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16. Juli 2016 6 16 /07 /Juli /2016 23:45

Die große Wirkung von Star TrekVor gut 1 Monat angekündigt und jetzt zum 1. Mal in die Tat umgesetzt: Im 2. Halbjahr 2016 gibt es von mir anlässlich der 50-Jahr-Jubiläums von Star-Trek zahlreiche Artikel dazu in meinem Blog.
Und der heutige Start der Original-Serie (Raumschiff Enterprise) auf Tele5 ist die perfekte Gelegenheit, um damit zu beginnen.

 

Den Auftakt dieser Serie macht ein Blog-Eintrag zur unfassbar großen Wirkungs-Sphäre von Star-Trek.
Denn kaum ein anderes Unterhaltungsprodukt hat so lange, so viele und so umfassende Auswirkungen auf die Welt, wie eben dieses von Gene Roddenberry geschaffene Science-Fiction-Universum:
Von Religion über Grundlagenwissenschaft, Weltraumfahrt, Alltagselektronik bis hin natürlich zur Populär-Kultur und darüber hinaus.

Die Kernfunktion(en)

Das „einzigarteige Phänomen Star-Trek“, wie es Captain-Picard-Darsteller Patrick Stewart einmal formuliert hat, fängt schon bei seiner Kernfunktion als Produkt an:

  • Bisher 7, ab 2017 8 Real-Serien

  • 1 Zeichentrick-Serie

  • Bisher 13 Kino-Filme

  • Ein ebenfalls großes Sub-Universum von Fan-Fiction

  • Unzählige Romane, Computerspiele, Dritt-Literatur & Dokumentationen ÜBER Star-Trek.

Und das alles über in einem Zeitraum von 50 Jahren geschaffen – wo fast alle Unterhaltungs-Produkte schon längst wieder in Vergessenheit geraten sind.
Und Star-Trek „zieht“ auch heute noch: Seit 2011 spielt der deutsche Fernsehender Tele5 Wiederholungen von Star-Trek-Serien in der Dauer-Schleife – und ist damit offensichtlich erfolgreich. Dazu gibt es gerade im Sommer 2016 mit „Beyond“ auch einen Kinofilm und 2017 eine neue Fernseh-Serie.

 

Hinzu kommen noch zahlreiche Parodien, Hommagen und Zitate von und an Star-Trek – sogar nach Jahrzehnten noch an die Original-Serie. In Deutschland besonders natürlich (T)Raumschiff-Surprise, sowohl als Kinofilm und zuvor schon in der TV-Comedy-Reihe Bullyparade.

 

Als „Unterhaltungs-Produkt“, das schon seit den 1960er Jahren die Massen fasziniert hat Gene Roddenberry etwas geschaffen, das wohl nur mehr mit der James-Bond-Reihe vergleichbar ist und nur von Sherlock-Holmes-Adaptionen übertroffen wird.
Alleine das macht Star-Trek schon einzigartig. Doch das ist nur 1 Teil von vielen, der das Gesamt-Phänomen ausmacht.

Wissenschaft & Alltagsprodukte

Schon 2 Generationen von Wissenschaftern sind durch Star-Trek und die damit verbundene Erforschung des Weltalls und der verwendeten, fortschrittlichen Technologien inspiriert worden.

 

Und über naturwissenschaftliche wie andere Aspekte dieses fiktiven Universums sind auch schon unzählige Diplom-Arbeiten und weitere, fundierte Abhandlungen verfasst worden.

 

Während es der Warp-Antrieb noch nicht weiter als zum Theorie-Stadium gebracht hat, so scheint die Menschheit bei impulsartigen Antrieben schon ziemlich weit zu sein.

 

Und Beamen wird zwar wohl nie so möglich werden, wie in Star-Trek, jedoch gibt es interessante Quantenphänomene, durch die eine Informationsübertragung mittels Quantenteilchen auch über extreme Entfernungen grundsätzlich möglich ist, wie vor allem der österreichische Physiker Anton Zeilinger gezeigt hat.

 

Und drahtlose Kommunikatoren ist in Form von Mobil-Telefonen ebenso schon Realität, wie Tablet-Computer oder MP3-Player. Und Computer ermöglichen Multimedia-Bearbeitung, Sprachinterfaces, ja sogar künstliche Intelligenz und noch mehr.

 

Während ein Holodeck auf unabsehbare Zeit hinaus noch Fiktion bleiben wird, so gewinnen holgraphische Anwendungen immer mehr Bedeutung in unserem Leben: Bei Echtheitszertikaten (v.a. auf Geldscheinen), bei Mess- und Abbildungs-Technik, sowie in Form holographischer Speicher.

 

Und die virtuelle Realität mittels Datenbrillen und Sensoren-Körperanzung beginnt nach einem „Strohfeuer“ in den 1990er Jahren seit Kurzem große Bedeutung zu gewinnen (u.a. durch Produkte von Facebook, Google, Microsoft & Samsung).

Religion & Moral

Während Religion in der Original-Serie „Raumschiff Enterprise“ nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt hat, so nimmt sie in den Nachfolge-Serien einen beachtlich großen Stellenwert ein. Besonders bei „Next Generation“ mit Q und „Deep Space Nine“ mit den Propheten (der Bajoraner) spielt sie eine wichtige Rolle.
Und es gibt auch zumindest 1 Diplom-Arbeit, die sich dem Thema Religion und Star-Trek widmet.

 

Star-Trek schafft sogar etwas, was nahezu unmöglich ist: Dass mit Next-Generation-Captain Jean-Luc Picard ein fiktiver Charakter für nicht wenige Menschen eine moralische Instanz darstellt.

Auch die Werte der Serien, vor allem Respekt und Toleranz gegenüber allen Lebenwesen, haben unzählige Menschen inspiriert und stellen für sie eine moralische Leitlinie dar. Und nicht zu vergessen natürlich die oberste Direktive, die eine Einmischung in weniger entwickelte Gesellschaften durch die Föderation striktest verbietet.

 

Allerdings stellt für etliche Hardcore-Fans Star-Trek so etwas wie eine Ersatz-Religion bzw. eine Parallel-Welt dar, in die sie sich vor der Realität flüchten können.

Schattenseiten & Kritik

Und damit sind bei den Kritik-Punkten am Phänomen Star-Trek.

 

So tolle Unterhaltung und so hoch stehende intellektuelle und moralische Inputs dieses fiktionale Universum auch liefert – es ist eben nur Fiktion. Doch für manche war es das eben nicht, sie haben eine Art Ersatz-Religion daraus gemacht.
Vor allem in den 1990er Jahren zahlreiche Menschen gegeben, die lieber ein Schein-Leben im Star-Trek-Universum gelebt haben, oft auf Conventions gegangen sind, ja sogar in Uniformen und mit Parallel-Identitäten versehen Geschichten in Gruppen nachgespielt haben.

 

Dann gibt es – besonders stark ausgeprägt in der Urserie und der Next-Generation – die ebenso idealistische wie naive Weltsicht, dass die Menschen der Zukunft völlig reif sind, ihre menschlichen Schwächen überwunden haben, ja es auch keine Armut, kein Geld und keine Habgier mehr gibt.
WIE dieses formal großartige Ziel dann aber in die Praxis umgesetzt ist und z.B. die Wirtschaft der Zukunft funktioniert, das bleibt völlig im Dunkeln.
Fairerweise muss ich aber auch dazu sagen, dass vor allem in Deep Space Nine und Enterprise dieser Idealismus dann faktisch zu Gunsten von mehr Realismus wieder etwas korrigiert wird.

 

Und dann spiegelt sich in Star-Trek – in allen Serien & Filmen, besonders aber in der Urserie – auch eine extreme Technik-Gläubigkeit nieder.
Während Dinge wie kosmische Strahlung und das Fehlen des Erd-Magnetfelds im Weltall, sogar auch Mobifunk-Strahlung von Kommunikatoren, aus meiner Sicht zwar Probleme, aber lösbar sind, so sieht das bei der von den Raumschiffen und Raumstationen verwendeten Nuklear-Energie (Anti-Materie & Kern-Fusion) sehr anders aus.
Die bisherigen Erfahrungen der Menschheit lassen zumindest große Zweifel aufkommen, ob diese Energieform jemals sicher und nachhaltig wird.
In Star-Trek spiegelt sich hier dagegen voll der nuklerale Enthusiasmus der 1950er & 1960er Jahre wider.

Fazit

Das mit der Star-Trek-Urserie „Raumschiff-Enterprise“ gestartete Phänomen ist auch 50 Jahre später nicht nur einzigartig, sondern nach wie vor großartig.

 

Natürlich gibt es – wie fast immer und überall – ein paar Schattenseiten.
Dennoch vereint Star-Trek so viele und positive Dinge:
Vom tollen Unterhaltungs-Produkt über eine positive Philosophie, hohe Ethik-Standards bis hin zur Faszination des Weltraums und futuristisches Technik.

 

Daher ist es nur logisch, dass sein Wirkungsphäre so gewaltig ist.

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Published by kritisch-konstruktiv - in Unterhaltung star-trek
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