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3. Januar 2013 4 03 /01 /Januar /2013 23:20

Gut 3 Monate nach 25-Jahren Next Generation gibt es jetzt gleich das nächste Star-Trek-Jubiläum zu feiern: Deep Space Nine ist am 03.01.1993, also genau vor 20 Jahren, zum 1. Mal auf Sendung gegangen.

DS9, wie die Sendung kurz genannt wird, ist die 3., richtige Serie im Star-Trek Universum - und die mit Sicherheit dunkelste. Und: Sie war für mich die letzte „richtige“ Star-Trek Serie.

 

Ich kann mich noch recht gut an meine ersten Gedanken erinnern, wie ich sie zum 1. Mal gesehen habe: Das neue Raumschiff Enterprise ist ja damals noch gelaufen und genau beim Cliffhanger „Angriff der Borg 1“ hat das Warten auf Staffel 7 begonnen. Deep Space Nine war für mich damals nicht mehr als ein Lückenfüller und Zeitvertreib.

 

DS9 hat mehrere, grundlegende Änderungen gebracht:

Raumstation statt Raumschiff, Schwarzer Kommandant, düstere, pessimistischere Atmosphäre und eine große Anzahl, perfekt ausgearbeiteter Nebencharaktere.

Ähnlich wie bei der Next Generation hat auch Deep Space Nine bis zur 3. Staffel gebraucht, bis sich die Serie „gefunden hat“.

Ab dann ist es aber richtig los gegangen: Der Konflikt und später sogar Krieg mit dem „Dominion“, den Formwandlern aus dem Gamma-Quadranten, war der rote Faden der Staffeln 3-7.

 

Sowohl Haupt- als auch Nebencharaktere waren eigentlich alle top: Ob der Kommandant Sisko, Ex-Terroristin Kira, Formwandler Odo, Ferengi-Barmann Quark oder die Parade-Cardassianer Gul Dukat und Garak. Es gibt nur wenige Fernsehserien, wo Schauspieler die Chance bekommen, so vielschichtige Charaktere auch wirklich sehr hohem schauspielerischem Niveau spielen zu können.

DS9 hat zahlreiche, wichtige Neuerungen gegenüber den Vorgänger-Serien gebracht: Die dunklere, realistischere Atmosphäre, das pessimistischere und damit menschlichere Menschenbild und nicht zu vergessen die faktische Rückkehr des Geldes ins Star Trek Universum waren neue Aspekte, die es auf einer Enterprise so nie gegeben hat. Und genau diese neue, dunklere Atmosphäre hat wir richtig gut gefallen.

 

Einiges davon, vor allem der große Krieg, hängen meiner Überzeugung auch mit der Konkurrenzserie „Babylon 5“ zusammen. Diese war ebenso eine hochwertige SF-Serie auf einer Raumstation wie Deep Space Nine - und noch einmal dunkler.

 

Man muss aber auch sagen, dass in DS9 bereits erhebliche Abnützungserscheinungen im Star Trek Universum zu Tage getreten sind: Ob häufige und häufig wechselnde Liebschaften der Hauptdarsteller, ob absurde Handlungsstränge über bestimmte Charaktere (allen voran über Worfs Bruder Kurn) oder einfach nur das wiederholte Erzählen von Geschichten, die schon vorher in Star Trek erzählt worden sind.

So hat es damals schon klare Anzeichen gegeben, dass sich der Star-Trek-Boom der 1990er Jahre in absehbarer Zeit seinem Ende zuneigt. Mit „Voyager“ und „Enterprise“ bin ich dann auch nicht mehr richtig „warm geworden“. Das Star-Trek-Thema war da schon zu stark „ausgelutscht“.

 

DS9 ist auch ein bisschen das „Stiefkind“ bei der Fernseh-Ausstrahlung: Nach rund 10 Jahren Pause ist sie erst 2012 wieder im deutschsprachigen, freien Fernsehen ausgestrahlt worden. Da habe ich mir die Serie aber wieder mit großer Freude angesehen!

 

Alles in allem ist Deep Space Nine eine großartige Serie - und nicht nur im Science-Fiction-Bereich. Der Anspruch, der Realitätssinn, der Humor und besonders die Liebe zum Detail schaffen es auch heute, 20 Jahre nach ihrer Premiere noch zu fesseln.

 

Und gerade Deep Space Nine trifft die Realität der Gegenwart sehr gut:
Die Gefahren, die es heute gibt, sind vielfältig und groß. Die Bedrohungen im ökologischen und sozialen Bereich, vor allem aber der schleichende aber leider sehr konsequente Abbau der Demokratie können sich zu einer ähnlichen Katastrophe auswachsen, wie der Dominion Krieg - der größte Krieg im Star-Trek-Universum.

Jeder muss sich politisch und gesellschaftlich engagieren. Jeder braucht den selben Kampfgeist und Durchaltewillen wie die DS9-Charaktere, damit auch wir uns eine lebenswerte Welt, mit funktionierender Demokratie und intakter Umwelt schaffen können.

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2. Januar 2013 3 02 /01 /Januar /2013 00:20

Das Jahr 2012 ist gerade zu Ende gegangen. Dieses Jahr hat auch ein Ereignis im Unterhaltungs-Bereich gebracht, das ich sehr bedauere: „Ottis Schlachthof“, die Kabarett-Sendung mit Ottfried Fischer im Bayerischen Rundfunk, ist nach 17 Jahren eingestellt worden.

 

Die Sendung war bis zuletzt ebenso unterhaltsam als auch von den Einschaltquoten her erfolgreich. Der Grund für das AUS liegt in Fischers Parkinson Erkrankung, wegen der sich Fischer und der Bayerische Rundfunk im Sommer 2012 gemeinsam entschieden haben, die Sendung 2013 nicht mehr weiter zu führen.

 

Gleich gelagert war der Fall bei Peter Stützer: Nach 15 Jahren Moderation meines Lieblings-TV-Auto-Magazins „Auto Motor Sport TV“ bzw. „Auto Mobil“ auf Vox hat dieser – ebenfalls wegen seiner Parkinson-Erkrankung – die Sendung Ende 2010 an Birte Karalus abgegeben.

 

Ich kenne weder Ottfried Fischer noch Peter Stützer persönlich, von da her möchte ich keine Betroffenheit heucheln. Natürlich hat es mich aber schon  nachdenklich gemacht, dass nun bereits die 2. TV-Persönlichkeit, die ich gerne mag, Parkinson-bedingt die Moderation einer Sendung beenden muss.

 

Ich habe die persönliche Erfahrung gemacht, dass für viele gesundheitliche Probleme umweltmedizinische Faktoren maßgeblich sind. Quecksilber oder Aluminium zum Beispiel stehen schon seit Langem in Verdacht, zumindest 1 Auslöser einer Parkinson-Erkrankung zu sein.

Diese Zusammenhänge gehören dringend tabulos erforscht und bei Feststellen von tatsächlichen Auswirkungen dieser Substanzen umgehend Konsequenzen durch den Gesetzgeber gezogen.

 

Ich möchte ja zukünftig weder geschätzte TV-Moderatoren noch persönliche Bekannte oder andere Menschen an Parkinson oder ähnlich sinnlose Krankheiten verlieren!

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28. September 2012 5 28 /09 /September /2012 00:00

Am 28. September 1987 ist die 1. Folge von „Star Trek – The next generation“ (TNG), im deutschsprachigen Raum „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“ genannt, zum 1. Mal in den USA auf Sendung gegangen. Rund 21 Jahre nach dem ursprünglichen Raumschiff Enterprise haben deren Nachfolger das Kommando im Star-Trek-Universum übernommen.
Und dieses Ereignis ist jetzt bereits fast unglaubliche 25 Jahre her.
 

Ich muss gestehen, dass ich ein Science-Fiction Fan bin. Besonders das Star-Trek Universum finde ich sehr spannend. Die ersten Folgen vom neuen Raumschiff Enterprise habe ich ungefähr 1990 im Sommerurlaub bei meiner Tante gesehen. Damals haben meine Eltern noch kein Satelliten-Fernsehen gehabt. Richtig losgegangen ist es mit der Serie für mich dann 1994.

 

Die „Next Generation“ ist für mich die beste aller Star-Trek Serien. Und sie war es auch, die das popkulturelle Phänomen „Star-Trek“ in den 1990er Jahren zum Höhepunkt des Erfolges geführt und ihm den Weg ins 21. Jahrhundert geebnet hat.

 

Auf der faszinierenden Bühne des Weltraums zeigt Star-Trek Charaktere, die spannende Abenteuer mit einer Prise Humor erleben und dabei für Frieden und Fortschritt eintreten.

Die Next Generation steht darüber hinaus aber auch für hohen Anspruch:

Den Anspruch, dass gesellschaftliche, wissenschaftliche und politische Fragen immer nach besten Kräften unter höchsten moralischen Überlegungen behandelt werden.

 

Ganz besonders Captain Picard steht für diesen Weg. Ein Schulkollege hat mir in den 1990er Jahren gesagt, dass Picard für ihn wie eine moralische Autorität ist.

Neben dem Captain sticht Data aus dem Ensemble heraus. Der Androide, der gerne menschlich sein möchte, ist großer Sympathieträger und genialer Wunderwuzzi.

Auch Commander Riker hat mit seiner recht lockeren Art viele gute Momente.

Mit Deanna Troi, Dr. Crusher, Geordi LaForge und Worf ergibt das ein tolles Schauspieler-Ensemble.

 

Ein weiterer Erfolgsbaustein ist der große Pool an gut ausgearbeiteten, wiederkehrenden Nebencharakteren. Und diese sind nicht nur von guten sondern oft auch von bekannten Schauspielern verkörpert worden. Ein Filmstar wie Whoopi Goldberg stellt sich sicher nicht jeder Serie für eine Nebenrolle zur Verfügung.

 

Ein sehr hohes Niveau bei Masken, Spezial-Effekten und Drehbüchern vervollständigt das Erfolgs-Grundrezept.

 

Man muss aber auch dazu sagen, dass sich die Serie erst entwickeln hat müssen:

Die 1. Staffel hat in fast allen Bereichen nur ein mäßiges Niveau erreicht. Die Serie war zu sehr ein „Aufguss“ der alten Serie und hat zu wenig eigenen Charakter gehabt.

Mit der 2. Staffel hat sich das schon verbessert und ab der 3. Staffel ist die neue Enterprise zu Hochform aufgelaufen.

 

Die Beliebtheit von TNG im Fernsehen hat Star Trek in den 1990er Jahren auf den Höhepunkt des Erfolgs geführt: Neben der TV-Fortsetzung mit gleich 2 weiteren Serien („Deep Space Nine“ und „Voyager“) ist die neue Enterprise von 1994 bis 2002 auch auf der Kinoleinwand weiter geflogen.

 

In den 2000er Jahren war es dann aber mit den großen Erfolgen sowohl von der „Next Generation“ als auch von Star-Trek an sich vorbei.
Der 2009er Star-Trek Film mit neuem Kirk und neuem Spock hat allerdings wieder viele Menschen angesprochen. Er spielt in einem komplett eigenen Universum und zusätzlich noch rund 100 Jahre vor der Next Generation.

 

10 Jahre nach dem letzten Ausflug des neuen Raumschiffs Enterprise und 13 bzw. 11 Jahre nach dem Ende von „Deep Space Nine“ bzw. „Voyager“ wäre es aus meiner Sicht wieder höchste Zeit, dass die Abenteuer dieser Zeitlinie im Fernsehen ihre Fortsetzung finden.

 

Um die Star-Trek Idee nicht zu „verheizen“ schwebt mir hier allerdings keine neue Serie, sondern 2-teilige, jeweils 90-minütige Fernseh-Specials vor, die alljährlich ausgestrahlt werden.

Dabei können dann alt bekannte Charaktere sowohl von TNG, DS9 und VOY mitspielen, natürlich aber auch neue Figuren.

Als Titel dafür wäre „Star Trek – 25th Century“ perfekt.

 

So sehr ich Star-Trek mag, es mich unterhält und zum Nachdenken anregt, so muss ich eine Sache aber auch ganz deutlich hervorheben:

Star-Trek und Science-Fiction allgemein ist nicht die Realität, es ist eine Scheinwelt.

Und niemand soll sich durch die Flucht in eine Scheinwelt der Realität entziehen.

 

Wir leben in turbulenten Zeiten, wo viele Gefahren drohen: Finanzkrise, Umweltprobleme, immer stärkere anti-demokratische Tendenzen.

Und wenn es jemals eine positive Zukunft, ähnlich wie jene auf dem neuen Raumschiff Enterprise geben soll, dann müssen wir uns alle privat aber auch politisch-gesellschaftlich engagieren.

In diesem Sinne: „Energie“ – für die nächsten 25 Jahre.

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  • Ulrich Lintl, Jahrgang 1978, kritisch-konstruktiver Zeitgenosse, sehr an Nachhaltigkeit, Politik, Natur und Internet interessiert. Auch an Sport, Kabarett und gutem Essen. Ausserdem liegt mit regionale Kultur und Mundarten am Herzen.

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