfallen, der gerade mit 9/11 und dem „Krieg gegen den Terror“ sehr bedenklich, ja gefährlich sein kann.
Allerdings verfügen Menschen grundsätzlich auch über Selbstreflexionsfähigkeit und können lernen.

 

Ich würde mir wünschen, dass wir Menschen in unseren Gesellschaften das noch mehr als die ENT-Besatzung tut und klar gegen autoritäre Tendenzen mit Überwachungs- und Polizeistaat – und in jüngster Vergangenheit auch klaren Ansätzen einer Corona-Gesundheitsdiktatur – Bewusstsein entwickeln und dagegen auftreten.

 

Alle, die politisch nicht interessiert sind, haben auch heute noch mit Enterprise ein wirklich interessantes Stück Star-Trek und Science-Fiction, das ich empfehlen kann, es anzuschauen.

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8. September 2021 3 08 /09 /September /2021 00:12
Star Trek ist 55 Jahre alt geworden
55 Jahre Star Trek

Genau heute vor 55 Jahren ist das “originale” Raumschiff Enterprise das 1. Mal in US-amerikanischen Fernsehbildschirmen geflogen.

 

Star-Trek, wie die Serie auf Englisch heißt, ist wohl die bekannteste Science-Fiction-Serie aller Zeiten
Sie gibt es bis heute und gerade in den letzten Jahren wird so viel Star-Trek wie noch nie produziert.
Allerdings handelt es sich dabei nicht mehr um Fernsehserien, sondern um Streaming-Serien. Selbst 3-4 Jahre alte Folgen sind nach wie vor nicht im Fernsehen zu sehen. Star-Trek-Macher Paramount will mit diesen sehr öffentlichkeitswirksamen Produktionen seinen eigenen Streaming-Dienst Paramount+ pushen.

 

Ich als Science-Fiction-Fan und Fan gerade auch von Star-Trek habe daher hier in diesem Blog auch schon so einiges dazu geschrieben. Der 55. Geburtstag ist eine sehr gute Gelegenheit, darauf wieder einmal hinzuweisen.

 

Ich sage aber auch klar dazu, dass mir nur Star-Trek bis 2005 gefällt. Was seit 2009 gekommen ist gefällt mir entweder gar nicht mehr oder nur bedingt, auch wenn ich gerade von den neuen Fernsehserien bisher auch nur sehr wenig gesehen habe und mir bei der definitiven Beurteilung schlichtweg eine Hintertür offen lassen muss.

 

Weiters ist das auch einer meiner letzten Einträge in diesem Blog.
Das hat mir großer Unzufriedenheit mit der Plattform Over-Blog seit 2015 zu tun.
Es wird aber in einem neuen Blog weitergehen, sicher nicht nur, aber sicher auch wieder mit Science-Fiction und Star-Trek.

 

Und:
Es kommt noch diesen September ein großer Artikel zu einer Star-Trek-Serie, der ich mich bisher noch nicht gewidmet habe: Enterprise, welche ja 20 Jahre alt wird.

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16. Januar 2020 4 16 /01 /Januar /2020 00:24
Star Trek: Voyager ist 2020 25 Jahre alt geworden
25 Jahre Star-Trek-Voyager

Regelmäßige Leser meines Blogs wissen, dass es 2 Dinge gibt, die ich sehr gerne mag und hier regelmäßig thematisiere:

  • Jubiläen
  • Science-Fiction-Serien.

Zu mehreren Star-Trek-Serien, besonders zu „The next Generation“ und „Deep Space Nine“, sowie zu Babylon-5 habe ich ja sogar schon jeweils 2 Jubiläums-Hommagen verfasst.

 

Bei Voyager (VOY) werde ich es bei 1 großen Hommage belassen, bei derjenigen zum 20-Jahr-Jubiläum von 2015. Da diese Serie aber genau heute, am 16. Jänner 2020, 25 Jahre alt wird, bringe ich einen ergänzenden Beitrag:

 

Konkret möchte ich hier:

  1. noch einmal auch meinen 2015er-Blog-Artikel hinweisen, er ist nach wie vor aktuell und sicher auch immer noch spannend :-)
  2. noch ein paar Ergänzungen machen, die sich in den letzten 5 Jahren entwickelt haben.

Hier also Ulis Ergänzungen zu Star-Trek-Voyager aus den Jahren 2015-2019:

  • Schon letztes Mal thematisiert, so möchte ich noch einmal bekräftigen, dass es besonders in Staffel 1 viele für mich besonders interessante Episoden gegeben hat.
    Das Überleben in der Fremde kombiniert mit dem Sternenflotte-Maquis-Konflikt machen Voyager im Star-Trek-Universum einzigartig.
  • Besonders gut haben wir auch die wechselnden „Front-Verläufe“ innerhalb der Voyager-Crew gefallen.
    Während am Anfang der Serie, mit dem Kristallisationpunkt der Nachbesetzung des Chefingenieurs, die Konfliktlinien klar zwischen Sternenflotte und Maquis verlaufen, ändern sich diese bald darauf völlig.
    Bei der Chance – im Widerspruch zum Föderationsrecht – eine Technologie zu bekommen, die die Voyager nach Hause bringt, kooperieren Maquis- und Sternenflotten-Crew-Mitglieder dann gegen Captain Janeway.
  • Ich gehöre aber auch zu den Stimmen, die finden, dass der Sternenflotte-Maquis-Konflikt in der Serie zu wenig eskaliert und zu schnell beendet war.
    Die Episode „Erfahrungswerte“, wo Tuvok aufmüpfige Maquis-Mitglieder „her schleift“ und sich alle dadurch zusammenraufen, war so ziemlich die einzige Folge, wo der kalte Konflikt heiß geworden ist.
    Da hätte man mehr herausholen können, eine verschenkte Chance.

Ansonsten habe ich seit 2018 2-3 Voyager-Episoden auch im Rahmen von Film- und Serien-Abenden meinen Freunden präsentiert – und diesen hat es wirklich gut gefallen.

 

Episoden wie

  • Lebensanzeichen“, mit dem Hintergrund der wahren Liebe
  • Das Ritual“, mit dem Thema Religion versus Wissenschaft
  • Großer Krieg“ rund um Propaganda durch Geschichtsfälschung von Siegern

eignen sich hervorragend, um Menschen zum Nachdenken über aktuelle Themen aus der realen Welt zu bringen.

 

Abschließend kann ich nur mehr mein Fazit von 2015 wiederholen, dass Star-Trek-Voyager keine der allerbesten, aber eine der richtig guten Science-Fiction-Serien ist. Auch 2020 noch.
Herzliche Gratulation zum 25er!

 

Ergänzende Links:

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23. September 2018 7 23 /09 /September /2018 15:59
Mit NCIS oder Navy-CIS, wie sie im deutschsprachigen Raum genannt wird, feiert die erfolgreichste Serie der Welt ihr 15 jähriges Jubiläum
15 Jahre Navy-CIS

Genau heute vor 15 Jahren am 23. September 2003 ist die erste Episode der erfolgreisten Fernseh-Serie der Welt, wenn nicht sogar aller Zeiten, in den USA bei CBS über die Bildschirme geflimmert: NCIS bzw., wie die Serie im deutschsprachigen Raum genannt wird, Navy-CIS.

 

Alleine das ist schon Grund genug für eine Jubiläums-Hommage meinerseits. Und gleichzeitig ist das für mich insoferne eine Premiere, als es sich dabei um meine 1. Hommage an eine immer noch laufende Serie handelt.

Gründe für den gewaltigen Erfolg

Die Basis der Serie sind Kriminalfälle, natürlich von Angehören der US-Navy und den Marines, die das Team der Hauptfiguren löst. Die Fälle sind dabei fast durch die Bank gut ausgearbeitet und alleine dadurch gehört die Serie schon zu den guten Vertretern des Genres der US-Crime-Serien.

 

Aber das alleine ist natürlich viel zu wenig, um zu erklären, warum Navy-CIS so gut und so erfolgreich ist. Aus meiner Sicht gibt es 4 Hauptgründe, was ihren großen Erfolg ausmacht:

  1. Sehr gut ausgearbeitetet Charaktere, sowohl Haupt-, als auch wiederkehrende Charaktere und Gast-Stars.
    Es wirken sowohl qualitativ hochwertige, als auch bekannte Schauspieler als wiederkehrende Darsteller und Gast-Stars mit.
    Robert Wagner, Jamie-Lee Curtis, Armand Assante, Mimi Rogers, Robert Patrick und Marina Sirtis sind nur 6 von unzähligen Beispielen dafür.
  2. Die Beziehungen zwischen den Charakteren sind auch ebenso intelligent wie realistisch ausgearbeitet. Das Verhältnis zwischen den Hauptfiguren ist zudem sehr warmherzig, ja familiär. Zu einer zwischenmenschlich so tollen Clique möchten viele Menschen gerne dazu gehören.
  3. Die fortlaufenden Handlungsbögen sind fast durch die Bank spannend, intelligent und auch realistisch ausgearbeitet. Es macht viele Laune, sich das auch mehrfach anzusehen und dabei immer wieder neue Aspekte zu entdecken. Vor allem auch deshalb, weil gerade das die Serie besonders realitätsnah erscheinen lässt.
  4. NCIS hat wirklich 0 Mal meine Intelligenz schwer beleidigt. Das ist etwas, was nur ganz wenige Serien schaffen und was mir nicht nur gefällt, sondern sogar imponiert.
    Andere US-Crime-Serien wie z.B. CSI, Criminal Minds oder The Mentalist haben allesamt irgendwann einmal meine Intelligenz schwer beleidigt – und sind seit dem bei mir unten durch.
  5. Es gibt keinesfalls immer ein klares Freund-Feind-Denken. Regelmäßig verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse und es kommt schon einmal vor, dass es Allianzen mit Verdächtigen, politischen oder zwischenstaatlichen Gegnern gibt.
    Sogar innerhalb von Familien von Haupt-Charakteren verlaufen “Bruchlinien”.

Die Punkte 3 und 4 hängen natürlich eng zusammen und sind sicherlich subjektive Ansichten von mir, wenn ich auch der festen Überzeugung bin, dass viele Fans das so oder so ähnlich sehen.

Was mich an der Serie stört oder ich bedenklich finde

Kurz zusammengefasst: Mich stört an NCIS eine Kombination aus Selbstjustiz, Militarismus und Tendenzen zu einem unrechtmäßigen Obrigkeits- und Überwachungsstaat.

  • Sich in fremde Daten hinein zu hacken ist ein Kavaliersdelikt.
  • Sogar Haupt-Charaktere, allen voran der Schlüssel-Charakter Leroy-Jethro Gibbs oder die Israelin Ziva David üben sich in Selbst-Justiz. Dies wird von allen Kollegen, bis hinauf zum Geheimdienst-Direktor Leroy Vance gedeckt.
  • Als Serie über die US-Navy bzw. einer ihrer Geheimdienste ist ein beachtlicher Militarismus auch ein Eckpfeiler der Serie. Dem Land zu dienen und für die Sache der Amerikaner zu kämpfen ist dort fast immer richtig.
    Gleichzeitig wird aber schon auch Kritik an hohen Militärs und Politikern geübt, die Gibbs zwischenzeitlich sogar den Dienst quittieren lässt, als unschuldige Soldaten von der Obrigkeit geopfert werden.
  • Und der Rechsstaat wird als etwas dargestellt, dass es formal gibt und grundsätzlich schon notwendig ist, aber über das man sich bei Bedarf auch jederzeit hinweg setzen kann.
    Guantanamo? Kann noch so sehr im Widerspruch zu Grundrechten stehen, es wird gerne und regelmäßig von den NCIS-Ermittlern als Druckmitel eingesetzt, um Gefangene gefügig zu machen.
    Militäreinsätze oder auch Selbstjustiz in fremden Ländern, in denen US-amerikanische Behörden keinerlei Rechte haben? Gar kein Problem, der Zweck heiligt die Mittel.

Neutrale oder uneindeutige Eigenheiten von Navy-CIS

Neben ihrer intelligenten und spannenden Unterhaltung und den, jeder für sich genommen wie in ihrem Zusammenspiel, tollen Charakteren gefällt mir an der Serie, dass es hier nicht nur Schwarz und Weiss, sondern auch viele und vielschichtige Zwischentöne gibt.

  • Ein Muster-Beispiel an Vielschichtigkeit ist der Schlüssel-Charakter der Leroy-Jethro Gibbs.
    Ein charismatischer Team-Leiter, ja eine moralische Autorität und Wunsch-Vaterfigur.
    Er ist nicht nur hervorragend in seinem Job, er ist auch mit ein unfassbar guten Instinkt ausgestatteter Mensch, der ruppig aber dennoch auf seine Art liebevoll ist.

    Er hat auch eine starke soziale Ader, hilft Menschen dabei, Ausbildungen, Pensionen, Anerkennungen ihres Berufs, psychologische oder medizinische Hilfe bekommen.
  • Andererseits ist Gibbs teilweise aber auch ein gebrochener Mensch, der seine Familie bei einem Attentat eine mexikanischen Drogenbosses verloren hat.
    Er war er früher auch rachsüchtig und hat den Drogenboss eigenhändig getötet.
    Auch bei einem Rachemord seiner Ex-Schwiegermutter packt er schmutzige Tricks aus, um sie ungeschoren davonkommen zu lassen.
  • Auch andere Charaktere zeichnen sich an und für sich durch hohe Integrität aus, leben aber ebenfalls tödliche Rachegelüste aus, wie Ziva David bei Ilan Bodnar, oder decken diese, wie der NCIS-Direktor Leroy Vance persönlich.
  • Ebenso finden sich zu einem gewissen Grad ziemlich alte, dümmliche Muster in der Serie, so sind Leute vom NCIS fast immer die schlauen, die anderen sind jedenfalls fast immer dümmer als sie. Es gibt aber gleichzeitg auch Ausnahmen davon und sehr gute Partnerschaften mit anderen Organisation, allen voran mit dem FBI rund um Tobias Fornell.
  • Viel Raum und sehr positive Präsenation von Menschen im mittleren und hohen Alter. Ob gut, schlecht oder neutral – jedenfalls ist das ein extremer Gegenpol zum Jugendlichkeits-Wahn vieler anderer Serien.

Wissenwertes

  • Navy CIS ist ein Ableger der Navy-Anwalts-Serie “JAG – Im Auftrag der Ehre”.
    Der eigentliche Auftakt von NCIS ist im Rahmen eines so genannten Backdoor-Pilot von JAG, also einer Episode, wo Protagonisten einer neuen Serie die Hauptrolle einer spielen, erfolgt.
  • Ihrerseits hat die Serie 2 weitere Ableger hervor gebracht, die Navy-CIS-Serien in L.A. und in New Orleans.
    Der geplante Spin-Off “Red”, rund um ein mobile NCIS-Ermittler-Team, ist letztendlich zu Gunsten der Serie in New Orleans wieder eingestampft worden.
  • Die Navy-CIS-Serien spielen gemeinsam einigen weiteren Produktionen des Fernsehsenders CBS im selben Serien-Universum. Dazu gehören, neben der Mutter-Serie JAG, bisher Hawaii-Five-0 und Scorpion.
  • Der Haupt-Nachrichten-Sender im NCIS/JAG-Serien-Universum ist nicht CNN, sondern ZNN.

Mein persönliches Fazit

Seit Staffel 14 gehört Navy-CIS für mich immer noch zu den guten US-Crime-Serien, den Status des Außergewöhnlichen hat sie für mich aber mit dem Ausstieg von Michael Weatherly als Tony DiNozzo nach Staffel 13 verloren. Und den Höhepunkt hat sie für mich in der Zeit mit Cote de Pable als Ziva David, also in den Staffeln 3-11, erreicht.

 

In letzter Zeit zeigt NICS doch starke “Abnützungs-Erscheinungen”.
Die Handlungs-Stränge und deren Umsetzung sind nicht mehr ganz das, was sie früher einmal waren.
Und vom ursprünglichen Team ist auch fast niemand mehr übrig: Nach dem Ausstieg von Pauly Perette als Kult-Forensikern Abby Sciuto sind nur mehr Mark Harmon als Gibbs und David McCallum als Pathologe Donald “Ducky” Mallard an Bord.

 

So sehr auch mir die Serie gefällt – eigentlich muss ich sagen gefallen hat – so sehr würde ich mir wünschen, dass sie bald zu einem würdigen Ende gebracht wird. Vielleicht und hoffentlich zu einem mit Tony & Ziva.

 

Ob die Serie wirklich die beliebteste aller Zeiten ist, wie das 2011 bei einer Umfrage des US-amerikanischen Markforschungsinstituts Harris herausgekommen ist, weiß ich nicht.
Sie ist aber definitiv eine der besten Serien der Gegenwart, wahrscheinlich sogar aller Zeiten und hat damit Fernseh-Geschichte geschrieben.
Für mich sind vor allem die ersten 13 Staffeln absolut sehens- und empfehlenswert, am allermeisten wie schon gesagt die Staffeln 3-11.

 

Abschließend kann ich der Serie nur herzlich zum 15. Geburtstag gratulieren und allen, die sie noch nicht kennen, ans Herz legen.

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23. Februar 2018 5 23 /02 /Februar /2018 23:27
Die bahnbrechende Science-Fiction-Serie Babylon-5 feiert ihr 25 jähriges Jubiläum
Babylon-5 ist 25 Jahre alt

Am 22.02.1993 hat die ebenso geschichtsträchtige wie weithin unbekannt Science-Fiction-Serie Babylon-5 (B5) ihr Debüt im US-Fernsesender PTEN gefeiert.
Leider habe ich es nicht mehr pünktlich zum Geburtstag geschafft, meine Jubiläums-Hommage zu schreiben. Aber jetzt schon: Hier ist sie, meine große 25-Jahres-Hommage.
Und die hat sich B5 absolut verdient! Denn die Serie hat nicht nur Science-Fiction, sondern allgemeine Fernseh-Geschichte geschrieben, ist trotzdem bis heute ein Geheimtipp für Insider geblieben.
Für mich unverdient reicht ihre Popularität weder an diejenige von Star-Wars oder Star-Trek und auch nicht an Stargate oder Kampfstern Galactica heran.

Eine Serie, die Geschichte geschrieben hat

Warum B5 Geschichte geschrieben hat:

  1. Es war die erste Serie, die von Haus aus mit einem durchgängigen, 5-jährigen Handlungsbogen geplant worden war.
    Bis dahin war es bei Fernsehserien üblich, dass jede Episode ihren eigenen, von anderen Episoden (weitgehend) isolierten Inhalt hat.
  2. Und es war die erste Serie, die keine realen, sondern rein Computer-animierte Modelle der Raumstation / des Raumschiffs verwendet hat.
    Bei früheren und sogar bei den zeitgleich mit Babylon-5 enstandenen Star-Trek-Serien hat es immer auch Real-Modelle gegeben, die gefilmt worden sind.

B5 hat damit schon 1992 Dinge eingeführt, die für heutige Serien – auch solche außerhalb des Science-Fiction-Genres – völlig üblich sind.

Auch heute eine der 3 besten Science-Fiction-Serien aller Zeiten

Dunkel, realistischer, gesellschaftskritisch und irgendwie unutopisch.
Ebenso visionär, zukunftsweisend und zum Nachdenken anregend.
Und natürlich auch humorvoll und einfach spannend.
All das sind Attribute, die Babylon-5 gut beschreiben.

 

Gerade die Dunkelheit und die ziemlich zeitlosen Probleme der Menschheit, die in der Serie beschreiben werden, haben mich schon bei der Erstausstrahlung der Serie sehr zum Nachdenken gebracht.
Und nach den Ereignissen des 11. September 2001 und des damit ausgerufenen Kriegs gegen den Terrorismus samt immer stärker ausaufernden Massenüberwachung haben sie eine gewaltige Brisanz bekommen.
Doch ist die Serie eben auch einfach spannend und – trotz teilweise sichtbarer, begrenzter Produktions-Budgets – wirklich gut ausgedacht und umgesetzt.

 

In einem völlig anderen Serien-Universum spielend so ist B5 nur mehr mit den für mich beiden besten Star-Trek-Serien "The next Generation" (TNG) und ganz besonders "Deep Space Nine" (DS9) vergleichbar.
Alle 3 sind für mich bis heute die besten Science-Fiction-Serien aller Zeiten. Und noch dazu feiern alle 3 binnen knapp 5 Monate große Jubiläen, TNG ist im September 2017 30 Jahre alt geworden, DS9 Anfang Jänner 2018 ebenfalls 25.

Babylon-5 und Star Trek

B5 war stets der „kleine Bruder“ von Star-Trek – und auch stets mit geringeren Ressourcen ausgestattet, was teilweise auch in einem „billigeren“ optischen Eindruck der Kulissen sichtbar wurde.
Gleichzeitig hat die Serie aber eben auch vor allem mit so manchen digitalen Effekten auch für Meilensteine gesorgt.

 

Vor allem aber hat es eine gemeinsame Hintergrund-Geschichte gegeben:
J. Michael Straczinsky, der geniale Erfinder von Babylon-5, hat 1991 dem Star-Trek-Rechteinhaber Paramount sein Konzept über eine auf einer Raumstation spielende Sci-Fi-Serie angeboten – was Paramount aber abgelehnt hat.
1993 hat Paramount dann Star Trek: Deep Space Nine gestartet und Warner Bros. Babylon-5.
Und beide Serien weisen ja zahlreiche Parallelen auf – allerdings zur selben Zeit auch zahlreiche Unterschiede.

 

Und gerade angesichts gewisser Konflikte der Fans wegen dieser Hintergrund-Geschichte, hat es eine ganz wunderbare Geste von Majel Barret-Roddenberry, der Witwe von Star-Trek-Erfinder Gene Roddenberry, gegeben:
Sie hat einen Gastauftritt in Babylon-5 übernommen und darin als Centauri-Wahrsagerin dabei auch noch wichtige Elemente über die Entwicklung des Centauri Londo-Mollari voraus gesehen.

3 Babylon-5 Schauspieler, die ich besonders hervor heben möchte

Ich möchte bei dieser Hommage ein bisschen andere Wege gehe als sowohl bei meinen beiden aktuellen Star-Trek-Hommagen, als auch bei meiner B5-Hommage vor 5 Jahren. Und ich möchte einen Bezug zu notwendiger Gesellschaftskritik und positiven Entwicklungsmöglichkeiten in der realen Welt schaffen.
Darum habe ich mir 3 Darsteller heraus geholt, wo jeder für ganz besondere Dinge steht.

 

Jerry Doyle

Jerry Doyle war zuerst Pilot und dann Börsenmakler ehe er die Entscheidung getroffen hat, Schauspieler werden zu wollen.
Die Rolle als Sicherheits-Chef Michael Garibaldi auf der Raumstation Babylon-5 war dann auch seine erste und einzige große Rolle. Diese hat er aber definitiv sehr glaubwürdig und sympathisch verkörpert und viele Sympathien gewonnen.
Nach dem Ende der Serie hat er noch einige Nebenrollen (u.a. in Stargate) verkörpert, dann jedoch auch die Schauspielerei an den Nagel gehängt.
Nachdem er sich ziemlich erfolglos in der Politik versucht hat, hat der bekennende Libertäre mit "The Jerry Doyle Show" seine eigene, politische Radio-Sendung gestartet – und das bis knapp vor seinem Tod 2016 auch ziemlich erfolgreich.
Trotz seiner eigenen Position als Libertärer hat er in seiner Sendung auch anderen Meinungen Raum gegeben – wofür er von verschiedener Seite gelobt worden ist.

 

Mira Furlan

Die Kroatin Mira Furlan ist gemeinsam mit ihrem serbischen Ehemann 1991 aus Angst vor und Protest gegen die Kriege im zerfallenden Jugoslawien emigriert und in die USA gegangen.
Die Rolle als Botschafterin Delenn, der außerirdischen Minbari, war dann auch ihre 1. große Rolle in Hollywood.
Nach Babylon-5 hat sie in der ähnlich legendären und für die Entwicklung von Fernseh-Serien insgesamt ähnlich wichtigen Serie "Lost" eine wiederkehrende Rolle übernommen.
Neben zahlreichen Gastauftritten in mehr oder weniger bekannten US-Produktionen spielt sie seit rund 10 Jahren auch immer wieder einmal in Produktionen aus den Balkan-Ländern und internationalen Produktionen mit.

 

Bill Mumy

Bill Mumy war bei der Übernahme der Rolle als Minarbi Lennier bereits ein Science-Fiction-Veteran. Denn schon in den 1960er-Jahren hat er als Kinderstar in der vor allem in den USA bekannten Serie "Lost in Space" (Verschollen zwischen fremden Welten) mitgespielt.
Mumy ist seit dem Ende von B5 bis heute als Schauspieler aktiv und ist primär im Rahmen von Gastauftritten in größeren und kleineren Produktionen zu sehen.
Besonders hervor haben möchte ich Mumy's Ansatz, dass Fans sich nicht in den Weiten von fiktiven Welten, wie eben auch derjenigen von Babylon-5, verlieren. Bei Conventions appelliert er statt dessen regelmäßig, dass sich jeder von uns über Mutter Erde Gedanken und einen Beitrag leisten sollte, damit es sie auch weiter gibt und wir unseren Kindern noch eine lebensfähige Welt hinterlassen.

Babylon-5 und mein persönliches Fazit

Bevor ich mit dem eigentlich Fazit beginne, noch 2 wichtige Hinweise:

  1. Zum vollständigen Verständnis meiner Sicht der Dinge über Babylon-5 und natürlich auch wegen der kurzweiligen Gedanken bitte unbedingt auch meiner 20-Jahres-Hommage an die Serie von 2013 lesen.
  2. Obwohl schon damals erwähnt, noch 1 wichtiger Punkt über die Serie:
    Es ist erschreckend, wie viele Schauspieler der Serie schon verstorben sind.
    Von 2013 bis heute sind zu dieser ebenso traurigen wie erschreckenden Liste 2016 noch Jerry Doyle (Sicherheitschef Michael Garibaldi) und 2017 Stephen Furst (der Centauri "Vir") hinzu gekommen.

Ich bin ein vielschichtiger Mensch, der sich für intellektuell anspruchsvolle und "dunkle" Geschehnisse ebenso interessiert, wie für eher Seichtes und die schönen Dinge des Lebens. Und ich bin auch gut darin, mit begrenzten Mitteln ansprechende Ergebnisse zu schaffen.
Schon alleine dadurch passt B5 perfekt zu mir!

 

Und wenn Vizepräsident Clark seinen Vorgänger Santiago tötet und dann unter dem Vorwand einer Bedrohung von außen einen Diktatur errichtet, dann sehe ich darin historische Anspielungen an das Kennedy-Attentat und vorweg genommene Anspielungen an 9/11.
Ebenso mag ich die Schrägheit, die Charaktere und den Humor der Serie – Dinge, die es in dieser Form heutzutage schlichtweg nicht mehr gibt. Besonders die sarkastische Art von Commander Ivanova macht Laune!

 

Babylon-5 hat es es sicher bei seiner Erstausstrahlung verdient, mehr als ein Geheimtipp zu sein und tut das heute immer noch. Ich kann euch daher dieses stark verkannte Stück Fernseh-Geschichte jetzt und die nächsten 25 Jahre auch dann wärmstens empfehlen, wenn ihr keine eingefleischten Science-Fiction-Fans seid.

Hoffentlich gibt es dafür im großen Jubiläums-Jahr der Serie Gelegenheit, diese wieder zu sehen. Im deutschsprachigen Fernsehen ist sie ja seit Ende 2016 nicht mehr ausgestrahlt worden.

 

Und ich kann mich dem Appell von Bill Mumy anschließen: Genießt die Serie, aber macht euch auch Gedanken über Mutter Erde.
Im kleinen – z.B. durch ethisches Konsumverhalten.
Und im großen durch politisch-gesellschaftliches Engagment für Frieden, Freiheit und Umwelt – nicht zuletzt auch durch Toleranz gegenüber politisch Andersdenkenden wie von Jerry Doyle.

 

Weiter führende Links:

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3. Januar 2018 3 03 /01 /Januar /2018 01:22
Mit Star Trek: Deep Space Nine ist für mich eine der 3 besten Science-Fiction-Serien aller Zeiten 25 Jahre geworden
25 Jahre Star Trek: Deep Space Nine

Heute können wir das 2. von 3 Jubiläen großer Science-Fiction-Serien binnen 5 Monaten feiern: Am 03. Jänner 1993 hat Star Trek: Deep Space Nine im US-amerikanischen Fernsehen seine Premiere gefeiert.
DS9, wie die Serie abgekürzt wird, war die 3. Star-Trek Real-Serie und direkter Nachfolger von Star Trek: The next Generation (TNG).

 

Und so wie bei TNG so habe ich auch schon bei DS9 vor 5 Jahren bereits 1 Mal eine große Jubiläums-Hommage gemacht – und stehe heute wieder vor der Aufgabe, ähnlich wie ein Priester bei der Sonntagspredigt, etwas neues über diese großartige Serie zu schreiben.

Ist DS9 nicht die beste Star-Trek-Serie?

Von der Art wie sie ihre Geschichten erzählt und von der produktions-technischen Machart ist DS9 für mich schon die beste ST-Serie. Man merkt ihr an, dass sie ein paar Jahre moderner ist und das Produktions-Team mehr Erfahrung hat, als bei TNG.

 

Andererseits funktioniert Star Trek aber einfach am besten auf dem Flaggschiff der Föderation – und das war und ist eine Enterprise. Zudem fehlt Deep-Space-Nine die moralische Autorität Picard.

 

Generell hat mit Sisko & Co ein Trend eingesetzt, dass die Moral bei Star-Trek seit der Next-Generation immer weiter abnimmt. Diese Entwicklung hat sich mit Voyager weiter fort gesetzt und bei Enterprise – die ja unmittelbar nach 9/11 entstanden ist – ihren Höhepunkt erreicht.

 

Was macht aber speziell DS9 aus? Einige für mich essentielle Aspekte:

  • Die Serie ist ab Staffel 3 nicht nur wirklich gut, sondern wird immer besser. Das ist mir so  allerdings erst in den letzten 3-4 Jahren aufgefallen.
    Bis Staffel 7 spielt sie sich in einen wahren (wenn auch sehr Kriegs-lastigen) Spielrausch, der in einem 10-teiligen Handlungsstrang gipfelt, mit dem die Serie abgeschlossen wird.
  • Generell gibt es in keiner anderen Star-Trek-Serie so komplexe, lange und eng verwobene Handlungsstränge, wie in DS9.
    Die Serie war damit ihrer Zeit weit voraus und ich als echter Fan finde das super. Natürlich macht das aber Gelegenheits-Zuschauern die Sache schwerer.
  • Ebenso wie bei TNG schließt sich mit Anfang und Ende ein Kreis.
    Die Propheten der Bajoraner, Aliens, die das für die Serie zentrale Wurmloch besiedeln und große Kontrolle über die Zeit haben, bilden den Anfangs- und den End-Punkt.
    Eine sehr positive Parallele zur Next-Generation, wo die Serie mit Q beginnt und endet.
    Im Gegensatz dazu hängen Serien-Anfang und Ende bei Voyager und Enterprise nicht wirklich zusammen.
  • In keiner anderen Star-Trek-Serie ist Religion (der Bajoraner) so wichtig. Damit direkt zusammen hängt, dass die von ihnen verehrten Propheten eben auch mächtige Außerirdische sind und der Föderations-Kommandant der Raumstation deren Abgesandter ist.

Und obwohl schon 2013 erwähnt:
Deep-Space-Nine ist nicht nur im Star-Trek-Universum führend bei den Nebencharakteren.
Es gibt kaum irgendeine andere Fernseh-Serie, die so viele, so gut ausgearbeitete und so oft wieder kehrende Figuren einsetzt. Das verstärkt den Eindruck, dass die Serie nicht gespielt, sondern echt ist. Großartig!

Krieg mit (Un-)Ethik

1 Aspekt, der Deep-Space-Nine einzigartig im Star-Trek-Universum macht: Krieg.
In allen anderen Serien wird nur über vergangene Kriege gesprochen oder es bleibt überhaupt nur bei einer Kriegs-Gefahr. Hier wird er das erste und bisher einzige Mal im Star-Trek-Universum gezeigt.

 

Doch es kommt keinesfalls Kriegsgeilheit auf, sondern ganz im Gegenteil ist bei den Episoden viel Skepsis oder sogar offene Kritik an Krieg zu sehen. Es gibt sogar einige großartige Anti-Kriegs-Episoden wie "Die Schlacht um Ajilon Prime", "Die Belagerung von AR-558" oder "Leben in der Holosuite".

 

Die Föderation an sich spielt bei DS9 allerdings immer wieder eine mehr als zwielichtige Rolle:
Die in dieser Serie eingeführt "Sektion 31", eine geheime, autonome und extrem skrupellose Unter-Einheit des Sternenflotten-Geheimdienstes, ist sogar bereit, zur Verhinderung oder zum Sieg eines Krieges gegen das Dominion, einen Völkermord an deren Herrschern zu begehen.
Und selbst Captain Sisko muss eine blutige Intrige anwenden, um die Romulaner an der Seite der Föderation in den Krieg zu treiben – um damit selbst nicht unterzugehen.

 

Dennoch überwiegt in der Serie fast immer eine hohes Maß an Moral, der Völkermord an den Gründern des Dominions wird z.B. durch die Haupt-Figuren verhindert – was letztendlich sogar die Chance auf eine friedliche Koexistenz mit dem bisher tödlichsten Erzfeind, dem Dominion, eröffnet.

Mein persönliches Fazit zu DS9, Appell und Schlussworte

Deep-Space-Nine ist definitiv die dunkelste aller Star-Trek-Serien. Einerseits ist das dem Charakter der Serie geschuldet, anderseits dient es einfach zur optischen Unterscheidbarkeit zu den zeitgleich ausgestrahlten Schwester-Serien "The Next Generation" (TNG) und "Voyager" (VOY), die beide viel heller sind.
Gemeinsam mit der hohen Komplexität der Serie baut das eine gewissen Hürde für die Seher auf.

 

Wer sich aber auf DS9 einlässt, bekommt selbst Ende der 2010er Jahre noch ein fantastisches und nach wie vor aktuelles Stück Science-Fiction und allgemein Fernseh-Geschichte. Für mich eben nach wie vor gemeinsam mit Next-Generation und der – in einem völlig anderen aber doch irgendwie ziemlich ähnlichen Serien-Universum angesiedelten – Serie "Babylon-5" (B5) eine der 3 besten Sci-Fi-Serien aller Zeiten!
Und alle 3 feiern ja eben sogar innerhalb von weniger als 5 Monaten große Jubiläen – TNG ist Ende September 2017 30 Jahre geworden, B5 wird Ende Feber 2018 ebenfalls 25.

 

Was mich bedrückt und mit Unverständnis erfüllt, ich aber leider schon gewohnt bin:
Das Unverständnis so vieler Star-Trek-Fans, die sich in eine Art Konsumgeilheit und Schein-Welt rund um die Serien und Filme flüchten, ohne sich dessen bewusst zu sein, wie sehr Star-Trek – und ganz besonders Deep-Space-Nine – vor Gefahren im Hier und Jetzt warnt.

 

Besonders die Doppel-Folge "Die Front" / "Das verlorene Paradies" zeigt, wie skrupellose Macht-Menschen Krisen dazu zu benutzen, um im Namen von Sicherheit und Rechtschaffenheit die Krise massiv zu verschärfen, um selbst an die Macht gelangen – um den Preis der Abschaffung von Demokratie und Freiheit.
Die frappanten Parallelen zur Wirklichkeit, wo zuerst die Länder des nahen und mittleren Ostens im Namen des Kampfes gegen den Terrorismus zerbombt, dann extremistische Muslime bei uns im Westen regelmäßig Terror-Anschläge durchführen und als Reaktion westliche Regierungen  Massenüberwachung beschließen und dann Bürgerrechte massiv einschränken, sind fast allen Star-Trek-Fans egal.

 

Gerade ich als großer Querdenker, dessen eigene Ansichten sowohl verschiedenste Themen-Bereiche, als auch verschiedenste weltanschauliche Richtungen, vereinen, wünsche mir, dass sich das ändert!
Jedem selbst denkenden Menschen sollte die Handlung von so mancher Star-Trek-Episode Warnung und Handlungs-Motivation genug sein.

 

In jedem Fall aber kann ich DS9 auch heute, schier unfassbare 25 Jahre nach ihrem Debüt, allen Science-Fiction und Serien-Fans nach wie vor wärmstens empfehlen. Und so wie beim 30er der Next-Generation hoffe ich, dass auch Deep-Space-Nine noch die nächsten 25 Jahre neue Fans gewinnt, gut unterhält und die Menschen hoffentlich auch zu einem konstruktiv-kritischen Nachdenken über die Zustände in der heutigen, realen Welt animiert.

 

Weiter führende Links:

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29. Dezember 2017 5 29 /12 /Dezember /2017 09:43
Zum 40. Jubiläum hat sich Star Wars einen Blog-Eintrag von mir verdient!
Star Wars ist 2017 40 Jahre alt geworden

Ich muss zugeben: Ich bin nicht der ganz große Fan von Star-Wars, bin eher bei Star-Trek zu Hause. Dennoch mag ich die Krieg-der-Sterne-Filmreihe. Und ich fühle es ihr schuldig, ihr gerade im großen Jubiläumsjahr einen Blog-Eintrag zu widmen.

Es ist mir auch wichtig festzuhalten, dass ich diesen wegen des 40ers schreibe – und nicht wegen des vor 2 Wochen in den Kinos angelaufenen „Die letzten Jedi“.

Lob an Star-Wars

Die mit „Krieg der Sterne“ am 25. Mai 1977 angelaufene Film-Reihe ist ein einzigartiges Phänomen in der Unterhaltungs-Branche. Und ich finde auch zu Recht

 

Alle Star-Wars Filme sind handwerklich und Effekt-technisch großartig. Sie bieten aber viel mehr als das, wie zum Beispiel:
•    Eine großartig konzipierte, futuristische Neu-Interpretation des Kampfes Gut-gegen-Böse.
•    Interessante, exzellent ausgearbeitete, vielschichtige Charaktere.
•    Allgemein ein hohes Maß an Vielschichtigkeit, auch punkto Handlung, Zusammenhängen, Technik oder Schauplätzen.

Diese Vielschichtigkeit macht die Filme höchst spannend, auch bei x-maligen Anschauen.

 

Zudem ist das von George Lucas geschaffene, fiktive Universum ein Parade-Beispiel, was Marketing und Merchandising betrifft: Filme, Serien, Comics, Bücher und natürlich Computerspiele. Zudem gibt es noch Spin-Offs wie z.B. die Filme und Serien über die Ewoks.
Beim Convention- und Fan-Event-Wesen gehört Star Wars auch zu den allerbesten. Und seine Dauerpräsenz – besonders natürlich rund um die Film-Premieren – ist erdrückend.

Tadel an Star-Wars

Und mit der erdrückenden Marketing- und Merchandising-Präsenz sind wir dann auch schon bei den Schattenseiten:

 

Ich finde es wirklich schlimm, dass es rund um die Film-Premieren faktisch unmöglich ist, Star-Wars zu entkommen – es sei denn, man lebt wirklich als Eremit in der Einöde.
Angefangen von Werbe-Flächen über Fernsehen, diverseste Internet-Seiten, soziale Netzwerke, Print-Medien bis hin zu Restaurants, Super-Märkten und anderen Geschäften.

 

Noch schlimmer finde ich aber den fanatischen Kult der Hardcore-Fans, für die Star-Wars schon so etwas wie eine Ersatz-Religion ist. Sie spielen oder leben sogar in den Filme vorkommende oder selbst erfundene Situationen der Star-Wars-Figuren nach. Im Extremfall flüchten sie aus dem echten Leben in eine fiktive Scheinwelt. Wobei mit dieser Flucht hohe finanzielle Aufwände für Merchandising-Material verbunden sind, um auch wirklich standesgemäß Jedi und Stormtrooper spielen zu können.

 

Wobei das ja noch grundsätzlich legitim ist, sofern es im Rahmen bleibt.

 

Am allerschlimmsten aber finde ich aber, dass gerade die ganz fanatische Star-Wars-Fans völlig verkennen, dass sich die gesamte Serie ja darum dreht, dass die Menschheit in eine schreckliche Diktatur gerät und sich daraus mühsam und blutig befreien muss.
Gerade in den Episoden 2 und 3 können wir alle sehen, wie eine Republik zu einem Imperium wird und der Kanzler durch bösartigste Intrigen zum diktatorischen Imperator wird.

 

Die Parallelen vor allem dieser Geschichte zu Gegenwart in der echten Welt sind dabei ebenso frappant wie schlimm:
Auch bei uns werden heute Freiheiten Stück für Stück abgeschafft und eine Diktatur Stück für Stück aufgebaut.
Stichworte: Terror-Gesetze, Überwachungsstaat, Einschränkung der Meinungsfreiheit.

Konsequenz und Schlussworte zu 40 Jahre Star-Wars

Kriege der Sterne und seine Nachfolger sind wirklich fantastische Filme, es macht mir großen Spaß, sie auch mehrfach anzuschauen. Denn sie unterhalten nicht nur gut und bieten eine tolle Optik, sie beinhalten viele, interessante Aspekte. Für mich vor allem die Warnung vor einer Diktatur bzw. das Szenario, wie sich die Menschheit aus eine totalen Diktatur wieder heraus kämpfen muss.

 

Doch so tolle Geschichten der Kampf gegen eine totalitäre Diktatur in einem fiktiven Epos ermöglicht, so sehr kann ich auf einen solchen in der realen Welt verzichten!

 

Ich beschäftige mich aber schon lange genug sowohl mit großen Science-Fiction-Jubiläen, als auch der großen Ignoranz von Hardcore-Fans gegenüber Gefahren in der Wirklichkeit.
Meiner Einschätzung haben diese einen Tunnel-Blick, wenn nicht sogar ein Sucht-Verhalten gegenüber dem Fan-Universum, das vergleichbar mit Spielsucht ist.

 

Bei den moderate Fans und Nicht-Fans hoffe ich allerdings, dass endlich einmal der Groschen fällt und sie sich unbedingt einem so tollen Unterhaltungs-Produkte (und genau das ist Star-Wars) widmen sollen.
Gleichzeitig sollten sie diese Filmreihe aber auch als Mahnung vor und als einen Aufruf zur Verhinderung einer Diktatur in der Wirklichkeiten sehen.

 

Lasst und doch gegen Überwachung und Terror-Gesetze und für Freiheit und Bürgerrechte eintreten. Lasst uns kritisch gegenüber den Herrschenden und den hinter ihnen stehenden, mächtigen Lobbies sein und uns Bürger und Aktivisten von der Basis quer durch alle möglichen Themen, Organisationsformen und Ideologien kooperieren – und ganz besonders diese unsägliche Links-Rechts-Spalterei überwinden!

 

Star-Wars ist ein super Unterhaltungs-Produkt, mich regt es aber darüber hinaus zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Entwicklungen in der Wirklichkeit an und dem Wunsch, diese anders zu gestalten, als in den Filmen.
Leider scheine ich bisher damit so ziemlich der einzige zu sein. Höchste Zeit, dass sich das ändert!

 

Weitere Links zum Thema:

Der gemeine SF-Lemming – Science-Fiction & Wirklichkeit, Teil 2
http://kritisch-konstruktiv.over-blog.de/2017/01/der-gemeine-sf-fan-lemming-science-fiction-wirklichkeit-teil-2.html

 

Die moralische Autorität Captain Picard – Science-Fiction & Wirklichkeit, Teil 1
http://kritisch-konstruktiv.over-blog.de/article-die-moralische-autoritat-jean-luc-picard-science-fiction-wirklichkeit-teil-1-125309234.html

 

Star-Wars, Schizophrenie und ich
http://kritisch-konstruktiv.over-blog.de/2015/12/star-wars-schizophrenie-und-ich.html

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28. September 2017 4 28 /09 /September /2017 00:14
30 Jahre Star Trek: The next Generation bzw. Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert
Das neue Raumschiff Enterprise ist 30

Heute vor genau 30 Jahren, am 28. September 1987, hat ein ganz wichtiges Ereignis für Star Trek, für die Science-Fiction und sogar für TV-Serien insgesamt statt gefunden: Die Erstausstrahlung von „Star Trek: The Next Generation“ (TNG), auf Deutsch „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“.
Und vor genau 5 Jahren, anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums der Serie 2012, habe ich schon einmal eine große Jubiläumswürdigung für – in meinen Augen – eine der 3 besten Science-Fiction-Serien aller Zeit geschrieben.

 

Darum war es für mich schon ein gewisse Herausforderung, mir zu überlegen, was ich 5 Jahre später über die Next-Generation schreibe. Ein bisschen vielleicht sogar so wie ein Priester, der sich überlegt, was er bei der nächsten Sonntags-Predigt sagt.

 

Ganz kurz einmal das, was für mich den Kern von TNG ausmacht, im Wordrap:

  • 1987, 18 Jahre nach dem Ende der Ursprungsserie, im Fernsehen gestartet, spielt im fiktiven Universum ungefähr 80 Jahre nach dem originalen Raumschiff Enterprise.
  • Neues, modernes Schiff, neue Crew, neue Rahmenbedingungen, neue Gegner.
  • Wesentlich ernsthafter, anspruchsvoller, moralisch hoch stehender und realistischer als die Original-Serie.
  • Erreicht ein sehr hohes Qualitäts-Niveau, sowohl punkto Handlung und Schauspielern, als auch punkto Inszenierung und Effekten.

Heute möchte ich mich aber auf Aspekte konzentrieren, die ich damals noch nicht (bzw. zu wenig) beleuchtet habe und natürlich auf die seit damals neu hinzu gekommenen Gedanken.

TNG – die beste Star-Trek-Serie?

2012 habe ich geschrieben, dass ich TNG für die beste aller Star-Trek-Serien halte. Das ist zwar richtig, war aber dennoch voreilig.

 

Warum?
Weil Next-Generation für mich zwar die beste Star-Trek-Serie ist, aber nur ex-aequo. Diese Position teilt sie sich nämlich mit Deep Space Nine (DS9).
Und die Position der für mich besten Science-Fiction-Serie teilt sie sich zusätzlich noch mit Babylon 5 (B5).

 

TNG, DS9 und B5 sind dann auch meine persönlichen Allzeit-Favoriten unter den Science-Fiction-Serien.
Und: Alle 3 feiern innerhalb von nur 5 Monaten wichtige Jubiläen – DS9 und B5 werden Anfang 2018 jeweils 25 Jahre alt.

 

Was aber zeichnet das neue Raumschiff Enterprise besonders aus, was kann es besser, als alle anderen Sci-Fi-Serien?

  • Moralisch bewegt sie sich auf höchstem Niveau im Star-Trek-Universum – und wohl auch im gesamten Science-Fiction-Genre.
    Bei den Nachfolge-Serien ist das Moral-Niveau dagegen mehr und mehr gesunken.
  • Auch die „Intellektualität“ hat bei der Next-Generation ihren Höhepunkt erreicht.
    In keiner anderen Star-Trek Serie beschäftigen sich die Haupt-Protagonisten so viel mit Wissenschaft und noch mehr mit Kunst und Kultur.
  • Und natürlich: Der Captain.
    Jean-Luc Picard hat es als einer von ganz wenigen fiktiven Charakteren geschafft, eine moralische Autorität zu werden.

TNGs Toleranz und Picards Moral als Vorbild für die Gegenwart

Die Moralische Autorität Picard ist gerade in der Jetzt-Zeit besonders wichtig.
Denn heute mehr als jedenfalls schon sehr lange nicht mehr wird unsere Gesellschaft zunehmend polarisiert.
Ausländer gegen Inländer, Arm gegen Reich, und natürlich Linke gegen Rechte.

 

Toleranz, Friedfertigkeit, aber auch das konstruktive Streben nach Lösungen und entschlossene Konsequenz müssen (wieder) Eckpfeiler unserer Gesellschaft werden.
Toleranz hat selbstverständlich auch für Andersdenkende zu gelten. Auch und gerade dann, wenn sie ideologisch oder inhaltlich in eine völlig andere Richtung gehen, als man selbst.


Im Klartext:
Wir alle haben auch die Legitimität von stark linken (z.B. Die Linke, KPÖ) oder stark rechten Parteien (AfD, FPÖ) zu akzeptieren, selbst wenn wir selbst die Dinge völlig anders sehen.
Und wenn uns diese Positionen nicht gefallen, dann haben wir selbst konstruktiv an besseren Position zu arbeiten.

 

Jean-Luc Picard hat es immer verstanden, tolerant gegenüber andersartigen und andersdenkenden Lebewesen zu sein, gleichzeitig aber auch konsequent seinen eigenen Positionen und Idealen stets treu zu bleiben. Vorbildhaft!

Vielfach-Ansehen und 2nd-Screen

Seit Tele5 2011 zum deutschsprachigen Star-Trek-Sender geworden ist und seitdem auch über weite Strecken Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert ausgestrahlt hat, habe ich mir die Folgen der Serie wirklich x-fach angesehen, meist als ein Hintergrund-Programm bei anderen Tätigkeiten.

 

Je öfter man eine Serie sieht, desto mehr Details fallen einem auf und desto tiefgründiger erkennt man die Gesamt-Zusammenhänge.
Natürlich fallen einem irgendwann gewisse Stilmittel und Kunstgriffe der Serien-Macher auf. Und natürlich merkt man in manchen Situationen der Serie auch schon ihr Alter an – allerdings selbst nach x-Mal anschauen nur in wenigen. Auch heute ist die Next-Generation noch ein tolles und großteils aktuelles Stück Fernsehen. Natürlich Science-Fiction, aber noch viel mehr als das.


Ob „moralische Episoden“ wie „Wem gehört Data“, „Das Standgericht“ und „Das Pegasus-Projekt“ oder Action-Episoden wie „Der Kampf um das klingonische Reich“, „In den Händen der Borg / Angriffsziel Erde“ und „Die Reise ins Ungewisse“. Auch in den 2010er Jahren ist das immer noch ganz großes Fernsehen!


Und vor allem das Internet bietet gewaltige Möglichkeiten, seine Erkenntnisse zusätzlich zu erweitern und zu vertiefen – natürlich auch über das neue Raumschiff Enterprise.
Es ist schon fast unglaublich, was es da alles an Quellen zum Thema Star Trek gibt.
Fan-Seiten, Foren, Wikis, Podcasts  und noch einiges mehr.
Nicht zuletzt dadurch habe ich besonders zu den vielen Gast-Schauspielern von TNG einen sehr guten Überblick bekommen.
Einige von ihnen haben ja mehrere Rollen gehabt, was besonders dann, wenn sie auch Außerirdische spielen, von außen manchmal nicht zu erkennen ist. Und leider sind ja in der Zwischenzeit auch schon einige von ihnen verstorben.

 

Herausragend aus meiner Sicht punkto Star-Trek und 2nd-Screen sind im deutschsprachigen Raum vor allem die Wiki „Memory-Alpha“ und der Podcast „Deutscher Star-Trek-Index“  (DSI).

 

Teilweise sind die Aktivitäten im 2nd-Screen und in der Offline-Hardcore-Fanszene für mich definitiv schon übertrieben.
Manche Trekkies bzw. Trekker scheinen schon vergessen zu haben, dass Star Trek Fiktion ist. Sie flüchten dabei in eine Scheinwelt und unterlassen es, im Jetzt für eine bessere Welt einzutreten, damit die Vision einer besseren Zukunft auch im echten Leben Realität wird.

Fazit und Schlusswort zu 30 Jahren Star Trek: The next Generation

Zunächst möchte ich noch einmal auf meine 25-Jahres-Hommage von 2012 hinweisen. Man erhält nur dann das richtige Gesambild meiner Gedanken, indem man beide Würdigungen liest.

 

TNG war und ist nicht nur eine großartige Science-Fiction Serie. Sie hat einem ganzen Genre den Weg in eine neue Ära geebnet. Denn Anfang der 1990er-Jahre hat sie gemeinsam mit Akte-X und vielleicht auch Twin Peaks die goldene Ära der Phantastik (Science-Fiction, Fantasy, Mystery) eingeleitet, welche zirka 1996 ihren Höhepunkt erreicht hat.

 

Selbst 30 Jahre nach ihrer Premiere ist die Serie inhaltlich und erzähltechnisch noch aktuell. Qualität hat eben Bestand.

 

Gerade durch ihre Intellektualität und ihre hohen, moralischen Maßstäbe – allen voran der moralischen Autorität Jean-Luc Picard – sollte sie aber gerade bei den Fans auch eine bestimmte Geisteshaltung begünstigen.

 

Wie schon oben gesagt wünsche ich mir für die Zukunft, dass die Fans der Serie nicht nur die tolle, anspruchsvolle Unterhaltung genießen, sondern sich auch im echten Leben gerade der Toleranz gegen Andersdenkenden – speziell solchen mit einer anderen Weltanschauung – besinnen.

 

In jedem Fall freue ich mich, dieses tolle Jubiläum von Star-Trek: The next Generation begehen zu können und hoffe, dass die Serie auch noch die nächsten 30 Jahre neue Fans findet und diese nicht nur gut unterhält, sondern sie auch zu einem konstruktiven Nachdenken animiert.

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19. April 2017 3 19 /04 /April /2017 00:26

Auch heute ist "Together" von Jonathan und Charlotte eine starkes Stück moderner KlassikVor rund 4 Jahren, 2013, bin ich über das junge, britische Popera-Duo „Jonathan & Charlotte“ (das sind Jonathan Antoine und Charlotte Jaconelli) gestolpert. Kurz darauf habe ich einen Blog-Eintrag über sie geschrieben.

1 Jahr später, 2014, hat sich das Duo dann getrennt, worüber ich wieder einen Post geschrieben habe.

 

Beide Blog-Einträge sind große Renner geworden, besonders derjenige über die Trennung von Jonathan und Charlotte. Damals habe ich auch noch eine CD-Kritik versprochen – und dieses Versprechen löse ich jetzt auch ein.

 

Wer die beiden nicht kennt, sollte sich in den Blog-Einträgen über sie schlau machen. Hier nur so viel: Vor allem Jonathan hat eine unfassbar gute Stimme und als Duo haben die beiden Casting-Show-Geschichte geschrieben, weil sie sich auch in schwierigen Situationen treu geblieben sind.

CD-Kritik „Together“

„Together“ ist die 1. CD des Duos „Jonathan & Charlotte“, das die beiden Künstler 2012, im selben Jahr ihres Durchbruchs bei „Britain's Got Talent“ veröffentlicht haben.

 

Anschließend an die erfolgreichen Lieder, die sie bei dieser Casting-Show höchst erfolgreich vorgetragen haben, singen sie fast alles auf italienisch.

Und bei der Mehrheit der Lieder handelt es sich um „italianisierte“ und „verklassikte“ Cover-Versionen erfolgeicher Pop-Songs.

 

Ich gehe die einzelnen Titel in der Reihenfolge auf der CD einzeln durch:

  1. The Prayer
    „DER“ Klassiker von Jonathan und Charlotte, mit dem sie beim Vorsingen ihren Durchbruch geschafft und im Finale der Show den 2. Platz gewonnen haben.
    Schönes Lied in einer sehr gelungenen Version. Die Stimmen der beiden passen einfach sehr gut für dieses Lied.
    Der i-Tupfen ist die gesangliche Unterstützung des Männerchors „Only boys a loud“, die bei „Britain's Got Talent“ 2012 hinter den beiden Platz 3 belegt haben.

     

  2. Caruso
    Für mich das beste Lied der beiden. Kompositorisch sehr gut und Jonathan und Charlotte wie auf den Leib geschrieben. Da laufen beide für sich zur Höchstform auf und harmonieren auch noch hervorragend.

     

  3. Vero Amore (Cover von Elton John's „Your Song“)
    Handwerklich ebenfalls sehr gut, Sir Elton's Original gefällt mir aber klar besser.

     

  4. Ave Maria
    Ein Klassiker der klassischen Musik. Musikalisch sehr gut dargeboten von den beiden, vor allem von Jonathan, das Arrangement für mich aber leicht überladen.

     

  5. Forse (Unintended-Cover von Muse)
    Die in meinen Augen (bzw. Ohren) mit Abstand beste Cover-Version des Albums. Und nicht nur das: „Forse“ gefällt mir sogar noch besser als das Muse-Original.

     

  6. Il mondo nostro („Rule the World“ Cover von „Take That“)
    Für mich weniger gelungen, trotz der gut eingesetzten Stimmen.

     

  7. Canto della Terra
    Schon ein Klassiker der modernen Klassik. Und aus meiner Sicht die beste Version dieses Lieds, die ich kenne, sogar noch ein bisschen besser als von Andrea Bocelli.

     

  8. Ognuno Soffer (Cover von „Everybody Hurts“ von R.E.M)
    Gefällt mir recht gut, finde eine „Verklassikung“ hier passend und von J. Und C. gut umgesetzt.

     

  9. Chi Mai Vivrà Per Sempre (Queen-Cover von „Who Wants To Live Forever“ aus Highlander)
    Sehe ich sehr ähnlich wie das R.E.M-Cover, ziemlich gut, auch deshalb weil für eine Verklassikung gut geeignet.

     

  10. La Prima Volta („The First Time Ever I Saw Your Face“, Cover von Roberta Flack)
    Für mich das schwächste Lied auf der CD. Hat mir aber auch beim Cover von Celine Dion nicht besser gefallen, ja sogar schon vom Original her nicht. Da haben weder Jonathan und Charlotte, noch Celine Dion dieses Lied mehr besser machen können.

Fazit

Es muss jedem, der sich die CD anhört klar sein, dass er italienischen Gesang ebenso gerne mögen muss, wie moderne Klassik, speziell „Verklassikungen“ bekannter Pop-Lieder.

Wenn dem aber so ist, dann ist „Together“ von meiner Seite her eine lupenreine Empfehlung.

 

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8. Januar 2017 7 08 /01 /Januar /2017 00:10

Viele Hardcorce-SF-Fans ermöglichen durch ihr ignorantes Konsum-Lemmintum den Abbau der DemokratieVor knapp über 2 Jahren habe ich – inspiriert von einem zwischenzeit gelöschten (aber jetzt wieder verfügbarem) Artikel bei „Tichyseinblick“ – einen Blog-Eintrag über die moralische Autorität von Jean-Luc Picard geschrieben. Das war der 1. Teil meiner Reihe „Science-Fiction & Wirklichkeit“. Der 2. Teil hat lange auf sich warten lassen, jetzt ist er aber da, gestern frisch auf „Fisch+Fleisch“ veröffentlicht.

Es geht darin um etwas, das ich als ganz negativ sehe und überhaupt nicht verstehe:
Die schizophrene Einstellung zahlreicher Hardcore-Science-Fiction Fans, die sich in eine konsumgetriebene, futuristische Scheinwelt flüchten, welche durch ihre eigene Untätigkeit oder sogar Unterstützung von immer totalitärer werdender Tendenzen in der Politik der westlichen Ländern unmöglich wird.

Natürlich flüchten sehr Hardcore-Fans von irgendwelchen Unterhaltungs-Produkten aus dem Non-Science-Fiction-Bereich ebenfalls in eine Scheinwelt.

ABER:

  • Gerade Star-Trek (Raumschiff Enterprise & Co), mit seiner so positiven, idealistischen Zukunftsvision und mit Captain Picard von der Enterprise-D/E, der es als fiktiver Charakter zu einer moralischen Instanz in der realen Welt geschafft hat
  • gerade bei Star-Wars (Krieg der Sterne), wo eine – wenn auch suboptimale – Demokratie durch eine totalitäre Diktatur ersetzt wird, aus der sich die Menschen erst wieder blutig heraus kämpfen müssen
  • und auch Babylon-5, wo die Entwicklung auf der Erde von einer halbwegs funktionierenden Demokratie über eine totalitäre Diktatur zu einer ziemlich guten Demokratie geht.

Gerade die Fans dieser Sci-Fi-Produktionen sollten in der realen Welt eine viel politischere, aktivere und konstruktivere Rolle spielen, als die meisten das tun.

Wie, was, wann genau, das habe ich eben in meinem Beitrag „Die Schizophrenie gemeiner Sci-Fi-Fans – Science-Fiction & Wirklichkeit, Teil  2“ auf FuF beschrieben.

Update 20.04.2017:

Der Artikel bei Tichyseinblick über Jean-Luc Picard ist jetzt wieder verfügbar.

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