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26. November 2015 4 26 /11 /November /2015 18:00

Terror-in-Paris-wiegt-mehr-als-in-Afrika-und-AsienWas ich grundsätzlich über die Attentate in Paris denke

Vor genau 1 Woche, am 13.11.2015, haben in Paris mehrere, schreckliche Attentate durch den IS/ISIS (islamischen Staat) gleichzeitig statt gefunden. Die Folge davon waren 129 Tote und hunderte Verletzte. Ich möchte ganz klar mein Bedauern ausdrücken und den Hinterbliebenen der Opfer herzlich kondolieren.

 

Ich habe mich Anfang 2015 ja bereits mit dem ganz ähnlich gelagerten Attentat auf die Charlie-Hebdo-Redaktion beschäftigt. Damals habe ich das auf eine sachliche und ziemlich "handzahme" Art getan. Dieses Mal ziehe ich allerdings die Samthandschuhe aus und spreche Klartext!

 

Ich verstehe bis zu einem bestimmten Grad, dass einen solch schrecklichen Gewalttaten in einer EU-Metropole schockieren. Dennoch finde ich die Art, wie die Paris-Attentate medial hochstilisiert werden und wie viele Bürger bei dieser Hochstilisierung mitmachen völlig verfehlt.

 

Konkret kritisiere ich vor allem 2 Punkte:

  1. Das fast totale Konzentrieren auf die Paris-Attentate bei gleichzeitigem, fast totalem Ignorieren von anderen, ähnlichen Gewalttaten an anderen Plätzen auf unserer Welt.

  2. Den Abbau von Bürgerrechten und den noch stärkeren Ausbau des Überwachungsstaates seitens der Regierungen in der EU.

 

Mein Blog-Eintrag ist dieses Mal wirklich lang geworden. Wer nicht alles lesen möchte, der sollte daher gleich zu den Lösungsansätzen oder sogar zum Fazit gehen.

 

Paris-Attentate zählen fast alles und andere Attentate fast nichts

Ja, diese Überschrift hört sich zynisch ist – und sie ist es auch. Das ist allerdings die traurige Realität. Denn so schlimm es auch ist, dass in Paris 129 Menschen zu Opfern des Terrorismus geworden sind, so ist das etwas, was anderswo auf der Welt regelmäßig passiert.

 

Nur einige Beispiel zu Terror-Attacken aus der jüngsten Vergangenheit:

 

Einzig über das Attentat auf ein Hotel in Mali am 20.11.2015 ist von "unseren" großen Medien nennenswert berichtet worden. Meiner Meinung nach aber nur deshalb, weil Mali mit Frankreich eng verbunden ist.

Wie sehr die Wahrnehmung aber sogar zwischen den Anschlägen in Paris und in Mali verzerrt ist, zeigt das Beispiel, des französischen Polizeihundes, über den es 70000 Tweets gibt – während über den Mali-Terror zumindest nur sehr wenige twittern.

 

Und in der Zwischenzeit hat es ja in der belgischen Hauptstadt Brüssel zwar kein Attentat, aber einen ähnlichen Ausnahmezustand und eine ähnliche Angstmache vor Terror gegeben wie in Paris.

 

Die erdrückende Welle der Anteilnahme und die mediale Hysterie rund um den aktuellen Paris-Terror können also nicht mit der Anzahl der toten zusammen hängen. Und wenn man sich vergegenwärtig, dass es 2005 alleine in Frankreich 5318 Verkehrstote gegeben hat, kann es auch nicht an einer hohe Todes-Wahrscheinlichkeit durch Terror liegen.


Ein triftiger Grund ist mit Sicherheit, dass der Terror einmal nicht in Afrika oder Asien wütet, sondern nach Europa gekommen ist. Und Gewaltverbrechen sind auch eine ebenso hässliche wie unnötige Art zu sterben.

 

Doch ob das als einziger Grund reicht, dass seitens der Medien eine derartige Kampagne der Betroffenheit und Angst geführt wird – da habe ich meine Zweifel. Fakt ist allerdings, dass sich kein Mensch, der Medien konsumiert (und das tun wir nahezu alle), der medialen Paris-Terror-Kampagne entziehen kann. Alleine Anfang letzter Woche ist man im österreichischen Fernsehen mit diesem Thema aus verschiedenen Blickwinkeln regelrecht Gehirn-gewaschen worden:

Von Wien-Heute, über die ATV-Nachrichten und die Zeit im Bild bin hin zum ORF-Kurz-Sport und "Sport und Talk im Hangar 7" auf Servus-TV – überall waren die Attentate von Paris ein Thema.

Am nächsten Tag ist es im Morgen-Radio damit weiter gegangen, da hat aber Roland Düringer sehr klug agiert, den medialen Hype rund um dieses Thema angesprochen, vor einer gesellschaftlichen Spaltung gewarnt und zur Besonnenheit geraten.

 

Korrekterweise gehört auch erwähnt, dass es selbst in den Massen-Medien wenige, positive Berichte gibt, die auch andere Terror-Anschläge erwähnen und somit auch Paris richtig einzuordnen helfen.

 

Mein nüchternes Fazit über die Paris-Berichterstattung der großen Medien: Propaganda wirkt.

Und leider lassen sich die meisten Menschen von faktischen Medien-Kampagnen sehr bereitwillig irgendwo hineinpropagandieren.

Alternativ-Medien nutzen dagegen leider noch wenige Bürger. Diese legen zwar auch einen großen Schwerpunkt auf den Paris-Terror, berichten aber wirklich viel ausgewogener und geben auch anderen Themen mehr Raum.

 

Ruf nach Überwachungsstaat trotz Geheimdienst-Versagens

Und noch bevor das Blut der Terror-Toten von Paris trocken war, ist vom Polit-Establishment neben Kriegs-Rhetorik vor allem eine Forderung getrommelt worden: Der Ausbau des Überwachungsstaates.

 

Gerade das Beispiel Frankreich zeigt, wie widersinnig, ja sogar pervers diese Forderung ist: In Frankreich gilt seit 2006 eine durchgängige Vorratsdatenspeicherung, bei der Behörden ohne richterlichen Beschluss (!) Menschen überwachen dürfen.
Und die Anschläge haben auf bittere Weise das bestätigt, was Überwachungs-Kritiker schon seit Jahren sagen: Massen-Überwachung trifft nicht Terroristen, weil diese meist zu clever sind, um davon erfasst zu werden. Sie trifft vor allem unbedarfte Bürger, die meinen, nichts zur verbergen haben.

 

Vielmehr haben wir uns alle die Frage zu stellen: Warum schaffen es die Geheimdienste nicht, solche schrecklichen Terror-Angriffe zu verhindern?

Noch dazu, wo bei so ziemlich allen großen Attentaten in Europa und den USA der letzten 15 Jahre die Täter bereits "auf dem Radar" der Dienste waren:

 

Und diese beschämende Entwicklung setzt sich bei den jüngsten Paris-Attentaten nahtlos fort. Denn auch dieses Mal waren manche Terroristen bereits "auf dem Radar" der französischen Behörden. Ein Killer ist – nach erfolgter U-Haft und Freilassung – nach Syrien geflohen und hat – trotz internationalen Haftbefehles (!) – problemlos wieder nach Belgien und in weiterer Folge nach Frankreich einreisen können.

 

Und welche Schlüsse zieht das Establishment, allen voran die Regierungen in der EU?

So wie in Österreich wollen sie den Überwachungsstaat ausbauen, Bürgerrechte einschränken, auf Verschlüsselungs-Software zugreifen, innovative Krypto-Währungen beschränken und die Sicherheitskräfte mit aufwändiger, neuer Ausrüstung für physische Auseinandersetzungen hoch rüsten.

 

Sie geben alles und jedem, der sich für Freiheit und Bürgerrechte einsetzt, Schuld für den Paris-Terror: Von Edward Snowden bis hin zur PS4 (Play Station). Nur bei ihnen selbst, den Behörden und Geheimdiensten, finden sie nichts schuldhaftes.

 

Bei dieser Kombination aus fachlichem Versagen und "Sich-vor-der-Verantwortung-drücken" drängt sich die Frage auf:

Sind die Geheimdienste unfassbar inkompetent, so dass sie Anschläge, trotzdem ihnen Verdächtige bekannt sind, nicht zu verhindern vermögen?

Oder liegen als Verschwörungstheorien geltende Überlegungen nicht näher an der Realität, als dieses Wort es glauben machen möchte?

 

In jedem Fall wäre es völlig verfehlt, diese Organisationen auch noch mit mehr Kompetenzen und mehr Ressourcen für ihr Versagen zu belohnen!

 

Lösungsansätze zur erfolgreichen Terror-Bekämpfung

Für echte Lösungen haben wir Antworten zu finden, welche zumindest folgende 4 Punkte berücksichtigen:

  1. Freiheit für Sicherheit zu opfern funktioniert nicht nur inhaltlich nicht, es würde auch unser freiheitlich-demokratisches Gesellschafts-System zu einem totalitären Überwachungs-Staat ändern.

  2. Ein absolutes Hauptproblem des Versagens von Ermittlungs-Behörden ist das "Ertrinken in Daten". Durch die Massenüberwachung aller Menschen ist der Fokus auf wirkliche Kriminelle verloren gegangen.

  3. Ideologismus verhindert das Erkennen der Realität und das Finden von echten Lösungen.
    So müssen wir, auch es wenn bisher ideologisch höchst polarisierend und spaltend ist, beispielsweise auch Grenzkontrollen anders, als das bisher geschehen ist, nämlich sachlich, thematisieren.

  4. Die wahren Ursachen von Terrorismus liegen besonders in einem ausbeuterischen Weltwirtschafts-System begründet. Ungeachtet aller kurzfristig notwendiger Symptom-Bekämpfung, so werden wir dieses Problem nur dann nachhaltig lösen, wenn wir diese Ur-Ursache abstellen können.

 

Dass Massen-Überwachung keine Terror-Anschläge verhindert habe ich ja, denke ich, schon klar dar gelegt. Schon Benjamin Franklin hat gewusst: "Wer wesentliche Freiheit aufgeben kann um eine geringfügige bloß jeweilige Sicherheit zu bewirken, verdient weder Freiheit, noch Sicherheit."

Und wenn ein Staat seine Bürger möglichst flächendeckend überwacht und dadurch faktisch eine Schuldvermutung ihnen gegenüber erhebt, dann ist das ein Verhalten, wie wir es von totalitären Diktaturen kennen.

 

Massen-Überwachung ist für die Verbrechensbekämpfung sachlich kontraproduktiv und darüber hinaus auf unvereinbar mit einem demokratischen Rechtsstaat. Ich bin mir aber sicher, dass es in unserer Gesellschaft einen nahezu hundertprozentigen Konsens gibt, dass Verdächtige, ganz besonders potentielle Terroristen, nach richterlichem Beschluss sehr wohl intensiv von Behörden überwacht werden.

Die Behörden haben einfach im Rahmen von demokratischen Möglichkeiten einen sauberen Job zu machen. Und wenn sie sich auf die wirklich Verdächtigen konzentrieren, dann würde sie nicht mehr in Daten ertrinken, sondern könnten sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Es ist daher auch aus diesem Gesichtspunkt sehr sinnvoll, die pauschale Massen-Überwachung nicht auszubauen, sondern zu beenden!

 

Das "heißeste" Thema dieses Jahres ist die Flüchtlings-Frage. Und damit ist 2015 das Thema ganz oben auf die Agenda gekommen, dass schon seit Jahrzehnten idelogisch polarisiert, wie kein zweites.

Und die Ideologisten auf beiden Seiten dominieren die Berichterstattung – und liefern beide Positionen, die in der Realität nur scheitern können und Richtung Abgrund führen. In der Ideologie der Linken sind alle Flüchtlinge, arme hilfbedürftige Opfer, in der der Rechten potentielle Terroristen.

Die Ideologie bestimmt die Realität. Und widerspricht dieser der Realität, dann gehört sie "der Ideologie passend gemacht"

 

Ohne mich an dieser Stelle in diesen Aspekt weiter zu vertiefen, so spielt er einfach auch bei der Frage entscheidend mit, inwieweit Flüchtlinge mit Terror-Angriffen zu tun haben und inwieweit Grenzkontrollen uns vor Terror schützen.

Ich habe dazu eine klare Meinung:

  1. Ich bin davon überzeugt, dass es auch Terroristen in den Flüchtlings-Strömen aus der islamischen Welt gibt. Ich bin aber ebenso davon überzeugt, dass diese eine kleine Minderheit sind.

  2. Grenzkontrollen halte ich nicht nur für sinnvoll, sondern sogar für notwendig. Den häufig propagierten, starken Zusammenhang zwischen Grenzkontrollen, Flüchtlingen und Terror sehe ich so aber nicht.

    1. Grenzkontrollen stellen einen wichtigen Filter und eine Kontrollmöglichkeit dar. Durch sie wird klar, wer ins Land kommt bzw. welche Dinge jemand ins Land bringt.

    2. Ich glaube, dass wir bei Kontrollen feststellen werden, dass fast alle Migranten in Ordnung sind. Glauben ist aber nicht wissen. Und eventuelle Terroristen von der vermutlich großen, korrekten Masse kann man nur trennen, wenn man nachschaut.

    3. Sowohl bei den Terror-Verdächtigen, als auch bei den Waffenschmuggler handelt es sich ja überwiegend um hier lebende Personen. Und egal ob bereits in Europa leben oder noch nicht: Fälle, wie jener aus Montenegro stammende Mann, der versucht hat, mit einem Kofferraum voller Waffen nach Deutschland einzureisen, können durch Grenzkontrollen verhindert werden.

 

Die Quintessenz ist die: Dadurch dass derzeit keine Grenzkontrollen statt finden, werden potentielle Flüchtlinge von vielen Bürgern unter Generalverdacht gestellt. Mit Grenzkontrollen würde das solcherart "vergiftete", gesellschaftliche Klima entspannt werden.

Die DWN haben es auf den Punkt gebracht: "Offene Grenzen sind das Problem, nicht die Flüchtlinge."

 

Doch alle diese Maßnahmen packen keine wirklichen Ursachen an und lösen daher im Grunde genommen gar nichts! Solange es mächtige, überwiegend westliche Staaten gibt, die das heutige Weltwirtschafts-System, bei dem die meisten Staaten und Menschen gnadenlos ausgebeutet werden, fortsetzen wollen, so lange gibt es auch einen Nährboden für den Terrorismus. Ebenso schlimm wie entscheidend für den derzeitigen Terror sind die Rohstoff-Kriege im nahen und mittleren Osten:

Ob Afghanistan, Irak, Libyen oder Syrien – überall dort geht es um die Förderung oder den Transport (Pipelines) von Erdöl und Erdgas. Und überall dort gibt es "prächtige" Brutstätten für den Terrorismus.

 

Es gibt auch weitere Faktoren, durch die dem Terror der Nährboden entzogen werden kann. Das Contra-Magazin hat 7 Punkte aufgelistet. Neben einem gerechten Wirtschaftssystem besonders wichtig wäre es auch, den Drohnenkrieg zu beenden.

 

Fazit

Die Anschläge in Paris sind schrecklich, leider aber in unserer Welt etwas gängiges. Nicht nur, dass ähnliche Terror-Anschläge in Afrika und Asien regelmäßig passieren, so ist Terrorismus in Europa auch gemessen an der Zahl der Toten eine kleines Problem – und viel kleineres als früher.

Das alleinige Herausheben von Paris und Hochstilisieren ist daher bei aller Schrecklichkeit vermessen.

 

Das Versagen von Geheimdiensten und anderen Sicherheitsbehörden in Bezug auf die Verhinderung von Terror-Angriffen ist gewaltig! Das Belohnen dieses Versagens mit noch mehr Kompetenzen und Ressourcen für diese Organisationen wäre völlig daneben. Statt dessen haben diese im Rahmen von demokratischen Möglichkeiten saubere Ermittlungsarbeit zu leisten.
Das Beenden der Massenüberwachung kann diese Behörden dahin gehend unterstützen, dass sie sich dann auf die wirklichen Verbrecher und damit auf das Wesentliche konzentrieren können.

 

Lösen können wir das Terror-Problem nur dann, wenn wir ruhig bleiben und uns auf unseren demokratischen Rechtsstaat besinnen. Unter anderem gehört dazu neben klassischer, sauberer Ermittlungsarbeit auch, dass wir ganz sachlich Grenzkontrollen auf die Agenda setzen, um unsere Grenzen und die Flüchtlinge vor Vorurteilen zu schützen. Grenzkontrollen zählen allerdings zur Symptom-Bekämpfung.

Für eine echte Lösung gehören die Ursachen gelöst. Von diesen gibt es mehrere, die mit Abstand wichtigste ist allerdings, dass wir für eine gerechtes Weltwirtschaftssystem eintreten müssen.

Rohstoff-Kriege und Drohnen-Angriffe sind die entscheidenden Verbindungsglieder zwischen der Wirtschafts- und der Terror-Problematik.

 

Generell und ganz speziell hier ist es auch von absolut entscheidender Bedeutung, dass wir umfassende und ausgewogene Informationen erhalten. Einzig das Bild, das die großen, etablierten Medien zeichnen, ist dafür ungeeignet. Erst mit Alternativ-Medien ist es möglich, das "Puzzle zusammen zu setzen" und ein umfassendes Bild der Dinge zu bekommen.

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6. Juni 2015 6 06 /06 /Juni /2015 00:00

Grafik von Ulrich Lintl, basierend auf Vorlage von Wikimedia / The Wikileaks ChannelAm 6. Juni 2013 sind die Enthüllungen von Edward Snowden über die elektronische Massenüberwachung veröffentlicht worden – und haben die Welt verändert. Sowohl die Person Snowden, als auch seine Enthüllungen waren schon 2013 höchst umstritten – und sind es heute immer noch.

Warum Edward Snowden für mich ein Held ist

Für mich persönlich ist Snowden, ebenso wie andere, wichtige "Whistleblower" (Informanten), wie Bradley (bzw. Chelsea) Manning oder Julian Assange (Wikileaks) ein Held. Er hat mit seinem unbedingten Willen, für Bürgerrechte und für die Freiheit der Menschen einzutreten, die Welt zum Guten verändert. Selbst muss er aber einen hohen Preis zahlen, kann derzeit nicht in die USA zurück, da ihm dort hohe Strafen drohen und muss im russischen Asyl leben. Dort scheint es ihm aber immerhin recht gut zu gehen.

Dass die US-amerikanische NSA mit "PRISM" und ihr britisches Gegenstück GCHQ mit "Tempora" den weltweiten (!) Datenverkehr überwachen – im Zusammenspiel primär mit US IT-Konzernen und vielen westlichen Staaten – hat vor den Snowden-Enthüllungen als "Verschwörungstheorie" gegolten. Und zwar meist als "krude, rechte" Verschwörungstheorie.

Wichtige Konsequenz der Snowden-Enthüllungen

Seitdem hat sich vieles verändert und das meiste davon zum Positiven:

  • Nachdem anonyme Suchmaschinen wie Ixquick oder Duckduckgo schon 2012, nach der Verschärfung der Datennutzungsrichtlinien bei Google, einen kleinen Boom erlebt haben, so sind ab Mitte 2013 ihre Nutzerzahlen noch stärker nach oben "geschnalzt".
  • Staaten außerhalb des westlichen Blocks sind bezüglich der Überwachungsgefahren durch USA & Co. aufgewacht und unternehmen große Anstrengungen, um sich von westliche Hard- und Software möglichst unabhängig zu machen.
    Vor allem Russland verfolgt ambitionierte Eigenprojekte in fast allen Teilbereichen der IT: Eigene Linux-Distribution, eigene Prozessoren, eigene Smartphone-Betriebssystem-Distribution inkl. passender Apps.
  • Behörden und Politiker sind massiv unter Druck geraten, weil sie zumindest im Verdacht stehen, die Massenüberwachung betrieben oder zumindest geduldet zu haben. Durch Überwachungsenthüllungen am meisten in die Enge getrieben worden ist dabei die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr politischer Anhang. Ihr wird nicht nur vorgeworfen, gegen besseres Wissen ein "No-Spy-Abkommen" mit den USA versprochen zu haben, sondern sie wird auch der Mitwisserschaft von Datenweitergabe des deutschen BND an die USA verdächtigt.
  • Die jüngste, sehr positive Entwicklung ist das Ersetzen des sehr restriktiven Überwachungsgesetzes "Patriot Act", durch den – zumindest für US-Bürger – deutlich entschärften "Freedom Act".
    Trotz hartnäckiger Bemühungen von Hardlinern, die Massenüberwachung weiter zu führen, so haben die verantwortungsbewussten Kräfte – nicht zuletzt durch das Wirken von Edward Snowden – einen Erfolg errungen und zumindest einen 1. Schritt in die richtige Richtung gesetzt.
  • Große Anerkennung hat auch der Film "Citizenfour" gefunden, der primär die entscheidenden Interviews von Edward Snowden mit Glenn Greenwald, Laura Poitras und anderen über die Überwachungsmachenschaften der USA und ihrer Verbündeter in einem Hongkonger Hotelzimmer zeigt.
    Citizenfour ist 2015 als bester Dokumentarfilm mit einem Oscar ausgezeichnet worden.

Weitere Chancen & Risken für die Freiheit

Trotz aller positiver Entwicklungen, so gibt es auch noch große Gefahren und starke Kräfte des Establishments, die die Freiheit weiterhin massiv einschränken wollen – in der Informationstechnologie und darüber hinaus.

Das Scheitern der Patriot-Act-Verlängerung war doch knapp. Und Propagandisten des Establishments in den großen Medien sehen ohne Massenüberwachung das "Ende der Zivilisation" herauf ziehen.

Manche Menschen werden sie damit auch erreichen, aber immer mehr Menschen sehen ihre persönliche Freiheit ebenso eingeschränkt, wie die Glaubwürdigkeit der großen Medien. Viel Kredit haben diese ja auch schon mit ihrer in hohem Maße einseitigen, Russland-feindlichen Ukraine-Berichterstattung verspielt.

Das aber ist eine Chance für alternative Medien, welche sich immer stärker steigender Beliebtheit erfreuen.

Und dass unter anderem mit Bernie Sanders und Rand Paul 2 ausgesprochene Überwachungsgegner für das US-Präsidentenamt kandidieren wollen, ist auf jeden Fall auch erfreulich.

Leider kommen auch von mancher Seite, vor allem von Seite Linker, immer wieder auch Spaltungs-Aktion der politisch kritischen Kräfte, die eine Einheitsfront ALLER Kritiker gegen Massenüberwachung und für Bürgerrechte bislang untergraben.

Schlussworte

Danke Edward Snowden!

Wir können seinem Opfer aber nur dann gerecht werden, wenn wir uns sowohl auf der politischen Ebene einbringen, als auch unsere persönlichen Gewohnheiten ändern.

So sollten wir ausschließlich solche Parteien wählen, die für Bürgerrechte eintreten.

Und statt kommerziellen IT-Diensten sollten wir anonyme Suchmaschinen und Open-Source-Systeme verwenden.

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2. Februar 2015 1 02 /02 /Februar /2015 18:30

Pegida-Collage-png Im Charlie-Hebdo-Artikel vorangekündigt, jetzt umgesetzt: Meine Meinung zu Pegida.

Pegida steht für patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes. Die Bewegung ist vor allem in Deutschland seit vielen Wochen in aller Munde. Heute Abend gibt es auch die 1. Pegida-Demonstration bei uns in Österreich, in der Bundeshauptstadt Wien.

 

Inhaltlich sehe ich bei Pegida Licht und Schatten:

Kritik an islamistischen, sehr konservativen und natürlich fundamentalistischen Strömungen des Islams halte nicht nur für sinnvoll sondern sogar für notwendig.

Pauschalkritik am Islam, welche auch gemäßigt Gläubige oder weltlich orientierte Menschen Moslems, mit einschließt, ist nicht nur objektiv falsch, es ist auch höchst unfair gegenüber diesen.

 

 

Diese Feinheiten in der Argumentation sind für die Beurteilung von Pegida absolut entscheidend. Sie sind es nämlich, die einen breiten gesellschaftlichen Konsens gegen den radikalen Islam verhindern und einen Spaltkeil in die Gesellschaft treiben.

Denn auch wenn das Positionspapier sauber formuliert ist – unabhängig, ob man dessen Inhalte nun befürwortet oder ablehnt – so agieren manche der Aktivisten punkto Differenzierung zweifelhaft.

 

Es gibt darüber hinaus noch weitere Auffälligkeiten, die einen unguten Nachgeschmack hinterlassen, wie zum Beispiel:

  • Über Pegida ist sehr früh sehr intensiv in den Massenmedien berichtet worden. Und zwar in der Form, dass diese Bewegung als großes Feindbild einer liberalen Gesellschaft aufgebaut worden ist.
    Die Montagsdemos der neuen Friedensbewegung sind im Mainstream dagegen nahezu tot geschwiegen worden.
  • Die in einem Naheverhältnis zum US-Establishment stehenden Online-Kampanisierer Avaaz & Change.org haben die Polarisierung durch Anti-Pegida-Kampagnen weiter angeheizt.
    Es gibt prononcierte Stimmen (z.B. Gerhard Wisnewski), die der Überzeugung sind, dass die USA ein Interesse haben, anderen, für sie nachteiligeren Bewegungen durch die Fokussierung auf das Thema "Pegida" das Wasser abzugraben.
  • Pegida hat es sogar geschafft, einen Keil in die, sonst durch ihre Establishment-Kritik geeinten Querdenker zu treiben.
    Die Mehrheit von diesen spricht sich gegen Pegida aus, allen voran Jürgen Todenhöfer, Dirk Müller oder Ken Jebsen. Jürgen Elsässer dagegen ist ein Befürworter dieser Bewegung.

Auch wenn Pegida in manchen Punkten absolut berechtigte Kritik äußert, so ist bei dieser Bewegung vor allem auf Grund der angeführten Auffälligkeiten große Vorsicht angebracht.

Insgesamt sehe ich die Pegida-Bewegung daher kontraproduktiv. Engagierte Menschen, die sich gerne engagieren wollen, sollten das aus meiner Sicht besser in Organisationen tun, die konsensorientierter sind und nicht den Geruch der "Forcierung-von-Außen" an sich tragen.

 

Ebenso kritisch stehe ich aber auch Anti-Pegida-Fanatikern gegenüber. Sie sollten sich einmal ernsthaft inhaltlich mit der von Pegida geäußerten Kritik auseinandersetzen und dieser auch den einen oder anderen berechtigten Aspekt abgewinnen!

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9. Januar 2015 5 09 /01 /Januar /2015 22:25

charlie-hebdo-end.jpgHeute packe ich ein sehr heißes Eisen an: Den Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris und Ereignisse danach.

Ausgangslage

Vorgestern, am 07.01.2015 haben 2 Männer die Redaktion der französischen Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" überfallen und mit automatischen Waffen 12 Menschen erschossen. Bei den Attentätern handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um mit der Al-Quaida in Verbindung stehende, islamische Fundamentalisten.

 

Den Anschlag und die Ermordung der Menschen verurteile ich auf das Schärfste!

Allen Angehörigen der Opfer spreche ich mein herzliches Beileid aus.

Obwohl ich wahrscheinlich keine so polarisierenden Karikaturen gezeichnet hätte, so ist völlig klar, dass in europäischen Staaten Meinungs- und Presse-Freiheit zu den höchsten Gütern zählen und diese jetzt erst recht weiter geführt gehören.

Und diese Position vertreten alle wichtigen, mir bekannten gesellschaftlichen Kräfte Europas.

Aktueller Status & unmittelbare Reaktionen

Analysen von anderen

Es ist zu fürchten, dass das Pariser Attentat negative Folgen für die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt der Gesellschaften in Europa bringen wird. Das geht – implizit oder explizit – aus den meisten Reaktionen hervor. Aber es gibt auch Chancen.

 

Ob westliche Geheimdienste beim Pariser Attentat ihre Finger mit im Spiel gehabt haben – so wie es der polarisierende aber geistreiche Jürgen Elsässer auch selbst gesagt hat – ist Spekulation.

Fakt ist, dass – wie Dirk Müller wieder großartig analysiert hat – es der Westen, primär die USA, war, der seit ca. 1980 radikale, gewaltbereite Islamisten geradezu herangezüchtet hat. Angefangen vom Kampf gegen die Sowjets in Afghanistan bis zu den ISIS-Extremisten in Syrien (gegen Assad) und im Irak. Sie alle sind erst durch Initiativen westlicher Mächte oder deren Verbündeter groß geworden.

 

Erfreulich ist, dass es auch etliche sehr konstruktive Stimmen gibt:

Meine Einschätzung

Das Resultat der jüngsten Entwicklungen rund um das Pariser Attentat birgt viele potentielle Gefahren in sich. Allen voran eine gesellschaftliche Polarisierung, die Kreisen in die Hände spielt, die ganz verwerfliche Interessen vertreten. Denn gerade die westlichen Eliten waren treibende Kräfte am Aufbau der Terror-Islamisten.

Die jüngsten Ereignisse und drohende Eskalationsstufen dienen diesen als perfekter Vorwand zum Ausbau des Überwachungsstaates und zur noch weiteren Beschneidung von Demokratie und Bürgerrechten.

Es stecken aber auch Chancen in den jüngsten Entwicklungen.
Ganz besonders die Chance, durch eine differenzierte Haltung gegenüber dem Islam, der großen Mehrheit an redlichen Muslimen die Hand zu reichen, jedoch auch endlich eine kompromisslose Position gegenüber fundamentalistischen und gewaltbereiten Strömungen einzunehmen.
Dadurch könnten wir nicht nur den aktuellen Konflikt lösen sondern hoffentlich auch Bewusstsein dafür schaffen, zukünftig keinen – aus welcher ideologischen Richtung auch immer kommenden – "Rattenfängern" auf den Leim zu gehen, die uns in Konflikte hinein treiben wollen, die zu unser aller Schaden sind.

 

 


 

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2. Januar 2015 5 02 /01 /Januar /2015 00:30

jl-picard-vector.jpgVor rund 20 Jahren habe ich mit einem Schulkollegen über das neue Raumschiff Enterprise (Star Trek: The next generation) gesprochen. Wir haben diese Science-Fiction-Serie schon zu dieser Zeit sehr gemocht.

Er hat damals etwas auf den Punkt gebracht, das auch ich unbewusst so gesehen, aber nicht formalisiert habe: Dass für ihn Captain Picard eine moralische Autorität ist.

 

Wenn jetzt jemand sagt, dass es sich absurd anhört, einen fiktiven Charakter aus einer Fernsehserie als eine solche zu bezeichnen, dann kann ich das grundsätzlich voll verstehen.

Doch wer sich mit Picard genauer beschäftigt, der wird diese Ansicht wahrscheinlich revidieren.

 

Jean-Luc Picard ist ein hoch intelligenter, vor allem aber moralisch in höchstem Maße integerer und reflektierter Humanist. Gleichzeitig ist er aber auch ein nötigenfalls entschlossener und harter Offizier.

Und: Er hat trotz allem auch einige Schwächen, die ihn nicht zum Übermenschen entwachsen lassen, sondern zum großartigen Menschen machen.

 

Und dieser Umstand ist nicht nur mir und meinem damaligem Schulkollegen aufgefallen, erst vor wenigen Tagen, Ende 2014 habe ich eine Hommage an die moralische Autorität Picard entdeckt, wo sein positiv leitender Einfluss auf Menschen, besonders auf heranwachsende, gewürdigt wird.

Dort wird der Schwerpunkt auf die wahrscheinlich beste Episode gelegt, wo seine Moral als Leitstern über allem thront: "Das Standgericht".

Dabei tritt Picard ebenso entschlossen wie überzeugend gegen eine "Hexenverfolgung" und für Bürgerrechte und Meinungsfreiheit ein.

 

Die Gefahr, auf die der Blog-Eintrag anspielt, hängt im konkreten Falle wohl mit Pegida zusammen. Mit Pegida werde ich mich in Kürze ebenfalls genauer auseinandersetzten – selbstverständlich nicht platt, sondern differenziert – es gibt wie überall auch bei Pegida Licht und Schatten.

 

Klar ist aber, dass der Versuch, die Welt in ein primitives Gut-und-Böse-Schema zu unterteilen, generell Schwarz-Weiß-Bilder zu zeichnen, völlig an der Realität vorbei geht – jedoch die Menschen tief spaltet.

Und, dass gegenüber allen Kräften, die Schwarz-Weiß-Bilder zeichnen und vorgeben, die Seite des Guten zu repräsentierten, aller höchste Vorsicht geboten ist.

 

Paradebeispiel dafür ist das an die Wand Malen eines diktatorischen Feinbildes und die Selbstdarstellung als große Demokraten und Befreier, wie das der westliche Block gegenüber dem Irak, Libyen, Syrien gemacht hat und jetzt gegenüber Russland macht.

 

Und zahlreiche Science-Fiction-Fans sollten endlich einmal aus ihrer passiven Konsum-Rolle heraus gehen und sich auch in der realen Welt konstruktiv-kritisch engagieren – zumindest aber die Informationen aus den Medien kritisch hinterfragen.

 

Zitat Picard:

"Schurken, die ihre Schnurrbärte zwirbeln sind leicht zu erkennen, aber diejenigen, die sich in gute Taten kleiden, sind hervorragend getarnt. Wachsamkeit Mr. Worf, das ist der Preis den wir kontinuierlich für unsere Freiheit zahlen müssen."

 

Ja, die Weisheit, die moralische Integrität und die intelligente Toleranz, über die ein Jean-Luc Picard verfügt, ist in unserer, im Umbruch befindlichen Welt wirklich höchst nötig.

 

P.S.:

Wer Picards Moral in Aktion erleben möchte, dem empfehle ich die besonders folgenden Episoden von "Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert":

Update 28.03.2017

Die Serie läuft im deutschsprachigen Fernsehen nach wie vor auf Tele5.
Ob und, wenn ja, wo sie aktuell immer läuft, das seht ihr auf fernsehserien.de.

 

Und der Link zum Blog-Artikel von Sofia Taxidis bei Roland Tichy war zwischenzeitlich gelöscht, ist aber seit 23.01.2017 wieder online gestellt. Den Link habe ich bei mir nach gezogen (siehe oben).

 

Und beim Themenabend #InsideStarTrek von Tele5 am 26. März 2017 zu moralisch kontrovseren Epsioden von Star-Trek-Serien hat dieser Artikel natürlich ebenfalls perfekt dazu gepasst.
Zusätzlich gibt es für Interessierte noch viele Tweets von mir mit spannenden Gedanken zu diesem Themenabend zu entdecken.

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2. Dezember 2014 2 02 /12 /Dezember /2014 23:50

Sonntag-offen-Gross-Wirtschaft-png.pngSeit 2014 hat die Wirtschaftkammer Wien unter dem neuen Präsident Walter Ruck einen radikalen Schwenk bezüglich der Sonntagsöffnung gemacht:

Von einer, vor allem von Ex-Handels-Sparten-Obmann Fritz Aichinger betriebenen, klaren Ablehnung des Sonntagsverkaufs ist nichts mehr zu sehen. Statt dessen soll den Unternehmern eingeredet werden, dass offene Geschäfte gut sind.

Als "Einstiegsdroge" natürlich einmal nur in Tourismuszonen - vorerst jedenfalls.

 

Dass offene Geschäfte an Sonntagen überwiegend großen Strukturen nützen, also großen Handels-Unternehmen sowie großen Einkaufszentren und Einkaufsstraßen, habe ich ja schon in meinem Blog-Eintrag vom Frühjahr 2013 heraus gearbeitet.

Und während Lugner, Kath & Co ihr Stück vom Kuchen am Sonntag vergrößern würden, so würde das Stück der vielen kleinen und mittleren Handels-Unternehmen schrumpfen.

 

Daher ist für mich die Entscheidung als Bürger wie als Unternehmer klar:

Ein ganz klares NEIN zu Tourismuszonen und generell jeglichen versteckten oder offenen Vorstößen für den Sonntagsverkauf.

Was wir brauchen wären im Gegenteil viel strengere Kartellverfahren bei Großstrukturen im Handel (und nicht nur dort) sowie ein restriktiver Umgang mit vor allem großen Einkaufszentren, die den kleinen, gewachsenen Strukturen mehr und mehr die Luft zum Atmen nehmen!

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11. August 2014 1 11 /08 /August /2014 18:55

fida-2014-feuer-1-mid.jpgDie "Aktion Feuer in den Alpen" hat im Alpenraum schon viel Tradition: 2014 sind zum 26. Mal am 2. August-Samstag im gesamten Alpenraum Mahnfeuer für den Erhalt des Natur- und Kulturraumes der Alpen entzunden worden.

 

Auch in Wien hat diese tolle Aktion jetzt schon eine gewisse Tradition: Zum heuer 4. Mal haben in der österreichischen Bundeshauptstadt Aktivisten der "Plattform Direkte Demokratie" (DEM) ein Mahnfeuer gemacht.

 

Im Schatten des blutigen Konflikts in der Ukraine ist ihr Feuer ist dabei ganz im Zeichen des Friedens gestanden. Und das Feuer ist eine sehr deutliche Aufforderung an die Politiker in der EU, ganz besonders im neutralen Österreich, dass sie endlich den Feindbildaufbau von Russland stoppen und mit ganzer Kraft für eine friedliche Lösung des Konflikts eintreten.

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2. Juni 2014 1 02 /06 /Juni /2014 02:05

Die EU-Wahlen 2014 sind seit gut 1 Woche geschlagen.

EU-weit haben dabei die Establishment-Parteien allesamt Stimmen und Mandate verloren. EU-Kritiker sind deutlich gestärkt worden.

 

Besonders die Wahlergebnisse in Großbritannien und Frankreich, aber auch in Griechenland werden weit reichende Folgen haben:

  • In Großbritannien hat die UKIP (United Kingdom Independence Party) die Wahl gewonnen. Hauptziel der UKIP ist der EU-Austritt.
  • In Frankreich hat die stark rechts gerichtete "Front Nationale" die Pole-Position errungen, welche ebenfalls den EU-Austritt anstrebt.
  • In Griechenland ist die links gerichtete "Syriza" stärkste Kraft geworden, welche die Sparpolitik beenden und damit die Vorgaben für die EU-Gelder missachten möchte.

Unter anderem auch in Dänemark (Folkepartie/Volkspartei), Schweden (Schwedendemokraten) und Deutschland (AfD) habe rechts der Mitte angesiedelte EU-Kritiker stark abgeschnitten.

 

In den PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland & Spanien) wieder haben besonders linke, EU-kritische Parteien Erfolge erzielt:

In Spanien hat neben der Linkspartei auch die neue, aus der "Puerta del Sol" Protestbewegung hervorgegangene "Podemos"-Bewegung Mandate gewonnen.

In Italien hat sich Beppe Grillos 5-Sterne/5-Stelle konsolidiert.

In Irland haben vor allem unabhängige Kandidaten zugelegt, aber auch linke.

Und in Portugal haben neben den Sozialisten & Linken auch die bürgerlichen Grünen gewonnen.

 

In Österreich dagegen hat nur die FPÖ dazu gewonnen, neue EU-kritische Listen (wie z.B. "EU-Stop" oder "Europa Anders") haben bestenfalls Achtungserfolge erzielt.

Was aber sind die Gründe dafür, dass wir in unserer Alpenrepublik so stark gegen den EU-Trend gewählt haben?

Vor allem: Warum haben wir in Österreich als eines von ganz wenigen EU-Ländern KEINE neuen Listen ins Parlament gewählt?

 

Es gibt natürlich strukturellen Gründe, die besonders mit dem Wahlrecht bzw. gesetzlichen Rahmenbedingungen für kandidierende Listen zu tun haben, welche dieses Ziel erschweren.
Die "IG Faires Wahlrecht", ein Zusammenschluss mehrerer politischer Organisationen, hat die Kritik daran und Merkmale eines fairen Wahlrechts klar formuliert.

Meine, durchaus subjektiven Gründe sind:

  • Totschweigen vieler Medien
    Obwohl sich die Situation gegenüber früheren Wahlen sicher leicht verbessert hat – NICHT-Parlamentsparteien werden nicht mehr so oft totgeschwiegen, wie früher – so kommen sie besonders in den großen Medien nur selten vor und wenn, dann auch nur kurz. Gleiches gilt für EU-kritische Position, für welche es in den meisten großen Medien ebenfalls nur wenig Platz gibt.
    Dadurch bleiben neue Listen und ihre Inhalte natürlich wenig bekannt.
  • Trägheit der meisten Österreicher
    "Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht", heißt ein altes Sprichwort.
    Und was der Österreicher nicht kennt, das wählt er nicht.
    Viele Mitbürger wählen leider das, was Papa & Mama wählen oder bleiben einfach bei dem, was sie beim ersten Mal gewählt haben.
    Oder die Gruppierungen, die möglichst oft in den großen Medien vorkommen und die man daher ohne aktives Zutun schon gut kennt.
    Weiters muss man sagen, dass es uns noch verhältnismäßig gut geht und von da her der Drang zur politischen Veränderung auch noch nicht so groß ist.
  • Veraltete, passive Konsummentalität
    Diese hängt natürlich ganz eng mit dem letzten Punkt, "Trägheit", zusammen.
    Sicher werden neue, kritische Listen in den Medien wenig und schlecht präsentiert. Und dem entsprechend lernt man diese auch nicht "von selber" kennen.
    Aber die meisten Österreicher kommen leider auch gar nicht auf die Idee, sich z.B. im Internet selbst über politische Alternativen zu informieren.
    Wer nur 3-4 Stunden Recherche investiert, der kann sich schon einen guten 1. Eindruck über neue Parteien verschaffen.
  • "Verlorene Stimme" & andere (Schein-)Vorbehalte
    Wer hat nicht schon den Spruch "Kleine Listen haben ja sowieso keine Mandatschance, darum ist eine Stimme für diese eine verlorene" gehört.
    Doch ist eine tatsächlich verlorene Stimme nicht viel eher diejenige für eine Liste, welche zwar sicher Mandate erringt, aber Inhalt vertritt, die bei einem massive Abneigung auslösen?
    Weiters ist die Wahl jeder Gruppierung natürlich immer ein Kompromiss, der nie zu 100% den eigenen (inhaltlichen) Vorstellungen entsprechen kann.
    Aber positive Inhalte, die unterstützenswert sind, sollte wohl jeder finden!

Unbedingt anmerken möchte ich aber, dass es zwar noch wenige, aber doch stetig mehr Menschen bei uns gibt, die genau so – nämlich positiv gegenüber neuen Kräften – denken.

 

Unabhängig vom Verhalten der Österreicher kommt aber jedenfalls aus Großbritannien und Frankreich massiver Druck zur Veränderung.

Vielleicht wird ja dadurch der in unserer Alpenrepublik bereits eingesetzte aber noch überschaubare Bewussteinswandel ordentlich beschleunigt.

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19. Mai 2014 1 19 /05 /Mai /2014 15:30

EU-Fragezeichen-2014.jpgNur mehr 6 Tage, dann finden die EU-Wahlen 2014 statt.

Wie schon bei den letzten Nationalratswahlen, so biete ich auch dieses Mal wieder ein kleine Link- & Infosammlung zu Parteienvergleichen und ähnlichen Diensten an.

 

So haben einerseits alle unentschlossenen Wähler die Möglichkeit, dass sie eine passende Liste für die Wahl finden.

Andererseits können alle, die eine Vor- oder (vermeintlich) endgültige Entscheidung getroffen haben, überprüfen, ob sich die Entscheidung mit den Positionen der Parteien in wichtigen Sachfragen deckt.

 

Die internationale Parteivergleichs-Seite http://parteivergleich.eu schreibt, dass sie in den nächsten 2-3 Tagen einen ausführlichen Frage-Dialog zu den Listen bei der EU-Wahl 2014 veröffentlichen will – ich hoffe, das stimmt.

 

Öneu hat zwar keinen klassischen Parteienvergleich gemacht, jedoch in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitung sich unter anderem mit den EU-Wahlen beschäftigt und auch eine bedingte Wahlempfehlung gegeben.

 

Obwohl es bei den heurigen wesentlich weniger Parteienvergleich & Co. gibt, als bei den Nationalratswahlen 2013, so bleiben immer noch genügend Quellen, um sich eingehend mit den Positionen der kandidierenden Listen zu einer Unzahl von Sachfragen zu beschäftigen.

 

Und wer sich wirklich zumindest den einen oder anderen Link dieses Blog-Eintrags oder auch mit Infos von anderen Quellen beschäftigt, der wird meiner Überzeugung zum Schluss kommen, dass doch nicht alle Parteien gleich sind sondern oftmals sogar sehr unterschiedliche Positionen vertreten.

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14. März 2014 5 14 /03 /März /2014 01:15

fernseher-anluegen-2-JPG

Im letzten Blog-Eintrag über die Ukraine und auch schon im Eintrag über die völlig unzureichende Berichterstattung großer Medien über Kleinparteien bei Landtagswahlen habe ich Massenmedien hart kritisiert.

 

Da es mir aber immer sehr wichtig ist, konstruktive Lösungsmöglichkeiten anzubieten, so möchte ich einerseits kurz eine genauere Differenzierung meiner Kritik machen und vor allem auch eine Auflistung von konstruktiv-kritischen Medien machen, die über Themen berichten, die von den meisten großen Medien tot geschwiegen werden.

 

Im Summe erreichen große, mittelgroße und kleine Medien mit kritischen Artikel in etwas die selbe Anzahl von Menschen. Das WIE ist aber völlig unterschiedlich:

  • Große Medien berichten in der Regel selten über kritische Themen, dafür haben sie aber eine hohe Reichweite
  • Kleine Medien berichten in der Regel oft über kritische Themen, dafür haben sie eine geringe Reichweite

Weiters gibt es eine "Hackordnung" der Glaubwürdigkeit, über welche Themen und wie über diese Themen berichtet wird:

Online-Medien --> kleine Printmedien --> Radiosender --> große Printmedien --> Fernsehsender

Die Reihung erfolgt dabei absteigend, Online-Medien sind also die tendenziell glaubwürdigsten.


Die "Hackordnung" beruht dabei zwar auf meiner persönlichen, subjektiven Sicht, ist jedoch durch sehr viele Erfahrungen untermauert.

 

Kommen wir jetzt zu einigen empfehlenswerten Medien:

  • Deutsche Wirtschaftsnachrichten (DWN)
    Tolles Medium, das allgemein sehr gute, kritische Artikel mit Bodenhaftung macht; die DWN schaffen es große Zusammenhänge mit dem Alltagsleben der Menschen zu verbinden; auch bei der Ukraine-Berichterstattung haben sich die DWN sehr positiv hervor getan
  • Wien-Konkret
    Online-Stadtmagazin, das z.B. über Bürgerinitiativen, Männerrechte und politische Kleingruppen berichtet; auch Leseranliegen (z.B. über Missstände in Wiener Gemeindebauten) wird viel Platz eingeräumt
    Zentrale Säule des Medium sind jedoch sehr bodenständige und hochwertige Verzeichnisse, wie zum Beispiel ein sehr gut gepflegte Veranstaltungsverzeichnis
  • Medien unabhängiger politischer Organisationen
    Als 4 Beispiele dafür möchte ich "Österreich NEU in Wort und Bild" von Öneu, "Neues aus Österreich" vom NFÖ, das Werkstattblatt "Guernica" der Solidarwerkstatt und die regelmäßigen Kommentare der Steuerinitiative nennen;
    in diesen 4 und noch zahlreichen weiteren Medien findet man gut aufbereitete Informationen über wichtige Themen, die im Mainstream nicht vorkommen

Es gibt auch noch viele weitere Medien, die wohl nur wenige Menschen kennen, wo man gut aufbereitete, kritische Informationen findet.

z.B. die Onlinemagazine Wien-Heute, Regionews oder DBN.

Besonders im Vorfeld von Wahlen sind auch die Berichte des Online-Wahl-Spezialisten Neuwal.com höchst empfehlenswert.

 

Im Printbereich fällt mir noch z.B. das Compact-Magazin des polarisierenden aber scharfgeistigen Deutschen Journalisten Jürgen Elsässer ein.

 

Auch in den Bezirksblättern (in Wien z.B. ist das die "Wiener Bezirkszeitung") findet man immer wieder kritisch-konstruktive Berichte. Auf dem Onlineportal der Bezirksblätter unter meinbezirk.at können Benutzer sogar eigene Berichte verfassen.

 

Das Selbstverfassen und natürlich auch das Lesen bzw. Anschauen von Berichten funktioniert natürlich auch auf Blogs. Blogger sind oft sehr intelligente Menschen, die sich nicht für berufliche Positionen in Medienunternehmen verbiegen – was das Medium Blog oft besonders spannend macht.

Und: Blogs sind oft hoch spezialisiert, sodass man bei speziellen Themen nur bei diesen Infos finden kann.

Spannende politische Blogs sind z.B. dasjenige von Helmut Müller (politisches Blog über Österreich, die EU und die ganze Welt) und – zumindest bis es ein SPÖ Parteimedium wird "Grenzlanddemokratie" (Schwerpunkt Demokratie aus Waldviertel & nördlichem Niederösterreich) von Mario Lackner.

 

Also:
Fernseher abdrehen, große Zeitungen & Zeitschriften weglegen, kleine Medien nutzen.

Hoffentlich auch mein Blog kritisch-konstruktiv ;-)

alternativmedien-collage-2-png

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  • Ulrich Lintl, Jahrgang 1978, kritisch-konstruktiver Zeitgenosse, sehr an Nachhaltigkeit, Politik, Natur und Internet interessiert. Auch an Sport, Kabarett und gutem Essen. Ausserdem liegt mit regionale Kultur und Mundarten am Herzen.

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