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18. August 2017 5 18 /08 /August /2017 22:13
Nicht nur in Wien hat 2017 das "Feuer in den Alpen" für die Meinungsfreiheit gebrannt, ...
Wiener Feuer in den Alpen 2017 für Meinungsfreiheit

Seit 1988 steigt jeden 2. Samstag im August im gesamten Alpenraum die Aktion „Feuer in den Alpen“. Mit einem Mahnfeuer wird dabei von jeweiligen lokalen Veranstaltern auf ein bestimmtes Anliegen hin gewiesen, das ihm wichtig ist.

 

Das 7. Wiener Mahnfeuer steht für die Meinungsfreiheit.
„Meinungsfreiheit?“ werden sich jetzt sicher viele fragen. Aber genau sie ist speziell seit rund einem ¾ Jahr besonders stark bedroht:

  • Im Internet, besonders in sozialen Netzwerken und Suchmaschinen, werden immer öfter Links unter den Deckmänteln „Recht auf Vergessen“, „Fake-News“ und „Hass-Postings“ der Öffentlichkeit vorenthalten.
  • Die Massenüberwachung, sowohl bei Internet- und Smartphone-Aktivitäten, aber auch im öffentlichen Raum (Video-Überwachung, Autobahnen, ...) nimmt massiv zu.
    Vorwand hierfür ist der Kampf gegen den Terrorismus, der für die Herrschenden über Grundrechten zu stehen scheint.
  • Hinzu kommt auch immer mehr Druck auf alternative Medien und Einzelpersonen.
    Und Druck kann hier auf die Glaubwürdigkeit ebenso ausgeübt werden, wie auf die wirtschaftliche Basis von Unternehmen (z.B. auf deren Werbekunden).

Es ist selbstverständlich, dass einzelne Personen bei Verdacht auf schwere Straftaten nach richterlicher Genehmigung massiv überwacht werden und deren Privatsphäre in diesem Fall gebrochen wird.
Es ist ebenso selbstverständlich, dass Personen, die Ehrenbeleidigung, Rufschädigung oder Verleumdung begangen haben zur Rechenschaft gezogen werden.

... auch in Süditalien wird mit einem großen Mahnfeuer auf die Meinungsfreiheit aufmerksam gemacht.
Süditalienisches "Alpenfeuer" für die Meinungsfreiheit

Es ist jedoch völlig unvereinbar mit der Demokratie, wenn „Wahrheitsministerien“ oder ähnliche Stellen darüber entscheiden, welche Meinungen in der Öffentlichkeit zulässig sind und welche nicht. Denn das ist immer hochgradig subjektiv.
Die Gründerväter demokratischer Staaten haben deswegen aus sehr guten Grund den Geltungsbereich der Meinungsfreiheit sehr großzügig definiert.

 

Niemand ist objektiv, jeder hat seine Überzeugungen und Interessen. Und das gilt natürlich genauso für die Behörden bzw. die für die Behörden tätigen Unternehmen & Organisationen.
Auch die so genannten Fake-News-Jäger sind subjektiv und haben massive Eigeninteressen.

 

Und auch Algorithmen hauen oft daneben und treffen mehr als zweifelhafte Entscheidung, welche Inhalte sie herunter reihen oder sogar löschen.

 

Meinungsfreiheit ist ein extrem wichtiges Gut.
Die Ignoranz bezüglich deren Bedrohung ist heute leider noch groß – auch in der „systemkritischen Szene“.
Ich denke, dass das daran liegt, da sie bei uns in den westlichen Staaten etwas ist, was seit Jahrzehnten selbstverständlich ist und wir uns etwas anderes gar nicht mehr vorstellen können.

 

Seitens der Medien hat es 2017 leider nur sehr geringes Feedback auf das Wiener Feuer in den Alpen gegeben. Meinungsfreiheit ist offensichtlich ein sperriges Thema.
Neben meinem Blog-Eintrag gibt es bisher nur meinen Artikel auf fisch+fleisch.
Aber sperrig hin oder her – es ist ein derart wichtiges Thema, dass wir es weiter und noch entschiedener thematisieren werden.

 

Gerade weil Meinungsfreiheit so entscheidend für Demokratie und Freiheit an sich ist, müssen wir für sie eintreten.

 

Und das kann jeder einzelne von uns:

  • Eintreten z.B., indem wir auch über kontroverse Themen offen aber zivilisiert diskutieren.
  • Eintreten, indem wir unsere Information nicht nur die allgegenwärtigen Mainstream-Medien, sondern auch von alternativen Medien holen. Das erweitert unseren Blick auf die Welt und ist auch ein Beitrag zu Vielfalt in der Medienlandschaft.

Ich mache das und ich hoffe, möglichst viele von euch auch!

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Published by kritisch-konstruktiv - in Politik
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  • Ulrich Lintl, Jahrgang 1978, kritisch-konstruktiver Zeitgenosse, sehr an Nachhaltigkeit, Politik, Natur und Internet interessiert. Auch an Sport, Kabarett und gutem Essen. Ausserdem liegt mit regionale Kultur und Mundarten am Herzen.

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