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14. Juni 2012 4 14 /06 /Juni /2012 01:50

Intel ist schon seit gut 3 Jahrzehnten der führende Prozessor-Hersteller für Mikro-Computer und darüber hinaus auch bereits jahrelang der größte Halbleiter-Hersteller der Welt.

 

Seit Intel mit der Einführung der Core 2 Prozessoren 2006 wieder die Leistungskrone von AMD zurück erobert hat, geht es bis heute kontinuierlich bergauf.

Positives

Die 2011 eingeführte Sandy-Bridge Prozessorfamilie war ein absoluter Meilenstein:

Sehr leistungsfähige CPU-Einheit, hohe Energieeffizienz, erstmals brauchbare interne Grafikeinheit und natürlich auch die bahnbrechende Quick-Sync Hardware-Video-Encodierung, die die Videobearbeitung massiv beschleunigt hat.

 

2012 hat Intel mit der Ivy-Bridge Prozessorfamilie eine sehr gelungene Evolutionsstufe gebracht: Die Rechenleistung aller Teil-Einheiten ist gegenüber der Sandy-Bridge leicht gesteigert, die Energieeffizienz deutlich verbessert worden.

 

Weiters hat Intel im Mai 2012 auch noch verkündet, bis Ende 2013 nur mehr Tantal aus konfliktfrei geförderten Erzen in seinen Prozessoren verwenden zu wollen. Rohstoffe für Halbleiter-Produkte werden oft unter sehr problematischen ökologischen und sozialen Bedingungen gewonnen.
Darüber hinaus wollen die Amerikaner bis 2020 die Energieeffizienz für Notebooks und Rechenzentren um den Faktor 25 gegenüber 2010 steigern.

Negatives

Doch Intel hat auch eine andere Seite: Diejenige des Marktführers im Sinne eines Marktbeherrschers. Und diese Stellung nutzt Intel auch aus, wenn sich dazu Gelegenheit bietet.

 

Die Mainstream-Prozessoren der Sandy- und Ivy-Bridge Baureihe kosten deutlich mehr als diejenigen des Mitbewerbers AMD. Der Preisaufschlag bleibt hier jedoch noch im Rahmen und ist angesichts der Mehrleistung auch argumentierbar.

In der Prozessor-Oberklasse, wo Intel mit den Sandy-Bridge-E Sechskern-Prozessoren de-facto ein Monopolist ist, werden dagegen unverschämt hohe Preise verlangt.

 

Im Segment der sparsamen Einstiegs-CPUs ist Intel mit seinen Atom-Prozessoren gegenüber AMD seit 2011 ins Hintertreffen geraten. Am 1. Mai 2012 hat Intel sogar die Einstellung des Atom D2700, dem Desktop-Flaggschiff, bekannt gegeben.

 

Die Probleme bei den Atoms hängen wiederum mit Intels großer, technischer Schwachstelle zusammen: Den integrierten Grafikeinheiten. Diese sind den Grafikeinheiten von AMD trotz deutlicher Verbesserungen nach wie vor klar unterlegen. Und das werden sie wohl auch auf absehbare Zeit bleiben.

 

Und nicht nur das:

Bei der Wiedergabe von Videos haben die Intel-Grafikeinheiten bis 2011 noch den so genannten 24p-Bug gehabt. Das ist ein Fehler, bei dem es rund alle 42 Sekunden zu einem kleinen Ruckeln bei der Video-Wiedergabe kommt.

Resümee:

Intel dominiert den weltweiten Prozessoren-Markt, ist heute schon in manchen Marktsegmenten de-facto ein Monopolist. Eine Übernahme des Monopols durch den Staat wäre die einzige Möglichkeit, um Missbrauch des Monopolisten zu verhindern. Ein solches halte ich in diesem Fall aber weder für wünschenswert noch für durchführbar – alleine schon deshalb, da Intel ein US-amerikanisches Unternehmen ist.

 

Der Mikroprozessoren-Markt ist aber einfach zu wichtig, als dass einem ein Monopol egal sein kann! Daher braucht Intel unbedingt starke Mitbewerber in allen Marktsegmenten. Nur dann gibt es kontinuierliche Produktinnovationen oder auch nur Fehlerkorrekturen. Vor allem aber gibt es nur dann auch attraktive Preise für die Kunden.

 

Als Kunde kann man dazu seinen Beitrag leisten, indem man in denjenigen Marktsegmenten, in denen es bessere oder zumindest gleichwertige Angebote von Mitbewerbern gibt, sich für diese entscheidet.
Momentan ist der einzig ernsthafte Intel-Konkurrent AMD.
Und gerade AMDs C- und E-Serie APUs in der Einsteigerklasse (für Netbooks, kleine Notebooks und Energiespar-Stand-PCs) sind eine klare Kaufempfehlung.
Auch in der Mittelklasse ist AMD mit der A-Serie für manche Kunden die bessere Wahl.
In der Oberklasse dagegen kommt man an Intels Core i5 und i7 CPUs der Ivy-Bridge und Sandy-Bridge-E Baureihen nicht vorbei.

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