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1. April 2012 7 01 /04 /April /2012 23:35

Seit heute, den 01.04.2012 ist die Vorratsdatenspeicherung auch in Österreich in Kraft.

Die Vorratsdatenspeicherung, kurz VDS genannt, ist mehr als bedenklich, für mich mit einem demokratischen Rechtsstaat unvereinbar.

Aus diesem Anlass hat gestern eine Protestkundgebung vor dem Parlament statt gefunden. Mit vielen weiteren Menschen habe ich dabei ein Zeichen gegen Überwachung und für Bürgerrechte gesetzt. Darüber hinaus möchte ich aber auch in meinem Blog erläutern, was die Vorratsdatenspeicherung ist und was man gegen diese machen kann.

 

In der Praxis bringt die VDS eine riesige Überwachung der elektronischen Kommunikationsdaten der Bürger.

Konkret werden alle Verbindungsdaten der Kommunikation über Festnetz-Telefon, Handy, E-Mail und Internet gespeichert. Also, wer mit wem telefoniert hat, wer welche Webseiten ansieht und wer wem E-Mails schreibt.

Die Daten werden ohne konkreten Verdacht 6 Monate auf Vorrat gespeichert.

 

Pauschales Daten-Abgreifen in großem Stil entspricht einer Praxis wie sie in Diktaturen üblich ist.

Im Gegensatz zu Maßnahmen wie der Aufhebung des Briefgeheimnisses ist aber die Aufhebung des Kommunikations-Geheimnisses bei digitalen Medien für viele Bürger nicht so offensichtlich.

 

Darüber hinaus ist die VDS natürlich auch mit nennenswerten Kosten verbunden:

Über 20 Millionen Euro sind in Österreich bereits VOR Inkrafttreten der neuen Richtlinie von Telekom- und Internet-Anbietern investiert worden.

80 % davon tragen die Bürger mit ihren Steuergeldern.

20 % davon tragen ebenfalls die Bürger, jedoch als Kunden der Anbieter.

 

Was man eben als normaler Mensch tun, um sich zu schützen und um zukünftig bürgergerechte Gesetze zu ermöglichen?

 

Erich Möchel gibt hier sehr hilfreiche Tipps, wie man die Speicherung der Daten umgehen oder aushebeln kann.

http://fm4.orf.at/stories/1696586/

 

Und einer Sache kann sich jeder sicher sein:

Die wirklichen Kriminellen, die wissen noch wesentlich mehr und bessere Möglichkeiten, um ihre Machenschaften trotz Vorratsdatenspeicherung zu verschleiern.

Effektiv werden die einfachen, gutgläubigen Bürger ins Netz der Datensammler geraten!

 

Abschließend kann ich jedem Bürger empfehlen, die Bürgerinitiative (Petition) „Stoppt die Vorratsdatenspeicherung“ an den Nationalrat zu unterzeichnen:

http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/BI/BI_00037/index.shtml?portlet=ebi&forceShow=true#tab-Zustimmungserklaerung

Rund 83 000 Menschen haben das per 01.04.2012 schon getan, darunter auch ich.

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18. März 2012 7 18 /03 /März /2012 14:22

Ich bin Skisprung-Fan. Und ich bin Österreicher.

Somit war auch die Saison 2011/2012 spannend und erfreulich.

Doch ich denke, der abgelaufene Skisprung-Winter war auch für Nicht-Österreicher und nicht ganz so eingefleischte Fans sehr interessant und abwechslungsreich.

 

Die 3 Saisonhöhepunkte haben 3 verschiedene Sieger aus 3 verschiedenen Ländern gebracht:

  • Gregor Schlierenzauer aus Österreich hat die Vierschanzen-Tournee gewonnen
  • Robert Kranjec aus Slowenien ist Skiflug-Weltmeister geworden
  • Den Gesamt-Weltcup hat sich Anders Bardal aus Norwegen geholt.

Österreich und andere

Es haben sich auch sehr interessante Trends gezeigt:

Österreich ist nach wie vor die dominierende Nation im Skispringen.

Überlegener Sieg im Nationen-Cup, Dreifach-Sieg bei der Vierschanzentournee, Sieg bei der Teamtour, 2 Medaillen bei der Skiflug-WM und 2 Springer unter den Top-3 im Gesamtweltcup sprechen für sich.

Neben dem fast immer starken Gregor Schlierenzauer, der heuer zum 1. Mal die Vierschanzen-Tournee gewonnen hat, sind beim stärksten Skisprung-Team der Welt Martin Koch und Andreas Kofler hervorgestochen. Beide haben besonders beim Skifliegen überzeugt.

Schade, dass mein persönlicher Favorit Andi Kofler nicht den Gesamtweltcup gewonnen hat. Dass er sich in Planica aber noch gegen Daiki Ito Platz 3 im Gesamtweltcup und damit seinen ersten Podiums-Platz in dieser Wertung gesichert hat, freut mich sehr.

 

Andere Nationen haben stark aufgeholt. Vor allem Norwegen, aber auch Deutschland sind schon nahe an den Austro-Adlern dran. Slowenien, Japan und Polen haben sich auch deutlich verbessert.

Punkto Breite sind sie aber alle noch um mindestens 1 Stufe hinter Österreich. Für diese Nationen haben Einzelkönner wie Robert Kranjec, Daiki Ito und Kamil Stoch für Erfolge gesorgt.

Routine zählt

Anders Bardal ist der älteste Skisprung-Gesamtweltcupsieger der Geschichte, Robert Kranjec der älteste Skiflug-Weltmeister. Kranjec hat sich darüber hinaus auch den Skiflug-Weltcup gesichert.

Kein einziger Teenager hat heuer die Weltspitze aufgemischt.  Der einzige Unter-20-Jährige, der 2011/2012 positiv aufgefallen ist, war der 19-jährige Slowene Peter Prevc.

Unter den Top-Ten des Gesamtweltcups sind mit Ausnahme von Richard Freitag ausschließlich Athleten, die allesamt schon mehrere Weltcup-Saisonen hinter sich haben.

Norweger

Anders Bardal für den Sieg im Gesamt-Weltcup hat vor der Saison wahrscheinlich niemand auf der Rechnung gehabt. Über die gesamte Saison gesehen ist sein Sieg aber völlig verdient.

Alex Stöckl, der neue österreichische Trainer der Norweger, hat sehr gut gearbeitet. Das zeigt auch der Vize-Weltmeistertitel von Rune Velta bei der Heim-Skiflug-WM in Vikersund.

Absteiger und Verlierer

Sowohl in der Absteiger-, als auch in der Verlierer-Wertung sind die Finnen ganz vorne. Sie haben auf ganzer Linie enttäuscht und nicht einen einzigen Podest-Platz geschafft.

Die Lage der Finnen und Parallelen zum Williams Formel-1 Team habe ich ja schon ausführlich abgehandelt http://kritisch-konstruktiv.over-blog.de/article-finnischer-skisprung-und-williams-in-der-krise-101500187.html.

Auch für Wolfgang Loitzl ist es einfach nur schlecht gelaufen. Platz 13 als bestes Saison-Ergebnis sind viel zu wenig für einen, der schon Weltmeister und Vierschanzentournee-Sieger war.

Für Thomas Morgenstern und Simon Ammann ist der letzte Winter ebenso höchst durchwachsen verlaufen.

Und zu guter Letzt haben auch die Russen weniger erreicht, als man ihnen zutrauen hat dürfen.

Fazit

Auch die Saison 2011/2012 war sehr spannend und macht Lust auf mehr im nächsten Winter.

 

Man darf allerdings bei aller Begeisterung für den Sport eines nicht vergessen:

In der Welt sind höchst dramatische Entwicklungen im Gange. Wenn der so genannte ESM (= Europäischer Stabilitätsmechanismus) wirklich vom Establishment durchgepeitscht wird, dann wird sich unsere wirtschaftliche Lage dramatisch verschlechtern.

Und solche Entwicklungen würden sich auch auf den Skisprungsport deutlich negativ auswirken.

Ich persönlich werde mich jedenfalls dafür einsetzen, dass der ESM abgewendet wird. Schließlich möchte ich mich auch nächstes Jahr noch am Skispringen erfreuen und nicht mit Massenprotesten, wie in Griechenland, konfrontiert sein.

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13. März 2012 2 13 /03 /März /2012 17:15

Der 18.03. ist im Sportjahr 2012 ein wichtiges Datum, bei dem erst auf den 2. Blick klar wird, warum:

An diesem Tag finden sowohl das Saisonfinale der Skispringer in Planica, als auch der Saisonauftakt der Formel-1 in Melbourne statt.

 

Und in beiden Sportarten gibt es 2 absolute Fixgrößen, die das Sport-Geschehen über Jahrzehnte geprägt haben, jetzt aber beide in einer tiefen Krise stecken:

Die Finnen beim Skispringen und Williams in der Formel-1.

 

Matti Nykänen und Janne Ahonen zählen zu den besten Skispringern aller Zeiten. Sie sind Legenden, deren Leistungen auch heute noch weit über die Grenzen ihres Heimatlandes hinaus bewundert werden.

Mit Jari Puikkonen, Ari-Pekka Nikkola, Toni Nieminen, Jani Soininen und Matti Hautamaeki gibt es noch 5 weitere finnische Skispringer, die in den letzten 30 Jahre große Erfolge im Weltcup und bei Großereignissen erzielt haben.

 

Doch seit Mitte der 2000er Jahre ist der finnische Skisprung-Sport auf dem absteigenden Ast.

Nach der für die Ost-Skandinavier überragenden Saison 2004/2005, mit insgesamt 18 Weltcup-Siegen und Triumphen bei der WM in Oberstdorf und der Vierschanzentournee, sind die Erfolge immer rarer geworden und zuletzt völlig ausgeblieben.

In der Weltcup-Saison 2011/2012 hat es bisher keinen einzigen Podiums-Platz für die Traditions-Mannschaft gegeben.

 

Bei Williams sieht die Lage fast gleich aus – und zwar gleich schlecht:

Williams hat seit seiner Gründung 1977 fast immer um die Podiums-Plätze in der Königsklasse des Motorsports mitgemischt.

Mit 7 Fahrer- und 9 Konstrukteurs-WM-Titeln sowie 113 Grand-Prix-Siegen zählen die Engländer zu den erfolgreichsten Teams der Formel-1 überhaupt.

Im Cockpit sind dabei so legendäre Fahrer wie Alan Jones, Keke Rosberg, Nigel Mansell, Nelson Piquet, Alain Prost, Damon Hill oder Jacques Villeneuve gesessen.

Den letzten Grand-Prix-Sieg hat Williams 2004 gefeiert.

2011 ist das britische Traditions-Team nur auf Platz 9 in der Konstrukteurs-Wertung gelandet – dem schlechtesten Ergebnis der Team-Geschichte. Gerade einmal die 3 im Jahr 2010 eingestiegenen Nachzügler-Teams hat man hinter sich lassen können.

 

Beiden gemeinsam ist, dass es wohl nur mehr besser werden kann.

Doch während Williams das schon jetzt, ab März 2012 beweisen kann so müssen die Finnen noch bis November warten, um neue Ruhmestaten vollbringen zu können.

Der Formel-1 und dem Skispringen ist es jedenfalls zu wünschen, dass beide Krisen-Teams ein Comeback feiern und den Fans auch in den nächsten Jahrzehnten spannende Momente bereiten.

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6. März 2012 2 06 /03 /März /2012 18:08

VW hat es – wieder einmal – als Erster vorgemacht. Fiat hat es auf die Spitze getrieben. Und auch Ford ist mittlerweile voll im Rennen.

Damit haben die 3 wahrscheinlich wichtigsten Mitbewerber allesamt bereits kleine Turbo-Benzin-Motoren im Sortiment.

 

Opel ist in der Zwischenzeit bei den Turbo-Benzinern im mittleren und oberen Leistungssegment gut aufgestellt, da decken sie eine Leistungsspanne von 120 bis 320 PS ab.

Bei den kleinen Motoren bis gut 100 PS dagegen sind die Rüsselsheimer momentan völlig blank.

 

VW, Fiat und Ford haben habe alle in der 100-PS-Liga bereits einen Otto-Turbo zu bieten bzw. steht dieser unmittelbar vor der Veröffentlichung. Jedoch jeder mit einem unterschiedlichen Konzept:

  • VW mit einem 1,2 Liter 4-Zylinder und 105 PS
  • Fiat bald mit einem 0,9 Liter 2-Zylinder und ebenfalls 105 PS
  • Ford mit einem 1,0 Liter 3-Zylinder und 100 PS

Fiat hat darunter bereits eine schwächere Version seines Motors mit 85 PS im Angebot, VW soll gerade intensiv an 3-Zylinder-Turbo-Benzinern zwischen 70 und 90 PS arbeiten.

 

Opel hat hier aus meiner Sicht daher dringenden Handlungsbedarf und muss unbedingt auch im unteren Leistungssegment Turbo-Ottos anbieten. Zu groß sind die Vorteile, die diese bringen und vor allem haben alle wichtigen Mitbewerber solche Triebwerke entweder schon im Angebot oder sie arbeiten daran.

 

Opel hat auch schon die notwendige technische Basis, um hier in kurzer Zeit voll konkurrenzfähige Triebwerke zu entwickeln: Den 1,0 Liter 3-Zylinder und den 1,2 Liter 4-Zylinder als Saugmotor.

Im Prinzip müssen sie diesen beiden Triebwerken nur mehr einen Turbo verpassen.

 

Ein 0,9-Liter 3-Zylinder-Turbo wäre perfekt für Agila und Corsa, in einer leistungsstärkeren Variante auch für Astra und Meriva geeignet.

Ein 1,2-Liter 4-Zylinder-Turbo darüber hinaus auch noch für Zafira und Vectra.

 

Besonders der Corsa würde von diesen Triebwerken profitieren. Turbo-Benziner gibt es bisher bei ihm ja nur in den Top-Modellen mit 150-PS aufwärts.

Etliche Mitbewerber dagegen haben schon heute schwächere Turbos oder bringen diese in Kürze.

 

Kleine Turbo-Benzin-Motoren bieten eine bessere Leistungsentfaltung bei niedrigerem Verbrauch als hubraumstärkere Saug-Motoren. Mit ihnen schafft man die Quadratur des Kreises: Mehr Fahrspaß bei reduziertem Spritverbrauch.

Und:  Opel hat es in seiner nun schon fast 20 jährigen Dauerkrise mehr als nötig, seine Verkaufszahlen mit attraktiven Produkten wieder in die Höhe zu treiben.

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28. Februar 2012 2 28 /02 /Februar /2012 00:04

Von 22. bis 26. Feber hat die Skiflug-WM 2012 im norwegischen Vikersund statt gefunden.

 

Vor knapp 1 Woche habe ich eine Vorschau auf die WM geschrieben.

Dabei habe ich Martin Koch und Robert Kranjec als Top-Favoriten auf dem Einzel-WM Titel eingeschätzt.

Mit dieser wie auch fast allen anderen Einschätzung habe ich Recht behalten. Einige Überraschungen hat es aber auch für mich gegeben.

Einzelbewerb

In einem dramatischen 2. Durchgang hat sich Robert Kranjec vor Rune Velta und Martin Koch durchgesetzt. Und auch wenn ich als Österreicher etwas enttäuscht bin, dass es kein Happy-End für Martin Koch gegeben hat, so muss ich ganz klar sagen, dass Kranjec ein absolut verdienter Weltmeister ist.

 

Nachdem der slowenische Skiflug-Spezialist als Dritter des 1. Durchgangs mit 244 Meter einen absoluten Mega-Satz gemacht hat, so hat der Österreicher Martin Koch als Zweiter nach Durchgang Nummer 1 mit 243 Meter super gekontert. Leider hat Koch aber bei der Landung verschnitten und ist gestürzt. Wenn er den Sprung gestanden hätte, dann hätten Kranjec und er fast gleich viele Punkte gehabt – sogar ein Ex-Aequo-Sieg wäre möglich gewesen. So ist Koch auf Platz 3 gekommen.

 

Platz 2 und damit den Vize-Weltmeister-Titel hat sich der Führende nach dem 1. Durchgang, Rune Velta, mit einem 234,5 Meter Sprung gesichert. Velta war auch die ganz große Überraschung des Bewerbs. Ich persönlich hätte ihm zwar einen Top-10 Platz aber keine Medaille zugetraut.

 

Mit Severin Freund, Daiki Ito und Andreas Kofler auf den Plätzen 4, 5 und 6 war zu rechnen.

Bemerkenswert ist allerdings, dass der bisher als bescheidener Flieger bekannte Kofler ausgemachte Flug-Spezialisten wie Gregor Schlierenzauer, Simon Ammann oder Anders Bardal geschlagen hat. Und: Er war auch zweitbester Österreicher.

 

Während sich Anders Bardal (Rang 7), Thomas Morgenstern (Rang 8), Kamil Stoch (Rang 10) und Roman Koudelka (Rang 11) zwar weit weg von den Medaillen aber durchaus noch im zu erwartenden Bereich klassifiziert haben, so sind die Top-Favoriten Simon Ammann und Gregor Schlierenzauer regelrecht abgestürzt: Die Ex-Skiflug-Weltmeister aus der Schweiz und aus Österreich sind nur auf den Plätzen 14 beziehungsweise 18 gelandet.

 

Mannschaftsbewerb

Wenig überraschend war der Mannschaftsbewerb ein Fall für Österreich.

Die rot-weiß-roten Adler sind damit als Team in nunmehr 9 Bewerben seit 2005 bei Großereignissen ungeschlagen.

Trotz kurzer Diskussionen um die Anlaufverkürzung vor dem 2. Sprung Gregor Schlierenzauers ist der Sieg des Quartetts Thomas Morgenstern, Andreas Kofler, Gregor Schlierenzauer und Martin Koch auch wieder klar ausgefallen.

 

Dass Platz 2 an Deutschland gegangen ist nicht wirklich überraschend gekommen. Eine kleine Überraschung aber war, dass der Vorsprung von Andreas Wank, Richard Freitag, Maximilian Mechler und Severin Freund auf die drittplatzierten Slowenen sogar größer war als der Rückstand auf die Österreicher.

 

Die Bronzemedaille haben sich die Slowenen in der Besetzung Jernej Damjan, Jurij Tepes, Jure Sinkovec und Robert Kranjec vor den Gastgebern aus Norwegen gesichert. Auch hier ist die Entscheidung eindeutig gefallen. Den Ausfall von Peter Prevc haben seine Mannschafts-Kollegen gut kompensieren können.

 

Etwas bitter ist die verpasste Mannschaftsmedaille bei der Heim-WM für die Norweger. Ein starker Rune Velta und ein solider Anders Bardal waren für einen Stockerl-Platz zu wenig. Anders Fannemel und vor allem Björn-Einar Romören waren definitiv nicht in WM-Form.

Ausblick auf das Finale im Weltcup

Die Ausgangslange für den restlichen Skisprung-Weltcup 2011/2012 könnte nach dieser WM fast nicht spannender sein.

Der Weltcup-Führende Anders Bardal hat als an und für sich guter Flieger leicht enttäuscht und nur eine mittelprächtige Leistung geboten.

Der zweitplatzierte Gregor Schlierenzauer hat in seiner Parade-Disziplin Skifliegen sogar große Probleme bekommen und schwer enttäuscht.

Der drittplatzierte Andreas Kofler dagegen ist in der Flug-Form seines Lebens und hat mit konstant guten Leistungen überzeugt.

 

Das kann ein Indiz für eine Aufholjagd Koflers in den verbleibenden 5 Einzelbewerben sein.

Konkret gibt es noch 3 Skispringen in Lahti, Trondheim und Oslo, sowie 2 Skifliegen in Planica.

Während Kofler auf den Sprungschanzen mit seiner aufsteigenden Form stark einzuschätzen ist, so darf man ihn nach den Leistungen in Vikersund jetzt auch auf der Flugschanze in Planica nicht unterschätzen.

Die große Frage wird wohl sein, ob sich Bardal und Schlierenzauer wieder schnell fangen und ihren Vorsprung verteidigen können.

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23. Februar 2012 4 23 /02 /Februar /2012 23:42

Gerade jetzt, im Feber 2012, hat Fords erster 3-Zylinder-Turbo-Benzinmotor im Focus Premiere gefeiert.

3-Zylinder-Motoren waren bisher Klein- und Kleinst-Wagen vorbehalten. Doch Downsizing, die Reduktion von Hubraum und damit Verbrauch unter Beibehaltung der Leistung, ist seit 2007 ein absoluter Megatrend im Motorenbau geworden.

 

Nachdem durch Downsizing Saug-Motoren mit 8 beziehungsweise 6 Zylindern durch Turbo-Motoren mit 6 bzw. 4 Zylindern ersetzt worden sind, so ist es absolut logisch, dass nun 4-Zylinder Saug-Motoren durch 3-Zylinder Turbo-Motoren ersetzt werden.

 

Trotz früherer Vorbehalte gegenüber dem 3-Zylinder in Bezug auf Klang und Anmutung so setzt dieser nun ganz einfach durch seine hohe Effizienz zum Siegeszug an.

Selbst der Premium-Hersteller BMW wird in Kürze 3-Zylinder Turbo-Motoren in den Markt einführen.

 

Und laut den bisherigen Tests macht der Focus mit dem 1.0 Eco-Boost Motor und 3 „Töpfen“ seine Sache sehr gut.

Punkto Durchzug und Kraft ist er seinen vierzylindrigen Brüdern überlegen – und das sogar bei deutlich reduziertem Spritverbrauch.

 

Fiat ist sogar noch einen Schritt weiter gegangen als Ford und hat aus einem bisher in der Kompakt- und Kleinwagen-Klasse vorherrschenden 4-Zylinder-Motor einen 2-Zylinder gemacht und diesem einen Turbo verpasst

Resultat ist der 0.9 Twin-Air mit 85-PS. Auch dieser schafft starke Leistungswerte bei deutlich reduziertem Spritverbrauch.

 

Ich wünsche mir, dass Ford ebenfalls diesen Schritt macht und ebenfalls noch einen 2-Zylinder Turbo-Motor bringt.

Wenn man die Grundleistung des 1.6 Eco-Boost Motors mit 4 Zylindern und 150-160 PS hernimmt und halbiert, dann kommt man für einen 0.8 Eco-Boost Motor auf 75-80 PS.

Hier würde sich anbieten, diesen in 2 Leistungsstufen mit 70 und 85 PS anzubieten. Damit hätte Ford 2 perfekte Einstiegsmotoren:

·        Durchzugsstärker aber gleichzeitig sparsamer als die bisherigen Saug-Benzinmotoren zwischen 70 und 95 PS

·        Leistungsmäßig und Produkt-politisch mit passendem Abstand zum 1.0 Eco-Boost mit 100 PS

·        Beide 0.8 Eco-Boost Motoren mit 15 PS Unterschied auch mit passendem Abstand zueinander

 

Ein Fiesta 0.8 Eco-Boost, der um 1 Sekunde schneller von 0-100 beschleunigt und sich dabei 1 Liter weniger Benzin genehmigt als mit dem 1,25 Liter Saugmotor – das wäre ein absolut phantastisches Auto.

Man kann also wirklich nur hoffen, dass sich Ford auf Fiats Spuren begibt.

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22. Februar 2012 3 22 /02 /Februar /2012 23:46

Im Jänner 2011 hat AMD die Mittelklasse-Modelle seiner neu konstruierten Radeon HD 7000-Serie vorgestellt.

Gegenüber den Vorgängern der 6000er-Serie wird die aktuelle Grafikkarten-Generation nicht nur in 28nm statt 40nm Bauweise gefertigt, auch die Chip-Architektur ist grundlegend neu.

Dementsprechend hoch waren die Erwartungen, dass die Radeon HD 7000 Karten einen großen Leistungsgewinn bringen würden.

 

Inzwischen hat schon so ziemlich die gesamte Fachpresse die 7750 und 7770 HD Radeons getestet und kommt zu einem einhelligen Urteil:

Die neuen AMD-Mittelklasse-Karten liefern etwas mehr Leistung bei deutlich verbesserter Effizienz.

Und: Fast alle interpretieren das insofern als unerfreulich, da sich Spieler ihrer Meinung nach deutlich höhere Leistungszugewinne erwartet hätten.

 

Nun, das mag durchaus sein. Viele Hardcore-Spieler möchten einfach so viel Leistung als möglich in ihren Rechnern verbauen. Egal, wie viele Strom diese Teile brauchen, ja teilweise sogar egal, ob sie diese Leistung auch wirklich brauchen.

 

AMD geht bei beiden Mittelklasse 7000er Radeon den Weg der Effizienzsteigerung, wenn auch mit jeweils unterschiedlicher Taktik:

  • Bei der Radeon HD 7750 hat sich AMD für das ökonomische Minimum-Prinzip entschieden - bei gleicher Leistung den Energieverbrauch im Vergleich zu den Vorgänger-Modellen zu reduzieren
  • Bei der Radeon HD 7770 ist AMD den Weg das Maximum-Prinzips gegangen - bei gleichem Energieverbrauch ein Maximum an Leistung herausholen

Die Radeon HD 7750 liefert bei Spielen eine minimal langsamere, vor allem bei GPGPU-Anwendungen eine minimal schnellere Performance als die Radeon HD 6770 ab. Im Durchschnitt aller Anwendungen sind beide praktisch gleich schnell.

Der direkten Vorgängerin HD 6750 ist sie bei allen Anwendungen deutlich überlegen.

Einen entscheidenden Unterschied gibt es aber: Die maximale Leistungsaufnahme der 7750er beträgt 61 Watt - gegenüber 86 Watt der 6750er und sogar 108 Watt der 6770er.

Das ist eine um rund 53,5 % (!) bessere Pro-Watt-Leistung.

 

Die Radeon HD 7770 wiederum hat mit 108 Watt denselben maximalen Stromverbrauch wie ihre direkte Vorgängerin HD 6770. Leistungsmäßig liegt Sie jedoch zwischen den höher angesiedelten Modellen Radeon HD 6790 und HD 6850 – bei Spielen näher an der 6790er, bei GPGPU-Anwendungen näher an der 6850er.

Bei gleichem Stromverbrauch hat die HD 7770 also die Leistungsfähigkeit einer um 1 ½ Modelle höher angesiedelten Grafikkarte der Vorgänger-Generation. Man könnte sagen, sie entspricht einer fiktiven Radeon HD 6830 mit Stromsparmodus.

 

Ich habe zum Leistungsbedarf  bei Grafikkarten sowieso eine ganz eindeutige Position:

Grafikkarten ab 150 Watt Stromverbrauch sind punkto Ressourceneffizienz grenzwertig, ab 200 Watt für die meisten Anwendungen nicht mehr vertretbar.

Bei Auflösungen bis 1600 x 900 Pixel ist AMDs Radeon HD 7770 wirklich eine ausgezeichnete Wahl, die richtige starke Grafikleistung bietet. Auf 22 Zoll Computer-Bildschirmen braucht man schlichtweg nicht mehr.

AMD geht für mich mit seiner Effizienz-Strategie den völlig richtigen, aus ökologischer Sicht sogar den einzig möglichen Weg. Öko-geil eben.

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20. Februar 2012 1 20 /02 /Februar /2012 21:21

Das Skiflug-Wochenende in Oberstdorf war nicht nur ein Weltcup-Bewerb und auch nicht nur Abschluss der Team-Tour, es war auch die Generalprobe für die Skiflug-WM, die von 22. bis 26. Feber 2012 in Vikersund stattfindet.

 

Das Oberstdorf Wochenende war ausgesprochen spannend. Die Top 3 im Gesamtweltcup haben allesamt geschwächelt. Während Rang 19 bei dem als bescheidenem Ski-Flieger bekanntem Andreas Kofler noch zu erwarten war, so war es wirklich sehr überraschend, dass es sowohl Anders Bardal als auch Gregor Schlierenzauer beim Einzelbewerb nicht in die Top 10 geschafft und auch beim Teambewerb enttäuscht haben.

Letztendlich gewonnen haben Martin Koch den Einzelbewerb, Slowenien den Teambewerb und Österreich die Teamtour.

 

Der Favoritenkreis für die WM ist nach Oberstdorf definitiv größer geworden.

 

Meine Top-Favoriten sind Martin Koch und Robert Kranjec.

Martin Koch hat 3 gute bis ausgezeichnete Wettkampfsprünge in Oberstdorf abgeliefert und seine Flugform definitiv gefunden.

Robert Kranjec ist noch instabiler hat aber bei 2 von 3 Wettkampfsprüngen voll überzeugt. Wenn er seine Sprünge „erwischt“, dann ist er mit dem Kärntner auf einem Niveau.

Beide sind absolut Skiflug-Spezialisten, und beiden fehlt noch der WM-Titel im Fliegen.

 

Ko-Favoriten sind die beiden letzten Skiflug-Weltmeister Gregor Schlierenzauer und Simon Ammann, sowie der heuer besonders starke Daiki Ito.

Während Ammann in Oberstdorf als 3. den ersten Stockerlplatz der Saison errungen und rechtzeitig vor dem Saison-Höhepunkt seine Form gefunden haben dürfte, so ist es bei Schlierenzauer genau andersrum gelaufen: Nach den Plätzen 1 und 2 am Vorwochenende in Italien war er auf der Heini-Klopfer Schanze ordentlich daneben. Es ist ihm jedoch zuzutrauen, seine Form in den nächsten Tagen wiederzufinden.

Ito dagegen hat im Allgäu konstant gute bis sehr gute, wenn auch keine absoluten Top-Leistungen gezeigt. Wenn sich jedoch mehr als einer seiner Konkurrenten Schwächen leistet, dann könnte das die große Chance für den konstanten Japaner sein.

 

Ein großes Fragezeichen neben Schlierenzauer ist Anders Bardal. War der Top-Norweger beim Skifliegen am Kulm 2 Mal am Podium, so hat er sich in Oberstdorf mehr schlecht als recht geschlagen. Einzig sein Sprung im Teambewerb war solide. Will er bei der Heim-WM ein Wort um den Titel mitreden muss er sich gehörig steigern und seine Kulm-Form schnell wieder finden.

Auch Kamil Stoch schätze ich ähnlich ein wie Schlierenzauer und Bardal: Schwankend, aber großes Leistungspotential. Wenn er 4 starke Sprünge hinunter bringt ist er zumindest ein heißer Medaillentipp.

Unsere tschechischen und deutschen Freunde haben mit Roman Koudelka bzw. Severin Freund zwar keine absoluten Siegspringer, aber zumindest 2 Außenseiter-Kandidaten für eine Medaille am Start.

 

Die anderen Norweger sind alle sicher gut genug für die Top-10, mit dem Titel werden sie aber nichts zu tun haben. Gleiches gilt für die bärenstarken Österreicher Thomas Morgenstern und Andreas Kofler.
Nichts mit den Medaillen werden dieses Mal die in der Vergangenheit so erfolgreichen Finnen zu tun haben.

 

Für Spannung bei der Skiflug WM 2012 und auch im Weltcup ist auf alle Fälle gesorgt. Ich freue mich immer, Skispringen zu schauen, momentan aber ganz besonders!

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20. Februar 2012 1 20 /02 /Februar /2012 17:41

In „AMD am Sand“ habe ich eine kritische Analyse des Status Quo von AMD Anfang 2012 gemacht. Heute möchte ich aufzeigen, wie AMD aus dem Schlamassel wieder herauskommen kann. Konkret konzentriere ich mich dabei auf die Prozessor-Sparte von AMD, bei den Grafik-Chips sind sie ohnehin recht gut unterwegs.

 

Bei den Einsteiger-APUs der C- und E-Serie ist AMD auf Schiene. Zwar ist die Einführung der 2. Generation im 28nm-Prozess im Frühjahr 2012 auf Grund technischer Probleme abgesagt worden. Die aktuelle Produktgeneration ist aber nach wie vor mit den Atom-Prozessoren von Intel voll konkurrenzfähig und verkauft sich gut.

 

Auch die Mittelklasse-APUs der A-Serie haben nicht nur überwiegend positive Kritiken der Fachpresse erhalten, sondern finden auch bei den Käufern großen Zuspruch. Angesichts der Fertigungsprobleme von AMD schon zu viel Zuspruch.

 

Selbst die FX-Prozessoren sind bei den AMD-Fans gut angekommen. Die Verkaufszahlen stimmen. Leistungsmäßig jedoch schneiden sie äußerst durchwachsen ab.

Ihre Architektur ist komplett neu und schon voll auf das wahrscheinlich im Herbst 2012 erscheinende Windows 8 ausgelegt. Das nächste Windows wird jedoch erst 2013 eine nennenswerte Verbreitung haben.

Bis da hin gilt es noch 1 Jahr zu überbrücken.

 

Und diese Überbrückung kann AMD mit 2 Produkten schaffen:

1.      Einer weiteren Ausbaustufe der Llano APUs

2.      Der Einführung von Phenom III Prozessoren, auf Llano-Basis

 

Bei der Leistung unter Windows 7 schlagen sich die A-Serie APUs und die alten Phenom II Prozessoren nach wie vor sehr respektabel. Was liegt also näher, als diese Architektur als entscheidende Brückentechnologie 2012 weiter zu forcieren?

Die Llano sind ja vereinfacht gesagt von 45nm auf 32nm verkleinerte Phenom II Prozessoren, die statt eines L3-Cache eine integrierte Grafikeinheit haben.

 

Bei den Llanos gibt es Probleme in der Fertigung. Dadurch ist deren Ausbeute bescheiden und AMD hat es bisher nicht geschafft, diese entscheidend zu verbessern.

Der Hauptgrund dafür soll darin liegen, dass es Probleme gibt, die Grafik-Einheit in den Prozessor einzubinden (http://ht4u.net/news/24272_bereite_amds_llano-gpu_probleme_bei_der_fertigung/).

 

Doch eine leichte Taktsteigerung samt Einführung eines Turbo-Modus in die Llano Modelle der 100-Watt-Klasse, wie dem A8-3870K und dem A6-3670 muss möglich sein.

Als neues Topmodell sollte AMD einen A8-3950K mit zumindest 3,1, besser 3,2 GHz Grundtakt und einem 300 MHz höheren Turbo-Modus (also 3,4 bis 3,5 GHz) einführen.

Ein solcher Prozessor wäre schon fast auf dem Niveau der schnellsten 4-Kern Phenom II CPUs, die 2011 ausgelaufen sind. Eine leistungsstarke Grafikeinheit hätten sie auch noch.

 

Und besonders für Spieler braucht AMD unbedingt einen Phenom III.

Der Phenom III wäre im Prinzip ein Llano, wobei statt der integrierten Grafikeinheit eine 8-MB großen L3-Cache in den Prozessor integriert ist.

Bis Ende 2011 haben zahlreiche Vergleichstests gezeigt, dass die schnellsten Spiele- Prozessoren von AMD die Phenom II mit 4-Prozessor-Kernen sind.

Der schnellste 4-Kerner, der Phenom II X4 980, schlägt dabei meistens sowohl den FX-8150 mit 8-Kernen als auch den Phenom II X6 1100 mit 6-Kernen.

 

Der Phenom II X4 980 hat eben 4 Prozessor-Kerne und eine Taktfrequenz von 3,7 GHz.

Ein Phenom III X4 1000 mit 4 Kernen und einer Taktfrequenz von 4,0 GHz, eventuell auch ein Phenom III X4 975 mit 3,6 GHz wären die perfekte Ergänzung der AMD Produktpalette.

Ein Phenom III X4 würde sich bei so ziemlich allen Spielen zum gegenwärtig schnellsten AMD-Prozessor krönen und auch mit den Intel CPUs noch gut mithalten können.

 

Bei Multi-Threading Anwendungen, wie z.B. Datenkomprimierung oder Video-Bearbeitung sind die FX-Prozessoren ohnehin stark unterwegs.

 

Ich fürchte allerdings, dass AMD die Idee eines Phenom III nicht aufgreifen wird. Hier sind schon alle Weichen Richtung weiterer FX-Modelle gestellt.

Für eine 3. Ausbaustufe des Llano habe ich aber noch Hoffnung. Ein solcher wäre ganz wichtig, damit AMD gut über das Jahr 2012 kommt.

 

AMD braucht jedenfalls dringendst Verkaufserfolge.

Schließlich möchte ich auch weiterhin Computer mit Prozessoren der sympathischen Kalifornier einsetzen.

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16. Februar 2012 4 16 /02 /Februar /2012 23:50

AMD ist seit 1 1/2 Jahrzehnten die Nr. 2 am weltweiten PC-Prozessormarkt. AMD zeichnet sich durch Produkte mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Trotz weit geringerer Bekanntheit als der übermächtige Marktführer Intel haben sich die Kalifornier eine treue Fangemeinde erarbeitet.

 

Auch ich zähle zu den AMD Fans, meine letzten 2 PCs sind mit einem entsprechenden Prozessor ausgestattet. Umso mehr bedauere ich die Entwicklung der letzten Jahre, wo AMD erheblich ins Hintertreffen geraten ist:

Seit 2006 hat Intel mit der Vorstellung der Core 2 Duo Prozessoren wieder die Leistungsführerschaft übernommen und diese immer weiter ausgebaut.

AMD hat punkto Rechenleistung einen immer größeren Rückstand auf Intel aufgerissen und hat nur mehr über das gute Preis-Leistungsverhältnis seine Marktanteile halbwegs halten können

 

Den Handlungsbedarf hat man bei AMD erkannt und arbeitet schon seit 2006 an Alternativ-Konzepten. Damals hat man den Grafikkarten-Hersteller ATI übernommen und das Ziel verkündet, CPU (Hauptprozessor) und GPU (Grafikprozessor) in einen Chip zu packen.

 

Bis diese Fusions-Chips, von AMD als APUs (Acellerated Processing Units) allerdings marktreif waren, hat es über 4 Jahre gedauert.

Anfang 2011 war es dann soweit: Die ersten Fusion-APUs im Einsteiger-Segment sind in den Markt eingeführt worden – und das sehr erfolgreich. Bei den APUs der Mittel- und Oberklasse dagegen hat es zahlreiche Verzögerungen und Probleme gegeben:

 

Die lange angekündigten und verzögerten A-Serie Mittelklasse APUs werden leistungsmäßig den Erwartungen gerecht. Durch Fertigungsprobleme mit dem neuen 32-nm Prozess hat AMD hier aber die Marktnachfrage nicht ausreichend bedienen können und hat somit einfach zu holende Marktanteile verschenkt.

 

Noch wesentlich schlimmer ist die Lage bei den mit Bulldozer-Kernen ausgestatteten FX-Prozessoren der Oberklasse:

Probleme beim 32-nm Fertigungs-Prozess sind gemeinsam mit Design-Schwierigkeiten die Hauptgründe für die ewig lange Verzögerung bei deren Markt-Einführung.

Während es aber den gespannten Kunden noch zumutbar gewesen wäre, so lange zu warten, wenn die FX-CPUs leistungsmäßig neue Maßstäbe gesetzt hätten, so haben diese in zahlreichen Disziplinen nur bescheidene Benchmarks erreicht. Manchmal haben die Bulldozer sogar schlechter abgeschnitten als ihre eigenen Vorgänger vom Typ Phenom II.

 

Viele User, die sich in der Herbst-Winter-Saison 2011/2012 einen neuen Computer anschaffen wollen, lässt AMD damit ratlos zurück:

Sollen Sie mit dem Kauf ihres PCs noch zuwarten?

Sollen Sie einen zwar deutlich leistungsstärkeren aber auch deutlich teureren Intel Prozessor kaufen?

 

AMD hat nicht nur Handlungsdruck, sondern Handlungszwang. Nach dieser harten Kritik präsentiere ich bei meinem nächsten Blog-Eintrag konkrete Wege, wie AMD aus dem Schlamassel wieder herauskommen kann.

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