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23. Februar 2018 5 23 /02 /Februar /2018 23:27
Die bahnbrechende Science-Fiction-Serie Babylon-5 feiert ihr 25 jähriges Jubiläum
Babylon-5 ist 25 Jahre alt

Am 22.02.1993 hat die ebenso geschichtsträchtige wie weithin unbekannt Science-Fiction-Serie Babylon-5 (B5) ihr Debüt im US-Fernsesender PTEN gefeiert.
Leider habe ich es nicht mehr pünktlich zum Geburtstag geschafft, meine Jubiläums-Hommage zu schreiben. Aber jetzt schon: Hier ist sie, meine große 25-Jahres-Hommage.
Und die hat sich B5 absolut verdient! Denn die Serie hat nicht nur Science-Fiction, sondern allgemeine Fernseh-Geschichte geschrieben, ist trotzdem bis heute ein Geheimtipp für Insider geblieben.
Für mich unverdient reicht ihre Popularität weder an diejenige von Star-Wars oder Star-Trek und auch nicht an Stargate oder Kampfstern Galactica heran.

Eine Serie, die Geschichte geschrieben hat

Warum B5 Geschichte geschrieben hat:

  1. Es war die erste Serie, die von Haus aus mit einem durchgängigen, 5-jährigen Handlungsbogen geplant worden war.
    Bis dahin war es bei Fernsehserien üblich, dass jede Episode ihren eigenen, von anderen Episoden (weitgehend) isolierten Inhalt hat.
  2. Und es war die erste Serie, die keine realen, sondern rein Computer-animierte Modelle der Raumstation / des Raumschiffs verwendet hat.
    Bei früheren und sogar bei den zeitgleich mit Babylon-5 enstandenen Star-Trek-Serien hat es immer auch Real-Modelle gegeben, die gefilmt worden sind.

B5 hat damit schon 1992 Dinge eingeführt, die für heutige Serien – auch solche außerhalb des Science-Fiction-Genres – völlig üblich sind.

Auch heute eine der 3 besten Science-Fiction-Serien aller Zeiten

Dunkel, realistischer, gesellschaftskritisch und irgendwie unutopisch.
Ebenso visionär, zukunftsweisend und zum Nachdenken anregend.
Und natürlich auch humorvoll und einfach spannend.
All das sind Attribute, die Babylon-5 gut beschreiben.

 

Gerade die Dunkelheit und die ziemlich zeitlosen Probleme der Menschheit, die in der Serie beschreiben werden, haben mich schon bei der Erstausstrahlung der Serie sehr zum Nachdenken gebracht.
Und nach den Ereignissen des 11. September 2001 und des damit ausgerufenen Kriegs gegen den Terrorismus samt immer stärker ausaufernden Massenüberwachung haben sie eine gewaltige Brisanz bekommen.
Doch ist die Serie eben auch einfach spannend und – trotz teilweise sichtbarer, begrenzter Produktions-Budgets – wirklich gut ausgedacht und umgesetzt.

 

In einem völlig anderen Serien-Universum spielend so ist B5 nur mehr mit den für mich beiden besten Star-Trek-Serien "The next Generation" (TNG) und ganz besonders "Deep Space Nine" (DS9) vergleichbar.
Alle 3 sind für mich bis heute die besten Science-Fiction-Serien aller Zeiten. Und noch dazu feiern alle 3 binnen knapp 5 Monate große Jubiläen, TNG ist im September 2017 30 Jahre alt geworden, DS9 Anfang Jänner 2018 ebenfalls 25.

Babylon-5 und Star Trek

B5 war stets der „kleine Bruder“ von Star-Trek – und auch stets mit geringeren Ressourcen ausgestattet, was teilweise auch in einem „billigeren“ optischen Eindruck der Kulissen sichtbar wurde.
Gleichzeitig hat die Serie aber eben auch vor allem mit so manchen digitalen Effekten auch für Meilensteine gesorgt.

 

Vor allem aber hat es eine gemeinsame Hintergrund-Geschichte gegeben:
J. Michael Straczinsky, der geniale Erfinder von Babylon-5, hat 1991 dem Star-Trek-Rechteinhaber Paramount sein Konzept über eine auf einer Raumstation spielende Sci-Fi-Serie angeboten – was Paramount aber abgelehnt hat.
1993 hat Paramount dann Star Trek: Deep Space Nine gestartet und Warner Bros. Babylon-5.
Und beide Serien weisen ja zahlreiche Parallelen auf – allerdings zur selben Zeit auch zahlreiche Unterschiede.

 

Und gerade angesichts gewisser Konflikte der Fans wegen dieser Hintergrund-Geschichte, hat es eine ganz wunderbare Geste von Majel Barret-Roddenberry, der Witwe von Star-Trek-Erfinder Gene Roddenberry, gegeben:
Sie hat einen Gastauftritt in Babylon-5 übernommen und darin als Centauri-Wahrsagerin dabei auch noch wichtige Elemente über die Entwicklung des Centauri Londo-Mollari voraus gesehen.

3 Babylon-5 Schauspieler, die ich besonders hervor heben möchte

Ich möchte bei dieser Hommage ein bisschen andere Wege gehe als sowohl bei meinen beiden aktuellen Star-Trek-Hommagen, als auch bei meiner B5-Hommage vor 5 Jahren. Und ich möchte einen Bezug zu notwendiger Gesellschaftskritik und positiven Entwicklungsmöglichkeiten in der realen Welt schaffen.
Darum habe ich mir 3 Darsteller heraus geholt, wo jeder für ganz besondere Dinge steht.

 

Jerry Doyle

Jerry Doyle war zuerst Pilot und dann Börsenmakler ehe er die Entscheidung getroffen hat, Schauspieler werden zu wollen.
Die Rolle als Sicherheits-Chef Michael Garibaldi auf der Raumstation Babylon-5 war dann auch seine erste und einzige große Rolle. Diese hat er aber definitiv sehr glaubwürdig und sympathisch verkörpert und viele Sympathien gewonnen.
Nach dem Ende der Serie hat er noch einige Nebenrollen (u.a. in Stargate) verkörpert, dann jedoch auch die Schauspielerei an den Nagel gehängt.
Nachdem er sich ziemlich erfolglos in der Politik versucht hat, hat der bekennende Libertäre mit "The Jerry Doyle Show" seine eigene, politische Radio-Sendung gestartet – und das bis knapp vor seinem Tod 2016 auch ziemlich erfolgreich.
Trotz seiner eigenen Position als Libertärer hat er in seiner Sendung auch anderen Meinungen Raum gegeben – wofür er von verschiedener Seite gelobt worden ist.

 

Mira Furlan

Die Kroatin Mira Furlan ist gemeinsam mit ihrem serbischen Ehemann 1991 aus Angst vor und Protest gegen die Kriege im zerfallenden Jugoslawien emigriert und in die USA gegangen.
Die Rolle als Botschafterin Delenn, der außerirdischen Minbari, war dann auch ihre 1. große Rolle in Hollywood.
Nach Babylon-5 hat sie in der ähnlich legendären und für die Entwicklung von Fernseh-Serien insgesamt ähnlich wichtigen Serie "Lost" eine wiederkehrende Rolle übernommen.
Neben zahlreichen Gastauftritten in mehr oder weniger bekannten US-Produktionen spielt sie seit rund 10 Jahren auch immer wieder einmal in Produktionen aus den Balkan-Ländern und internationalen Produktionen mit.

 

Bill Mumy

Bill Mumy war bei der Übernahme der Rolle als Minarbi Lennier bereits ein Science-Fiction-Veteran. Denn schon in den 1960er-Jahren hat er als Kinderstar in der vor allem in den USA bekannten Serie "Lost in Space" (Verschollen zwischen fremden Welten) mitgespielt.
Mumy ist seit dem Ende von B5 bis heute als Schauspieler aktiv und ist primär im Rahmen von Gastauftritten in größeren und kleineren Produktionen zu sehen.
Besonders hervor haben möchte ich Mumy's Ansatz, dass Fans sich nicht in den Weiten von fiktiven Welten, wie eben auch derjenigen von Babylon-5, verlieren. Bei Conventions appelliert er statt dessen regelmäßig, dass sich jeder von uns über Mutter Erde Gedanken und einen Beitrag leisten sollte, damit es sie auch weiter gibt und wir unseren Kindern noch eine lebensfähige Welt hinterlassen.

Babylon-5 und mein persönliches Fazit

Bevor ich mit dem eigentlich Fazit beginne, noch 2 wichtige Hinweise:

  1. Zum vollständigen Verständnis meiner Sicht der Dinge über Babylon-5 und natürlich auch wegen der kurzweiligen Gedanken bitte unbedingt auch meiner 20-Jahres-Hommage an die Serie von 2013 lesen.
  2. Obwohl schon damals erwähnt, noch 1 wichtiger Punkt über die Serie:
    Es ist erschreckend, wie viele Schauspieler der Serie schon verstorben sind.
    Von 2013 bis heute sind zu dieser ebenso traurigen wie erschreckenden Liste 2016 noch Jerry Doyle (Sicherheitschef Michael Garibaldi) und 2017 Stephen Furst (der Centauri "Vir") hinzu gekommen.

Ich bin ein vielschichtiger Mensch, der sich für intellektuell anspruchsvolle und "dunkle" Geschehnisse ebenso interessiert, wie für eher Seichtes und die schönen Dinge des Lebens. Und ich bin auch gut darin, mit begrenzten Mitteln ansprechende Ergebnisse zu schaffen.
Schon alleine dadurch passt B5 perfekt zu mir!

 

Und wenn Vizepräsident Clark seinen Vorgänger Santiago tötet und dann unter dem Vorwand einer Bedrohung von außen einen Diktatur errichtet, dann sehe ich darin historische Anspielungen an das Kennedy-Attentat und vorweg genommene Anspielungen an 9/11.
Ebenso mag ich die Schrägheit, die Charaktere und den Humor der Serie – Dinge, die es in dieser Form heutzutage schlichtweg nicht mehr gibt. Besonders die sarkastische Art von Commander Ivanova macht Laune!

 

Babylon-5 hat es es sicher bei seiner Erstausstrahlung verdient, mehr als ein Geheimtipp zu sein und tut das heute immer noch. Ich kann euch daher dieses stark verkannte Stück Fernseh-Geschichte jetzt und die nächsten 25 Jahre auch dann wärmstens empfehlen, wenn ihr keine eingefleischten Science-Fiction-Fans seid.

Hoffentlich gibt es dafür im großen Jubiläums-Jahr der Serie Gelegenheit, diese wieder zu sehen. Im deutschsprachigen Fernsehen ist sie ja seit Ende 2016 nicht mehr ausgestrahlt worden.

 

Und ich kann mich dem Appell von Bill Mumy anschließen: Genießt die Serie, aber macht euch auch Gedanken über Mutter Erde.
Im kleinen – z.B. durch ethisches Konsumverhalten.
Und im großen durch politisch-gesellschaftliches Engagment für Frieden, Freiheit und Umwelt – nicht zuletzt auch durch Toleranz gegenüber politisch Andersdenkenden wie von Jerry Doyle.

 

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