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3. Januar 2018 3 03 /01 /Januar /2018 01:22
Mit Star Trek: Deep Space Nine ist für mich eine der 3 besten Science-Fiction-Serien aller Zeiten 25 Jahre geworden
25 Jahre Star Trek: Deep Space Nine

Heute können wir das 2. von 3 Jubiläen großer Science-Fiction-Serien binnen 5 Monaten feiern: Am 03. Jänner 1993 hat Star Trek: Deep Space Nine im US-amerikanischen Fernsehen seine Premiere gefeiert.
DS9, wie die Serie abgekürzt wird, war die 3. Star-Trek Real-Serie und direkter Nachfolger von Star Trek: The next Generation (TNG).

 

Und so wie bei TNG so habe ich auch schon bei DS9 vor 5 Jahren bereits 1 Mal eine große Jubiläums-Hommage gemacht – und stehe heute wieder vor der Aufgabe, ähnlich wie ein Priester bei der Sonntagspredigt, etwas neues über diese großartige Serie zu schreiben.

Ist DS9 nicht die beste Star-Trek-Serie?

Von der Art wie sie ihre Geschichten erzählt und von der produktions-technischen Machart ist DS9 für mich schon die beste ST-Serie. Man merkt ihr an, dass sie ein paar Jahre moderner ist und das Produktions-Team mehr Erfahrung hat, als bei TNG.

 

Andererseits funktioniert Star Trek aber einfach am besten auf dem Flaggschiff der Föderation – und das war und ist eine Enterprise. Zudem fehlt Deep-Space-Nine die moralische Autorität Picard.

 

Generell hat mit Sisko & Co ein Trend eingesetzt, dass die Moral bei Star-Trek seit der Next-Generation immer weiter abnimmt. Diese Entwicklung hat sich mit Voyager weiter fort gesetzt und bei Enterprise – die ja unmittelbar nach 9/11 entstanden ist – ihren Höhepunkt erreicht.

 

Was macht aber speziell DS9 aus? Einige für mich essentielle Aspekte:

  • Die Serie ist ab Staffel 3 nicht nur wirklich gut, sondern wird immer besser. Das ist mir so  allerdings erst in den letzten 3-4 Jahren aufgefallen.
    Bis Staffel 7 spielt sie sich in einen wahren (wenn auch sehr Kriegs-lastigen) Spielrausch, der in einem 10-teiligen Handlungsstrang gipfelt, mit dem die Serie abgeschlossen wird.
  • Generell gibt es in keiner anderen Star-Trek-Serie so komplexe, lange und eng verwobene Handlungsstränge, wie in DS9.
    Die Serie war damit ihrer Zeit weit voraus und ich als echter Fan finde das super. Natürlich macht das aber Gelegenheits-Zuschauern die Sache schwerer.
  • Ebenso wie bei TNG schließt sich mit Anfang und Ende ein Kreis.
    Die Propheten der Bajoraner, Aliens, die das für die Serie zentrale Wurmloch besiedeln und große Kontrolle über die Zeit haben, bilden den Anfangs- und den End-Punkt.
    Eine sehr positive Parallele zur Next-Generation, wo die Serie mit Q beginnt und endet.
    Im Gegensatz dazu hängen Serien-Anfang und Ende bei Voyager und Enterprise nicht wirklich zusammen.
  • In keiner anderen Star-Trek-Serie ist Religion (der Bajoraner) so wichtig. Damit direkt zusammen hängt, dass die von ihnen verehrten Propheten eben auch mächtige Außerirdische sind und der Föderations-Kommandant der Raumstation deren Abgesandter ist.

Und obwohl schon 2013 erwähnt:
Deep-Space-Nine ist nicht nur im Star-Trek-Universum führend bei den Nebencharakteren.
Es gibt kaum irgendeine andere Fernseh-Serie, die so viele, so gut ausgearbeitete und so oft wieder kehrende Figuren einsetzt. Das verstärkt den Eindruck, dass die Serie nicht gespielt, sondern echt ist. Großartig!

Krieg mit (Un-)Ethik

1 Aspekt, der Deep-Space-Nine einzigartig im Star-Trek-Universum macht: Krieg.
In allen anderen Serien wird nur über vergangene Kriege gesprochen oder es bleibt überhaupt nur bei einer Kriegs-Gefahr. Hier wird er das erste und bisher einzige Mal im Star-Trek-Universum gezeigt.

 

Doch es kommt keinesfalls Kriegsgeilheit auf, sondern ganz im Gegenteil ist bei den Episoden viel Skepsis oder sogar offene Kritik an Krieg zu sehen. Es gibt sogar einige großartige Anti-Kriegs-Episoden wie "Die Schlacht um Ajilon Prime", "Die Belagerung von AR-558" oder "Leben in der Holosuite".

 

Die Föderation an sich spielt bei DS9 allerdings immer wieder eine mehr als zwielichtige Rolle:
Die in dieser Serie eingeführt "Sektion 31", eine geheime, autonome und extrem skrupellose Unter-Einheit des Sternenflotten-Geheimdienstes, ist sogar bereit, zur Verhinderung oder zum Sieg eines Krieges gegen das Dominion, einen Völkermord an deren Herrschern zu begehen.
Und selbst Captain Sisko muss eine blutige Intrige anwenden, um die Romulaner an der Seite der Föderation in den Krieg zu treiben – um damit selbst nicht unterzugehen.

 

Dennoch überwiegt in der Serie fast immer eine hohes Maß an Moral, der Völkermord an den Gründern des Dominions wird z.B. durch die Haupt-Figuren verhindert – was letztendlich sogar die Chance auf eine friedliche Koexistenz mit dem bisher tödlichsten Erzfeind, dem Dominion, eröffnet.

Mein persönliches Fazit zu DS9, Appell und Schlussworte

Deep-Space-Nine ist definitiv die dunkelste aller Star-Trek-Serien. Einerseits ist das dem Charakter der Serie geschuldet, anderseits dient es einfach zur optischen Unterscheidbarkeit zu den zeitgleich ausgestrahlten Schwester-Serien "The Next Generation" (TNG) und "Voyager" (VOY), die beide viel heller sind.
Gemeinsam mit der hohen Komplexität der Serie baut das eine gewissen Hürde für die Seher auf.

 

Wer sich aber auf DS9 einlässt, bekommt selbst Ende der 2010er Jahre noch ein fantastisches und nach wie vor aktuelles Stück Science-Fiction und allgemein Fernseh-Geschichte. Für mich eben nach wie vor gemeinsam mit Next-Generation und der – in einem völlig anderen aber doch irgendwie ziemlich ähnlichen Serien-Universum angesiedelten – Serie "Babylon-5" (B5) eine der 3 besten Sci-Fi-Serien aller Zeiten!
Und alle 3 feiern ja eben sogar innerhalb von weniger als 5 Monaten große Jubiläen – TNG ist Ende September 2017 30 Jahre geworden, B5 wird Ende Feber 2018 ebenfalls 25.

 

Was mich bedrückt und mit Unverständnis erfüllt, ich aber leider schon gewohnt bin:
Das Unverständnis so vieler Star-Trek-Fans, die sich in eine Art Konsumgeilheit und Schein-Welt rund um die Serien und Filme flüchten, ohne sich dessen bewusst zu sein, wie sehr Star-Trek – und ganz besonders Deep-Space-Nine – vor Gefahren im Hier und Jetzt warnt.

 

Besonders die Doppel-Folge "Die Front" / "Das verlorene Paradies" zeigt, wie skrupellose Macht-Menschen Krisen dazu zu benutzen, um im Namen von Sicherheit und Rechtschaffenheit die Krise massiv zu verschärfen, um selbst an die Macht gelangen – um den Preis der Abschaffung von Demokratie und Freiheit.
Die frappanten Parallelen zur Wirklichkeit, wo zuerst die Länder des nahen und mittleren Ostens im Namen des Kampfes gegen den Terrorismus zerbombt, dann extremistische Muslime bei uns im Westen regelmäßig Terror-Anschläge durchführen und als Reaktion westliche Regierungen  Massenüberwachung beschließen und dann Bürgerrechte massiv einschränken, sind fast allen Star-Trek-Fans egal.

 

Gerade ich als großer Querdenker, dessen eigene Ansichten sowohl verschiedenste Themen-Bereiche, als auch verschiedenste weltanschauliche Richtungen, vereinen, wünsche mir, dass sich das ändert!
Jedem selbst denkenden Menschen sollte die Handlung von so mancher Star-Trek-Episode Warnung und Handlungs-Motivation genug sein.

 

In jedem Fall aber kann ich DS9 auch heute, schier unfassbare 25 Jahre nach ihrem Debüt, allen Science-Fiction und Serien-Fans nach wie vor wärmstens empfehlen. Und so wie beim 30er der Next-Generation hoffe ich, dass auch Deep-Space-Nine noch die nächsten 25 Jahre neue Fans gewinnt, gut unterhält und die Menschen hoffentlich auch zu einem konstruktiv-kritischen Nachdenken über die Zustände in der heutigen, realen Welt animiert.

 

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Kommentare

Kuvok 06/27/2019 13:27

Bei Voyager hängen Serien-Anfang und Ende nicht zusammen?!?

kritisch-konstruktiv 06/28/2019 16:31

Genau!
Beim Serien-Anfang ist der Fürsorger die entscheidende Figur, die die Voyager in den Delta-Quadranten bringt.
Beim Serien-Ende dreht sich dagegen alles um die Borg.
Bei TNG und DS9 stellen Q bzw. die Propheten den Anfangs- wie den Endpunkt der Serie dar.

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